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Fetales Alkoholsyndrom - Das unsichtbare Handicap - Wir informieren euch Teil II

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Aufklärung über das fetale Alkoholsyndrom ist auch deshalb so wichtig, weil eine frühe Diagnose dazu beiträgt, dem Kind mit wirksamen Therapien und Medikamenten eine deutlich bessere soziale und emotionale Entwicklung zu ermöglichen. Das hat eine Studie, angeführt von Dr. Reinhold Feldmann aus unserem Team, bestätigen können. Er sagt: „Zum einen werden dadurch unnötige und unwirksame Therapien vermieden sowie eine geeignete Betreuung und Förderung gefunden. Zum anderen reduziert der Wechsel in eine geeignete Schulform Lernprobleme, die Kinder fühlen sich weniger überfordert. Außerdem  berichten die Eltern, dass sie ihre Kinder nun besser verstehen und nicht mehr so viel Angst haben, bei der Erziehung zu versagen.“

 
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Das macht sprachlos. Entdeckt auf You Tube. Eine Mutter erzählt: „Es wussten alle, dass ich schwanger war, zum einen, weil ich es in meinem Umfeld erzählt hatte und zweites, weil man es bei mir schon deutlich sah. Und jeder fragte, willst Du einen Wein? Und jeder tat so, als ob ich nicht schwanger sei. Ich habe mich während meiner Schwangerschaft auch mit anderen getroffen, die ein Baby erwarteten, und es waren einige dabei, die trotzdem Alkohol getrunken haben - auch einen Cocktail oder Prosecco....  die eine hat einmal die Woche getrunken, die andere hat jeden Abend ein Glas Rotwein getrunken…“
 
 
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Nur 1,59% der SchülerInnen wussten, welche Folgen es hat, wenn die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol trinkt. Das erschreckende Ergebnis ermittelte die Suchthilfe Wetzlar im Rahmen eines FAS-Aufklärungsprojektes an Schulen. Wenn man das liest, dann erübrigt sich die Frage nach der Notwendigkeit einer bundesweiten Aufklärungskampagne. Deshalb werden wir nicht müde für unsere Kampagne zu werben und hoffen, dass weitere schwangere Frauen und ihre schwangereren Männer genauso wie nichtschwangere Frauen und Männer zugunsten der Kampagne ein Shirt leisten und ein Foto posten. Wir müssen so viel auf den Weg bringen. BE HAPPY AND HELP 
 
 
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Klar ist: Alkohol in der Schwangerschaft ist ein absolutes NO GO! Worüber oft diskutiert wird, ist, ob Alkohol in der Stillzeit erlaubt ist. Dazu sei angemerkt: Die Alkoholkonzentration im Blut und in der Muttermilch verläuft parallel. In den ersten sechs Lebenswochen des Säuglings ist die Funktion seiner Leber noch unreif. Aber auch danach gilt: Säuglinge können den Alkohol nur etwa halb so schnell abbauen wie die Mutter. Die Auswirkungen, die der Alkohol auf das Baby hat, stehen im direkten Zusammenhang zu der Menge, die die Mutter an Bier, Wein oder Sekt konsumiert hat.  
 
 
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Der Bekanntheitsgrad von FAS ist unter Lehrern sehr gering. Selbst Förderschullehrer sind selten mit dem speziellen Förderbedarf der FAS-Kinder vertraut. Es ist ihnen infolgedessen nicht klar, dass sie das übliche Förderziel, Entwicklungsverzögerungen zu beheben, nicht erreichen können, weil die Hirnschädigungen irreversibel sind. Da die FAS-Kinder den Erwartungen der Lehrer nicht entsprechen und sie sich extremem Leistungsdruck ausgesetzt fühlen, reagieren sie mit negativen Verhaltensweisen. Das wiederum führt bei den Lehrern zu Unverständnis und dem Unwillen, das Kind zu unterstützen. Die Schullaufbahn von FAS-Kindern ist somit geprägt von Niederlagen, Umschulungen und Schulabbrüchen.
 

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