Beiträge zum Thema: Wehen

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10 Tipps - zur Geburt

10_Tipps_Dienstag_VorlageGerade für Erstgebärende ist die Geburt des Kindes oft eine Herausforderung. Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch, denn man weiss ja eigentlich kaum was auf einen zukommt.

Unsicherheit ist aber ganz normal, wir werden euch diese auch nicht komplett nehmen können, jedoch haben wir uns gedacht, wir schreiben einfach mal Tipps auf, damit ihr der Geburt entspannter entgegensehen könnt.

1. Die Klinikwahl

Schaut euch vorab ruhig mehrere Kliniken und Geburtshäuser im Umkreis an, denn ihr müsst euch dort wohl fühlen. Achtet auf die Räumlichkeiten, darauf ob bestimmte, für euch wichtige Dinge (wie z.B. eine Geburtswanne) vorhanden sind. Versucht auch herauszuhören ob es Unstimmigkeiten im Team gibt oder ob das Personal gut miteinander auskommt, gerade in Stresssituationen ist es wichtig dass alle an einem Strang ziehen. 

Auch, und es ist Schade dass dazu schreiben zu müssen, spielt die Hygiene eine große Rolle. Natürlich sind Keime nicht auf den ersten Blick sichtbar, das wäre zu einfach, aber man kann schon grob sehen ob ein Kranknhaus hygienisch/sauber ist. 

Wichtig ist: Ihr müsste euch wohl fühlen, sonst niemand. Nicht eure Begleitung oder jemand anderes, denn nur ihr selbst gebährt auch euer Kind.

2. Geburtsvorbereitungskurs

Beim Geburtsvorbereitungskurs werdet ihr, wie der Name schon sagt auf die Geburt vorbereitet. Dies kann Ängste und Sorgen nehmen, Unsicherheiten vorbeugen und offene Fragen beantworten. Im Kurs werden z.B. Dinge wie Atemübungen, Entspannungstechniken, spezielle Bewegungen, Geburtshaltungen, die anatomischen Vorgänge, die unterschiedlichen Wehenarten, das baldige Elternsein und Informationen zur Geburt ansich besprochen. 

Circa ab der 20. Woche könnt ihr euch dort anmelden, der Kurs sollte jedoch frühestens in der 25. spätestens jedoch in der 30. Woche beginnen, das hängt aber auch davon ab in welchem engen oder weiten Zeitraum die Kursstunden stattfinden.

In den meisten Fällen werden die Kosten für den Kurs von der Krankenkasse übernommen. Ist der werdende Vater erwünscht muss dieser jedoch meist selbst bezahlen.

Es gilt: Ein Geburtsvorbereitungskurs ist kein muss, eine Teilnahme kann aber wirklich hilfreich sein.

3. Dammmassage

Was ist das überhaupt? 

Bei der Geburt wird der Dammsteg stark belastet, es kann zu Rissen oder zu manuellen Schnitten kommen, dies ist meist während den Wehen nicht schmerzhaft, jedoch nach der Geburt kann dies zu Behinderungen und Schmerzen führen. Bei der Dammmassage bereitet ihr den Steg auf die starke Belastung bei der Geburt vor. Es gibt jedoch leider keine Garantie dafür dass die Massage auch eine Verletzung vorbeugt.

Ab der 34. Woche bietet es sich an dies 3-4x die Woche für circa 10 Minuten anzuwenden. (Informationen über das wie findest du bebildert z.B. hier: http://www.frauenzimmer.de/cms/dammmassage-anleitung-zur-intimen-geburtsvorbereitung-1356045.html)

Mit der Zeit wirst du feststellen dass Gewebe und Muskaltur immer lockerer werden und du das Gefühl der Dehnung immer leichter tolerieren kannst.

