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10 Tipps - Zum Beikoststart

02_Dienstag_10_Tipps_03-09Die ersten Wochen/Monate war es noch recht "einfach" euer Kind zu ernähren oder? Es gab ja eigentlich nur Stillen oder Fläschchen. Doch was ist, wenn es eurem Kind nicht mehr reicht? Oder ihr beschlossen habt mit der Beikost zu starten? Dann kommen oft einige Fragen und Unsicherheiten auf. Wir haben euch deshalb 10 Tipps zusammengefasst wie ihr erfolgreich starten könnt.

 

1. Der richtige Zeitpunkt

Zunächsteinmal vorab: Im ersten Lebensjahr sollte Mutter- oder Zusatzmilch der Hauptbestandteil der Ernährung des Kindes sein, es heisst nicht umsonst "Beikost".

Circa ab dem 5. Monat könnt ihr langsam mit der Gewöhnung an Brei oder Lebensmittel beginnen an denen sich das Kind nicht verschlucken kann (Gurkenstreifen, trockene Breze ohne Salzkörner, usw.).

Wichtig ist jedoch zum einen, dass euer Kind den Kopf eigenständig halten kann und mit Unterstützung sitzen kann und zum anderen dass auch von eurem Kind bereits Interesse gezeigt wird indem es z.B. den Löffel versucht zu greifen oder sich die Hand bei den gemeinsamen Mahlzeiten immer wieder mal zum Mund führt.

Falls ihr direkt mit Brei startet, legt am besten alles ausser Reichweite was nicht schmutzig werden sollte, bzw. nicht gewaschen werden kann. Kinder niessen ganz gern genau dann, wenn der Mund voll mit Karottenbrei ist, glaubt uns, wir sprechen aus Erfahrung. Alle. Ein Lätzchen oder ein Spucktuch schützt nicht nur die Kleidung eures Kindes, sondern auch eure. Aller Anfang ist schwer, so auch dieser, es klappt meist nicht auf Anhieb und es gibt höchstwahrscheinlich eine mehr oder weniger niedliche Sauerrei... Wenn ihr euch darauf jedoch entsprechend vorbereitet ist das alles halb so schlimm.

2. Der Beikoststart in der "richtigen" Reihenfolge

5. bis 7. Monat

1. Morgens: Muttermilch oder Fläschchen mit Säuglingsmilch
2. Mittags: Schritt für Schritt die Muttermilch bzw. das Fläschchen mit zusätzlichem Gemüsebrei erweitern
3. NachmittagAbends: Muttermilch oder Fläschchen mit Säuglingsmilch

6. bis 8. Monat

1. Morgens: Muttermilch oder Fläschchen mit Säuglingsmilch
2. Mittags: Zum Gemüsebrei kann nun auch Fleischbrei gegeben werden
3. Nachmittags: Muttermilch oder Fläschchen mit Säuglingsmilch
4. Abends: Schritt für Schritt kann mit einem Milch-Getreide-Brei gestartet werden

7. bis 9. Monat

1. Morgens: Muttermilch oder Fläschchen mit Säuglingsmilch
2. Mittags: Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei
3. Nachmittags: Obst-Getreide-Brei
4. Abends: Milch-Getreide-Brei

ab dem 10. Monat

kann euer Kind schon mehr oder weniger eure Mahlzeiten vom Tisch mitessen. Achtet hier jedoch darauf, dass diese nicht, oder nicht zu stark gewürzt sind.

3. Tischregeln von Anfang an

Natürlich kann ein Baby nicht von Anfang an still am Tisch sitzen, wissen welche Gabel im Nobelrestaurant zuerst benutzt wird und vieles unnötiges mehr. Es gibt jedoch Regeln die schon von Beginn an auch für ein Baby Sinn machen. Erklärt eurem Kind warum man zum Beispiel vor dem Essen immer Hände wäscht, lasst es sich nach dem Essen (sobald vom Alter möglich) den Mund und die Hände selbst mit einem Tuch säubern, erklärt auch warum Essen kein Spielzeug ist und man dies zum Beispiel nicht werfen oder in die Nase stecken darf. Während dem Essen sollte auch kein Spielzeug auf dem Tisch sein oder der TV laufen, das lenkt Kinder beim Essenslernprozess zu sehr ab. Die Mahlzeiten beginnen z.B. auch erst dann wenn alle am Tisch sitzen und enden wenn alle mit dem Essen (nicht mit der anschliessenden Unterhaltung) fertig sind. Sobald eure Kleinen ein wenig älter sind und frei sitzen können spielt auch die aufrechte Haltung am Tisch eine Rolle, denn so klappt es auch mit der Verdauung leichter.

