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Geburtbericht - Montagsblogserie

01_Montag_Geburtsbericht_23122019Hallo ich heiße Pia, bin knackige 31 Jahre jung und am 19.03.2018 kam unsere Tochter auf die Welt. Es ist unser erstes Kind und ich war natürlich total aufgeregt und gespannt, was mich bei der Geburt erwartet. Ich durfte in der 8. Schwangerschaftswoche ins Beschäftigungsverbot und konnte so die Schwangerschaft in vollen Zügen genießen. Bis auf hin und wieder Übelkeit und Kreislaufprobleme, ging es mir sehr gut. Zugenommen habe ich 9kg und war ganz stolz auf meinen Bauch.

Ich war fünf Tage über dem errechneten Termin, als es endlich losging. Samstagabend verspürte ich schon ein leichtes Ziehen: da waren sie, die ersten Wehen. Komisches Gefühl. Die Intensität nahm in der Nacht zu und die Abstände verkürzten sich auf alle 5-10min. Ich konnte die Wehen aber gut aushalten und noch ein wenig schlafen. Sonntagmorgen sagte ich zu meinem Mann ich glaube wir müssen mal ins Krankenhaus, aber lass mich vorher noch duschen und frühstücken. Gesagt getan! Kaum saßen wir am Frühstückstisch, waren die Wehen auch schon verschwunden. Na super, dachte ich. Wir sind aber dann doch ins Krankenhaus, da ich eh zur Kontrolle musste. Dort angekommen, waren nur sehr leichte Wehen zu erkennen, daher verabschiedeten wir uns wieder und ich war froh wieder nach Hause zu können. Zuhause ging es dann wieder mit Wehen los, aber weiterhin gut ertragbar. Also ab auf die Couch und Fernseher an. Bekocht wurden wir dann abends von den Schwiegereltern, die unter uns wohnen. Gemütlich, Sauerkraut und Bratwurst essend, saßen wir auf der Couch und guckten Schwiegertochter gesucht. Plötzlich war alles anders. Die Wehen waren stark, schmerzhaft und ich konnte dabei nicht mehr sprechen. Es war 19:45 Uhr. Jetzt spürte ich, es geht los. Die Wehen waren anders als vorher. Mein Mann, völlig aufgeregt, packte mich und die Taschen ins Auto und los ging es. Im Krankenhaus angekommen ging es erstmal zur Untersuchung. Muttermund 1 cm geöffnet. Was? Erst 1cm? Fühlt sich an wie mindestens 5 cm. Also rüber zum CTG und abwarten was passiert. Während des CTGs ging es rund. Eine Wehe nach der anderen und sie waren schmerzhaft. Ich habe versucht ruhig zu atmen und mich auf meinen Mann zu konzentrieren. Er war für mich da und hat mich motiviert. Ich lag jetzt schon eine Stunde am CTG und die Wehen wurden immer heftiger. Ich bat meinen Mann die Hebamme zu holen, ich bräuchte was gegen die Schmerzen. Er kam ohne Hebamme wieder. Schichtwechsel, ich sollte noch kurz warten. Kurz darauf kam die Hebamme und ich wurde erst noch einmal untersucht. Sie war ganz erstaunt. „Sie haben schon 5cm“. Wow, dachte ich, wenn das so weitergeht, bin ich bald Mama. Ganz überwältigt ging es dann direkt in den Kreißsaal und ab auf den Pezziball. Gegen die Schmerzen habe ich Lachgas ausprobiert, was für mich nichts war, da ich mir vorkam, als hätte ich einen Schwips und wäre fast vom Pezziball gekullert. Also leicht beschwipst rüber ins Bett und weiter ging es mit einer Infusion gegen die Schmerzen. Die Wehen waren da, stark und in kurzen Abständen. Ich hatte eine wundervolle Hebamme. Ich tat genau das, was sie mir sagte. Ich hab ihr immer wieder gesagt, wie toll sie das macht und ich froh bin, dass sie da ist. Bei der letzten Untersuchung waren es schon 9cm und währenddessen brachte die Hebamme die Fruchtblase zum Platzen. Komisches Gefühl. Mein Mann drehte sich genau in dem Moment wieder zu mir, um mir ein Glas Wasser zu reichen. Er war kurz erstarrt und ein wenig blass. Dann ging es los. Jetzt musste ich nicht mehr lange warten, bis ich unsere Tochter in den Armen halten durfte. Ich durfte pressen. Die Presswehen waren noch mal eine Schippe heftiger. Die Pausen zwischen den Wehen taten gut. Ich konnte Kraft für die Nächste sammeln und immer an meiner Seite: mein Mann. Bei der nächsten Wehe machte die Hebamme einen Dammschnitt. Plötzlich ging alles ganz schnell: der Kopf war schon draußen und der größte Schmerz war vorbei. Noch einmal pressen und dann war sie da. Unsere Tochter unser Sonnenschein. Es war 0:09 Uhr. „Sportliche Leistung und das fürs erste Kind“ sagte die Hebamme noch und legte mir unsere Tochter auf die Brust, nachdem mein Mann die Nabelschnur durchtrennt hatte. Ich habe in meinem Leben noch nie ein schöneres und erfüllenderes Gefühl erlebt, wie in diesem Moment. Sie schaute zu mir auf, mit ihren Kulleraugen, also würde sie sagen „Hallo Mama, da bin ich“.

Während mein Mann weinte wie ein Schlosshund war ich so überwältigt, dass nicht eine Träne lief. Eine Geburt ist kein Spaziergang und ich kann auch nicht sagen, dass die Schmerzen sofort vergessen waren, aber dieses Gefühl, sein Kind in den Armen zu halten, ist einfach unbeschreiblich.

 
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Gastbeitrag - Für diese 3 Geschenke werden Ihre Kinder Sie lieben

Kathrin_DreherWeihnachten steht vor der Tür. Höchste Zeit, sich Gedanken um das perfekte Geschenk für Ihre Kinder zu machen. Eine wohlüberlegte Entscheidung kommt nicht nur dem Kind, sondern auch dem bewussten Konsum, und somit der Umwelt, zugute. Lassen Sie sich von den folgenden drei Vorschlägen inspirieren und entscheiden Sie sich für ein Geschenk, dass lange Freude bereitet.


Das Pikler Dreieck - für kletterbegeisterte Kinder 


Vielseitig, robust und entwicklungsunterstützend. Das Pikler Dreieck bietet eine Reihe wertvoller Vorteile, die es für ein Kinderzimmer geradezu unverzichtbar machen. Es ist hauptsächlich aus Holz hergestellt und daher gesundheitlich vollkommen unbedenklich. 