4. Nicht zu früh ins Krankenhaus/Geburtshaus

Beim ersten Kind ist man oft nicht sicher ob es richtige Wehen oder Übungswehen sind. Aber glaubt uns, man merkt meist definitiv wenn Wehen "echt" sind. Solange ihr noch darüber nachdenkt oder ohne weiteres sprechen/atmen könnt, sind die Wehen meist noch nicht ausgeprägt genug um sich auf den Weg zu machen. Vielleicht denkt ihr euch: "Lieber zu früh als zu spät.." Jaein, denn häufig endet es in einer Einleitung wenn man viel zu früh ins Krankenhaus fährt. Versucht euch lieber Zuhause noch etwas abzulenken, die letzten Dinge zu erledigen, ausruhen, oder macht einfach das, wonach ihr euch aktuell fühlt. Es kann zudem auch sein, dass wenn ihr zu früh im Krankenhaus ankommt und die Ärzte feststellen, dass es noch nicht so weit ist, ihr wieder heim geschickt werdet da alle Kreissäale besetzt sind, oder es wirklich nur Übungswehen waren.

"Echte" Wehen erkennt man oft an folgenden Punkten:

- regelmäßig, anfangs circa alle 10 Minuten

- dauern jeweils etwa eine bis eineinhalb Minuten

- beginnen leicht, haben einen Höhepunkt und flauen dann allmählich wieder ab

Wenn die Fruchtblase platzt heisst es: Sofort die Hebamme verständigen oder ab ins Krankenhaus!

5. Vertrauen in sich selbst

Unterstützende Geräte, wie z.B. CTG und co sind ein Segen, aber man kann sich dadurch auch enorm verunsichern lassen.

Ist ein Zacken zu hoch? Sind die Linien unregelmässig weil kurzzeitig falsch geatmet wurde? All das ist nicht schlimm, verunsichert Mutter und Vater jedoch sehr! 

Fragen wie: "Geht's meinem Kind nicht gut? Klingt alles normal?" sind mehr als Verständlich in solch einer Situation. Die Angst begleitet die meisten Frauen bei der Geburt.

Das muss allerdings nicht sein und kann deutlich eingedämmt werden! Vertraut sowohl der Hebamme und auch eurem Arzt, selbst wenn wenig bis keine Symphatie besteht (hier kommen wieder Näher zum Thema in Tipp 6). Eure Geburtsbegleiter wissen von was sie sprechen und werden euch rechtzeitig auf Gefahren, Unsicherheiten usw. hinweisen. Vertraut bitte auch euch selbst. Seit Jahrtausenden werden Kinder geboren, warum solltet gerade ihr dass dann nun nicht schaffen?

50% der Geburten, die Dauerüberwacht werden enden am Schluss in einem Kaiserschnitt. Warum? Weil man sich als baldige Mutter so arg unter Stress setzt und die natürliche Geburt dadurch blockiert. Sollte eine Dauerüberwachung seitens der Ärzte oder Hebammen notwenidg sein, lasst das CTG von euch wegdrehen und den Ton ausstellen, es reicht wenn fachkundige Personen dies überblicken können.

 

6. Die richtige Hebamme

Vertrauen, wie bereits weiter oben geschrieben, hilft beim Kinder bekommen. Habt ihr jedoch Geburtshelfer mit denen ihr auf menschlicher Ebene nicht zusammen passt, ist Vertrauen schwierig. Auch passt kaum eine Geburt in eine Dienstschicht der Hebamme... Das kann vor und Nachteile haben. Kamt ihr mit der ersten nicht klar, habt ihr bei Schichtwechsel nun die Chance mehr Symphatie zur neuen Hebamme zu haben. Andersrum ist das natürlich auch möglich, falls ihr bei Wechsel nun gar nicht mehr mit der neuen Hebamme klar kommt.

Das kann schlimm sein, denn kaum wann anders lässt man jemand so nah an sich ran wie während einer Geburt. Ist abzusehen dass die Geburt bald statt findet, bleiben die meisten Hebammen aber auch bei "ihren" Frauen bis das Kind geboren ist. 

Sollte es für euch jedoch unzumutbar sein, mit dieser Hebamme zu kommunizieren, könnt ihr auch vorsichtig fragen ob ein Hebammenwechsel möglich ist. Meist ist nicht nur eine diensthabende Hebamme vor Ort. Symphatie besteht in den meisten Fällen beidseitig nicht und auch für die Hebamme ist es verständlich und einfacher wenn hier der Wechsel stattfindet. Aber: Auch wenn das nicht geht, ihr schafft das!