Wir können hier auch aus Erfahrung sprechen, dass diese Regeln manchmal sehr gut klappen und man manchmal viel, sehr viel Überzeugungsarbeit braucht um den Kleinen das "Warum" verständlich zu machen. Habt Geduld und seid nicht all zu nachgiebig.

4. Geschirr und Besteck

Natürlich kann euer Baby auch nicht schon im 5. Monat mit Messer und Gabel umgehen und wenn doch wäre das ein Fall für das Fernsehen... Hier macht es vielleicht etwas mehr Sinn erstmal mit einem kindgerechten Löffel zu beginnen. Dieser kann gern aus Kunststoff sein, sollte nicht zu groß und eventuell sogar leich flexibel sein, denn dies kann vor Verletzungen im und um den Mund schützen. 

Auch Schüsseln und Teller aus bruchsicherem Melamin (Kunststoff) bieten sich an um ebenfalls die Verletzungsgefahr zu senken und auch ständige Neuanschaffungen zu vermeiden wenn diese doch einmal herunter fallen. Gleiches gilt auch bei Bechern, wobei es sich hier am Anfang sogar noch anbietet sogenannte Trinklernbecher oder Trinklernflaschen zu benutzen, denn diese laufen anders wie ein offener Becher auch beim umfallen nicht aus.

5. Es muss nicht aufgegessen werden

Der Magen eures Kindes ist noch klein, manchmal überschätzt man die Menge die man dem Kind auf seinen Teller gibt. Man sieht diese Menge ja doch mit anderen Augen. Zudem kann nur das Kind selbst wissen ob und wieviel Hunger es gerade hat. Zwingt eure Kleinen daher bitte nicht zum Essen oder gar zum aufessen, denn damit wird das natürliche Sättigungsgefühl eventuell zerstört. Besser wäre es ihr animiert es noch ein, zwei Löffelchen zu probieren. Wird allerdings auch das verweigert, lasst es für diesen moment einfach mal gut sein, früher oder später melden sich die Kleinen schon wenn der Hunger kommt.

Wenn es bei euch üblich ist, dass es zum Beispiel nach dem Mittagessen einen Nachtisch gibt, müsst ihr allerdings selbst abwägen ob ihr eurem Kind diesen erlaubt obwohl es kaum oder nichts von der Hauptmahlzeit gegessen hat. Eine mögliche Regelung wäre hier eventuell, dass wenn nur die Hälfte gegegessen wurde, es auch nur die halbe Nachspeise gibt. Hier findet vermutlich jeder eine faire Regelung.

 


 

 

6. Ein Vorbild sein

Kinder lernen hauptsächlich durch das Beobachten. Schleckt ihr vermeindlich das Messer mit der Zunge ab oder esst auf der Couch, wird euer Kleines nicht verstehen warum ihr das dürft und es selbst nicht. Natürlich kann man älteren Kinder erklären, dass ihr schon erwachsen seid, vorsichtig damit seid und zum Beispiel auch nicht mehr kleckert, aber einem kleinen Kind dies zu verdeutlichen ist meist erfolglos. Besser ist es also erst einmal euch selbst zu "erziehen" und das ist alles andere als einfach, hat man doch seine "Macken" und Angewohnheiten schon drin. Legt auch das Handy weg bei den Mahlzeiten, steht nicht auf bevor alle mit dem Essen fertig sind, sprecht nicht mit vollem Mund und so weiter. Da schleichen sich bei vielen gleich ein paar "Fehler" ein, oder? Das bedeutet also, je ordentlicher ihr selbst esst, je weniger müsst ihr eurem Kind an Blödsinn auch wieder austreiben. Das gilt vor allem für die Papas ;)

7. Geduld haben

Wie bei allem bei Babys gilt, Geduld haben. Es ist ganz und gar nicht einfach die Hand richtig zum Mund zu führen, den Becher nicht umzuwerfen oder sich nicht zu kleckern. Das passiert auch noch wenn eure Kinder bereits in die Grundschule gehen. Von Monat zu Monat aber wird das besser und die Unfälle weniger. Setzt eure Kinder nicht unter Druck und schimpft auch nicht unnötig viel wenn mal wieder die Schüssel mit Suppe quer über den Tisch geleert wurde. Es sind Kinder, es ist meist keine Absicht und der Scham des Kindes ist schon gross genug. Wir wiederholen noch einmal: Es sind Kinder, keine kleinen Erwachsenen!

