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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

Briefe_an_mein_Kind_Freitagsserie

 

An dem Tag , an dem du geboren wurdest ...

Stand die Zeit still, denn nichts sollte so bleiben und werden wie es war. 

Aber bevor ich dazu komme, wäre es für dich wichtig zu wissen warum. 

 

Gute 11 Monate bevor du auf die Welt kamst, durfte dein Geschwisterchen noch im Bauch zu den Engeln in den Himmel ziehen. Es war für unsere kleine Familie ein großer Schmerz und vor allem ich, deine Mama leide noch immer unter diesen harten Schicksalsschlag, bin aber dennoch mehr als glücklich dich mein Regenbogenbaby in meinem Leben du haben. Du vervollständigst mein ganzes Leben, sowie das deiner Geschwister. 

 

Als ich kurze Zeit nach dem Schicksalsschlag mit Dir schwanger wurde, änderte sich unser komplettes Leben, den mein Körper hatte mit der Schwangerschaft so seine Probleme. Und trotz mehreren Krankenhausaufenthalten, versuchten wir es so gut es ging zu meistern, das du so lange deinen warmen Ort unter meinem Herzen behalten konntest. Jedoch ging es deiner Mami von Tag zu Tag schlechter, sodass ich in der 31 Ssw. wieder in das Krankenhaus kam. Es war Dezember und bald sollte Weihnachten sein. Für deine Geschwister war es zu der Zeit sehr schwer, denn sie wollten, dass Mama zu Weihnachten bei ihnen ist. Aber gesundheitlich ging es mir zunehmend schlechter und mein Kreislauf brach mehrmals am Tag zusammen. 

 

Aufgenommen auf Station, wurde ich überwacht. Am nächsten Tag gegen Abend holte ich Wasser als ich einen Druck im Kopf spürte und umfiel, mehr wusste ich nicht mehr. 

 

Die Ärzte waren sich uneinig und so fing das Spiel im Kreißsaal an. Ein Arzt kam herein und bereitete mich auf den Kaiserschnitt vor, kurze Zeit später hieß es nein wir probieren das noch, dann wurde ich wieder vorbereitet auf den Kaiserschnitt - dieses Hin-Her-Spiel ging bis in die Morgenstunden und mein Zustand verschlechterte sich. Da niemand wusste wie ich auf eine Narkose reagieren würde, ob ich wieder aufwachen würde, entschieden sich die Ärzte für eine Einleitung in der 32. Ssw. Sie klärten mich auf, dass es ein Frühchen wird, was für Komplikationen kommen werden. Innerlich wusste ich bzw. musste ich mich auf das Schlimmste einstellen. 

 

Die Geburt war nicht das schlimmste ... sie dauerte wie die meisten, als du jedoch endlich da warst ...

Stand die Zeit still! 

 

Denn.... du gabst keinen Ton von dir ...

In den Moment brach ich in Tränen aus... sollte das das Ende sein? 

 

Ein paar Sekunden bei der Kinderärztin und der Hebamme und du gabst ein leises Keuchen von dir. 

Ich durfte dich ganze 60 Sekunden auf der Brust halten, als du gingst - die Ärztin nahm dich mit. 

 

Es dauerte eine Ewigkeit und mir schien die Zeit nicht zu vergehen. Ich geriet in Panik und wusste nicht was geschehen war. Nach dieser Ewigkeit - etwa 2 Stunden - kam die Kinderärztin zurück mit einer zweiten Kinderärztin und einen riesigen Inkubator... darin lagst du mein kleiner Engel. Für dein Alter mit 49 cm sehr groß, aber einfach nur Haut und Knochen bedeckt von 1000 Kabeln. Du wurdest beatmet, da du kurz nach der Geburt das Atmen eingestellt hattest. In diesem Glaskasten, der mollig warm war, solltest du zu Kräften kommen... das war 10 Tage vor Weihnachten.

 

Jeden Tag war ich bei dir, jeden Tag wünschte ich mir das du stärker wirst und Kraft tankst. Es gab so viele Rückschläge, aber du bist der größte kleine Kämpfer den ich kenne, denn trotz Rückschläge hast du mir das größte Weihnachtswunder gemacht, dass es gibt. Du hast dich so ran gehalten, das du an Heilig Abend mit mir nach Hause gehen durftest. Und deine Geschwister kennen lernen konntest

 

Diese Zeit hat für mich still gestanden und wird es auf ewig ....

 

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