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10 Mütter im Interview - Einmal ehrlich, was macht eigentlich der Papa?

 

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„Der Papa ist wunderbar, so wie oben schon beschrieben. Die Zeit bis wir endlich unser Wunder in unsere Arme schließen konnten war sehr schwer und holprig, er war immer da. Hat all meine (schlimmen) Stimmungsschwankungen ertragen. Und jetzt - ich würde sagen die 1. 3 Wochen hätte ich ohne ihn nicht "überstanden" und jetzt ist es ähnlich. Ich würde sagen, ich mache zwar das Meiste mit dem Kleinen, aber der Papa geht ja auch im Gegensatz zu mir arbeiten. Aber wenn er dann zu Haus ist, kann ich quasi sagen, dass ich so gut wie frei habe. Und es ist so toll zu beobachten wie die beiden sich lieben.“ (Anne W.)

 

„Arbeiten. Wenn er dann einmal zuhause ist und der Kleine nicht schon schläft, spielt er viel mit ihm und wechselt auch seine Windeln.“ (Julia B.)

 

„Der Papa arbeitet viel, trotzdem übernimmt er oft das Kochen, Einkaufen, die Kinder und und und. Er entlastet mich so gut er kann und er weiß, was ich als Mama für einen Job mache und wertschätzt diesen auch!“ (Daniela F.)

 

„Gute Frage ich glaube Papas sind in erster Linie da um Spaß zu machen. Den Ernst des Lebens müssen wir Mamas ihnen beibringen.“ (Susanne B.)

 

„Ich denke, dass es von Papa zu Papa variiert. Ich hatte Glück, denn mein Mann übernimmt alle Nachtschichten und lässt mich ausschlafen!“ (Emine A.)

 

„Der Papa ist bei uns auf jeden Fall der lustige Part, er macht die spaßigen Sachen, kann aber auch das Wickeln und Füttern übernehmen aber Hauptsächlich mache ich das natürlich.“ (Victoria M.)

 

„Alles, der Papa macht alles, manchmal natürlich mit einem Stöhnen oder genervten Blick aber er macht es dann trotzdem.“ (Janine B.)

 

„Bei uns steht der Papa für das Abendprogramm. Kind Bespassen, Kind fürs Bett richten und zu Bett bringen.“ (Verena K.)

 

„Er kümmert sich um die Maus, wenn er Zeit hat und Mama darf endlich einmal gescheit frühstücken.“ (Seyda A.)

 

„Papa ist da, er liest mir vieles von den Lippen ab und er steht mir immer bei. Es übernimmt meine Aufgaben, wenn es mir einmal schlecht geht und albern mit den Kindern.“ (Marie G.)

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

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Mein lieber Schatz,

 

3 Jahre alt bist du schon. Du denkst das Dir die Welt gehört. So selbstverständlich wie du durch die Welt gehst, so ängstlich schaue ich Dir zu. Als Deine Mama werde ich mir immer Gedanken um Dich machen, egal ob du 3 oder 30 Jahre alt bist. 

 

Doch das weißt Du nicht, denn ich zeige es Dir nicht. Ich bestärke Dich in Deinem Tun. Du sollst selbstständig und selbstbewusst sein. Du sollst Dich ausprobieren und auch mal etwas machen wovor Du vielleicht Angst hast. Du sollst einmal eine starke und selbstbewusste Frau sein. 

 

Ich ermutige Dich und halte deine Hand auch wenn ich innerlich ein bisschen möchte das Du immer mein kleines Mädchen bleibst. 

 

Und auch wenn ich manchmal nicht so handle wie Du es Dir wünschst, solltest Du wissen das ich es nur für Dich mache. Wenn Du selbst einmal Mama bist, wirst Du mich verstehen. 

 

Was Du noch wissen solltest: Ich war einmal ganz genauso wie Du. 

 

Du bist mein größtes Glück. 

 
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Fetales Alkoholsyndrom - Das unsichtbare Handicap - Donnerstagsblogserie

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Zehn Jahre emotionale Achterbahnfahrt 

 

Die Geschichte der Familie Schubert aus Bremerhaven ist eine, bei der man sich schwer tut mit der Entscheidung: Welcher Aspekt ist der wichtigste und gehört in die Headline? Ist es die beeindruckende und für andere mutmachende Tatsache, dass das Ehepaar Sabine und Michael Schubert gleich drei Pflegekinder mit dem Fetalen Alkoholsyndrom aufgenommen hat? Ist es die Tragödie, eines dieser Kinder im Alter von 10 Jahren tränenreich weggegeben haben zu müssen, weil die Zustände die Familie fast auseinander gesprengt haben?

Oder ist es der unglaubliche Vorwurf an das Jugendamt, bewusst verschwiegen zu haben, dass die leibliche Mutter des damals drei Monate alten Babys nicht nur Drogen, sondern auch reichlich Alkohol getrunken hat, um eine Akte weniger zu haben? Es könnte auch der Kampf der Eltern gegen den Sinneswandel der Behörden sein, FAS sei eine Modediagnose. Eltern wollten ihr Kind krank machen, nur um Geld abzusahnen. Dabei sei es vielmehr so, dass sie offensichtlich als Eltern versagt haben? 

 

Auch folgende Aussage von Sabine Schubert ist von enormer Tragweite, da Hoffnung für Pflegeeltern und FAS-Kinder gleichermaßen: “Es war für uns undenkbar, noch einmal ein FAS-Kind anzunehmen. Und jetzt bin ich total glücklich. Von Bethel im Norden bekommen wir eine selbstverständliche Unterstützung, die ich mir für andere Eltern und ihre Kinder nur wünschen kann. Hätten wir die von Anfang an gehabt, wäre alles anders gekommen.”

 

Die emotionale Achterbahnfahrt der Schuberts beginnt im Krankenhaus von Bremerhaven im Mai 2005. Sabine bekommt von einer Sozialarbeiterin ein drei Monate altes süßes Baby in den Arm gelegt. Diese erklärt den freudigen und aufgeregten Pflegeeltern, dass es sich um das Kind einer drogenabhängigen Frau handele. “Von Alkoholkonsum der Mutter kein Wort”, erinnert sich Sabine. Mit der Liebe einer Familie würden sich solche Kinder ganz normal entwickeln, habe die Sozialarbeiterin prophezeit. “Plötzlich machte diese Druck”, weiß Sabine noch ganz genau, “sie forderte uns auf, dass wir uns sofort entscheiden müssten, da es eine Menge anderer Paare gäbe, die Schlange stünden, das Kind haben zu wollen.” Mit einem süßen Baby im Arm, wer sage da schon nein, fragt die leidenschaftliche Vollzeit-Mama.

 

Das süße Baby Anna* entwickelt sich zu einem sehr hübschen, aber nicht zu einem “normalen” Mädchen. Es ist hochaggressiv mit einer Neigung zu gewalttätigen Übergriffen und überdurchschnittlich intelligent. Eine für FAS eher ungewöhnliche Kombination – mit fatalen Folgen. Anna kann täuschen und manipulieren, dass sogar Fachleute auf sie hereinfallen. Jugendamt, psycho-sozialer Dienst schenken den Eltern des vordergründig sprachgewandten, hilfsbereiten und höflichen Mädchens keinen Glauben. Immer wieder heißt es “Sie versagen als Eltern”, erzählt Sabine. Bei einem Polizeieinsatz im trauten Familienheim ziehen die Polizisten kopfschüttelnd wieder ab, weil sie den Eltern nicht glauben wollten, dass dieses liebe Mädchen derart gewaltbereit ausgerastet sein sollte, dass die Eltern und der inzwischen hinzu gekommene Pflegesohn Taylor* um ihr Leben fürchteten.