Und ja, wir wissen auch wie dünn der Geduldsfaden manchmal ist, wenn schon der dritte Becher heruntergefallen ist, die Tomatensoße an der Tapete klebt und die Gurke im neben dem Tisch stehenden Lautsprecher steckt. Wir wissen es wirklich. Die Geduld zu verlieren bringt dennoch nichts, denn es zaubert nicht plötzlich die Fähigkeiten her, die euer Kind dazu braucht. Das bringt die Zeit, ihr werdet es sehen.

8. Atmosphäre

Essen lernen ist schon schwer genug für ein so kleines Wesen, zwischen Tür und Angel, im Stehen oder unter Stress klappt das noch weniger. Lasst eure Mahlzeiten soweit es geht zum Ritual werden, denn wenn der Ablauf immer ähnlich ist weiss euer Kind bereits wann es anfangen darf zu essen, wann es wieder spielen darf und so weiter. Auch beim Tisch decken könnt ihr es schon relativ früh einbeziehen und wenn es anfangs nur die Löffel aus eurer Hand nimmt und diese auf den Tisch legt, ganz egal. Schaltet wirklich wie bei Punkt 3 schon erwähnt auch alle störenden Geräusch- und Bildquellen aus, damit keine Ablenkung erfolgen kann. Versucht anfangs auch so viel wie möglich Zuhause zu essen, an einem gewohnten Platz, nicht unbedingt auf der Couch und auch nicht in täglich wechselnden Restaurants.

Entfernt gerade auch bei ganz kleinen Kindern noch die Deko auf dem Tisch, denn so lustig das auch klingt, ein Baby weiss noch nicht was man essen kann und was nicht. Manche Blumen sehen ja auch noch zum anbeissen aus und man kann ihnen das wirklich nicht verübeln wenn sie das noch nicht unterscheiden können.

9. Selbst kochen oder Glässchen-Alternativen

Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten hier gibt es keine "richtige" Empfehlung, auch wenn euch das manche Personen wie zum Beispiel eine Mutter aus der Spielgruppe oder die Schwiegermutter weiß machen möchten. Um dennoch einfacher eine Entscheidung für euch zu treffen, haben wir euch eine kleine Pro- und Kontra-Liste erstellt.

Pro der "Glässchen"

Dadurch, dass die Hersteller strengen Kontrollen unterliegen ist die Qualität der Zutaten fast immer ausgezeichnet. Die Inhalte werden ohne Pestizide, Nitrate oder Dünger gepflanzt und unterliegen auch hier strengen Kontrollen auf eventuelle Rückstände. Die Zutaten werden schonend gedünstet, werden keimfrei dampfsterilisiert und die Zubereitung für euch geht schnell und einfach.

Kontra der "Glässchen"

Die Vielfalt der Sorten ist oft unübersichtlich und kann zu Überforderung bei der Wahl führen. Manchmal sind auch mehrere Zutaten enhalten, wobei auf manche allergisch reagiert werden kann. Genau diese Zutat herauszufinden ist im Glässchen schwieriger, wie wenn man einzeln die Zutaten Stück für Stück zeitweise hinzugibt. Der Inhalt ist auch nicht immer nach den Gesichtspunkten abgestimmt was in einem bestimmten Alter gut für den Magen eurer Schützlinge ist, hier heisst es noch einmal zusätzlich informieren. Die Empfehlung ab dem 4. Monat ist zwar gut gemeint, jedoch meist zu früh was möglicherweise zu Resorptionsstörungen im Darm führen kann. Glässchekost ist auch oft gesalzen und enthält zu viel Eiweiß und Zucker. Weitere nicht optimale Inhaltsstoffe können auch Bindemittel und andere Gewürze sein, die ebenfalls Allergien auslösen können.