Die meisten Kinder lieben es, zu klettern. Das Erproben und Testen körperlicher Fähigkeiten gehört schon bei den Allerkleinsten zum Alltag. Sie wollen ihre Grenzen austesten und erweitern, ihren Mut unter Beweis stellen und ihre Welt aus den unterschiedlichsten Perspektiven erkunden. Ein Pikler Dreieck eignet sich hervorragend, um diesem Bewegungsdrang zu unterstützen. 

Das Dreieck ist ergonomisch praktisch aufgebaut, sodass das Kind beim Klettern eine gesunde Haltung einnimmt. Dank der Vielseitigkeit begleitet es Sie und Ihre Lieblinge vom ersten bis zum neunten Lebensjahr und bietet viel Raum für Fantasie. Das Pikler Dreieck kann immer wieder neu entdeckt werden und wird so garantiert nicht langweilig. 

Die Kleinsten können ihren Gleichgewichtssinn testen, sich daran hochziehen und schulen ihre Motorik. 
Größere Kinder können das Pikler Dreieck in ihre Rollenspiele mit einbeziehen. Ob als Hütte oder als Zelt, es bietet einen Rückzugsort, der sich ideal für fantastische Geschichten eignet, die Ihre Kinder stundenlang beschäftigen.

Es ist ein Geschenk, das den Spielraum Ihrer Kinder erweitert und der ganzen Familie viel Spaß bereiten kann. Beobachten Sie, wie Ihre Kinder das Dreieck erkunden und es zu einem Teil ihrer Welt machen.


Ein personalisiertes Kuschelkissen

Kuschelkissen begleiten Ihre Kinder über Jahre. Sie geben ihnen Sicherheit, Geborgenheit und dürfen zur Schlafenszeit nie fehlen. Das Kuschelkissen spielt eine zentrale Rolle in der Kindheit. Es trocknet Tränen, erleichtert das Einschlafen und darf in keinem Urlaub fehlen.

Wie wäre es, wenn Sie Ihren Kindern persönlich gestaltete Kuschelkissen schenken? Was sich nach einer aufwendigen Arbeit anhört, ist in Wahrheit schnell und macht Spaß. Lassen Sie sich von Ihren Kindern inspirieren. Welche Farben lieben sie, was ist ihr Lieblingstier und wovon kriegen sie nicht genug? Ein personalisiertes Kissen kann all das sein. Versehen Sie das Kissen mit dem Namen Ihres Schatzes und freuen Sie sich über strahlende Kinderaugen.

Das Unikat wird sicher für immer einen ganz besonderen Platz im Herzen Ihres Kindes haben. Und die Verwechslungsgefahr bei Übernachtungspartys ist auch ausgeschlossen.

 

Die Lieblingsschuhe sollen es sein 

Kinderfüße wachsen schnell. Und der Schuhkauf gestaltet sich nicht immer stressfrei. Selbstverständlich gibt es Schuhe, die Ihr Kind braucht, auch wenn es sich nur schwer dafür begeistern lässt. Der Geschmack von Eltern und Kindern stimmt nicht immer überein.

Machen Sie Ihren Kindern ein Geschenk, indem Sie mit ihnen Schuhe kaufen gehen. Und nicht irgendwelche Schuhe, sondern genau die, die sie gerne haben möchten. Natürlich ist ein gutes Fußbett wichtig und darauf sollten Sie achten, aber alles weitere sollten Sie Ihren Kindern überlassen. 

Ob pinke Glitzereinhörner oder Schuhe, die blinken, das Angebot an Schuhen für Kinder ist groß und Ihre Kleinen werden mit Sicherheit fündig werden. Vielleicht werden es auch neue Pantoffeln für den Kindergarten oder Gummistiefel, die jeder Matschpfütze trotzen. Ihre Kinder werden stolz über ihre selbst ausgesuchten Schuhe sein und sie jedem voller Freude präsentieren. 



Die drei vorgestellten Geschenkideen sind Investitionen in eine zufriedene und glückliche Kindheit. Sie werden Ihren Kindern damit etwas schenken, das sie lange Zeit begleiten wird. Viel zu häufig kommt der Aspekt der Langlebigkeit und Nachhaltigkeit der Geschenke zu kurz. Selbst ausgewählte Neuanschaffungen fördern außerdem die Kreativität und die Fantasie der Kleinen, deshalb werden Ihre Kinder Sie für diese Geschenke lieben.

 
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Geburtsbericht - Montagsblogserie

01_Montag_Geburtsbericht_VorlageMit gemischten Gefühlen machten wir uns nach dem letzten Frühstück zu zweit auf den Weg ins Krankenhaus. Ich kann gar nicht richtig in Worte fassen, welches Gefühl sich in den Vordergrund drängte. 

Die Erleichterung, wegen der Einweisung ins Krankenhaus zur Einleitung, der Aufregung wann es denn so weit sein würde oder wegen der Vorfreude zu wissen, dass man bald zu dritt sein wird und sein ganz persönliches Wunder in den Armen halten darf. 

Im Krankenhaus angekommen wurden wir über die genauen Abläufe der anstehenden Einleitung genau informiert. Man teilte uns auch mit, dass sich eine Einleitung auch über mehrere Tage hinziehen kann und man schnell frustriert ist, weil sich quasi nichts tut. 

Da der Befund bei der Untersuchung jedoch „Muttermund leicht geöffnet“ lautete, war die Hoffnung recht groß, dass es mit der Geburt bald losgehen würde. Man muss dazu sagen, dass ich wegen der Wassereinlagerungen noch vor dem eigentlichen Entbindungstermin, in der 39. Woche, ins Krankenhaus eingewiesen wurde. 

Der Tagesablauf war immer der gleiche. Mehrmals am Tag CTG, frische Luft und ein wenig Bewegung. Ab und an der ein oder andere Zwischensnack, den mir mein Mann mitbrachte.

Nach drei Tagen des Wartens, tat sich nach wie vor nichts. Wir beschlossen, im Gespräch mit der mich betreuenden Ärztin einen gemeinsamen Plan zu vereinbaren, wie es jetzt weitergehen sollte.

Vielleicht sollte ich erwähnen, dass es bereits der 21.12. war und niemand gerne über die Weihnachtstage im Krankenhaus liegt. 