 

Bis zu diesem Zeitpunkt, als sich sowohl tags als auch nachts nur noch Randale abspielte, hatten die Schuberts schon eine lange Odysee hinter sich, Unterstützung für ihr Kind zu bekommen. “Ich hatte von einer Studie der Uni Münster gelesen, bei der es um die geistige Entwicklung von Drogenentzugskindern ging”, erzählt Sabine. So lernte das Ehepaar 2008 den FAS-Spezialisten Dr. Reinhold Feldmann kennen. Die FAS-Diagnose für Anna folgte auf dem Fuße. “Wir kontaktierten die leibliche Mutter”, berichtet die heute 39jährige. Diese habe sich sehr ehrlich und auskunftsfreudig gezeigt und zum Nachweis alles aufgeschrieben, was sie an Drogen konsumiert hatte. Auf der Liste stand neben Tabletten, Reinigungsmitteln, diversen anderen Drogen auch Alkohol. Trotz Vorlage dieses Nachweises und eines Gutachtens Dr. Feldmanns verlautete es beim Jugendamt Bremerhaven: FAS ist eine Modeerscheinung. Sie wollen Ihr Kind nur krank machen, um sich Vorteile zu erschleichen. Den Pflegeeltern stockte der Atem. Starker Tobak. Bei diesen Kommentaren verpuffte die Erleichterung über die FAS-Diagnose, die den Eltern bescheinigte, nicht schuld an den schweren Verhaltensstörungen des Kindes zu haben, allzu schnell.

 

Es wandten sich auch Freunde und Familienmitglieder ab, solche die meinten: Lasst’ das Kind doch einfach mal sein wie es ist. Das Ehepaar Schubert solidarisierte sich mit anderen Pflegeeltern. “Untereinander müssen wir uns nichts erklären. Jeder versteht den anderen”, sagt Sabine. Sie und ihr Mann kämpften weiter. Für Anna. Und für sich selbst als Familie. “Wer gibt schon gern sein Kind wieder weg? Wer gesteht schon gerne ein, dass er es nicht geschafft hat?”, bekennen die Eltern. 

 

Zehn Jahre dauerte der Kampf, der einer Zerreißprobe gleich kam. In der Zwischenzeit hatten die Schuberts ein weiteres Pflegekind angenommen, einen neun Monate alten Jungen, von dem bekannt war, dass seine Mutter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken hatte. Taylor bekamen die Schuberts über den Hamburger Förderverein für Pflegekinder und ihre Familien Pfiff***. “Wir dachten, ein ‘normales’ Kind würde nicht passen”, erklärt Sabine, die mit großer Leidenschaft Mutter ist. Taylor ist normal intelligent und alles andere als aggressiv. Er verspürt keinen inneren Druck wie seine Schwester, die in allem immer die Beste sein will. Und er teilt für sein Leben gern. “Nicht wie Anna”, erzählt die Mutter, “die schon völlig ausgerastet ist, wenn man ihr Lego nur von weitem angeschaut hat.” 

 

Mit Taylor und “Pfiff” erlebt das Ehepaar, wie es auch anders geht. Die Diagnose wird ohne Misstrauen und Diskussionen anerkannt. Die Einrichtung weiß um die Bedeutung und Schwere der Beeinträchtigungen durch FAS. Lediglich als Taylor eingeschult wird, müssen die Schuberts um eine Schulassistenz kämpfen, was aber daran liegt, dass die Zuständigkeit inzwischen nicht mehr in der Hand von Pfiff liegt. 

 

Das Leben mit Anna indes bleibt schwierig und turbulent. Dr. Feldmann zieht die Notbremse und vermittelt 2014 eine vollstationäre Therapie über fünf Wochen bei seiner renommierten Kollegin Dr. Heike Hoff-Emden, die das Sozialpädiatrische Zentrum in Leipzig leitet. An deren Ende entsteht ein eindrucksvolles Gutachten, das die ernüchternde Klarheit bringt: Das Mädchen wird höchstwahrscheinlich die Familie sprengen. Ein Notfallplan wird erstellt, der beinhaltet, dass Anna beim nächsten Übergriff die Familie verlassen muss. Der ultimative Showdown lässt nicht lange auf sich warten. Anna muss von jetzt auf gleich zu einer Notpflegemutter. Auch da kommt es nach wenigen Tagen zur Eskalation. Anna, wieder einmal in unbändiger Wut, will dem anderen Pflegekind, einem Baby, mit dem Messer den Kopf abschneiden. “Das Baby war ihr zu laut”, erzählt ihre Pflegemutter, um klar zu stellen, was bei Anna ausreicht, um völlig auszurasten.

 

“Jetzt endlich glaubte uns das Jugendamt”, berichtet Sabine. Schweren Herzens verabschieden sich die Schuberts von ihrem ersten Kind, das in einer Wohngruppe untergebracht wird, bleiben aber ihre sorgenden Eltern. Das werde sich auch nicht ändern, versichert Sabine. Aber dass Anna irgendwann wieder nach Hause zurückkehren kann, halten die Schuberts für ausgeschlossen. 

 

Inzwischen haben die Schuberts, die mit Leib und Seele Pflegeeltern sind, noch ein alkoholgeschädigtes Kind angenommen: den nunmehr zwei Jahre alten Joel. “Acht Wochen dauerte der Entzug in der Klinik”, erzählt Sabine, “ich hatte ihn den ganzen Tag am Körper, er brauchte permanente Nähe”. Ihn vermittelte die Organisation Bethel im Norden. “Die kümmern sich um alles, so, als wäre Joel ihr eigenes Kind, es gibt keine Diskussionen um Fördermaßnahmen oder entlastungsfreie Stunden für die Eltern”, schwärmt die engagierte Mutter und mutmaßt: “Wenn ich das bei Anna gehabt hätte, wäre alles anders gekommen.” Das belastet Sabine Schubert immer noch. Außerdem auch die Tatsache, dass für Pflegekind Taylor inzwischen das Jugendamt Bremerhaven zuständig ist. Seitdem heißt es wieder kämpfen, kämpfen kämpfen; zur Zeit gerade um die Fortsetzung der Schulassistenz. Dennoch kann Sabine Schubert mit voller Inbrunst sagen, dass sie glücklich ist.

 

*Die Namen der Kinder sind geändert

**Bethel im Norden (www.bethel-norden.de) gehört zu den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel

*** Pfiff für Pflegekinder und ihre Familien e.V. (www.pfiff-hamburg.de)

 
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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

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Meine liebes Kind Leni Christin, 

 

Ein paar Zeilen an dich zu richten, ist eines der wenigen Dinge die ich noch tun kann. Ich hoffe es geht dir gut dort oben im Sternenkinderhimmel.  Dass du tanzt und spielst im Regenbogenland, voller Liebe und Lachen.  