Und wisst ihr, dass Glässchenkost fast 3x so teuer ist, wie wenn man selbst kocht? Das macht auch finanziell ein Minuspunkt bei Fertigkost der für viele eine Rollen spielen könnte. Denkt bitte auch daran dass ihr die leeren Gläschen wieder entsorgen müsst, hier ensteht also auch noch mal Aufwand.

Pro von "selbst Kochen"

Hier ist ein klarer Pluspunkt, dass sich euer Kind langsam an die verschiedenen Lebensmittel gewöhnen kann, denn ihr selbst bestimmt was enthalten ist. Durch die optimale Zusammenstellung können frühzeitig Allergien vermeiden werden und Unverträglichkeiten festgestelt werden. Kinder lernen auch eher den Geschmack von Gemüse und Getreide kennen, dass heisst sie essen es auch später eher gern als wenn es von Anfang an angereichert mit Gewürzen, Zucker und Zusatzstoffen ist. Im Tiefkühler lassen sich vorbereitete Portionen gut einfrieren und man produziert viel weniger Müll als mit der Glässchenvariante.

Und noch ein entscheidender Vorteil: Ihr könnt die Menge der Portion individuell auf euer Kind anpassen und müsst keine bestimmte Größe kaufen die eventuell nicht reicht oder der restliche Inhalt weggeworfen werden muss.

Kontra von "selbst Kochen"

Natürlich müsst ihr darauf achten, dass die hygienischen Verhältnisse einwandfrei sind, auch die Pürierung muss wirklich absolut fein genug sein wobei leider ein einfacher Mixer fehl am Platz ist. Bedenkt auch, dass ihr immer an saisonales Gemüse und Obst gebunden seid und dies nicht immer einfach zu verarbeiten ist (z.B. Kürbis).

10. Baby-Led-Weaning

Was ist denn nun das schon wieder... Kurz gesagt: Der breifreie Weg zur "normalen" Ernährung.

Bei vielen Familien passiert dies schon unbemerkt nebenher, wenn das Kind zum Beispiel an einer trockenen Breze lutscht oder sich mit noch nicht vorhandenen Zähnen teile der Gurkenstreifen abnagt.

Bei BLW wird jedoch ganz oder zumindest zum grössten Teil auf Brei verzichtet, euer Baby isst somit bereits ab dem 6. Monat am Tisch mit. Ob das nun Wienerle sind, oder Bananen, später auch Kartoffelstücke und vieles mehr. Es kann eigentlich alles gegessen werden was leicht zu kauen ist, das Baby greifen kann und "gesund" ist. (Bitte keine gesalzenen Pommes oder z.B. Nüsse aufgrund der Gefahr des Erstickens)

Früher oder später kommt jedes Kind an den Punkt feste Nahrung interessant zu finden, lasst es dies unter Aufsicht gerne einmal probieren. 

Ausführliche Informationen zum Baby Led Weaning findet ihr z.B. hier: babyled-weaning.de

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10 Mütter im Interview - Habt ihr vor euren Kindern schon mal Gemüse im Essen versteckt?

03_Mittwoch_10_Mutter_21-08„Ja leider, gerade Zwiebeln werden hier rausgepickt. Das macht das Familienessen leider immer etwas unruhig.“ (Anja Z.)

 

„Nein, meine Tochter (2 Jahre) isst zum Glück alles an Gemüse. Allerdings muss ich bei ihr immer Fleisch zwischen dem Gemüse verstecken, damit sie Fleisch isst. (Corina K.)

 

„Zumindest Zwiebeln klein püriert für Frikadellen, na klar. ansonsten sind meine Kinder keine Gemüse-Muffel.“ (Kenja K.)

 

„Bisher musste ich noch kein Gemüse im Essen verstecken, da mein Sohn erst 1,5 Jahre alt ist. Ich gehe aber davon aus, dass ich es in der Zukunft bestimmt mal machen muss.“ (Yvette E.) 

 

„Als unsere beiden Mäuse noch ganz klein waren, haben sie gerne Gemüse gegessen...gerade unsere Älteste. Aber seit einiger Zeit stellt sich Gemüse essen als echte Herausforderung da. Allerdings haben wir zwei kleine Suppenkasper und somit lässt sich eine pürierte Gemüsesuppe gut als Cremesuppe verkaufen...wobei ich sagen muss, dass unsere große mit ihren 7 Jahren auch hier langsam misstrauisch wird.“ (Saskia H.)