Um nicht ganz alleine warten zu müssen, bis das Gespräch stattfand, bekam ich überraschend Besuch von meiner Mama. Da es bereits 17:30 Uhr war und das nächste CTG anstand, begleitete sie mich in den Kreissaal. An diesem Abend lag ich länger am CTG als die anderen Male. Schon den ganzen Tag war es verdächtig ruhig im Bauch. Das war sehr ungewöhnlich, denn ich hatte einen mehr als lebhaften Bauchbewohner. Die Hebammen versicherten mir, dass sich mein kleiner Schatz auf die Geburt vorbereitet und das es normal sei, wenn es dann etwas ruhiger wird im Bauch. Das CTG zeigte immer wieder abfallende Herztöne für einen kurzen Zeitraum. 

Während wir gemeinsam auf meinen Mann warteten, kam die Ärztin um das weitere Vorgehen zu besprechen. Ich bat sie, in 20 Minuten nochmals zu kommen, da dann auch mein Mann da sein würde. 

Zum Glück war das kein Problem und sie verließ das Zimmer. Ungefähr 10 Minuten später kam sie wieder, erklärte ich, ich solle meinen Mann anrufen, wenn er bei der Geburt seines Kindes dabei sein wolle, weil sie jetzt direkt einen Kaiserschnitt machen müssen.

Völlig geschockt und unerwartet traf mich diese Information. Es überrannte mich einfach total. Schnell nahm ich mein Handy und bei meinem Mann anzurufen. Als ich seine Stimme hörte, flossen nur noch die Tränen und meine Mama übernahm alles Weitere für mich.

Ich bekam den Aufklärungsbogen zum Unterschreiben und diese schicke OP-Kleidung. Alles ging einfach an mir vorbei, so geschockt war ich. Mein Mann kam auch in der Zwischenzeit und hielt einfach nur meine Hand. Wohl wissend, dass ich genau das brauchte. Auch er bekam einen Bogen den er unterschreiben musste. Übertrieben gesagt stimmte er zu, im Falle einer Ohnmacht erst nach der OP vom Boden aufgelesen zu werden.

Im OP bekam ich noch die Spinalanästhesie. Leider musste der Arzt drei Mal stechen, bis der Schlauch richtig lag. Bis dahin war ich dann wirklich völlig fertig. Als es dann losging, war auch mein Mann wieder an meinem Kopf, wie man das aus Filmen kennt. Zwischen meiner Unterschrift und der Geburt vergingen genau 40 Minuten. Zwischen der Nachricht, dass unser Kind auf der Welt sei und dem ersten Schrei, verging eine Ewigkeit. Weil das Fruchtwasser schon grün und unser kleiner Engel leichte Anpassungsschwierigkeiten hatte, wurde er direkt auf die Intensivstation gebracht. Ein weiterer Schock für mich. Ohne lange zu überlegen, schickte ich meinen Mann direkt hinterher. 

Dann lag ich da auf diesem OP Tisch und wurde „aufgeräumt“. Immer im Hinterkopf, wie es meinem Kind wohl geht, wann ich es endlich sehen kann und viele weitere Fragen, die in meinem Kopf umher schwirrten. Als ich versorgt und endlich im Aufwachraum des Kreissaals lag, fragte ich sofort nach meinem Mann. Dieser kam nach ein paar Minuten und zeigte mir stolz die ersten Bilder und Videos von unserem kleinen Engel. 

Dank der Narkose konnte ich bald einschlafen und wartete am nächsten Tag ungeduldig, bis mein Mann endlich ins Krankenhaus kam, um mit mir auf die Intensivstation zu fahren.

Der unbedingte Wille mein Kind zu sehen, ließ mich fast die brennenden Schmerzen an der OP Narbe vergessen. 

Es war unbeschreiblich. Es gibt kein Wort um zu beschreiben, wie glücklich ich war, als ich mein Kind zum ersten Mal im Arm hielt. Es ganz fest an mich drückte, küsste und dabei einiges an Freudentränen vergoss. Diesen wundervollen und magischen Augenblick werde ich nie vergessen.

Nach drei Tagen durften wir beide nach Hause. Ganz heimlich schlich sich mein Bruder aus dem Haus, um uns beide zusammen mit meinem Mann abzuholen. Wer jetzt mitgerechnet hat, weiß, dass dieser Donnerstag an dem wir nach Hause gefahren sind, kein ganz normaler Donnerstag war. 

Es war Heilig Abend. 

Das war wohl das Beste Weihnachtsgeschenk, was je unter unserem Baum lag. Es ist unsere ganz persönliche Weihnachtsgeschichte, bei der ich immer wieder Tränen in die Augen bekomme, wenn ich daran denke oder es erzähle. 

 

