Geburtsbericht - Montagsblogserie

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Ich hatte irgendwie eine Vorahnung...

 

Ich konnte bereits Nächte lang nicht schlafen... 

Aber erstaunlicherweise konnte ich dann am 22. auf den 23. Dezember 2017 wieder so gut schlafen, das war wirklich so schön.

Am 23. Dezember 2017 habe ich schon zu meinem Mann gesagt, dass es die Ruhe vor dem Sturm ist. Wir haben, als wir zu meinen Eltern sind und noch shoppen waren, die Tasche mit im Auto gehabt. Vom 23. auf dem 24. Dezember hab ich ebenfalls so gut geschlafen Heiligabend haben wir bei meinen Schwiegereltern verbracht, da war ziemliche Randale im Bauch und ich wusste irgendwie nicht wohin mit mir, konnte nicht stehen, nicht sitzen oder liegen. War schon seltsam. Wir sind nachts dann um ca. 1:30 Uhr Zuhause gewesen. Als wir im Bett lagen, konnte ich überhaupt nicht schlafen, ich war hellwach, bin dann bei ca. 4:00 Uhr auf’s Sofa ins Wohnzimmer gewandert, da mein Mann am Schnarchen war und ich ihn auch nicht mit dem Fernseher wecken wollte. Was sehr unnormal war, mein Mann kam um 4:40 Uhr runter und hat nach mir geschaut, normalerweise wird er nie wach. Dass ich dieses Mal aber nicht im Bett war, war irgendwie auch für ihn seltsam, er ist dann wieder hoch,  weil er dachte ich kann unten im Wohnzimmer noch in Ruhe schlafen.

 

Da ich hellwach war, dachte ich, geh ich wieder ins Bett und guck da Fernsehen, störte meinen Mann ja eh nicht. Bin die Treppe hoch und merkte irgendwie wurde es feucht. Decke und Handy in die Ecke geschmissen. ab auf Toilette, da lief es auch schon wie ein Wasserfall; hab mein Mann gerufen und mich hingestellt, um zu gucken, ob es wirklich läuft ohne es halten zu können. Hat mir die Hebamme gesagt, dass man es so für sich prüfen kann. 

 

Da kam leicht die Freude und irgendwie auch Panik in mir auf. Der Gedanke, nun geht es los, unsere Tochter möchte nun kommen, aber auch die Angst vor der Geburt. Wird es schnell gehen, tut es sehr weh...

 

Ich hab mich etwas gewaschen, umgezogen und bin noch etliche Male zur Toilette, da immer wieder Fruchtwasser nach lief. Alle Sachen geschnappt und dann ging es auch schon los zum Krankenhaus.

 

Als wir ankamen war es ca. 5:30 Uhr, es lief immer noch Fruchtwasser, meine Leggings war völlig durchnässt. Die Anmeldung aus dem Notdienst rief im Kreißsaal an und gab Bescheid. Dann habe ich die Aufkleber für die stationäre Aufnahme bekommen und wir sind hoch in Richtung Kreißsaal. Von Wehen war noch nichts zu bemerken. Am Kreißsaal angekommen, klingelten wir. 

 

Dann mussten wir noch warten, da viel zu tun war. Nach 30 Minuten kam endlich die Hebamme und brachte uns zum CTG. Leider nur kleine Wehen zusehen gewesen. Dann kam die Ärztin um mir eine Kanüle zu legen und Blut abzunehmen. CTG lief dann auch schon fast eine Stunde und dann hieß es Ultraschall. Da ich keine Hose hatte und nur im Krankenhaus Schlüppi war, hab ich ein Bettlaken bekommen. Ultraschall war soweit ok, der kleinen ging es super, es war auch noch etwas Fruchtwasser zu sehen, danach wurden wir auf Station gebracht und mussten alle 2 Std wieder zum CTG. 

Wir sind mehrere Male durch das KH spaziert und draußen, sofern es vom Wetter her ging, aber Wehen wurden nicht stärker. Fruchtwasser lief bis zur Geburt auch immer wieder total viel nach. Ich war schon total genervt, jedes Mal CTG und nichts hat sich getan, dann hieß es zum letzten Mal um 21:00 Uhr zum CTG. Ok. Ich musste auch direkt nach 12 Std also um 17 Uhr schon den ersten Antibiotika Tropf bekommen und danach dann alle 8 Stunden. 