 

„Auf jeden Fall! Gerade unseren Sohn muss ich des Öfteren austricksen, sonst würde er nur Kartoffeln essen ("Mama, ich esse doch Gemüse. Kartoffeln sind auch Gemüse.") 

In Suppen kann man hervorragend etliches an Gemüse untermischen, ohne dass jemand merkt, was drin ist.“ (Anja W.)

 

„Da mein Sohn erst 8 Monate alt ist, ist Gemüse bei der Beikost eh unumgänglich. Manchmal mische ich etwas Fruchtsaft zum Brei damit er es besser isst. Grundsätzlich isst er aber gern Gemüse.“ (Tugba J.)

 

 

„Nein, unsere Kinder essen zum Glück alle sehr gern Gemüse.“ (Nicole K.)

 

„Nein, das ist nicht nötig, meine Kleine liebt Gemüse, vor allem Brokkoli.“ (Jasmin M.) 

 

 

„Ich glaub die Tatsache, dass unser Sohn mir meinen Rosenkohl vom Teller geklaut hat, damit ihm mehr bleibt sagt alles.“ (Verena A.)

 
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10 Tipps zum Beikoststart

Die ersten Wochen/Monate war es noch recht "einfach" euer Kind zu ernähren oder? Es gab ja eigentlich nur Stillen oder Fläschchen. Doch was ist, wenn es eurem Kind nicht mehr reicht? Oder ihr beschlossen habt mit der Beikost zu starten? Dann kommen oft einige Fragen und Unsicherheiten auf. Wir haben euch deshalb 10 Tipps zusammengefasst wie ihr erfolgreich starten könnt.

 

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1. Der richtige Zeitpunkt

Zunächsteinmal vorab: Im ersten Lebensjahr sollte Mutter- oder Zusatzmilch der Hauptbestandteil der Ernährung des Kindes sein, es heisst nicht umsonst "Beikost".

Circa ab dem 5. Monat könnt ihr langsam mit der Gewöhnung an Brei oder Lebensmittel beginnen an denen sich das Kind nicht verschlucken kann (Gurkenstreifen, trockene Breze ohne Salzkörner, usw.).

Wichtig ist jedoch zum einen, dass euer Kind den Kopf eigenständig halten kann und mit Unterstützung sitzen kann und zum anderen dass auch von eurem Kind bereits Interesse gezeigt wird indem es z.B. den Löffel versucht zu greifen oder sich die Hand bei den gemeinsamen Mahlzeiten immer wieder mal zum Mund führt.

Falls ihr direkt mit Brei startet, legt am besten alles ausser Reichweite was nicht schmutzig werden sollte, bzw. nicht gewaschen werden kann. Kinder niessen ganz gern genau dann, wenn der Mund voll mit Karottenbrei ist, glaubt uns, wir sprechen aus Erfahrung. Alle. Ein Lätzchen oder ein Spucktuch schützt nicht nur die Kleidung eures Kindes, sondern auch eure. Aller Anfang ist schwer, so auch dieser, es klappt meist nicht auf Anhieb und es gibt höchstwahrscheinlich eine mehr oder weniger niedliche Sauerrei... Wenn ihr euch darauf jedoch entsprechend vorbereitet ist das alles halb so schlimm.

2. Der Beikoststart in der "richtigen" Reihenfolge

5. bis 7. Monat

1. Morgens: Muttermilch oder Fläschchen mit Säuglingsmilch
2. Mittags: Schritt für Schritt die Muttermilch bzw. das Fläschchen mit zusätzlichem Gemüsebrei erweitern
3. NachmittagAbends: Muttermilch oder Fläschchen mit Säuglingsmilch

6. bis 8. Monat

1. Morgens: Muttermilch oder Fläschchen mit Säuglingsmilch
2. Mittags: Zum Gemüsebrei kann nun auch Fleischbrei gegeben werden
3. Nachmittags: Muttermilch oder Fläschchen mit Säuglingsmilch
4. Abends: Schritt für Schritt kann mit einem Milch-Getreide-Brei gestartet werden

7. bis 9. Monat

1. Morgens: Muttermilch oder Fläschchen mit Säuglingsmilch
2. Mittags: Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei
3. Nachmittags: Obst-Getreide-Brei
4. Abends: Milch-Getreide-Brei

ab dem 10. Monat

kann euer Kind schon mehr oder weniger eure Mahlzeiten vom Tisch mitessen. Achtet hier jedoch darauf, dass diese nicht, oder nicht zu stark gewürzt sind.