Ann-Sophie

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

01_Montag_Geburtsbericht_25-11Es war früh am Morgen, ich wartete auf meinen Termin im Kreissaal, ich war aufgeregt und konnte kaum was essen. Dann machten wir uns endlich auf den Weg ins Krankenhaus, 30 Minuten Fahrt zogen sich plötzlich wie Kaugummi, doch das war inzwischen nichts neues, schließlich wartete ich bereits 9 Tage darauf, dass sich der Kleine auf den Weg macht. In der Klinik angekommen wurde zunächst ein CTG gemacht und ich wurde untersucht. Die Ärztin entschied sich dafür ein Gel zur Einleitung vor den Muttermund zu legen, danach musste ich 2 Stunden im Kreissaal liegen und mal wieder warten. Da wartet man 9 Monate, da sollten ein paar Stunden mehr doch eine Kleinigkeit sein? Weit gefehlt. Es dauerte und dauerte. Mein Freund kam dann auch in die Klinik und um 11 Uhr durfte ich dann wieder aufstehen. Die Hebamme schickte uns los, wir sollten noch etwas essen, es würde ja noch dauern. Die Wehen waren allerdings schon kaum zu verachten und dann was essen? Naja, sie wird schon wissen was sie sagt. Wir machten uns also auf den Weg zum nächstgelegenen Bäcker und holten uns belegte Brötchen, die Verkäuferin war sichtlich perplex, dass ich vor der Theke stand und atmete als hätte ich einen Marathon hinter mir, aber 500 Meter mit Wehen sind eben keine Kleinigkeit. Wir aßen in Ruhe und machten uns auf den Weg zurück in die Klinik. Wir gingen auf mein Zimmer und warteten auf die Hebamme. Inzwischen war es ca. 12.30 Uhr und die Wehen waren ordentlich zu spüren. Gegen 13 Uhr kamen wir wieder in den Kreissaal, die Hebamme untersuchte mich, 3 cm Muttermund, wir sollten noch etwas laufen gehen und abwarten (natürlich, was auch sonst). Also sind wir losmarschiert, die Gänge auf und ab. Die Wehen waren zwischenzeitlich sehr stark geworden und ich musste oft stehen bleiben und veratmen. Die Abstände waren schon sehr kurz und plötzlich verging die halbe Stunde schneller als erwartet. Zurück im Kreissaal die erneute Untersuchung. 4 cm geöffnet, wir sollten weiter laufen, dagegen habe ich mich vehement gewehrt. Ich hatte nur sehr kurze Abstände und dachte die Schmerzen könnten nicht schlimmer werden. Da die Fruchtblase noch nicht geplatzt war, öffnete die Hebamme sie, aber es kam kaum Fruchtwasser. Nach ca. 30 Minuten liegen, schickte die Hebamme meinen Freund los, er solle einen Kaffee trinken, wir hätten ja noch Zeit und ich durfte in die Wanne. Die Hebamme half mir mich auszuziehen und brachte mich in die Wanne. Ich habe so viel gelesen, wie entspannend und schmerzhemmend das warme Wasser wäre. Ich habe bei jeder Wehe das gesamte Stockwerk lautstark über meine Wehe informiert. Ich lag in der Wanne und die Wehen wurden stärker und stärker. Die Hebamme fragte, ob ich Druck verspüren würde, meine Schreie klängen nach Presswehen. Wie soll das gehen? Ich lag gerade mal 5 Minuten in der Wanne - Muttermund war bei 4 cm - das geht doch nicht? Die Wanne half mir ja leider sowieso nicht, also wieder raus, die Hebamme trocknete mich ab, zog mir mein T-Shirt wieder an und brachte mich zurück in den Kreissaal. Während sie mich erneut untersuchte, flehte ich nach einer PDA (die ich vorher mehrfach ausgeschlagen hatte), diese Worte werde ich nie vergessen „Entschuldigung, aber dafür ist es mehr als zu spät, 10 cm geöffnet. Leg dich hin du kannst versuchen zu pressen!“ ähm, nein? Mein Freund ist noch Kaffee trinken! Also begann das Warten wieder, nicht auf das Baby, die Wehen oder schöneres Wetter. Warten auf den Vater meines Sohnes der Kaffee trinken war! Auf wen war ich sauer? Die Hebamme die ihn überhaupt erst los geschickt hat oder er, der 15 Minuten für einen Kaffee braucht? Warten. Flehen. Schreien. Atmen. Dann, die erlösenden Worte „Schatz ich bin da, wir können los legen!“ Wir? Alles klar. Die erste Wehe in der ich endlich pressen durfte, war eine solche Erleichterung. Endlich konnte ich etwas gegen dieses Gefühl tun. Mir wurde schwindelig, ich hatte kaum noch Kraft. Die Ärztin wies meinen Freund darauf hin, mir nach jeder Wehe die Sauerstoffmaske aufzusetzen. Das machte er fleißig, auch wenn ich mehrfach versuchte sie in die nächste Ecke zu schmeißen. Die Hebamme hielt ein Bein, die Ärztin eins. Dann kamen 2 Schwesternschülerinnen rein und stellten sich in die Ecke (habe es kaum realisiert, ich wurde aber vorher gefragt ob es für mich ok wäre, da sie gerne mal eine Geburt sehen würden). Wehen waren genug da, gepresst habe ich wie verrückt, doch er ist immer wieder zurück gerutscht. Die Hebamme versuchte ihn zu greifen, doch wieder war er weg, als würde er nicht raus wollen. Warum auch? In Mamas Bauch ist es warm, ruhig und man wird den halben Tag hin und her geschaukelt. Aber keine Chance, er muss da raus, ich will nicht mehr länger warten. Wehe für Wehe gab ich mein Bestes und endlich bekam sie ihn zugreifen und er rutschte nicht zurück, nächste Wehe, wieder pressen und endlich war er da. 15.26 Uhr, nach 30 Minuten pressen und unzähligen Presswehen. Die Hebamme konnte ihn mir nur auf den Bauch legen, denn die Nabelschnur war zu kurz, deshalb rutschte er auch jedes Mal wieder zurück. Mein Freund durchtrennte sie und dann wurde mir dieses kleine zerbrechliche Wesen auf die Brust gelegt. Ich hattee ihn zu diesem Zeitpunkt noch kein einziges Mal angesehen, ich war am Ende meiner Kräfte. Als ich merkte, wie er mich zur Begrüßung erstmal vollgepullert hat, sah ich ihn an, schockverliebt. Die Ärztin begann sofort meine Wunden zu nähen, ich streichelte meinen Sohn und meine ersten Worte waren „Du bleibst Einzelkind“. Ich gab ihm einen Kuss, sah zu meinem Freund der weinte, als wäre er am Zwiebeln schneiden. Wir waren überglücklich. Einzelkind, ja so war es geplant. Was soll ich sagen? Heute ist mein Sohn 13 Monate alt und wir erwarten Wunder Nummer Zwei.

 

Lara


 
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Geburtsbericht - Montagsblogserie

1111Marlon - unser Sternengucker

Als hätten wir es geahnt oder als hätte unser Krümel es gehört, war am Abend des 26.4.2017 zu Hause alles fertig! 

Am nächsten Morgen verabschiedete sich mein Mann bei mir um zur Arbeit zu fahren und ich blieb noch im Bett und döste weiter! Irgendwann merkte ich, dass ich untenrum nass war und dachte, ich hätte mir in die Hose gemacht. Auf der Toilette bestätigte sich aber, dass meine Fruchtblase geplatzt war. Also rief ich zuerst meinen Mann an und dann im Krankenhaus! Da ich vom letzten Ultraschall zwei Tage zuvor wusste, das der Kopf unseres Krümels schön tief im Becken lag, machten wir uns in Ruhe zu Hause nochmal frisch, packten noch ein paar Sachen in die Kliniktasche und gingen dann zu Fuß ins Krankenhaus, welches die Straße runter lag. Im Krankenhaus wurden wir in einem Kreißsaal aufgenommen, es wurde ein CTG gemacht und ich wurde untersucht. Der Muttermund war aber trotz der geplatzten Fruchtblase noch nicht geöffnet und ich hatte keine Wehen!

Da sich nach einer Stunde nichts tat, wurden wir in ein Zimmer umquartiert. Am Nachmittag kamen leichte und unregelmäßige Wehen. Auch die Nacht war ruhig, es wurde immer mal wieder ein CTG gemacht, die unregelmäßigen Wehen blieben und ich konnte zwar nicht wirklich schlafen, aber wir konnten uns etwas ausruhen.

