Veröffentlicht am von

Fetales Alkoholsyndrom - Das unsichtbare Handicap - Wir informieren euch Teil III

 
 
PRAU2515

Der Säugling trinkt mit


Trinkt die stillende Mutter Alkohol, gelangt ein Teil des Alkohols über den Verdauungstrakt ins Blut und weiter in die Muttermilch. Alkohol wird vor allem in der Leber abgebaut. Bei Säuglingen ist diese noch nicht voll ausgereift und die Aktivität der Enzyme ist noch deutlich geringer. Die Folge: Beim Säugling wird der Alkohol deutlich langsamer abgebaut, bleibt also viel länger im Körper des kleinen Wurms als bei einem Erwachsenen.

„Es ist so wichtig, dass KinderärztInnen die Mütter über Alkoholkonsum in der Stillzeit aufklären“, mahnt Kinderärztin Dr. Cornelia Zock an. 

 
IMG_E1781
Bei Pflege- und Adoptivkindern ist es bislang so, dass die Diagnose Fetales Alkoholsyndrom durchschnittlich erst im Alter von 14,7 Jahren gestellt wird. Deshalb wird kostbare Zeit verloren, den Kindern bedarfsgerechte Hilfeleistungen zu geben, die sie fördern würden. Oft genug werden die Auswirkungen der neurologischen Schäden aufgrund falscher Anforderungen an die Kinder obendrein negativ verschärft. (Quelle: FASD Selbsthilfegruppen lebenslänglich Moritz)
 
 
IMG_3884
 
Als Nina im Alter von vier Jahren in eine Pflegefamilie kam, hatte diese noch nie etwas vom Fetalen Alkoholsyndrom gehört. „Wir wussten, dass sie ein Kind drogenabhängiger Eltern war“, erzählt die Pflegemutter. „Wir dachten, mit viel Liebe und Geduld wird alles gut.“ Dass Nina eine durch Alkohol verursachte Behinderung hat, wurde erst festgestellt, als sie zwölf Jahre alt war. Um Unterstützung und Hilfe für die Schule zu bekommen, musste die Pflegemutter erst einen Anwalt einschalten. „Es gibt zu wenig Hilfen“, kritisiert sie. (Quelle: Apollon, Hochschule der Gesundheitswirtschaft, 09/2017) supportus
 
 
IMG_4415
Verhängnisvoller Trugschluss: Erfahrungswerte von Frauen, die in früheren Schwangerschaften trotz Alkoholgenuss keine geschädigten Kinder zur Welt gebracht haben, führen dazu, dass sie es in der nächsten Schwangerschaft wieder tun. Möglicherweise sind sie im Umgang mit dem Alkohol sogar noch lässiger, weil ja schon beim ersten Mal nichts passiert ist. Fatal: Sie überliefern diese Erfahrungswerte weiter an andere. Dazu sagt FAS-Experte Dr. Feldmann: „Es gibt Kinder, die werden geschädigt, weil die Mutter einmal in der Woche ein Glas Wein getrunken hat. Und es gibt Kinder, die bei viel mehr Alkoholkonsum nicht so stark geschädigt werden. Das ist wie Russisch Roulette. Man kann keinen Grenzwert für die Menge des Alkohols angeben.“ Deshalb gilt: Nur mit Null Alkohol ist man auf der sicheren Seite!

Das Schreiben von Kommentaren ist nur für registrierte Benutzer möglich.
Anmelden und Kommentar schreiben Jetzt registrieren