 

Neulich hab ich ihn gesehen, euren Regenbogen. Und sofort fühlte ich mich dir so nah. 

 

Wenn ich an den Tag deiner Geburt denke, so bin ich sofort von Schmerz und Trauer erfüllt und zugleich von großem Stolz, deine Mama zu sein. Von diesem wunderschönen Mädchen. Niemals werde ich dich vergessen, immer bist du ein Teil von uns. Ich danke dir, dass du uns deinen Bruder Leonard geschickt hast. Aber ich will auch das du weißt, dass wir immer wieder an dich denken. Mal mit ein paar Tränen in den Augen, mal mit einem Lächeln im Gesicht. Deine große Schwester Elly hat dir ein Bild in den Himmel geschickt. Sie fragt so oft nach dir. Ich glaube ganz fest daran, dass wir uns wiedersehen. Diese Vorstellung gibt mir Hoffnung.

 

Ich möchte dir noch sagen, dass ich ich dich immer lieben werde und du fest in unseren Herzen bist.

 

Bis bald mein Kind, tausend Küsse in den Himmel!

Deine Mama Anja

 
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10 Mütter im Interview - Was aus eurer eigenen Kindheitserziehung habt ihr übernommen?

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„Die Kinder recht selbstständig zu erziehen. Dass sie alles immer auch selber ausprobieren sollen. Geht nicht gibst nicht.“ (Susanne B.)

 

„Da er halt wie gesagt erst 7 Monate ist kann ich dazu noch nicht viel sagen, aber ich weiß, dass ich vieles so machen werde, wie es meine Eltern bei mir gemacht haben, auch die Dinge weswegen ich sie damals verflucht habe. Z.B. Helmpflicht.“ (Anne W.)

 

„Kann ich bis jetzt schwer sagen, da er erst 4 Monate alt ist. Aber es soll später klare Regeln zur Bettgehzeit geben.“ (Julia B.)

 

„Ja alle Rituale aus meiner Kindheit habe ich übernommen und hoffe meine Kinder werden dies auch tun.“ (Marie G.)

 

„Das Kind nicht in Watte packen, Dinge ausprobieren lassen. Vertrauen ins eigene Kind ist das wichtigste.“  (Janine B.)

 

„Immer mit viel Liebe und Hingabe dem Kind gegenübertreten. Selbst in ganz jungem Alter spüren sie diese innere Ruhe.“ (Emine A.)

 

„Ich bin sehr streng erzogen worden. Viele Regeln, wenig Liebe, wenig Spielraum sich zu entfalten. Wenn ich ehrlich bin, habe ich für mich nur die Erkenntnis gewonnen, es anders zu machen.“ (Verena K.)

 

„Bis jetzt noch nichts sie ist noch zu klein aber meine Maus darf definitiv wie ich viel im Matsch spielen von mir aus auch einmal Schneckenhäuser sammeln etc.“ (Seyda A.)

 

„Feste Tagesabläufe, Feste Mahlzeiten, Lieder singen und später möchte ich gern das Abendliche Kassetten hören einführen.“ (Victoria M.)

 

„Mir ist wichtig, unseren Kindern zu zeigen, dass es auch noch andere Städte und Dörfer gibt, andere Länder und andere Kulturen, und die sollen sie sich angucken und bereisen! Obwohl sie plötzlich alleine war, hat meine Mutter mich trotzdem ziehen lassen und immer gesagt, ich soll reisen und mir die Welt anschauen!“ (Daniela F.)

 

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

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Ich muss mit meiner Erzählung etwa 10 Monate vor der Geburt meines Sonnenscheins beginnen.

 

Nach 2 wunderbaren Kindern (16 und 10 Jahre) hatten mein Mann und ich das Gefühl, es fehlt irgendwie was in unserem Leben und uns wurde schnell klar, dass wir beide uns noch ein drittes Kind wünschten. Nach einer Brustkrebserkrankung nach der Geburt unserer großen Tochter, konnten wir uns den 2. Kinderwunsch erst später als geplant erfüllen. Dann kam Beruf und Karriere dazwischen, aber irgendwie war der bestehende Kinderwunsch immer wieder mal präsent. 

 

Also entschlossen wir uns im Mai 2017 , trotz des „fortgeschrittenen“ Alters (beide 41) und nach Absprache mit meiner Gynäkologin, es mit allen Konsequenzen noch einmal zu versuchen. Wir setzten uns ein „Limit“ bis Ende 2017 und sagten uns selbst, wenn es bis dahin nicht klappt, dann soll es nicht mehr sein. 

 

Ende September 2017 fühlte sich mein Körper anders an und ich wusste, ich bin tatsächlich schwanger. Aufgeregt wartete ich auf die Regelblutung, die dann tatsächlich ausblieb... der folgende Test war dann direkt positiv und wir waren überglücklich. 

 

Bei einer Vorsorgeuntersuchung in der 9. SSW erzählte ich meiner Gynäkologin, dass meine in 2003 erkrankte und operierte Brust so schmerzen würde. In der Schwangerschaft natürlich nicht unnormal. Aber für mich war es ungewöhnlich, da ich aus der Schwangerschaft meines mittleren Sohnes wusste, dass die operierte Brust sich eigentlich nicht verändert. 

 

Meine Gynäkologin war sehr aufmerksam und machte direkt einen Ultraschall. Da sie tatsächlich einen Knoten feststellte, bekam ich direkt am Nachmittag des gleichen Tages eine Biopsie. Zwei Tage später hatte ich es leider schwarz auf weiß...der Krebs hatte mich erneut befallen. 

 

Ein Karussell der Gefühle begann...wir brachen zusammen und wussten nicht wie es weitergehen soll...

 

Unser absolutes Wunschkind gehen lassen, kam für uns nicht in Frage und nach etlichen Tagen der Ungewissheit und vielen Arztbesuchen war klar, dass wir das auch nicht tun mussten. 

 

Bei einem Spaziergang alleine im Wald versprach ich dem kleinen Wesen in meinem Bauch, dass ich es nicht zulassen würde, dass ihm etwas passiert und ich alles dafür tun würde, es zu einem späteren Zeitpunkt im Arm halten zu können. 

 

In der 14.SSW unterzog ich mich einer Brustamputation unter Vollnarkose. Immer unter strengster und engmaschiger, ärztlicher Kontrolle war später klar: dem kleinen Zwerg in meinem Bauch geht es hervorragend und er entwickelte sich vorbildlich. 

 

Die nächste Entscheidung stand an. Das Baby früher holen, um mir einen früheren Therapiestart zu ermöglichen und um die nötigen weiteren Untersuchungen so schnell wie möglich durchführen zu können, oder den kleinen Mann (mittlerweile wussten wir, dass es ein kleiner Kämpfer ist) selbst entscheiden zu lassen, wann er ankommen möchte. 

 

Wir entschieden uns ihn selbst wählen zu lassen...auch wenn es im Nachhinein betrachtet für mich ziemlich nervenaufreibend war... 

 

Allerdings machte er keinerlei Anstalten am Termin (05.06) persönlich „Hallo“ zu sagen und da meine Gynäkologin mich aufgrund der ganzen Vorgeschichte nicht übertragen lassen wollte, wurde ich am 04.06. zur Einleitung ins KH geschickt. 