Um 7:00 Uhr am nächsten Morgen ging es wieder in den Kreißsaal und die Einleitung begann. Zuerst bekam ich eine Tablette, die aber nicht anschlug. Um 10 Uhr wurde ich an den Wehentropf angeschlossen, der direkt seine Wirkung entfaltete. Nun kamen alle 3-4 Minuten starke Wehen. Um mich davon abzulenken und die Nerven meines Mannes zu beruhigen, schauten wir uns auf unserem Tablet eine Komödie an. Ich hatte die große Hoffnung, dass es bald geschafft war, wurde aber enttäuscht als die Hebamme uns um 13 Uhr mitteilte das der Muttermund erst 3 cm geöffnet sei. Ich muss zugeben ich wurde etwas ungeduldig, denn auch die Wehen wurden immer schwieriger zu ertragen! 

Eine Dreiviertelstunde später hielt ich es nicht mehr aus und bekam eine PDA. Ich konnte nochmal etwas durchatmen und entspannte, denn der Muttermund war nach einer guten Stunde in der PDA bei 7 cm Öffnung. 

Noch eine Stunde später ging es dann in die heiße Phase. Die Hebamme stellt fest, dass unser Krümel, der 3 Tage zuvor noch genau richtig im Becken gelegen hatte, sich um die eigene Achse gedreht hatte und nun falsch herum lag. Mit homöopathischen Mitteln und einigen Positionswechseln versuchten wir, ihn dazu zu bewegen sich erneut zu drehen, was er aber nicht tat. 

So kam unser Marlon um Punkt 20:00 Uhr, mit etwas Unterstützung in Form einer Ärztin, die von oben auf meinen Bauch drückte, als Sternengucker auf die Welt. 

Jessi Lenarduzzi

 
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Geburtsbericht - Montagsblogserie

01_Montag_Geburtsbericht_04-11Am 01.08.2017 gegen 5 Uhr sprang ich erschrocken aus dem Bett. Es war nass zwischen meinen Beinen. Ich lief so schnell ich konnte über den Gang zur Toilette - kein Zweifel - die Fruchtblase war geplatzt. Endlich!! Warteten wir doch schon seit fast einer Woche darauf, dass sich der kleine Mann endlich auf den Weg macht. ET: 25.07.

Hochsommer! Ich wollte endlich meinen Junge im Arm halten und auch diesen Bauch loswerden.

 

Es gab kein Zurück mehr!

Wie lange würde es dauern? 

Kommt er heute noch?

Werde ich die Schmerzen aushalten können?

Wo ist die Kliniktasche?!

Ach, und vielleicht sollte ich mal meinen Freund aufwecken!?

 

Ich rief in der Klinik an, kündigte uns an und man sagte mir, wir könnten uns Zeit lassen, solange ich noch keine großen Schmerzen hätte.

 

Gegen 7 Uhr trafen wir in der Klinik ein, CTG, ein paar Formulare ausfüllen, unser Familienzimmer beziehen.

Wir schalteten den Fernseher ein und warteten auf die Hebamme, die meinen Muttermund kontrollieren sollte. Noch ging es mir gut, bis auf ein leichtes Ziehen im Unterleib - beginnende Wehen dachte ich.

 

Von jetzt auf gleich bereitete sich mein Körper von selbst auf die Geburt vor - bestimmt 30 Minuten verbrachte ich auf Toilette. Die Schmerzen wurden stärker und gegen 9 Uhr fragte mein Freund nach, wann die Hebamme noch mal käme.

 

Sie kam - kontrollierte - Befund: Muttermund bei 9 cm - sofort ab in den Kreißsaal! 

Was? Schon??? 

Das sollen also diese Wehen sein?!

 

Und als ich dort lag setzten sofort die Presswehen ein. Schmerzhaft - ja, aber aushaltbar. 

Viel weniger schlimm, als ich mir es vorgestellt hatte.

Ein paar Mal wechselte ich die Position, fand jedoch im Liegen die Beste.

Ein Wehentropf sollte diese schnelle Geburt noch schneller beenden.

10:45 Uhr wurde Theo geboren.

Nur 1,5 Stunden im Kreißsaal!

Unser erstes Wunder kam in einer absoluten Traumgeburt 

 

Melanie von mellig.90

 
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Praktikumsbericht von Jonas

Gastbeitrag_VorlageStelle dich doch bitte kurz vor?

Ich bin Jonas, bin 14 Jahre alt und komme aus Oberbayern. Aktuell besuche ich die neunte Klasse einer Realschule. In meiner Freizeit fotografiere ich gerne und bearbeite Bilder.

Hast du dir schon Gedanken gemacht, wie deine berufliche Zukunft aussehen könnte?


Ich hatte mir mal überlegt zur Polizei zu gehen habe diesen Wunsch aber wieder verworfen und seit dem ich meine Liebe zum Fotografieren und Bearbeiten gefunden habe, möchte ich eigentlich nur noch dies machen.

Welche Aufgaben und Arbeiten hast du denn bei omaMa-Shop im Praktikum bewältigt?

Ich habe verschiedene Bestellungen bearbeitet wie z.B. Grafiken für Kissen, Uhren, Bilder personalisiert, Schnullerketten und Beißringe sortiert, sowie Webshoppflege betrieben. Zudem war ich noch im Studio und habe bei verschiedenen Aufnahmen zugeschaut bzw. mitgeholfen. Desweiteren habe ich heute noch meine eigene Weihnachtskarte erstellt. Am nächsten Tag habe ich auf der Website von omaMa-Shop die Artikel (Beißringe und Schnullerketten), welche ich am Vortag sortiert habe, in den Shop eingestellt. Weiterhin werde ich heute noch diesen Blogeintrag hochladen, meine eigenen Produktfotos machen und ein paar Social Media Einträge planen.

Wie ist der Kontakt zu omaMa-Shop entstanden?

Als ich für das Passbilder machen in ein Fotostudio kam habe ich nach einem Praktikum gefragt und mache nun dieses Praktikum als Kaufmann für eCommerce und Mediengestalter, sowie Fotograf.

Was hat dir am meisten Spaß gemacht?

Das erstellen der Weihnachtskarte, des Gif´s, der Besuch und die Mithilfe im Studio und dass ich meine eigenen Produktfotos machen kann.

Was hat dir gar nicht gefallen?

Die Webshoppflege.

Was konntest du in diesem Praktikum für deine eigene Zukunft lernen?

Das man nicht alles gleichzeitig machen kann z.B. fotografieren, im Laden sein und gleichzeitig noch bearbeiten oder eine Grafik erstellen. Außerdem kann man nicht damit rechnen das alles so läuft wie man es im voraus geplant hat.

Auf was bist du denn besonders stolz?