 

Ich war also direkt schon mit Medikamenten zu geknallt. Immer wieder Blutdruck und Fieber messen und und und – war alles schon echt nervenaufreibend. Nachts ging es dann los mit Wehen, die schon schmerzhafter wurden, aber wieder nicht ausreichend und es tat sich vom Muttermund her überhaupt nichts! Nachts 1:00 Uhr kam die Schwester rein für den nächsten Tropf. Ich sollte mich ausruhen und endlich versuchen zu schlafen, konnte ich aber nicht, hab auf der Bettkante gesessen und bin immer mal weggenickt, hielt aufgrund der Schmerzen nicht lange an, Ich war dann bereits über 24 Stunden wach. Am nächsten Morgen 26. Dezember 2017 so bei 5:30 Uhr bin ich in den Kreißsaal. Weil mir nicht so gut war und ich das Gefühl hatte es stimmt was nicht, da wurde ich wieder an das CTG gesetzt.

Stärkere Wehen waren dann auch endlich zusehen. Mein Mann war auch wieder auf den Weg ins Krankenhaus, danach war ich wieder auf Station und bekam um 8:00 Uhr wieder den Antibiotika Tropf und wieder ging es alle paar Stunden in den Kreißsaal, aber heute sollte dann auch etwas getan werden um einzuleiten.

 10:30 Uhr wieder Kreißsaal. Da bekam ich ein Gel, damit der Muttermund sich nach vorne schiebt, da er leider nach hinten gekippt war, dann hieß es in 6 Stunden soll ich wieder kommen. Das Gel brannte so extrem - widerliches Gefühl. Hat auch direkt wieder dafür gesorgt, dass mir ein Riesen Schwall Fruchtwasser lief und ich mich wieder komplett umziehen konnte. Da steht man im Zimmer und fühlt sich, als wäre man geplatzt.

 

Um 16:00 Uhr gab es erneut den Antibiotika-Tropf. Meine Bettnachbarin war mit Ihrem Mann aus dem Zimmer und mein Mann ging auch kurz eine Zigarette rauchen. Als meine Bettnachbarin wieder rein kam, ging es mir so schlecht, der Kreislauf war im Keller, ich hab Sterne und dann nur schwarz gesehen, der Blutdruck auch zu niedrig, direkt kam die Schwester und der Pfleger, Anruf im Kreißsaal und direkt ging es im Rollstuhl schon rüber. Mein Mann wollte mir erst noch das Handy in die Hand geben, falls was ist, hab gesagt Quatsch alles gut - und dann sowas. Er kam auch gerade wieder als es rüber ging.

 

Ich wurde untersucht und direkt schon etwas angepflaumt weil es mir sichtlich wehtat, wie die Hebamme mich untersuchte, dann lief sie los um Schmerzmittel zu holen. Ich dachte so cool endlich. Aber im Gegenteil - ich fühlte mich wie auf Drogen, völlig benommen und die Schmerzen spürte ich immer noch, wir wurden dann mit dem Tropf zurück auf Station geschickt, damit ich nochmal etwas schlafen kann. Vom Schmerzmittel musste ich ziemlich oft und viel Spucken. Kreislauf war nicht besser, im Gegenteil. 

 

Die Assistenzärztin kam nochmal ins Zimmer und sagte uns, dass sie mit dem Oberarzt spricht, was nun gemacht wird. Kurz darauf kam die Schwester rein, wir sollen bitte wieder in den Kreißsaal kommen. Die Assistenzärztin wusste auch schon nicht mehr was sie tun sollte und wartete auf Feedback vom Chefarzt. 

 

Ein weiteres Mal bekam ich dieses Gel nicht. Sie war dann auch der Meinung, dass es die ganze Zeit vielleicht kein Fruchtwasser war und wollte es nochmal testen - ich dachte echt die verarscht mich, aber Test positiv, es ist Fruchtwasser - was auch sonst!

 

Sie untersuchte mich nochmal um zu gucken wie weit der Muttermund nun war. Danach kam eine andere Hebamme um auch nochmal zu schauen, da die Assistenzärztin sich nicht sicher war. Sie nahm das Schmerzmittel ab und gab mir einen Tropf mit Wasser. Die Hebamme empfahl mir dann auch die PDA und ging los um das zu besprechen. Irgendwann hieß es PDA, da war es so ca. 18:45 Uhr, hab mich vorher nie damit befasst und wusste nicht, wie genau das abläuft. Dann kamen die Anästhesisten und erklärten mir alles in Ruhe. 

 

An der Bettkante genuckelt sitzend, ging es los, Rücken würde eingeschmiert, vor mir ein netter Herr, der mich beruhigte, vorsichtig und erklärend hat er die PDA gesetzt, bei jeder Wehe musste ich Bescheid sagen und es wurde kurz pausiert. Als die PDA dann saß ging es mir schon viel besser. Ich hatte dann auch einen Katheter bekommen, bei dem die Hebamme mich schon überreden musste. Ich hab da so ein Theater gemacht, dass ich sowas nicht möchte und mein Mann fing auch an mich damit zu nerven, sodass ich noch sagte, lass du dir doch ein Katheter geben. Naja gut, Katheter wurde dann gesetzt - gruselig!