 

Meine Hebamme aus dem Vorbereitungskurs hatte Dienst und nach zwei Kindern war mir auch klar, dass ich die „Hausmittel“ zur Einleitung und stunden-/ oder tagelange Warterei nicht wollte...das machte ich unmissverständlich klar und so bekam ich noch am Nachmittag, gegen 16:00 Uhr einen wehenfördernden Tampon eingelegt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Herztöne des Kleinen nicht so gut und deshalb entschied man sich für das Tampon, um es im Notfall jederzeit entfernen zu können. 

 

Ca. 2 Stunden später bekam ich erste Wehen; leicht und aushaltbar. Am CTG erkennbar waren aber leider die Herztöne vom Kleinen immer noch nicht gut. So musste ich jede Stunde zum CTG...immer das gleiche Spiel...leichte Wehen, Herztöne nicht gut. 

 

Gegen 21:00 Uhr hatte ich dann keine Wehen mehr und die Herztöne waren in Ordnung. 

 

Mein Mann wurde nochmal nach Hause geschickt und ich auf mein Zimmer. Wir sollten versuchen zu schlafen. Es könnte noch lange dauern, bis sich was tut. Falls sich etwas verändert, sollte ich zurück zum Kreissaal kommen.

 

Gesagt, getan. Ich legte mich hin, schaute noch etwas fern und schlief dann tief und fest ein. Ich schlief die ganze Nacht wie ein Stein. So hatte ich wochenlang nicht mehr geschlafen. Gegen 04:30 Uhr würde ich plötzlich wach. Ein leicht schmerzhaftes Ziehen war der Grund. Ich dachte: „Oh. Das könnte eine Wehe gewesen sein.“ und schlief wieder ein. Um 04:50 Uhr stand ich dann plötzlich im Bett und musste veratmen. Und mir war schlagartig klar, dass sind definitiv Wehen und ich muss zum Kreissaal. Ich ging kurz ins Bad, kam zurück ins Zimmer, schloss die Schranktür und dachte es zerreißt mich. Ab diesem Moment hatte ich alle 2 Minuten Wehen, die sich gewaschen hatten. Ich lief noch selbst zum Kreissaal, immer wieder von Wehen geschüttelt. Die Nachtdienst-Hebamme nahm mich in Empfang, brachte mich in einen Kreissaal, schloss mich ans CTG an und untersuchte mich. Den Wehen nach zu urteilen, dachte ich der Muttermund sei fast komplett eröffnet. Wehen in diesem Stadium kannte ich bisher nicht, da ich bei den beiden anderen Kindern jeweils eine PDA hatte... 

 

Die Hebamme blickte mich mitleidig an und teilte mir mit, dass der Muttermund erst bei 2 cm läge. Sie entfernte sofort den Tampon und versorgte mich mit sämtlichen Schmerzmitteln die möglich waren, da ich mittlerweile jede Minute eine heftige Wehe hatte. Es war mittlerweile 05:45Uhr. Ich schrieb meinem Mann eine Nachricht, dass er sofort kommen müsste. Reden konnte ich nicht mehr. Gott sei Dank war er schon wach und hat die Nachricht gelesen. 

 

Um 05:50 Uhr ging die Kreissaaltür auf und meine Hebi aus dem Vorbereitungskurs kam wieder zum Frühdienst. Ich war so glücklich, denn ich hatte mir so gewünscht, dass sie bei der Entbindung dabei ist. Jahrelange Erfahrung hatte sie. Und Sie war mit vom ersten Augenblick an so ans Herz gewachsen. Sie gab mir homöopathische Mittelchen, half mir zu veratmen und zu kreisen und kontrollierte mit ernster Miene das CTG. Die Herztöne vom Kleinen waren schlecht. Ich hing mit dem Oberkörper auf dem Kreisbett, um im nächsten Moment wieder zu stehen. Es war kaum auszuhalten. In keiner einzigen Position. 

 

Um 06:20 Uhr stürmte mein Mann in den Kreissaal und ich brach in seinem Arm zusammen. Ich hatte durchgehende Wehen. Es war eigentlich nicht auszuhalten. Bis heute weiß ich nicht, wie ich das geschafft habe. Ich wimmerte nach einer PDA, wo alle anwesenden Personen sofort mit einverstanden waren. Die Anästhesistin wurde gerufen. Eine Ärztin untersuchte mich noch im Liegen. Muttermund bei 4cm. PDA problemlos möglich. Die Schmerzen wurden immer unerträglicher. Ich hatte keine einzige Wehenpause. Um 06:35 Uhr hörte ich die Anästhesistin und fieberte der PDA entgegen. Plötzlich spürte ich einen wahnsinnigen Druck nach unten. Ich stand zu diesem Zeitpunkt wieder mit dem Oberkörper auf das Kreisbett gestützt. Als ich den Druck erwähnte, wurde ich wieder hingelegt und die Ärztin kam wieder zur Untersuchung. Währenddessen nahm ich so halb wahr, wie meine Hebamme die Wärmelampe über dem Wickeltisch anmachte und alle nötigen Behältnisse zur Entbindung fertig machte. Ich dachte noch, wieso sie das tut?! Und dann wurde mir klar...das mit der PDA wird nix mehr. Die Fruchtblase platze auf dem Kreisbett, die Ärztin sagte 10 cm und die Anästhesistin verließ den Kreissaal um 6:45 Uhr unverrichteter Dinge. 

 

Die Herztöne sackten weiter ab. Das alles nahm ich nur am Rande war...ich hatte das Gefühl, ich muss pressen...Meine Nachsorge-Hebamme, die bereits meinen mittleren Sohn zur Welt geholt hatte, war auch mittlerweile da. Und ich ließ mich einfach nur noch „fallen“, weil ich sooo erleichtert war, dass um mich herum vertraute Menschen waren. 

 

Dann hörte ich nur noch die Anweisung: „Du tust jetzt nur noch das, was ich dir sage!“ und ich musste im Vierfüssler aufs Kreisbett. Im nächsten Moment presste ich, als wenn es kein Morgen mehr geben würde... 3-4 Mal...und dann hieß es um Punkt 07:00 Uhr: Da ist er....diese Erleichterung, die durch meinen Körper schoss, kann ich überhaupt nicht beschreiben. Aber ich hörte nichts...und vor allem konnte ich nichts sehen, weil er ja hinter mir lag...dann endlich...nach einer gefühlten Ewigkeit hörte ich das erste, leise Protestschreien meines kleinen Kämpfers und die Tränen flossen...man reichte ihn mir zwischen meinen Beinen durch, ich kniete mich hin und hielt ihn einfach nur noch an mich gepresst in meinen Armen. Mein Mann und ich heulten um die Wette, hielten uns alle im Arm und waren einfach nur glücklich. Mein kleiner Schutzengel war geboren und ich hatte mein Versprechen eingelöst. 