Auf meine Weihnachtskarte und auf meine eigenen Produktfotos.

Meine Weihnachtskarte könnt ihr hier herunterladen:

Jonas_Weihnachtskarte

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Happy baby - no alcohol - Wären Sie mal früher gekommen

04_Donnerstag_Happy_Baby_10-10Wie kann es sein, dass alle gewusst haben, dass meine Mutter Alkoholikerin und drogenabhängig war und das schon vor ihrer Schwangerschaft, und keiner hat etwas unternommen? Das kann und will die 24 Jahre alte Sandra* nicht begreifen. Alle, dass sind für Sandra die Mitarbeiter des Sozialamtes, des Jugendamtes, die Ärzte, die Familie,die Nachbarn; im Grunde alle, die sie sahen und erlebten.

Dass dem so gewesen sein muss, hat sie in den schriftlichen Unterlagen über sich nachgelesen. Erst als Sandra mit gut einem Jahr alt völlig verwahrlost, unterernährt und mit einer schlimmen Kopfverletzung in der Leipziger Kliniknotaufnahme abgegeben worden war, wurde gehandelt. “Ich war in einem so schlechten Zustand, dass man nicht einmal sicher war, ob ich es schaffen würde”, erzählt die Leipzigerin, “meine Mutter hatte mich nur mit Süßigkeiten gefüttert.”

Der kleine Wurm Sandra kämpfte sich durch und landete nach der Klinik zunächst in einem Kinderheim. Von dort ging es zu ihrer Tante, die mit ihrem Mann eigene Kinder hatte. Nach drei Monaten gab sie mit der Situation überfordert auf, denn Sandra benötigt besondere Aufmerksamkeit und Teilnahme. Inzwischen zwei Jahre alt, kam Sandra nun zu Pflegeeltern. Endlich kehrte Ruhe ein. Die Pflegeeltern, die keine eigenen Kinder bekommen konnten, gaben alles, damit es Sandra gut ging und sie sich gut entwickelte. “Ich bin sehr behütet aufgewachsen”, sagt Sandra.

ABER! Da taucht es sofort auf, dieses unausweichliche ABER, wenn es um Alkohol in der Schwangerschaft geht, ob in großen Mengen konsumiert, oder kleinen. “Ich hatte eine Menge Probleme und die sind mit dem Alter immer schlimmer geworden”, berichtet die 24jährige. Es begann mit Verhaltensauffälligkeiten: hohe Aggressivität, extreme Wutausbrüche, emotionale Achterbahnfahrten, schlechtes Kurzzeitgedächtnis, ständige Diskussionen um alles mögliche, Antriebslosigkeit. Hinzu kamen Schlafstörungen, die Schwierigkeit den Fokus zu halten sowie eine gestörte Gefühlswahrnehmung. “Ich habe als Kind gebissen, um meine Zuneigung zu zeigen”, erinnert sich Sandra.

In der Schule zeigte sich alsbald, dass das Mädchen große Schwierigkeiten in Mathe hatte – Kopfrechnen beispielsweise geht bis heute nicht, weil Sandra sich keine Zahlen vorstellen kann. Es wurde eine Dyskalkulie diagnostiziert. Auch das räumliche Denken ist deutlich unterentwickelt, genauso wie das Gefühl für Zeit. Ebensoder Umgang mit Geld wurde zum leidigen Thema. Mal funktioniere es, dann wieder lege sich urplötzlich ein imaginärer Schalter um, sagt sie. Obendrein ecke Sandra gerne an, weil sie über ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden verfüge, vieles anders sehe als andere und das nur allzu deutlich kundtue.

Ahnungslos und wohlmeinend wie die Pflegeeltern seinerzeit waren, setzte vor allem die Mutter, eine Lehrerin, das Mädchen unter Leistungsdruck. Sie sollte doch wenigstens den Hauptschulabschluss schaffen. “Meine Noten hat eigentlich meine Mutter geschrieben”, gesteht die 24jährige.

Der ständige Leistungsdruck blieb nicht folgenlos. Sandra rebellierte immer mehr, war kaum zu bändigen. Die Ärzte äußerten aufgrund “minimaler Anzeichen” den Verdacht auf ADHS.

Das Verhältnis zu ihrer Pflegemutter wurde zusehends schlechter. Hinzu kam, dass Sandra’s leibliche Mutter verstarb. Für die damals9jährige ein heftiger Schlag.Hatte sie doch stets die Hoffnung im Herzen getragen, eines Tages zu ihrer leiblichen Mutter zurückkehren zu können. “Mir ist nie richtig erklärt worden, was mit meiner Mama los ist. Sie haben mir nicht die Wahrheit gesagt. Und sie haben mich nicht auf meine Weise trauern lassen”, klagt Sandra. 

Jetzt erst erfuhr sie, wie sehr drogenkrank ihre Mutter war, dass sie trotz ihrer Sucht noch drei weitere Kinder bekommen und zweiFehlgeburtenerlitten hatte.“Wir haben alle einen anderen Vater”, weiß die 24jährige inzwischen. “Meine Pflegeelternwolltenmich beschützen”, ist Sandra heute klar, “aber es war der falsche Weg.”

Dieser führte dazu, dass Sandra das Haus ihrer Pflegeeltern verließ. Sie entschied sich für eine betreute Mädchen-Wohngemeinschaft, in der sie blieb, bis sie ihren 18. Geburtstag feierte. Die WG habe ihr gut getan, resümiert die junge Frau, sie habe ihr alle Facetten des Lebens aufgezeigt. Hier habe sie Selbständigkeit, das Erwachsen werden und den Alltag zu meistern gelernt.

Sandra’s persönliche Probleme jedoch blieben. Nur ihre Wutanfälle nahmen ab. Dafür bekam sie starkeDepressionenund Nervenzusammenbrüche, die an Intensität und Quantität zunahmen.Man verabreichte ihr Antidepressiva. Für Sandra ein Horrortrip: “Ich mutierte zu einem Zombie.” Daraufhin verweigerte sie Medikamente.

Die junge Frau kann es selbst kaum glauben, dass sie nach dem Hauptschulabschluss erfolgreich eine Lehre als Verkäuferin absolvierte. “Gefühlt wollte ich wohl fünf Mal abbrechen”, erinnert sie sich. Aber sie kämpfte sich durch und heuerte im Anschluss bei Leiharbeiterfirmen an. Eineinhalb Jahre hielt sie bei der letzten Stelle durch. Dann plötzlich streikte von jetzt auf gleich ihr Körper. Sandra brach während der Arbeit zusammen. “Seitdem bin ich arbeitslos”, berichtet sie, “ich halte keinen Druck mehr aus”.

