Geburtsbericht - Montagsblogserie

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In der Nacht vom 15.01.2018 auf den 16.01.2018 wurde ich nachts gegen 4.00 Uhr wach, da ich dachte ich verliere ein wenig Flüssigkeit. Jetzt stellte ich mir die Frage, ob dies von der Fruchtblase kommt oder ob ich Inkontinenz bin. Nach einem Gang ins Badezimmer verlor ich immer mal wieder tröpfchenweise weiter Flüssigkeit, sodass ich mich gut auspolsterte und mich dennoch nochmal schlafen legte. Als ich aufstand und nochmal einen Schwall Flüssigkeit kam, besprach ich mich mit deinem Papa. Wir entschlossen uns mal beim Arzt anzurufen. Die Arzthelferin bat uns lieber einmal vorbeizukommen und dies abklären zu lassen. Da es Mittwoch war, fuhren wir direkt gegen 9.00 Uhr los zum Arzt.

 

Dort wurde ein Test gemacht, ob es sich tatsächlich um Fruchtwasser handelte. Dieser war negativ, sodass ich anscheinend also Inkontinenz sein sollte bzw. wurde mir erklärt, dass auch ein Riss in der Fruchtblase vorhanden sein kann, aber dieser Riss durch dein Köpfchen verschlossen wurde. Wir fuhren wieder nachhause und ich und dein Papa scherzten noch ein wenig rum. Dein Papa entschloss sich diesen Tag durchzumachen, damit er sich abends mit mir schlafen legen konnte. An diesem Tag hatte ich das Bedürfnis die Wohnung noch einmal gründlich zu putzen und die drei Gassirunden mit dem Hund durchzuführen. Am Abend lag ich schon auf dem Sofa und wollte noch eine Serie zu Ende schauen und mich dann schlafen legen.

 

Plötzlich merkte ich nur wie ein Schwall Wasser meine Beine entlang lief. Hier dachte ich mir schon, dass dies eigentlich die Fruchtblase gewesen sein muss. Ich ging also ins Bad und wechselte meine Klamotten und stattete das Sofa mit einer Wickelunterlage aus. Kaum lag ich auch schon wieder, schon kam wieder ein Schwall Fruchtwasser aus mir heraus. Wir entschieden uns ins Krankenhaus zu fahren und dies erneut abklären zu lassen. Bevor es losging ins Krankenhaus wollte ich aber unbedingt noch Duschen und die Kliniktasche für mich sowie für unsere kleine Mia packen. Mia so heißt unser Mädchen übrigens. Dein Papa fand dies zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr lustig. Gegen 22.00 Uhr kamen wir im Krankenhaus an. Dort wurde von einer netten Hebamme erneut ein Test auf Fruchtwasser durchgeführt. Aber auch dieser war wieder negativ. Dann erfolgte die Untersuchung durch die Hebamme und diese teilte mir mit, dass es sich eindeutig um einen Blasensprung handelt und der Muttermund schon 1cm auf sei.

Hiernach durfte ich es mir in einem Kreissaal gemütlich machen. Dein Papa immer an meiner Seite. Ich wurde bestimmt eine Stunde ans CTG angeschlossen und mir wurden 1.5 Liter Wasser hingestellt. Nachdem CTG erklärte uns ein Arzt, dass du binnen der nächsten 12 Stunden die Geburt auslösen musst oder wir sonst nicht um eine Einleitung herum kommen. Da jetzt aber schon leichte Wehen anfingen wurden wir gebeten im Krankenhaus spazieren zu gehen. Wir bezogen kurz unser Zimmer und spazierten dann ums Krankenhaus herum. Jetzt informierten wir auch meine Mama und die Schwester deines Papas, da diese bei der Geburt dabei sein sollten. Insgesamt spazierten wir ca. 2 Stunden bei eisiger Kälte ums Krankenhaus. Dann holte ich mir ein Schmerzzäpfchen ab und sollte gegen 3.00 Uhr wieder vorbeischauen.

 

