10 Tipps - zur Geburt

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10 Tipps - zur Geburt

10_Tipps_Dienstag_VorlageGerade für Erstgebärende ist die Geburt des Kindes oft eine Herausforderung. Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch, denn man weiss ja eigentlich kaum was auf einen zukommt.

Unsicherheit ist aber ganz normal, wir werden euch diese auch nicht komplett nehmen können, jedoch haben wir uns gedacht, wir schreiben einfach mal Tipps auf, damit ihr der Geburt entspannter entgegensehen könnt.

1. Die Klinikwahl

Schaut euch vorab ruhig mehrere Kliniken und Geburtshäuser im Umkreis an, denn ihr müsst euch dort wohl fühlen. Achtet auf die Räumlichkeiten, darauf ob bestimmte, für euch wichtige Dinge (wie z.B. eine Geburtswanne) vorhanden sind. Versucht auch herauszuhören ob es Unstimmigkeiten im Team gibt oder ob das Personal gut miteinander auskommt, gerade in Stresssituationen ist es wichtig dass alle an einem Strang ziehen. 

Auch, und es ist Schade dass dazu schreiben zu müssen, spielt die Hygiene eine große Rolle. Natürlich sind Keime nicht auf den ersten Blick sichtbar, das wäre zu einfach, aber man kann schon grob sehen ob ein Kranknhaus hygienisch/sauber ist. 

Wichtig ist: Ihr müsste euch wohl fühlen, sonst niemand. Nicht eure Begleitung oder jemand anderes, denn nur ihr selbst gebährt auch euer Kind.

2. Geburtsvorbereitungskurs

Beim Geburtsvorbereitungskurs werdet ihr, wie der Name schon sagt auf die Geburt vorbereitet. Dies kann Ängste und Sorgen nehmen, Unsicherheiten vorbeugen und offene Fragen beantworten. Im Kurs werden z.B. Dinge wie Atemübungen, Entspannungstechniken, spezielle Bewegungen, Geburtshaltungen, die anatomischen Vorgänge, die unterschiedlichen Wehenarten, das baldige Elternsein und Informationen zur Geburt ansich besprochen. 

Circa ab der 20. Woche könnt ihr euch dort anmelden, der Kurs sollte jedoch frühestens in der 25. spätestens jedoch in der 30. Woche beginnen, das hängt aber auch davon ab in welchem engen oder weiten Zeitraum die Kursstunden stattfinden.

In den meisten Fällen werden die Kosten für den Kurs von der Krankenkasse übernommen. Ist der werdende Vater erwünscht muss dieser jedoch meist selbst bezahlen.

Es gilt: Ein Geburtsvorbereitungskurs ist kein muss, eine Teilnahme kann aber wirklich hilfreich sein.

3. Dammmassage

Was ist das überhaupt? 

Bei der Geburt wird der Dammsteg stark belastet, es kann zu Rissen oder zu manuellen Schnitten kommen, dies ist meist während den Wehen nicht schmerzhaft, jedoch nach der Geburt kann dies zu Behinderungen und Schmerzen führen. Bei der Dammmassage bereitet ihr den Steg auf die starke Belastung bei der Geburt vor. Es gibt jedoch leider keine Garantie dafür dass die Massage auch eine Verletzung vorbeugt.

Ab der 34. Woche bietet es sich an dies 3-4x die Woche für circa 10 Minuten anzuwenden. (Informationen über das wie findest du bebildert z.B. hier: http://www.frauenzimmer.de/cms/dammmassage-anleitung-zur-intimen-geburtsvorbereitung-1356045.html)

Mit der Zeit wirst du feststellen dass Gewebe und Muskaltur immer lockerer werden und du das Gefühl der Dehnung immer leichter tolerieren kannst.

4. Nicht zu früh ins Krankenhaus/Geburtshaus

Beim ersten Kind ist man oft nicht sicher ob es richtige Wehen oder Übungswehen sind. Aber glaubt uns, man merkt meist definitiv wenn Wehen "echt" sind. Solange ihr noch darüber nachdenkt oder ohne weiteres sprechen/atmen könnt, sind die Wehen meist noch nicht ausgeprägt genug um sich auf den Weg zu machen. Vielleicht denkt ihr euch: "Lieber zu früh als zu spät.." Jaein, denn häufig endet es in einer Einleitung wenn man viel zu früh ins Krankenhaus fährt. Versucht euch lieber Zuhause noch etwas abzulenken, die letzten Dinge zu erledigen, ausruhen, oder macht einfach das, wonach ihr euch aktuell fühlt. Es kann zudem auch sein, dass wenn ihr zu früh im Krankenhaus ankommt und die Ärzte feststellen, dass es noch nicht so weit ist, ihr wieder heim geschickt werdet da alle Kreissäale besetzt sind, oder es wirklich nur Übungswehen waren.