3. Tischregeln von Anfang an

Natürlich kann ein Baby nicht von Anfang an still am Tisch sitzen, wissen welche Gabel im Nobelrestaurant zuerst benutzt wird und vieles unnötiges mehr. Es gibt jedoch Regeln die schon von Beginn an auch für ein Baby Sinn machen. Erklärt eurem Kind warum man zum Beispiel vor dem Essen immer Hände wäscht, lasst es sich nach dem Essen (sobald vom Alter möglich) den Mund und die Hände selbst mit einem Tuch säubern, erklärt auch warum Essen kein Spielzeug ist und man dies zum Beispiel nicht werfen oder in die Nase stecken darf. Während dem Essen sollte auch kein Spielzeug auf dem Tisch sein oder der TV laufen, das lenkt Kinder beim Essenslernprozess zu sehr ab. Die Mahlzeiten beginnen z.B. auch erst dann wenn alle am Tisch sitzen und enden wenn alle mit dem Essen (nicht mit der anschliessenden Unterhaltung) fertig sind. Sobald eure Kleinen ein wenig älter sind und frei sitzen können spielt auch die aufrechte Haltung am Tisch eine Rolle, denn so klappt es auch mit der Verdauung leichter.

Wir können hier auch aus Erfahrung sprechen, dass diese Regeln manchmal sehr gut klappen und man manchmal viel, sehr viel Überzeugungsarbeit braucht um den Kleinen das "Warum" verständlich zu machen. Habt Geduld und seid nicht all zu nachgiebig.

4. Geschirr und Besteck

Natürlich kann euer Baby auch nicht schon im 5. Monat mit Messer und Gabel umgehen und wenn doch wäre das ein Fall für das Fernsehen... Hier macht es vielleicht etwas mehr Sinn erstmal mit einem kindgerechten Löffel zu beginnen. Dieser kann gern aus Kunststoff sein, sollte nicht zu groß und eventuell sogar leich flexibel sein, denn dies kann vor Verletzungen im und um den Mund schützen. 

Auch Schüsseln und Teller aus bruchsicherem Melamin (Kunststoff) bieten sich an um ebenfalls die Verletzungsgefahr zu senken und auch ständige Neuanschaffungen zu vermeiden wenn diese doch einmal herunter fallen. Gleiches gilt auch bei Bechern, wobei es sich hier am Anfang sogar noch anbietet sogenannte Trinklernbecher oder Trinklernflaschen zu benutzen, denn diese laufen anders wie ein offener Becher auch beim umfallen nicht aus.

5. Es muss nicht aufgegessen werden

Der Magen eures Kindes ist noch klein, manchmal überschätzt man die Menge die man dem Kind auf seinen Teller gibt. Man sieht diese Menge ja doch mit anderen Augen. Zudem kann nur das Kind selbst wissen ob und wieviel Hunger es gerade hat. Zwingt eure Kleinen daher bitte nicht zum Essen oder gar zum aufessen, denn damit wird das natürliche Sättigungsgefühl eventuell zerstört. Besser wäre es ihr animiert es noch ein, zwei Löffelchen zu probieren. Wird allerdings auch das verweigert, lasst es für diesen moment einfach mal gut sein, früher oder später melden sich die Kleinen schon wenn der Hunger kommt.

Wenn es bei euch üblich ist, dass es zum Beispiel nach dem Mittagessen einen Nachtisch gibt, müsst ihr allerdings selbst abwägen ob ihr eurem Kind diesen erlaubt obwohl es kaum oder nichts von der Hauptmahlzeit gegessen hat. Eine mögliche Regelung wäre hier eventuell, dass wenn nur die Hälfte gegegessen wurde, es auch nur die halbe Nachspeise gibt. Hier findet vermutlich jeder eine faire Regelung.