7. Wehenpausen akzeptieren

Euer Körper ist keine Maschine, selbst Tim Bendzko hat das schon besungen ;)

Wehenpausen sind ganz normal, gerade bei Geburten die nachts beginnen. Euer Körper braucht zwischendrin eine Pause - und nicht nur euer Körper sondern auch ihr, zum durchatmen. Selbst eine Pause über mehrere Stunden muss keinenfalls schlimm sein. Sollte wirklich ein Geburtsstillstand vorliegen, erhaltet ihr wehenfördernde Mittel oder es werden weitere Maßnahmen getroffen. Diese obliegen Ärzten und Hebammen, die euch früh genug auf weiteres hinweisen werden. 

Setzt euch nicht unter Druck, falls möglich schlaft auch noch mal, so utopisch das klingt. Wenn der Körper wieder bei Kräften ist, kann auch die Geburt weiter gehen und sogar dann schneller vorangehen wie wenn ihr total ausgelaugt und kraftlos seid.

8. die PDA

Schmerzen bei der Geburt sind eigentlich normal. Lasst euch hier nicht von Foreneinträgen und Videos auf z.B. Facebook irritieren in denen beteuert wird dass eine Geburt auch ohne Hilfsmittel schmerzlos einhergeht. Natürlich ist das möglich, jedoch wirklich eine große Ausnahme. Jede Frau hat ein anderes Schmerzempfinden, somit muss auch jede Gebährende selbst für sich entscheiden ob schmerzlindernde Mittel zum Einsatz kommen.

Bei einer PDA bleibt ihr bei Bewusstsein, die Wehen kommen jedoch nur noch als Druck und nicht mehr als Schmerz an. Auf das Baby geht das Mittel so gut wie nicht über. Oft wird eine PDA auch dann eingesetzt, wenn ein langsamer Geburtsvorgang von statten geht, um die Durchblutung der Plazenta zu steigern, dem Baby somit mehr Sauerstoff und Kraft zu geben und um den Muttermund weicher zu machen. 

Sich eine PDA zu wünschen ist kein Zeichen von Schwäche. Die Geburt ist kein Wettkampf wer die meisten Schmerzen aushalten kann, im Gegenteil! Eine schöne Geburt, an die ihr euch auch noch gern erinnert ist etwas wundervolles. Zögert daher nicht eure Hebamme, bzw. euren Arzt darauf anzusprechen.

Dennoch gilt: In manchen Fällen ist es für eine PDA schon zu spät, gerade wenn die Presswehen schon eingesetzt haben. Dann habt ihr euer kleines Wunder aber auch so ganz bald im Arm.

9. Ruhe gönnen

Ist euer Kind erstmal geboren wird es in eurem Leben nicht mehr so ruhig sein wie es vorher einmal war. Ihr habt gerade auch unglaubliches geleistet und Kräfte eingesetzt von denen ihr vermutlich nicht mal wusstet dass ihr diese habt. Körperlich und Psychisch. 

Der Körper und auch der Kopf müssen dies nun erstmal verarbeiten - und das nicht nur bei euch, sondern auch bei eurem gerade geborenen Kind. Nehmt euch daher Zeit und Ruhe raus, auch wenn alle anderen jetzt schon den kleinen Erdenbürger besuchen möchten. Lehnt hier vielleicht doch besser erst einmal ab. Nicht nur euch zuliebe. Euer Baby möchte vermutlich erst mal seine Mama und vielleicht auch den Papa kennenlernen bevor noch mehr fremde, neue Eindrücke/Gerüche/Stimmen usw. auf es einprasseln. 

Versucht auch, wenn möglich, so lange wie Möglich im Kreissaal zu bleiben, denn hier seit ihr noch unter euch. Hier gibt es keine Bettnachbarn, kein Besuch, keine Krankenschwestern die das Essen bringen oder ähnliches. Hier seid ihr einfach nur unter euch, nun als kleine Familie! Geniesst das solange irgendwie möglich.

10. Nachwehen lindern

Nachwehen werden oft als "schlimmer" als die Geburtswehen empfunden, denn sie führen zu keinem positiven Ausgang mehr. Euer Kind ist bereits geboren, daher sind Nachwehen in vielen Augen unsinnig und werden als nervig empfunden. Gerade bei einem Dammriss- oder schnitt können einem diese sehr zu schaffen machen. Auch sind Nachwehen beim 2./3./... Kind entsprechend stärker weil die Gebärmutter mehr Kraft braucht um sich erneut zurück zu ziehen. 