"Echte" Wehen erkennt man oft an folgenden Punkten:

- regelmäßig, anfangs circa alle 10 Minuten

- dauern jeweils etwa eine bis eineinhalb Minuten

- beginnen leicht, haben einen Höhepunkt und flauen dann allmählich wieder ab

Wenn die Fruchtblase platzt heisst es: Sofort die Hebamme verständigen oder ab ins Krankenhaus!

5. Vertrauen in sich selbst

Unterstützende Geräte, wie z.B. CTG und co sind ein Segen, aber man kann sich dadurch auch enorm verunsichern lassen.

Ist ein Zacken zu hoch? Sind die Linien unregelmässig weil kurzzeitig falsch geatmet wurde? All das ist nicht schlimm, verunsichert Mutter und Vater jedoch sehr! 

Fragen wie: "Geht's meinem Kind nicht gut? Klingt alles normal?" sind mehr als Verständlich in solch einer Situation. Die Angst begleitet die meisten Frauen bei der Geburt.

Das muss allerdings nicht sein und kann deutlich eingedämmt werden! Vertraut sowohl der Hebamme und auch eurem Arzt, selbst wenn wenig bis keine Symphatie besteht (hier kommen wieder Näher zum Thema in Tipp 6). Eure Geburtsbegleiter wissen von was sie sprechen und werden euch rechtzeitig auf Gefahren, Unsicherheiten usw. hinweisen. Vertraut bitte auch euch selbst. Seit Jahrtausenden werden Kinder geboren, warum solltet gerade ihr dass dann nun nicht schaffen?

50% der Geburten, die Dauerüberwacht werden enden am Schluss in einem Kaiserschnitt. Warum? Weil man sich als baldige Mutter so arg unter Stress setzt und die natürliche Geburt dadurch blockiert. Sollte eine Dauerüberwachung seitens der Ärzte oder Hebammen notwenidg sein, lasst das CTG von euch wegdrehen und den Ton ausstellen, es reicht wenn fachkundige Personen dies überblicken können.

 

6. Die richtige Hebamme

Vertrauen, wie bereits weiter oben geschrieben, hilft beim Kinder bekommen. Habt ihr jedoch Geburtshelfer mit denen ihr auf menschlicher Ebene nicht zusammen passt, ist Vertrauen schwierig. Auch passt kaum eine Geburt in eine Dienstschicht der Hebamme... Das kann vor und Nachteile haben. Kamt ihr mit der ersten nicht klar, habt ihr bei Schichtwechsel nun die Chance mehr Symphatie zur neuen Hebamme zu haben. Andersrum ist das natürlich auch möglich, falls ihr bei Wechsel nun gar nicht mehr mit der neuen Hebamme klar kommt.

Das kann schlimm sein, denn kaum wann anders lässt man jemand so nah an sich ran wie während einer Geburt. Ist abzusehen dass die Geburt bald statt findet, bleiben die meisten Hebammen aber auch bei "ihren" Frauen bis das Kind geboren ist. 

Sollte es für euch jedoch unzumutbar sein, mit dieser Hebamme zu kommunizieren, könnt ihr auch vorsichtig fragen ob ein Hebammenwechsel möglich ist. Meist ist nicht nur eine diensthabende Hebamme vor Ort. Symphatie besteht in den meisten Fällen beidseitig nicht und auch für die Hebamme ist es verständlich und einfacher wenn hier der Wechsel stattfindet. Aber: Auch wenn das nicht geht, ihr schafft das!

7. Wehenpausen akzeptieren

Euer Körper ist keine Maschine, selbst Tim Bendzko hat das schon besungen ;)

Wehenpausen sind ganz normal, gerade bei Geburten die nachts beginnen. Euer Körper braucht zwischendrin eine Pause - und nicht nur euer Körper sondern auch ihr, zum durchatmen. Selbst eine Pause über mehrere Stunden muss keinenfalls schlimm sein. Sollte wirklich ein Geburtsstillstand vorliegen, erhaltet ihr wehenfördernde Mittel oder es werden weitere Maßnahmen getroffen. Diese obliegen Ärzten und Hebammen, die euch früh genug auf weiteres hinweisen werden. 

