Geburtsbericht - Montagsblogserie

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

01_Montag_Geburtsbericht_VorlageIch muss ausholen, von Anfang an erzählen. 

Unser Geburtstermin war der 28.07.2017, ich hoffte es würde der 17.07.2017 werden, weil es sich so schön schreibt und spricht... ich dachte allerdings, dass es völlig unrealistisch sei; 11 Tage zu früh und dann auch noch das erste Kind. Ich hatte von vielen gehört, dass sie das erste Kind übertragen hatten.

Nun, es war der 06.07.2017, ich hatte einen Termin bei meinem Frauenarzt zum CTG. Befund: „Oh, schon alle 8 Minuten Wehen. Merken Sie schon was?“. 

Ich spürte tatsächlich schon was, hatte aber beim besten Willen nicht an Wehen gedacht. 

In den Mutterpass wurde eingetragen: 36+6, CTG o.B. (ohne Befund). Gut, wir sind frühstücken gegangen und waren am nächsten Tag zum Geburtstag eingeladen. 

Ich hatte mich total gefreut und war dann ziemlich enttäuscht, dass ich solche Schmerzen hatte. Es fühlte sich an, wie ziemlich starke Unterleibsschmerzen. Mein Mann ging alleine und ich nähte noch ein Outfit fertig und legte mich aufs Sofa. 

Mein Mann berichtete natürlich, wieso ich nicht gekommen war. Er hatte den Satz noch nicht ganz ausgesprochen, da bekam ich schon den ersten Anruf. „Sofort ins Krankenhaus, das sind Wehen!!“

Es war mein erstes Kind, ich war total verunsichert. Und na ja, dachte mir: „Der 07.07.2017 würde auch in Ordnung sein“.

Ich rief meine Hebamme an, um sie nach Rat zu fragen und sie sagte, dass es so lange keine Wehen sind, wie ich nachfragen müsste ob es welche sind! 

Gut, erst einmal entspannt bleiben also. Mein Mann kam trotzdem früher wieder. 

An dem Abend passierte nichts mehr und am nächsten Tag, 08.07.2017, sind wir gegen Abend ins Krankenhaus, so um 21:30. 

Die Schmerzen waren mittlerweile stärker geworden und ich wollte einfach auf Nummer sicher gehen. 

Es wurde ein CTG geschrieben – keine Wehen, Herztöne aber ziemlich hoch vom Kind (teilweise 190). Da der nächste Tag ein Sonntag war, sollten wir um 08:00 Uhr zurückkommen, um das Ganze noch mal zu überprüfen.

Muttermund getastet: verschlossen.

Die Ärztin machte ein Ultraschall und schickte uns dann mit dem Befund 'Geburtsbereit aber kein Geburtsbeginn' gegen 00:00 Uhr nach Hause. 

Um ca. 1:00 Uhr bin ich dann zu Hause eingeschlafen. Um 02:15 Uhr bin ich wach geworden und die Schmerzen waren so stark, dass ich sie „veratmen“ musste! 

Ich habe meinen Mann geweckt. Er hat dann den Abstand der Wehen gemessen: alle 5-6 Minuten. 

Die Nacht war zu Ende. Wir sind aufgestanden, ich bin rumgelaufen und habe versucht die Schmerzen irgendwie auszuhalten. 

Ich dachte, das kann ja gar nicht sein. Wir waren doch grade noch im Krankenhaus. 

Mein Mann machte sich Chicken Nuggets, er wusste wohl schon, dass es erstmal länger nichts gibt. 

Ich dachte: naja um 08:00 Uhr sollen wir sowieso ins Krankenhaus, dann können wir jetzt auch noch so lange warten. Um 6:30 rief mein Mann im Krankenhaus an, er war sich sicher, dass es keine normalen Schmerzen mehr waren. Er sagte, dass wir um 08:00 Uhr einen Termin hätten, ich aber schon solche Schmerzen habe, dass ich sie veratmen muss. 

Die Hebamme am Telefon sagte, dass wir jetzt schon kommen sollten. Wir machten uns fertig und fuhren los. Wieder wurde ein CTG geschrieben, ich sollte mich auf die Liegen legen... aber das ging nicht. Ich konnte es nur im Stehen aushalten. CTG Ergebnis: wieder nichts! Die Hebamme schaute nach dem Muttermund: 3cm! - wir durften bleiben! Mein Mann meldete mich an. Um 08:39 Uhr.

Wir kamen in den Kreissaal und mir wurde ein Zugang gelegt und dann lag ich erstmal da. Wieder am CTG, wieder keine Wehen angezeigt. Ich spürte aber definitiv etwas! 

Ich dachte, gut, 10.07.2017 wäre auch in Ordnung. Ich dachte, es würde bestimmt noch bis zum nächsten Tag dauern! Es folgten zahllose Positionswechsel und Toilettengänge. Irgendwann kam die Hebamme mit einem Gymnastikball. Ich sollte in den Vierfüßler gehen und meinen Oberkörper auf dem Ball abstützen. Die Hebamme ging raus und ließ uns erstmal alleine. Im 2. Kreißsaal lief eine andere Geburt. Plötzlich plätscherte es zwischen meinen Beinen: meine Fruchtblase war geplatzt! 

Mein Mann bekam sofort Panik und suchte den Knopf, um die Hebamme zurück zu holen. Sie kam und fragte, ob ich mich umziehen wollte. Aber nein, ich wollte die nassen Sachen nur ausziehen.

Sie untersuchte mich wieder: Muttermund 5 cm geöffnet!

Ich spürte plötzlich Presswehen und konnte das Pressen nicht unterdrücken. Die Hebamme Spritze mir etwas, was das Pressen unterdrücken sollte. Es wirkte nicht und zwischen den Presswehen untersuchte sie mich wieder: Muttermund 8 cm. Ich sollte weiter versuchen das Pressen zu unterdrücken. Es ging aber nicht und ich musste pressen. 

Um 12:39 Uhr, genau 4 Stunden nach Aufnahme, wurde unsere Tochter Emma am 09.07.2017 geboren. Bei 37+2, mit 3000g und 48cm. 

Das schönste Geschenk nach einer, für mich, Traumgeburt!

Auch das Datum ist für mich mittlerweile das Schönste. 

Es ging so schnell und auch die Wehen fühlten sich einfach an, wie wahnsinnig starke Unterleibsschmerzen. Keiner weiß, wieso das CTG meine Wehen nicht anzeigte. 

Die Ärztin, die uns am Vorabend nach Hause schickte, kam zu uns aufs Zimmer, als wir aus dem Kreißsaal kamen und entschuldigte sich dafür, dass sie meine Wehen nicht erst genommen hatte und uns nach Hause geschickt hatte.

 

Danielle D.

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