 

Mein kleiner Schatz sah aus wie ein Schlumpf. Da er zweimal die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatte, war sein Gesicht ganz blau gestaucht...das war auch der Grund für die schlechten Herztöne...aber er war da und er war kerngesund. Er hat sich wahrlich auf die Welt katapultiert. Es begann eine lange, intensive und wunderschöne Bondingphase. Mein Mann nabelte ihn irgendwann ab, während ich ihn festhielt. Die Ärztin kam zu meiner Untersuchung und konnte unverrichteter Dinge gehen. Es war alles in Ordnung. Während wir auf dem Kreisbett kuschelten, nahm die restliche „Geburt“ ihren Lauf und wir konnten dann endlich ins richtige Bett. Haut an Haut gekuschelt blieben wir im Kreissaal. Dann nahm die Hebamme Matts und meinen Mann mit zum Wickeltisch zum Wiegen und Messen. Mein Mann zog ihn dann an und ich konnte mich in der Zwischenzeit im Kreissaal abduschen und waschen. Danach gingen wir wieder ins Bett und kuschelten weiter. Der grosse Bruder und die große Schwester durften dann ausnahmsweise den kleinen Bruder noch im Kreissaal begrüßen. Sie weinten sogar vor Freude und platzten fast vor Stolz, als sie ihn in den Armen hielten....

 

Da mein Traum vom Stillen leider ein paar Monate zuvor platzte, musste ich schweren Herzens direkt eine Abstilltablette schlucken. Danach wurden wir dann auf unser Zimmer gebracht. 

 

Sechs Wochen nach der Entbindung konnte ich meine Anti-Hormontherapie beginnen und mittlerweile sind auch alle Untersuchungen gelaufen. Der Krebs ist verbannt. Metastasen haben sich in der langen Zeit des Wartens nicht niedergelassen. Ich bin wieder gesund und wenn ich meinen kleinen Sonnenschein heute anschaue, platze ich vor Glück ins weiß genau, dass ich alles genau richtig gemacht habe. 

 

 
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Geburtsbericht - Montagsblogserie

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Ich muss mit meiner Erzählung etwa 10 Monate vor der Geburt meines Sonnenscheins beginnen.

 

Nach 2 wunderbaren Kindern (16 und 10 Jahre) hatten mein Mann und ich das Gefühl, es fehlt irgendwie was in unserem Leben und uns wurde schnell klar, dass wir beide uns noch ein drittes Kind wünschten. Nach einer Brustkrebserkrankung nach der Geburt unserer großen Tochter, konnten wir uns den 2. Kinderwunsch erst später als geplant erfüllen. Dann kam Beruf und Karriere dazwischen, aber irgendwie war der bestehende Kinderwunsch immer wieder mal präsent. 

 

Also entschlossen wir uns im Mai 2017 , trotz des „fortgeschrittenen“ Alters (beide 41) und nach Absprache mit meiner Gynäkologin, es mit allen Konsequenzen noch einmal zu versuchen. Wir setzten uns ein „Limit“ bis Ende 2017 und sagten uns selbst, wenn es bis dahin nicht klappt, dann soll es nicht mehr sein. 

 

Ende September 2017 fühlte sich mein Körper anders an und ich wusste, ich bin tatsächlich schwanger. Aufgeregt wartete ich auf die Regelblutung, die dann tatsächlich ausblieb... der folgende Test war dann direkt positiv und wir waren überglücklich. 

 

Bei einer Vorsorgeuntersuchung in der 9. SSW erzählte ich meiner Gynäkologin, dass meine in 2003 erkrankte und operierte Brust so schmerzen würde. In der Schwangerschaft natürlich nicht unnormal. Aber für mich war es ungewöhnlich, da ich aus der Schwangerschaft meines mittleren Sohnes wusste, dass die operierte Brust sich eigentlich nicht verändert. 

 

Meine Gynäkologin war sehr aufmerksam und machte direkt einen Ultraschall. Da sie tatsächlich einen Knoten feststellte, bekam ich direkt am Nachmittag des gleichen Tages eine Biopsie. Zwei Tage später hatte ich es leider schwarz auf weiß...der Krebs hatte mich erneut befallen. 

 

Ein Karussell der Gefühle begann...wir brachen zusammen und wussten nicht wie es weitergehen soll...

 

Unser absolutes Wunschkind gehen lassen, kam für uns nicht in Frage und nach etlichen Tagen der Ungewissheit und vielen Arztbesuchen war klar, dass wir das auch nicht tun mussten. 

 

Bei einem Spaziergang alleine im Wald versprach ich dem kleinen Wesen in meinem Bauch, dass ich es nicht zulassen würde, dass ihm etwas passiert und ich alles dafür tun würde, es zu einem späteren Zeitpunkt im Arm halten zu können. 

 

In der 14.SSW unterzog ich mich einer Brustamputation unter Vollnarkose. Immer unter strengster und engmaschiger, ärztlicher Kontrolle war später klar: dem kleinen Zwerg in meinem Bauch geht es hervorragend und er entwickelte sich vorbildlich. 

 

Die nächste Entscheidung stand an. Das Baby früher holen, um mir einen früheren Therapiestart zu ermöglichen und um die nötigen weiteren Untersuchungen so schnell wie möglich durchführen zu können, oder den kleinen Mann (mittlerweile wussten wir, dass es ein kleiner Kämpfer ist) selbst entscheiden zu lassen, wann er ankommen möchte. 

 

Wir entschieden uns ihn selbst wählen zu lassen...auch wenn es im Nachhinein betrachtet für mich ziemlich nervenaufreibend war... 

 

Allerdings machte er keinerlei Anstalten am Termin (05.06) persönlich „Hallo“ zu sagen und da meine Gynäkologin mich aufgrund der ganzen Vorgeschichte nicht übertragen lassen wollte, wurde ich am 04.06. zur Einleitung ins KH geschickt. 

 

Meine Hebamme aus dem Vorbereitungskurs hatte Dienst und nach zwei Kindern war mir auch klar, dass ich die „Hausmittel“ zur Einleitung und stunden-/ oder tagelange Warterei nicht wollte...das machte ich unmissverständlich klar und so bekam ich noch am Nachmittag, gegen 16:00 Uhr einen wehenfördernden Tampon eingelegt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Herztöne des Kleinen nicht so gut und deshalb entschied man sich für das Tampon, um es im Notfall jederzeit entfernen zu können. 

 

Ca. 2 Stunden später bekam ich erste Wehen; leicht und aushaltbar. Am CTG erkennbar waren aber leider die Herztöne vom Kleinen immer noch nicht gut. So musste ich jede Stunde zum CTG...immer das gleiche Spiel...leichte Wehen, Herztöne nicht gut. 

 

Gegen 21:00 Uhr hatte ich dann keine Wehen mehr und die Herztöne waren in Ordnung. 

 

Mein Mann wurde nochmal nach Hause geschickt und ich auf mein Zimmer. Wir sollten versuchen zu schlafen. Es könnte noch lange dauern, bis sich was tut. Falls sich etwas verändert, sollte ich zurück zum Kreissaal kommen.