 

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6. Ein Vorbild sein

Kinder lernen hauptsächlich durch das Beobachten. Schleckt ihr vermeindlich das Messer mit der Zunge ab oder esst auf der Couch, wird euer Kleines nicht verstehen warum ihr das dürft und es selbst nicht. Natürlich kann man älteren Kinder erklären, dass ihr schon erwachsen seid, vorsichtig damit seid und zum Beispiel auch nicht mehr kleckert, aber einem kleinen Kind dies zu verdeutlichen ist meist erfolglos. Besser ist es also erst einmal euch selbst zu "erziehen" und das ist alles andere als einfach, hat man doch seine "Macken" und Angewohnheiten schon drin. Legt auch das Handy weg bei den Mahlzeiten, steht nicht auf bevor alle mit dem Essen fertig sind, sprecht nicht mit vollem Mund und so weiter. Da schleichen sich bei vielen gleich ein paar "Fehler" ein, oder? Das bedeutet also, je ordentlicher ihr selbst esst, je weniger müsst ihr eurem Kind an Blödsinn auch wieder austreiben. Das gilt vor allem für die Papas ;)

7. Geduld haben

Wie bei allem bei Babys gilt, Geduld haben. Es ist ganz und gar nicht einfach die Hand richtig zum Mund zu führen, den Becher nicht umzuwerfen oder sich nicht zu kleckern. Das passiert auch noch wenn eure Kinder bereits in die Grundschule gehen. Von Monat zu Monat aber wird das besser und die Unfälle weniger. Setzt eure Kinder nicht unter Druck und schimpft auch nicht unnötig viel wenn mal wieder die Schüssel mit Suppe quer über den Tisch geleert wurde. Es sind Kinder, es ist meist keine Absicht und der Scham des Kindes ist schon gross genug. Wir wiederholen noch einmal: Es sind Kinder, keine kleinen Erwachsenen!

Und ja, wir wissen auch wie dünn der Geduldsfaden manchmal ist, wenn schon der dritte Becher heruntergefallen ist, die Tomatensoße an der Tapete klebt und die Gurke im neben dem Tisch stehenden Lautsprecher steckt. Wir wissen es wirklich. Die Geduld zu verlieren bringt dennoch nichts, denn es zaubert nicht plötzlich die Fähigkeiten her, die euer Kind dazu braucht. Das bringt die Zeit, ihr werdet es sehen.

8. Atmosphäre

Essen lernen ist schon schwer genug für ein so kleines Wesen, zwischen Tür und Angel, im Stehen oder unter Stress klappt das noch weniger. Lasst eure Mahlzeiten soweit es geht zum Ritual werden, denn wenn der Ablauf immer ähnlich ist weiss euer Kind bereits wann es anfangen darf zu essen, wann es wieder spielen darf und so weiter. Auch beim Tisch decken könnt ihr es schon relativ früh einbeziehen und wenn es anfangs nur die Löffel aus eurer Hand nimmt und diese auf den Tisch legt, ganz egal. Schaltet wirklich wie bei Punkt 3 schon erwähnt auch alle störenden Geräusch- und Bildquellen aus, damit keine Ablenkung erfolgen kann. Versucht anfangs auch so viel wie möglich Zuhause zu essen, an einem gewohnten Platz, nicht unbedingt auf der Couch und auch nicht in täglich wechselnden Restaurants.

Entfernt gerade auch bei ganz kleinen Kindern noch die Deko auf dem Tisch, denn so lustig das auch klingt, ein Baby weiss noch nicht was man essen kann und was nicht. Manche Blumen sehen ja auch noch zum anbeissen aus und man kann ihnen das wirklich nicht verübeln wenn sie das noch nicht unterscheiden können.

9. Selbst kochen oder Glässchen-Alternativen

Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten hier gibt es keine "richtige" Empfehlung, auch wenn euch das manche Personen wie zum Beispiel eine Mutter aus der Spielgruppe oder die Schwiegermutter weiß machen möchten. Um dennoch einfacher eine Entscheidung für euch zu treffen, haben wir euch eine kleine Pro- und Kontra-Liste erstellt.