Inzwischen lebt Sandra alleine mit ihrem Hund in einer Einzimmer-Wohnung. Er hat sie, wie sie sagt, aus ihrer tiefsten Krise geholt. Allein die Verantwortung für ihn motiviert sie, jeden Tag aus der Wohnung zu gehen, selbst wenn es ihr noch so schlecht geht. Und er spüre immer, wenn es ihr nicht gut gehe. Dann gibt er ihr Nähe und Zuneigung und sucht sie aufzumuntern. Gut tue ihr außerdem eine Gesprächstherapie, zu der sie regelmäßig geht. Und schließlich zeichnet sich auch endlich ab, was die Ursache für all ihr Unglück ist. “Ich bin gerade dabei diagnosdiziert zu werden”, erzählt die 24jährige.

Es war ihr Pflegevater, der vor einem Jahr von dem Fetalen Alkoholsyndrom gehört hatte. Er begann sich intensiv damit auseinanderzusetzen, besuchte Seminare und überredete Sandra einen entsprechenden Arzt aufzusuchen: Komm’, wir probieren es, sonst wirst Du immer nur in die Schublade geschoben, dass Du faul, dummund depressiv bist.

Als Erwachsene einen Diagnostiker für das Fetale Alkoholsyndrom zu finden und einen Termin zu bekommen – leichter gesagt als getan. “Wären Sie mal früher gekommen, haben wir zu hören bekommen”, berichtet Sandra verärgert. Inzwischen sind Pflegevater und Tochter in derUniklinik Erlangen angenommen worden und es sieht ganz danach aus, dass sich der Verdacht des Pflegevaters bestätigt. Einer der Tests hat Sandra besonders beeindruckt: “Bei einem Farbtest bin ich mit so vielen verschiedenen Farben gleichzeitig konfrontiert worden, dass ich plötzlich Lila gesagt habe, obwohl da gar kein Lila war. Mein Gehirn war vollkommen überfordert und hat die Notbremse gezogen.”

Ist die Diagnose eine Erleichterung für sie? “Nein”, stellt Sandra klar, “es ist lediglich eine Erklärung. Es ist schwierig, das anzunehmen. Ich bin immer noch am Reflektieren. Das alles zu verarbeiten, das braucht Zeit”. Für die 24jährige wird erst einmal “jeder Tag ein Kampf” bleiben. Sie hofft allerdings, dass ihr eine anstehende Medikation hilft, insbesondere ihre emotionalen Achterbahnfahrten und ihre Schlafprobleme etwas in den Griff zu bekommen.

*Name ist auf persönlichen Wunsch geändert

Autorin: Dagmar Elsen

 

 

 

 


 

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10 Mütter im Interview - Findet ihr Disney Filme manchmal zu brutal oder gruselig für Kinder?

03_Mittwoch_10_Mutter_09-10„Ja es gibt schon Szenen die nicht ohne sind, aber ich empfinde sie schlimmer als meine Kinder.“ (Anja Z.)

 

„Nein, in Disney Filmen sehen die Kinder, dass es im Leben ein auf und ab gibt aber man niemals aufgeben sollte. Diese Message finde ich ganz gut. Natürlich sind Szenen wie beispielsweise der Tod von Mufasa in „der König der Löwen“ auf den ersten Blick brutal, aber auch der Tod gehört zum Leben dazu.“ (Corina K.) 

 

„Nein. Wir lieben Disney Filme.“ (Kenja K.)

 

„Ich habe Kinder kennengelernt die zb manchen Szenen von Frozen oder Dschungelbuch gruselig finden.

Ich selbst habe noch keinen brutalen oder gruseligen Film gesehen.“ (Yvette E.)

 

„Die Disneyfilme, die wir bisher mit den Mäusen geschaut haben, haben die beiden nicht verstört oder beängstigt oder irgendwas in diese Richtung. Meine Große (7) sagte vorhin, als wir die Fragen gemeinsam gelesen haben nur, dass sie die Filme oft traurig findet und z.b. bei Elsa nicht verstanden hat, warum sie so gemein zu ihrer Schwester Anna ist…“  (Saskia H.)

 

„Ja teilweise schon.“ (Anja W.)

 

„Ich finde Disneyfilme sind eigentlich ganz kindgerecht gestaltet. Kinder sollten nicht belogen werden. Leider leben wir nicht in einer Welt in der alles friedlich und rosarot ist, lieber werden solche Themen also in einem netten Disney Film verpackt. Ein bisschen realitätsnähe kann nicht schaden. Vielleicht kann man ja mit den Kindern nach dem Film darüber sprechen wenn man bedenken hat. „ (Tugba J.)

 

„Nein, da sie immer ein Happy End haben. Gruselig finde ich dagegen stellenweise die ursprünglichen Märchen, besonders von Hans Christian Andersen, da diese oft ein sehr trauriges Ende haben.“ (Nicole K.)

 

„Nein eigentlich soweit nicht, aber sie schaut auch noch kein Fernsehen.“ (Jasmin M.)

 

„Unser 2,5 Jähriger Sohn schaut kein Fernsehen.“ (Verena A.) 

 
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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

05_Freitag_Briefe_amK_04-10-2019Hallo mein Schatz, 

Kaum warst du auf der Welt, habe ich mir auch schon Gedanken darum gemacht, dass ich dich irgendwann leider verlassen muss. Ich hoffe wir werden noch viele Jahre zusammen haben, aber leider weiß man nie wie das Leben so spielt. Wie du weißt habe ich meine Mama sehr früh verloren und ich wünschte ich hätte ein paar Zeilen von ihr, die sie mir vor ihrem Leben geschrieben hat. Ich hatte so viele Fragen. Fragen, die mir niemand außer ihr beantworten kann. Ich möchte das Du all deine Fragen beantwortet bekommst, dass du weißt das du alles bist, was ich jemals wollte und ich immer wieder dieselben Entscheidungen treffen würde. Offene Fragen können einen quälen, aus diesem Grund hatte ich mir vorgenommen, dir jeden Tag einen Brief zu schreiben, welcher hoffentlich jede Frage zu deiner Kindheit beantwortet. Schnell wurde mir klar das, dass kaum möglich sein wird. Somit habe ich mich dazu entschieden, dir zumindest das Wichtigste zu sagen: „Jeder Sekunde meines Lebens habe ich dich mehr geliebt als alles andere auf der Welt. Ich bin so stolz wie eine Mutter auf ihr Kind nur sein kann. Bitte mache  immer das, was dich glücklich macht, nicht das was andere von dir erwarten. Sei du selbst, denn so bist du perfekt. Jede Hürde in deinem Leben, sollst du nehmen egal wie hoch sie ist, denn du kannst alles schaffen. Es gab keine Minute in der ich je an dir gezweifelt habe.