 

Gesagt, getan. Ich legte mich hin, schaute noch etwas fern und schlief dann tief und fest ein. Ich schlief die ganze Nacht wie ein Stein. So hatte ich wochenlang nicht mehr geschlafen. Gegen 04:30 Uhr würde ich plötzlich wach. Ein leicht schmerzhaftes Ziehen war der Grund. Ich dachte: „Oh. Das könnte eine Wehe gewesen sein.“ und schlief wieder ein. Um 04:50 Uhr stand ich dann plötzlich im Bett und musste veratmen. Und mir war schlagartig klar, dass sind definitiv Wehen und ich muss zum Kreissaal. Ich ging kurz ins Bad, kam zurück ins Zimmer, schloss die Schranktür und dachte es zerreißt mich. Ab diesem Moment hatte ich alle 2 Minuten Wehen, die sich gewaschen hatten. Ich lief noch selbst zum Kreissaal, immer wieder von Wehen geschüttelt. Die Nachtdienst-Hebamme nahm mich in Empfang, brachte mich in einen Kreissaal, schloss mich ans CTG an und untersuchte mich. Den Wehen nach zu urteilen, dachte ich der Muttermund sei fast komplett eröffnet. Wehen in diesem Stadium kannte ich bisher nicht, da ich bei den beiden anderen Kindern jeweils eine PDA hatte... 

 

Die Hebamme blickte mich mitleidig an und teilte mir mit, dass der Muttermund erst bei 2 cm läge. Sie entfernte sofort den Tampon und versorgte mich mit sämtlichen Schmerzmitteln die möglich waren, da ich mittlerweile jede Minute eine heftige Wehe hatte. Es war mittlerweile 05:45Uhr. Ich schrieb meinem Mann eine Nachricht, dass er sofort kommen müsste. Reden konnte ich nicht mehr. Gott sei Dank war er schon wach und hat die Nachricht gelesen. 

 

Um 05:50 Uhr ging die Kreissaaltür auf und meine Hebi aus dem Vorbereitungskurs kam wieder zum Frühdienst. Ich war so glücklich, denn ich hatte mir so gewünscht, dass sie bei der Entbindung dabei ist. Jahrelange Erfahrung hatte sie. Und Sie war mit vom ersten Augenblick an so ans Herz gewachsen. Sie gab mir homöopathische Mittelchen, half mir zu veratmen und zu kreisen und kontrollierte mit ernster Miene das CTG. Die Herztöne vom Kleinen waren schlecht. Ich hing mit dem Oberkörper auf dem Kreisbett, um im nächsten Moment wieder zu stehen. Es war kaum auszuhalten. In keiner einzigen Position. 

 

Um 06:20 Uhr stürmte mein Mann in den Kreissaal und ich brach in seinem Arm zusammen. Ich hatte durchgehende Wehen. Es war eigentlich nicht auszuhalten. Bis heute weiß ich nicht, wie ich das geschafft habe. Ich wimmerte nach einer PDA, wo alle anwesenden Personen sofort mit einverstanden waren. Die Anästhesistin wurde gerufen. Eine Ärztin untersuchte mich noch im Liegen. Muttermund bei 4cm. PDA problemlos möglich. Die Schmerzen wurden immer unerträglicher. Ich hatte keine einzige Wehenpause. Um 06:35 Uhr hörte ich die Anästhesistin und fieberte der PDA entgegen. Plötzlich spürte ich einen wahnsinnigen Druck nach unten. Ich stand zu diesem Zeitpunkt wieder mit dem Oberkörper auf das Kreisbett gestützt. Als ich den Druck erwähnte, wurde ich wieder hingelegt und die Ärztin kam wieder zur Untersuchung. Währenddessen nahm ich so halb wahr, wie meine Hebamme die Wärmelampe über dem Wickeltisch anmachte und alle nötigen Behältnisse zur Entbindung fertig machte. Ich dachte noch, wieso sie das tut?! Und dann wurde mir klar...das mit der PDA wird nix mehr. Die Fruchtblase platze auf dem Kreisbett, die Ärztin sagte 10 cm und die Anästhesistin verließ den Kreissaal um 6:45 Uhr unverrichteter Dinge. 

 

Die Herztöne sackten weiter ab. Das alles nahm ich nur am Rande war...ich hatte das Gefühl, ich muss pressen...Meine Nachsorge-Hebamme, die bereits meinen mittleren Sohn zur Welt geholt hatte, war auch mittlerweile da. Und ich ließ mich einfach nur noch „fallen“, weil ich sooo erleichtert war, dass um mich herum vertraute Menschen waren. 

 

Dann hörte ich nur noch die Anweisung: „Du tust jetzt nur noch das, was ich dir sage!“ und ich musste im Vierfüssler aufs Kreisbett. Im nächsten Moment presste ich, als wenn es kein Morgen mehr geben würde... 3-4 Mal...und dann hieß es um Punkt 07:00 Uhr: Da ist er....diese Erleichterung, die durch meinen Körper schoss, kann ich überhaupt nicht beschreiben. Aber ich hörte nichts...und vor allem konnte ich nichts sehen, weil er ja hinter mir lag...dann endlich...nach einer gefühlten Ewigkeit hörte ich das erste, leise Protestschreien meines kleinen Kämpfers und die Tränen flossen...man reichte ihn mir zwischen meinen Beinen durch, ich kniete mich hin und hielt ihn einfach nur noch an mich gepresst in meinen Armen. Mein Mann und ich heulten um die Wette, hielten uns alle im Arm und waren einfach nur glücklich. Mein kleiner Schutzengel war geboren und ich hatte mein Versprechen eingelöst. 

 

Mein kleiner Schatz sah aus wie ein Schlumpf. Da er zweimal die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatte, war sein Gesicht ganz blau gestaucht...das war auch der Grund für die schlechten Herztöne...aber er war da und er war kerngesund. Er hat sich wahrlich auf die Welt katapultiert. Es begann eine lange, intensive und wunderschöne Bondingphase. Mein Mann nabelte ihn irgendwann ab, während ich ihn festhielt. Die Ärztin kam zu meiner Untersuchung und konnte unverrichteter Dinge gehen. Es war alles in Ordnung. Während wir auf dem Kreisbett kuschelten, nahm die restliche „Geburt“ ihren Lauf und wir konnten dann endlich ins richtige Bett. Haut an Haut gekuschelt blieben wir im Kreissaal. Dann nahm die Hebamme Matts und meinen Mann mit zum Wickeltisch zum Wiegen und Messen. Mein Mann zog ihn dann an und ich konnte mich in der Zwischenzeit im Kreissaal abduschen und waschen. Danach gingen wir wieder ins Bett und kuschelten weiter. Der grosse Bruder und die große Schwester durften dann ausnahmsweise den kleinen Bruder noch im Kreissaal begrüßen. Sie weinten sogar vor Freude und platzten fast vor Stolz, als sie ihn in den Armen hielten....

 

Da mein Traum vom Stillen leider ein paar Monate zuvor platzte, musste ich schweren Herzens direkt eine Abstilltablette schlucken. Danach wurden wir dann auf unser Zimmer gebracht. 

 

Sechs Wochen nach der Entbindung konnte ich meine Anti-Hormontherapie beginnen und mittlerweile sind auch alle Untersuchungen gelaufen. Der Krebs ist verbannt. Metastasen haben sich in der langen Zeit des Wartens nicht niedergelassen. Ich bin wieder gesund und wenn ich meinen kleinen Sonnenschein heute anschaue, platze ich vor Glück ins weiß genau, dass ich alles genau richtig gemacht habe. 