Pro der "Glässchen"

Dadurch, dass die Hersteller strengen Kontrollen unterliegen ist die Qualität der Zutaten fast immer ausgezeichnet. Die Inhalte werden ohne Pestizide, Nitrate oder Dünger gepflanzt und unterliegen auch hier strengen Kontrollen auf eventuelle Rückstände. Die Zutaten werden schonend gedünstet, werden keimfrei dampfsterilisiert und die Zubereitung für euch geht schnell und einfach.

Kontra der "Glässchen"

Die Vielfalt der Sorten ist oft unübersichtlich und kann zu Überforderung bei der Wahl führen. Manchmal sind auch mehrere Zutaten enhalten, wobei auf manche allergisch reagiert werden kann. Genau diese Zutat herauszufinden ist im Glässchen schwieriger, wie wenn man einzeln die Zutaten Stück für Stück zeitweise hinzugibt. Der Inhalt ist auch nicht immer nach den Gesichtspunkten abgestimmt was in einem bestimmten Alter gut für den Magen eurer Schützlinge ist, hier heisst es noch einmal zusätzlich informieren. Die Empfehlung ab dem 4. Monat ist zwar gut gemeint, jedoch meist zu früh was möglicherweise zu Resorptionsstörungen im Darm führen kann. Glässchekost ist auch oft gesalzen und enthält zu viel Eiweiß und Zucker. Weitere nicht optimale Inhaltsstoffe können auch Bindemittel und andere Gewürze sein, die ebenfalls Allergien auslösen können.

Und wisst ihr, dass Glässchenkost fast 3x so teuer ist, wie wenn man selbst kocht? Das macht auch finanziell ein Minuspunkt bei Fertigkost der für viele eine Rollen spielen könnte. Denkt bitte auch daran dass ihr die leeren Gläschen wieder entsorgen müsst, hier ensteht also auch noch mal Aufwand.

Pro von "selbst Kochen"

Hier ist ein klarer Pluspunkt, dass sich euer Kind langsam an die verschiedenen Lebensmittel gewöhnen kann, denn ihr selbst bestimmt was enthalten ist. Durch die optimale Zusammenstellung können frühzeitig Allergien vermeiden werden und Unverträglichkeiten festgestelt werden. Kinder lernen auch eher den Geschmack von Gemüse und Getreide kennen, dass heisst sie essen es auch später eher gern als wenn es von Anfang an angereichert mit Gewürzen, Zucker und Zusatzstoffen ist. Im Tiefkühler lassen sich vorbereitete Portionen gut einfrieren und man produziert viel weniger Müll als mit der Glässchenvariante.

Und noch ein entscheidender Vorteil: Ihr könnt die Menge der Portion individuell auf euer Kind anpassen und müsst keine bestimmte Größe kaufen die eventuell nicht reicht oder der restliche Inhalt weggeworfen werden muss.

Kontra von "selbst Kochen"

Natürlich müsst ihr darauf achten, dass die hygienischen Verhältnisse einwandfrei sind, auch die Pürierung muss wirklich absolut fein genug sein wobei leider ein einfacher Mixer fehl am Platz ist. Bedenkt auch, dass ihr immer an saisonales Gemüse und Obst gebunden seid und dies nicht immer einfach zu verarbeiten ist (z.B. Kürbis).

10. Baby-Led-Weaning

Was ist denn nun das schon wieder... Kurz gesagt: Der breifreie Weg zur "normalen" Ernährung.

Bei vielen Familien passiert dies schon unbemerkt nebenher, wenn das Kind zum Beispiel an einer trockenen Breze lutscht oder sich mit noch nicht vorhandenen Zähnen teile der Gurkenstreifen abnagt.

Bei BLW wird jedoch ganz oder zumindest zum grössten Teil auf Brei verzichtet, euer Baby isst somit bereits ab dem 6. Monat am Tisch mit. Ob das nun Wienerle sind, oder Bananen, später auch Kartoffelstücke und vieles mehr. Es kann eigentlich alles gegessen werden was leicht zu kauen ist, das Baby greifen kann und "gesund" ist. (Bitte keine gesalzenen Pommes oder z.B. Nüsse aufgrund der Gefahr des Erstickens)

Früher oder später kommt jedes Kind an den Punkt feste Nahrung interessant zu finden, lasst es dies unter Aufsicht gerne einmal probieren. 

Ausführliche Informationen zum Baby Led Weaning findet ihr z.B. hier: babyled-weaning.de

 

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