In der zwischen Zeit wurden die Wehen immer schmerzhafter und das Zäpfchen half leider nicht. Als es dann um 3.00 Uhr zur Kontrolle ging, schloss mich eine Hebamme ans CTG an. Aber durch die stärkeren Wehen konnte ich einfach nicht ruhig liegen bleiben, sodass nicht viel aufgezeichnet wurde. Als mich nach einer Stunde erneut eine Hebamme untersuchte wurde uns mitgeteilt, dass der Muttermund erst auf 3cm auf sei. Jetzt dachte ich mir nur, dass die Geburt auf jeden Fall kein Zuckerschlecken wird. Da ich um ein Schmerzmittel bat, durfte ich direkt einen Kreissaal beziehen und nicht mehr zurück aufs Zimmer. Mit der Hebamme besprach ich die möglichen Schmerzmittel. Für mich stand fest, dass ich dann die PDA nehmen würde. Allerdings gibt’s die PDA in diesem Krankenhaus erst nach einem Schmerztropf. Da ich mich und meinen Körper kenne, teilte ich der Hebamme mit, dass ich leider immer mit dem genauen Gegenteil auf solche Medikamente reagiere. Sie meinte wir sollen es ausprobieren. Inzwischen wartete ich mit meiner Mama und der Schwester meines Freundes auf die Wirkung des Schmerztropfes. Lediglich meine Vorahnung wurde war, sodass ich mich erst mal mehrmals übergeben musste. Daraufhin wurde der Wehentropf direkt wieder abgemacht. Nach einer kurzen Pause erhielt ich die von mir gewünschte PDA. Leider traf die Narkoseärztin erst nach dem dritten Stechen eine geeignete Stelle. Nachdem die PDA dann wirkte, konnten wir ca. 3 Stunden schlafen bzw. dösen. Da wir inzwischen ca. 8.00 Uhr hatten, lernte ich nun meine Hebamme sowie die Hebammenschülerin kennen die mich nun begleiten. Die Hebamme an sich war in Ordnung aber mit der Hebammenschülerin verstand ich mich auf Anhieb. Diese verbrachte dann auch einige Minuten damit meinen Rücken zu massieren. 

 

Um ca. 10.00 Uhr war der Muttermund komplett geöffnet. Jetzt wurde mir ein Wehenmittel verabreicht und es durfte nicht mehr über die PDA nachspritzt werden. Um ca. 10.30 verspürte ich einen leichten Druck nach unten. Wir riefen also nach der Hebammenschülerin diese kam auch direkt und überprüfte mein Gefühl, dass du mein Schatz dich auf den Weg gemacht hast. Sie konnte bereits deine Haare sehen und rief nach der Hebamme, da diese bei der Geburt anwesend sein muss. Dann erblicktest du um 10.44 Uhr das Licht der Welt. Hier machtest du mich zur glücklichsten Frau auf der Welt und gleichzeitig auch zur Mama. 

 

Die Nachgeburt verlief an sich komplikationslos. Lediglich mein hoher Blutverlust machte den Ärzten ein wenig zu schaffen. Mein Kreislauf sackte zwischenzeitlich immer mehr ab und ich konnte nicht mehr genug um die kümmern mein Schatz. Plötzlich versammelte sich erneut die Ärztin und Hebammen und meinem Bett und schallten meinen Bauch ab. Jetzt hieß es nur noch, dass ich sofort in den OP müsste zu einer Routineausschabung. Dein Papa war in dieser Zeit kurz eine Rauchen, wo er wieder im Raum war wurdest du ihm auf den Arm gedrückt und mich brachte man unverzüglich in den OP. Dort angekommen war ich mit der Hebamme erst einmal alleine. Es war nämlich gerade Mittagspause für die meisten im Krankenhaus. Nun wurde mir unter Vollnarkose eine zweite Plazenta entfernt. Die Ärzte können uns bis heute nicht sagen, ob es dich zweimal geben sollte oder ob es einfach ein Rätsel der Natur bleibt. Verbunden mit dir war diese Plazenta nämlich nicht. Die OP sollte an sich nur 30 Minuten dauern. Allerdings kehrte ich erst nach gut 2 Stunden zurück zu dir und deinem Papa. Dieser war zwischenzeitlich total fertig mit den Nerven, da man ihm nie genaue Informationen über mich geben konnte. Zudem war mein Anblick nach der Geburt nicht sonderlich toll, da ich genauso blass war wie das Bettlacken und ich inzwischen über vier Zugänge verfügte.

 

Hierrüber erhielt ich Flüssigkeit, Schmerzmittel und zweimal Blutkonserven. Aber ab jetzt waren wir wieder vereint. Dir ging es in der ganzen Zeit aber super und du hattest keinerlei Schwierigkeiten. Allerdings mussten wir beide mitsamt deiner Oma eine Nacht im Kreissaal zur Beobachtung schlafen. Und da ich nicht aufstehen durfte musste die Oma leider mit uns im Kreissaal schlafen. Aber am nächsten Tag ging es mir schon besser und wir wurden auf unser Zimmer verlegt. Und auch ich bekam so langsam wieder mehr von dir und unseren ersten Stunden/Tagen mit. Viele Dinge die ich hier niederschreibe weiß ich nur noch Bruchweise oder aus Erzählungen. Aber an sich war die Geburt von dir wunderschön und auch nicht schmerzhaft oder ähnliches. Wäre das ganze danach nicht gewesen wäre es in meinen Augen eine Traumgeburt gewesen.

 

 

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