 

 
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Geburtsbericht - Montagsblogserie

Geburtsberichte_Montagsblog

 

Anfang des Jahres 2016, irgendwann im März, stand ich im (geplanten) Kinderzimmer und hab aus dem Fenster geschaut. Kaum zu glauben, aber in diesem Moment ist ein Storch vorbei geflogen. Naja, was soll ich sagen, er hat wohl beim Vorbeifliegen gesehen, dass ich in einem leeren Zimmer stehe… Jedenfalls, kurz darauf sollte ich erfahren, dass wir ab Dezember zu dritt sind! 

 

Wir mussten 3 Jahre warten, bis sich unser kleines Wunder zu uns auf den Weg gemacht hat. Wir waren ab dem positiven Schwangerschaftstest die glücklichsten Menschen auf der ganzen Welt.

 

Der errechnete Geburtstermin war der 24. Dezember. Letztendlich ist Lenny an einem Donnerstag geboren, um 23.24 Uhr. 

 

Wir freuten uns, dass er erst einige Tage nach dem 24. Dezember zu uns gekommen ist, allerdings war es eine sehr lange und nervenaufreibende Zeit für uns. Wir waren am 24. und 25. und 26. Dezember täglich gegen 8.00 Uhr morgens im Krankenhaus, um per Ultraschall checken zu lassen, ob es ihm gut geht. Am dritten Tag, also am 26. Dezember hat uns die Ärztin gesagt, dass die Geburt nun eingeleitet wird. Ich bekam ein Zimmer, viele Stunden des langen Wartens standen nun vor uns. Die ganze Familie und sehr viele Freunde haben mitgefiebert und sich immer wieder nach uns erkundigt. Ganze 4 Tage mussten wir ihnen immer wieder sagen, dass er sich noch nicht auf den Weg macht.

 

Auch mit meiner Hebamme war ich in dieser Zeit ständig in Kontakt. Ihr Rat war: raus aus dem Bett und stramm marschieren. Das hab ich dann auch gemacht. Ich bin raus und in den nahegelegenen Wald gelaufen. Als ich plötzlich pinkeln musste, bin ich schnell zwischen die Bäume. Was soll ich sagen, soviel Pech kann man eigentlich nicht haben, aber ich bin dann zu allem Übel auch noch in einen riesen Haufen Hunde-Kacka gelaufen. Es war so schlimm, dass ich die Schuhe wegwerfen musste! 

 

Am 29. Dezember sind wir dann endlich gegen 18.30 Uhr 

in den  Kreissaal eingezogen. Ich war so glücklich, dass es endlich losging, obwohl ich natürlich wusste, dass der schwierigste Teil noch auf mich zukommen würde.

Ich lag fast 4 Stunden in den Wehen, doch leider wollte der Muttermund sich einfach nicht mehr als 2cm öffnen. Uns wurde dann gegen 

 

22. 15 Uhr mitgeteilt, dass unser Sohn wahrscheinlich per Kaiserschnitt geholt werden  muss. So ist es dann leider auch eingetroffen: um 23.24 Uhr hat unser kleiner Schatz endlich das Licht der Welt erblickt. Er durfte zuerst seinen Papa  kennen lernen, worüber er sehr, sehr stolz war. Ungefähr 30 Minuten später durfte auch ich ihn endlich in meine Arme  schließen. 

 

Der Kaiserschnitt war das Schlimmste und zugleich das Beste, was mir je passieren konnte. 

Seitdem sind wir die glücklichsten Menschen auf der ganzen Welt und er zaubert uns täglich mehrere Male ein Lächeln ins Gesicht.

 

Lenny ist mittlerweile 20 Monate alt. Wie wir vor kurzem erfahren haben, hätte ich aufgrund meiner Hormon-Werte gar nicht schwanger werden können. 

Es war wirklich ein Wunder – deswegen sicher auch der errechnete Geburts-Termin am 24. Dezember!

 

Achja, schnell noch was Lustiges:

 

wir haben beide ganz schön Sauerei gemacht. Er hat das Handtuch, in das er gewickelt wurde, total vollgekackert und ich hab die Narkose nicht vertragen und hab ziemlich viel gebrochen.

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

Briefe_an_mein_Kind_Freitagsserie

 

An dem Tag , an dem du geboren wurdest ...

Stand die Zeit still, denn nichts sollte so bleiben und werden wie es war. 

Aber bevor ich dazu komme, wäre es für dich wichtig zu wissen warum. 

 

Gute 11 Monate bevor du auf die Welt kamst, durfte dein Geschwisterchen noch im Bauch zu den Engeln in den Himmel ziehen. Es war für unsere kleine Familie ein großer Schmerz und vor allem ich, deine Mama leide noch immer unter diesen harten Schicksalsschlag, bin aber dennoch mehr als glücklich dich mein Regenbogenbaby in meinem Leben du haben. Du vervollständigst mein ganzes Leben, sowie das deiner Geschwister. 

 

Als ich kurze Zeit nach dem Schicksalsschlag mit Dir schwanger wurde, änderte sich unser komplettes Leben, den mein Körper hatte mit der Schwangerschaft so seine Probleme. Und trotz mehreren Krankenhausaufenthalten, versuchten wir es so gut es ging zu meistern, das du so lange deinen warmen Ort unter meinem Herzen behalten konntest. Jedoch ging es deiner Mami von Tag zu Tag schlechter, sodass ich in der 31 Ssw. wieder in das Krankenhaus kam. Es war Dezember und bald sollte Weihnachten sein. Für deine Geschwister war es zu der Zeit sehr schwer, denn sie wollten, dass Mama zu Weihnachten bei ihnen ist. Aber gesundheitlich ging es mir zunehmend schlechter und mein Kreislauf brach mehrmals am Tag zusammen. 

 

Aufgenommen auf Station, wurde ich überwacht. Am nächsten Tag gegen Abend holte ich Wasser als ich einen Druck im Kopf spürte und umfiel, mehr wusste ich nicht mehr. 

 

Die Ärzte waren sich uneinig und so fing das Spiel im Kreißsaal an. Ein Arzt kam herein und bereitete mich auf den Kaiserschnitt vor, kurze Zeit später hieß es nein wir probieren das noch, dann wurde ich wieder vorbereitet auf den Kaiserschnitt - dieses Hin-Her-Spiel ging bis in die Morgenstunden und mein Zustand verschlechterte sich. Da niemand wusste wie ich auf eine Narkose reagieren würde, ob ich wieder aufwachen würde, entschieden sich die Ärzte für eine Einleitung in der 32. Ssw. Sie klärten mich auf, dass es ein Frühchen wird, was für Komplikationen kommen werden. Innerlich wusste ich bzw. musste ich mich auf das Schlimmste einstellen. 

 

Die Geburt war nicht das schlimmste ... sie dauerte wie die meisten, als du jedoch endlich da warst ...

Stand die Zeit still! 

 

Denn.... du gabst keinen Ton von dir ...

In den Moment brach ich in Tränen aus... sollte das das Ende sein? 

 

Ein paar Sekunden bei der Kinderärztin und der Hebamme und du gabst ein leises Keuchen von dir. 

Ich durfte dich ganze 60 Sekunden auf der Brust halten, als du gingst - die Ärztin nahm dich mit. 