Es gibt so viele schöne Momente, welche ich dir erzählen könnte, so unfassbar viele. Dafür reicht aber kein Block mit Papier aus. 

Das erste Mal, als du mich richtig fest gedrückt hast, war der allerschönste Moment für mich, dass erste Lächeln und das erste Lachen - werde ich nie vergessen. In so kurzer Zeit kamen so viele neue Erfahrungen in mein, und vor allem in deinem Leben vor. 

Wenn du Erwachsen bist und selbst mal Papa wirst, falls du das möchtest, wirst du dich fragen: „Wann bin ich eigentlich zum ersten Mal gelaufen? Wann habe ich alleine gesessen?“ Fragen die ich dir unter Umständen nicht mehr beantworten kann. Aus diesem Grund gebe ich dir hier die Antworten darauf. Mein Schatz, du bist mit 9 Monaten das erste mal freihändig gelaufen, gesessen hast du mit 6 Monaten und gekrabbelt bist du eigentlich gar nicht.

Du bist auch schon mit 2 Jahren und 3 Monaten aufs Töpfchen gegangen und das alles hast du getan, weil du es wolltest. Du warst vom ersten Tag an ein richtiger Kämpfer und immer an der Front mit dabei. Jede Kleinigkeit die du gelernt hast, hat mich so unfassbar stolz gemacht, dass kannst du dir nicht vorstellen!  Ebenso war ich stolz darauf, dass du wusstest was du willst.  Du hast schon mit 2 Jahren versucht deinen Kopf durchzusetzen mit allen Mitteln. Dein starker Charakter hieß für mich, starke Nerven zu bewahren. Wenn du deinen Willen nicht bekommen hast, hast du dich auf dem Boden geworfen und gestrampelt und geschrien - es war richtig Bühnenreif  und ich wusste nicht was ich tun soll. Obwohl es nicht immer leicht war, denke ich gerne an jede einzelne Sekunde zurück. Die Zeit vergeht so schnell und ist so wertvoll jeder Moment ist mehr wert als es Geld auf der Erde gibt. Mein Kind, bitte denke daran egal wie hektisch der Alltag sein mag, vergiss niemals die Momente zu genießen, glücklich zu sein auch wenn dafür andere Dinge mal liegen bleiben. Die Zeit mit deinen Lieben wirst du nie zurückbekommen, die Wohnung jedoch ist auch noch morgen unordentlich. Ich habe immer versucht dir die wichtigen Werte im Leben zu vermitteln, Dankbarkeit , Respekt und Hilfsbereitschaft, das sind im Leben die wichtigsten. Denk  immer daran das ohne diese Grundlagen ein Zusammenleben nicht funktionieren kann. Ich habe dir bei deiner Geburt versprochen, dass ich immer deine Hand halten werde solange du es möchtest, du sollst wissen das du immer ein zu Hause hast, in dem du willkommen bist. Selbst wenn es mich nicht mehr geben sollte, wird es viele Menschen geben, die dich lieben. Dein Papa würde alles für dich geben, ebenso der Rest der Familie. Ich möchte, dass du nie vergisst, dass Familie das wichtigste ist - diese Menschen werden immer da sein, um dich aufzufangen wenn du mal fällst und zögern auch nicht dich zu schubsen, wenn es mal nötig ist. 

Ich hoffe, dass ich dich lange begleiten darf, sehen darf wie du groß wirst und deine eigene Familie gründest oder einen anderen Weg gehst, den du dir wünscht. Wenn du glücklich bist, bin ich es auch. 

Wie sagt man so schön, wenn man erfährt, dass man schwanger ist, trägt man sein Kind unter dem Herzen und nach der Entbindung an der Hand, irgendwann wollen die Kinder die Hand der Mutter nicht mehr und werden flügge, aber meine Hand wird immer da sein um dir das zu geben was du brauchst. Ich hoffe wenn du zurück blickst, blickst du auf schöne Momente. Da wäre zum Beispiel der Tag im Safariland, kaum 2 Jahre alt, aber du musstest auf die Achterbahn! Du hast dich so sehr gefreut und gequietscht. Das Wasser konnte dir auch keine Angst einjagen, Schwimmflügel an und eine Arschbombe ins Becken. Für dich gab es immer nur, höher, schneller weiter! Du kleiner Wirbelwind auf zwei Beinen hast mich zum glücklichsten Menschen der Welt gemacht. Ohne dich hätte ich vergessen, wie schön das Leben ist. Du hast mich gelehrt die Welt aus einem anderen Winkel zu betrachten. Du hast mich daran erinnert, dass eine Pfütze nicht nur dreckiges Wasser ist, sondern ein Paradies zum planschen und springen und das selbst eine Pusteblume ein Wunder der Natur ist. 

Ich konnte nie verstehen, wenn andere Mütter sagten, dass die Liebe zwischen Mutter und Sohn etwas ganz besonderes ist. Ich dachte immer das alle übertreiben, doch ich muss gestehen das ich mich getäuscht habe. Die Liebe zu dir ist nicht in Worte zu fassen, dir mein Kind wünsche ich, dass du es irgendwann einmal selbst erleben darfst. 

Du hast mir so viel gegeben und soviel geschenkt nur mit der Tatsache, das es dich gibt!  Darum kann ich nicht viel sagen außer: danke! 

Danke, dass du mein Kind bist. Danke, dass du mein Leben lebenswert gemacht hast. Danke für jeden einzelnen Moment mit dir und vor allem Danke, dass es für dich ok war, dass ich nicht immer perfekt war, nicht immer die beste Mutter - egal was ich tat, ich tat es um dich glücklich zu machen. Ich wollte immer nur dein bestes, eine schöne Kindheit und eine blühende Zukunft. Danke, dass du mich geliebt hast, auch wenn ich mal unfair war. Manchmal habe ich dich nicht verstanden, egal wie sehr ich es probiert habe, aber du hast mir immer verziehen. In deinen Augen war ich die tollste Mutter der Welt, der perfekte Mensch, der alles wusste und wenn das mal nicht der Fall war, haben wir eben geforscht. Danke, dass du meine Welt wieder bunt gemacht hast!  

Ich werde dich immer lieben, mit dem ersten Herzschlag bis über den Tod hinaus.“ 

 

Deine dich immer Liebende Mama 

 

Mandy B.

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