Setzt euch nicht unter Druck, falls möglich schlaft auch noch mal, so utopisch das klingt. Wenn der Körper wieder bei Kräften ist, kann auch die Geburt weiter gehen und sogar dann schneller vorangehen wie wenn ihr total ausgelaugt und kraftlos seid.

8. die PDA

Schmerzen bei der Geburt sind eigentlich normal. Lasst euch hier nicht von Foreneinträgen und Videos auf z.B. Facebook irritieren in denen beteuert wird dass eine Geburt auch ohne Hilfsmittel schmerzlos einhergeht. Natürlich ist das möglich, jedoch wirklich eine große Ausnahme. Jede Frau hat ein anderes Schmerzempfinden, somit muss auch jede Gebährende selbst für sich entscheiden ob schmerzlindernde Mittel zum Einsatz kommen.

Bei einer PDA bleibt ihr bei Bewusstsein, die Wehen kommen jedoch nur noch als Druck und nicht mehr als Schmerz an. Auf das Baby geht das Mittel so gut wie nicht über. Oft wird eine PDA auch dann eingesetzt, wenn ein langsamer Geburtsvorgang von statten geht, um die Durchblutung der Plazenta zu steigern, dem Baby somit mehr Sauerstoff und Kraft zu geben und um den Muttermund weicher zu machen. 

Sich eine PDA zu wünschen ist kein Zeichen von Schwäche. Die Geburt ist kein Wettkampf wer die meisten Schmerzen aushalten kann, im Gegenteil! Eine schöne Geburt, an die ihr euch auch noch gern erinnert ist etwas wundervolles. Zögert daher nicht eure Hebamme, bzw. euren Arzt darauf anzusprechen.

Dennoch gilt: In manchen Fällen ist es für eine PDA schon zu spät, gerade wenn die Presswehen schon eingesetzt haben. Dann habt ihr euer kleines Wunder aber auch so ganz bald im Arm.

9. Ruhe gönnen

Ist euer Kind erstmal geboren wird es in eurem Leben nicht mehr so ruhig sein wie es vorher einmal war. Ihr habt gerade auch unglaubliches geleistet und Kräfte eingesetzt von denen ihr vermutlich nicht mal wusstet dass ihr diese habt. Körperlich und Psychisch. 

Der Körper und auch der Kopf müssen dies nun erstmal verarbeiten - und das nicht nur bei euch, sondern auch bei eurem gerade geborenen Kind. Nehmt euch daher Zeit und Ruhe raus, auch wenn alle anderen jetzt schon den kleinen Erdenbürger besuchen möchten. Lehnt hier vielleicht doch besser erst einmal ab. Nicht nur euch zuliebe. Euer Baby möchte vermutlich erst mal seine Mama und vielleicht auch den Papa kennenlernen bevor noch mehr fremde, neue Eindrücke/Gerüche/Stimmen usw. auf es einprasseln. 

Versucht auch, wenn möglich, so lange wie Möglich im Kreissaal zu bleiben, denn hier seit ihr noch unter euch. Hier gibt es keine Bettnachbarn, kein Besuch, keine Krankenschwestern die das Essen bringen oder ähnliches. Hier seid ihr einfach nur unter euch, nun als kleine Familie! Geniesst das solange irgendwie möglich.

10. Nachwehen lindern

Nachwehen werden oft als "schlimmer" als die Geburtswehen empfunden, denn sie führen zu keinem positiven Ausgang mehr. Euer Kind ist bereits geboren, daher sind Nachwehen in vielen Augen unsinnig und werden als nervig empfunden. Gerade bei einem Dammriss- oder schnitt können einem diese sehr zu schaffen machen. Auch sind Nachwehen beim 2./3./... Kind entsprechend stärker weil die Gebärmutter mehr Kraft braucht um sich erneut zurück zu ziehen. 

Um Nachwehen zu lindern können z.B. Arnica Globuli verabreicht werden, auch Paracetamol und Ibuprofen dürfen eingenommen werden. Bei Dammverletzungen können auch Eichenrindesitzbäder Linderung versprechen. 

Generell gilt auch hier: Alles was es euch leichter macht die Nachwehen auszuhalten, sollte auch erlaubt sein. Bei Unsicherheiten sprecht hier vorab mit eurer Hebamme, diese haben oft noch weitere kleine Tipps und Tricks parat.


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