 

Es dauerte eine Ewigkeit und mir schien die Zeit nicht zu vergehen. Ich geriet in Panik und wusste nicht was geschehen war. Nach dieser Ewigkeit - etwa 2 Stunden - kam die Kinderärztin zurück mit einer zweiten Kinderärztin und einen riesigen Inkubator... darin lagst du mein kleiner Engel. Für dein Alter mit 49 cm sehr groß, aber einfach nur Haut und Knochen bedeckt von 1000 Kabeln. Du wurdest beatmet, da du kurz nach der Geburt das Atmen eingestellt hattest. In diesem Glaskasten, der mollig warm war, solltest du zu Kräften kommen... das war 10 Tage vor Weihnachten.

 

Jeden Tag war ich bei dir, jeden Tag wünschte ich mir das du stärker wirst und Kraft tankst. Es gab so viele Rückschläge, aber du bist der größte kleine Kämpfer den ich kenne, denn trotz Rückschläge hast du mir das größte Weihnachtswunder gemacht, dass es gibt. Du hast dich so ran gehalten, das du an Heilig Abend mit mir nach Hause gehen durftest. Und deine Geschwister kennen lernen konntest

 

Diese Zeit hat für mich still gestanden und wird es auf ewig ....

 
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Fetales Alkoholsyndrom - Das unsichtbare Handicap - Donnerstagsblogserie

 

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Wann FAS zum Thema wurde 

 

Ach, was muß man oft von bösen
Kindern hören oder lesen!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
welche Max und Moritz hießen.
Die, anstatt durch weise Lehren
sich zum Guten zu bekehren,
oftmals noch darüber lachen
und sich heimlich lustig machen.
Ja, zur Übeltätigkeit,
ja, dazu ist man bereit!
Menschen necken, Tiere quälen,
Äpfel, Birnen, Zwetschgen stehlen.
Das ist freilich angenehmer
und dazu noch viel bequemer,
als in Kirche oder Schule
festzusitzen auf dem Stuhle.

 

Dem guten Wilhelm Busch, Urvater der Comics, war offenkundig das dissoziale Verhalten so mancher Jungs aufgefallen, machte er sich diese zur Vorlage für seine weltberühmten Geschichten in Versform. Der Beobachtungsgabe des Dichters und Zeichners entgingen auch nicht die körperlichen Auffälligkeiten: der schelmische Moritz mit kleinen Augen und schmalen Lidspalten, einer aufgeworfenen Nase mit dem verkürzten Rücken, einem verlängerten Philtrum und einer schmalen Oberlippe. Was es damit auf sich hatte, war Wilhelm Busch wohl eher nicht klar.

 

Denn keiner mehr in Europa hatte noch die dramatischen Auswirkungen der Gin-Epidemie des 18. Jahrhunderts in England in Erinnerung. Eigentlich kaum zu glauben. Denn beinahe hätte die berühmte Gin-Epidemie die Londoner Gesellschaft in den völligen Ruin getrieben – eine Folge des Einfuhrverbotes französischer Spirituosen bei gleichzeitiger Aufhebung der Destillierverbote in England. Da der Adel aber dennoch darauf bedacht war, seinen Getreideüberschuss abzusetzen, war der günstigen Produktion von Gin Tür und Tor geöffnet. Gin gab es ab sofort reichlich, billig und für alle sozialen Schichten auf dem Markt zu kaufen. Gin wurde für Hunderttausende zum wunderbaren Rauschmittel, mit dem sich die brutale Realität in den Slums mit seinem täglichen Hunger und der Kälte vergessen ließ.
Die ausufernde Trunksucht hatte in vielerlei Hinsicht fatale Folgen. Eben auch, dass die Geburtenrate alkoholgeschädigter Kinder dramatische Ausmaße annahm. Eine Petition des College of Physicians an das Londoner Parlament 1726 stellte klar: Kinder trunksüchtiger Eltern sind schwach, dumm und geistig gestört.
Jahre später, 1751, hielt dies eine ärztliche Gutachterkommission schriftlich fest. Im gleichen Jahr noch wurde die sogenannte Gin-Akte vom Parlament erlassen, die die Produktion von Gin drastisch reduzierte. Das Leben aller geriet daraufhin wieder in die Fugen, die Auswirkungen der Gin-Epidemie allerdings in Vergessenheit.

 

Es verstrichen rund 150 Jahre, exakt anno 1899 fiel dem englischen Gefängnisarzt W.C. Sullivan auf, dass alkoholkranke Frauen, je stärker sie tranken, ihre Kinder umso geringer lebensfähig waren. Ausserdem beobachtete er, dass eben jene alkoholkranken Frauen aufgrund erzwungener Abstinenz im Gefängnis plötzlich wieder gesunde Kinder zur Welt brachten. Doch wirkliche wissenschaftliche Schlussfolgerungen zog Sullivan nicht.
Erst 1957 gab es im Rahmen einer Doktorarbeit die erste Publikation zu FAS. Die Französin Jaqueline Rouquette, die 100 Kinder alkoholkranker Eltern untersucht hatte, beschrieb die Symptome. Man schenkte Rouquette aber keine Beachtung.
Zehn Jahre später griff ihr Landsmann Paul Lemoine das Thema wieder auf, untersuchte ebenfalls über hundert Kinder und ihre Eltern. Auch seine Erkenntnisse waren nicht öffentlichkeitswirksam.
1973 schließlich kam der Durchbruch: Die beiden US-Amerikaner David Smith und Ken Jones legten den Begriff Fetales Alkoholsyndrom fest. Sie gewannen schnell eine hohe Aufmerksamkeit für dieses Thema.
Das Interesse schwappte nun auch nach Deutschland. Im Verlauf der 70er Jahre begannen deutsche Ärzte, sich mit dem Thema intensiver auseinanderzusetzen: unter anderem Professor Hans-Ludwig Spohr, Pädiater an der Charité in Berlin, Professor Dr. Hermann Löser, Kinderkardiologe in München und Professor Dr. Frank Majewski, Kinderarzt und Humagenetiker in Düsseldorf. Letzterer entwickelte einen Score zur Erkennung der Alkoholembryofetopathie mit vor allem körperlichen Leitsymptomen.

 

Zu dieser Zeit und noch Jahre lang glaubte man allerdings, dass sich leichte Formen von FAS auswachsen würden. Erst mit der Jahrtausendwende kamen die Ärzte nach intensiven Forschungsarbeiten weltweit zu dem Ergebnis: Ein Kind, das durch Alkohol geschädigt auf die Welt kommt, wird mit den Folgen unwiderruflich ein Leben lang gezeichnet sein.
Einen entscheidenden Meilenstein setzte im Verlauf der späten 1990er Jahre Dr. Reinhold Feldmann von der Universitätsklinik Münster. Als psychologischer Fachgutachter leitet er die FAS-Beratung des dortigen Sozialpädiatrischen Zentrums und initiierte die Einrichtung eines FAS-Ambulanz-Zentrums im nordrhein-westfälischen Walstedde.
Das Thema FAS gewann zunehmend an Aufmerksamkeit. Es zog die Gründung des Vereins FASD Deutschland ins Leben, der unter anderem viele nennenswerte Symposien in ganz Deutschland veranstaltet und unermüdlich Aufklärungs- und Netzwerkarbeit leistet.

 
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