 

Der Muttermund war inzwischen auch schon 5 cm geöffnet. Um 22:00 Uhr war Schichtwechsel und die Hebamme die unsere Emma später auf die Welt brachte kam zu uns in den Kreißsaal. In der Zeit bekam ich auch noch einen Wehentropf um die Wehen mehr in Gang zu bringen. Dann kamen die Wehen auch schon in kürzeren Abständen. Ich sollte mich aufrichten und mich gekniet am Bett abstützen und ein Bein anwinkeln um die kleine weiter ins Becken zu bekommen. Lange hielt ich es nicht aus. Da ich meine Beine kaum spürte und wie Wackelpudding waren. So sollte ich mich dann wieder hinlegen und dann ging es alle 4 Wehen im Wechsel linke Seite - rechte Seite. Bein angewinkelt. 

 

Unsere Hebamme sagte mir, dass ich auch schon mit pressen dürfe. Als die kleine tiefer lag und sie nochmal schaute, hat sie schon ihre Haare sehen können! Sie sagte plötzlich, sie sieht schon ganz viele, ganz dunkle Haare! Ich fragte noch: „Echt jetzt?“ und sie fragte ob ich mal anfassen möchte, aber ich wollte nicht, ich hatte für mich das Gefühl, ich kann das Bett nicht loslassen, ich muss noch festhalten. 

 

Unserer Emma wurde dann am Kopf Blut entnommen um zu gucken, ob sie vom Sauerstoff her noch gut versorgt ist. Die Wehen kamen nun in ganz kurzen Abständen.Ich durfte dann auch schon kurz darauf pressen und war verwundert, wir hatten keine weiteren Infos aber dachten, nun scheint es loszugehen - ich darf pressen. Mein Mann saß mir immer an der Seite und ich war so froh, dass er da war. Er konnte mir zwar nicht helfen. Aber da sein hat für mich gereicht. Es war so ein komisches Gefühl, die PDA Betäubung durfte ich nicht weiter nach drücken, um zu spüren wann ich pressen muss. Ich hatte immer das Gefühl, als müsse ich auf Toilette, aber Gott sei Dank ist nichts passiert. 

Die Hebamme rief mir immer zu weiter, weiter, aber ich konnte nicht und musste erstmal durchatmen, so ging es paar Male, dann ging es wieder weiter und dann war das Köpfchen da! Das war vom Gefühl her das Schlimmste! Danach war es eine große Erleichterung! Ich musste etwas schräger liegen, bei der nächsten Wehe kam sie komplett. So ein wunderschönes Mädchen. Unsere Tochter. In ein Handtuch gewickelt, bekam ich sie direkt auf die Brust. Mein Mann durfte die Nabelschnur durchschneiden. 

 

Danach gab es noch ein Medikament, damit sich die Plazenta löste. Und noch einmal pressen und sie war da. Wir haben Sie uns zeigen und erklären lassen. Hätte nicht gedacht, dass wir uns die ansehen würden. Nun war unser Glück perfekt und die Horror 44 Stunden waren endlich vorbei! Dachte ich, bis die Hebamme wieder rein kam und uns sagte, dass die Plazenta eine Nebenplazenta hat und ein Stück fehlt - was bedeutet, dass eine Operation dann nun auch noch nötig war. Ich war entsetzt, fertig, traurig und konnte nicht glauben, warum ich damit nicht verschont blieb. 

 

Mein Mann ging mit der Kleinen in den anderen Kreißsaal Zimmer, um mich herum die zwei Anästhesisten, die Hebamme, die Assistenzärztin und der Chefarzt. Die PDA wurde verstärkt. Hat auch etwas gedauert, weil ich immer noch etwas gespürt habe. Hätte ich nicht zur Geburt die PDA gehabt. Hätte ich eine Narkose bekommen. Tja nun musste ich die ganze Prozedur noch Live miterleben. Abgedeckt würde nicht viel, ich starrte die ganze Zeit Nacht rechts, auf das Bild an der Wand. Die Anästhesistin war die ganze Zeit an meiner Seite und beruhigte mich. Zudem wurde ich direkt auch noch genäht.

 

Für mich war es wie ein Alptraum. Endlich hat man seine Tochter im Arm und dann noch sowas! Unsere Tochter kam um 1:00 Uhr auf die Welt. Um 4:00 Uhr ca. war der ganze Spuk endlich vorbei. Ich wurde zu meinem Mann gebracht, bekam dort noch einen Tropf mit Wasser. Da ich zudem einen sehr starken Blutverlust hatte. Um 7:30 Uhr waren wir dann endlich auf Station in unserem Familienzimmer. 

44 Stunden Blasensprung, 45 Minuten dauerte es nachdem die Wehen vernünftig waren, bis die Kleine da war. 


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