Um Nachwehen zu lindern können z.B. Arnica Globuli verabreicht werden, auch Paracetamol und Ibuprofen dürfen eingenommen werden. Bei Dammverletzungen können auch Eichenrindesitzbäder Linderung versprechen. 

Generell gilt auch hier: Alles was es euch leichter macht die Nachwehen auszuhalten, sollte auch erlaubt sein. Bei Unsicherheiten sprecht hier vorab mit eurer Hebamme, diese haben oft noch weitere kleine Tipps und Tricks parat.

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

Geburtsbericht_12-08Mein Name ist Maike und ich bin 29 Jahre alt. Direkt als mein Partner und ich erfuhren, dass ich schwanger war, hatten wir den kleinen Krümel in meinem Bauch in unser Herz geschlossen. Die Schwangerschaft verlief bis auf die üblichen Wehwehchen, wie hier mal ein Morgen mit Übelkeit und da mal etwas Rückenschmerzen, sehr ruhig und schön und mit jedem Mal Baby-TV bei der Frauenärztin wurde unsere Vorfreude größer und größer. 

Der Krümel entwickelte sich auch super und war schon ziemlich schnell zum Brötchen geworden.

Weil er allerdings so groß geschätzt wurde, bekam ich einen Termin im Klinikum, bei dem geschaut werden sollte, ob eingeleitet wird, damit das Krümelchen nicht zu groß für eine natürliche Geburt wurde...Immerhin ist er mein erstes Kind.

In der Nacht vor dem Termin (der 4 Tage vor dem errechneten Entbindungstermin lag) hatte ich dann allerdings auch schon leichte Wehen und im Klinikum wurde festgestellt, dass ich auch schon etwas Fruchtwasser verloren hatte, weshalb dann direkt eingeleitet wurde. Das kam für meinen Partner (der mich morgens spontan begleitet hat) und mich dann zwar ziemlich plötzlich, aber irgendwie war man auch erleichtert dass es endlich losging. 

Um 11 Uhr wurde mir dann das Zäpfchen gelegt und gegen 15 Uhr hatte ich die ersten deutlichen Wehen.

Da wir allerdings gerade erst umgezogen waren, musste mein Partner nochmal weg, da ein die Wohnungsübergabe anstand. Also hielt ich die ersten Wehen ohne Hand zum Festklammern aus und musste regelmäßig zum CTG schreiben. Die Wehen kamen wurden schnell stärker und pünktlich zum Platzen der Fruchtblase gegen 17.30 Uhr kam mein Partner dann endlich zurück. Da ich zu dem Zeitpunkt schon auf meinem Zimmer lag und natürlich, wie das dann immer so ist, die beiden Zimmernachbarinnen gerade Besuch hatten, rief er eine Schwester, die mich samt Bett direkt in den Kreißsaal schob...Es sollte also losgehen.

Es ging dann auch tatsächlich alles ganz schnell, was laut Hebamme wohl eher ungewöhnlich war für eine Erstgeburt. Der Muttermund öffnete sich recht zügig und auch die Presswehen meldeten sich rasch an. Genau die machten uns dann aber Probleme. Als ich das erste Mal pressen durfte, meldete sich das CTG mit einem fiesen Piepen...Die Herztöne des Krümels waren gefährlich abgesackt und mit einem Mal ging alles ganz schnell...Während mein Partner mich beruhigte standen auf einmal statt der einen Hebamme noch 3 weitere und zwei Ärzte im Kreißsaal und ich wurde für einen Notkaiserschnitt umgezogen. So wirklich realisiert was passiert habe ich allerdings gar nicht, weil ich nur Sorge um mein Krümelchen hatte. Nachdem sich die Herztöne noch einmal beruhigt hatten und es dann bei der nächsten Presswehe aber doch wieder kritisch wurde, wurde ich in den OP gebracht. Leider durfte mein Partner nicht mitkommen, da alles so schnell gehen musste. In der Hektik und da ich noch Schmerzen durch die Wehen hatte und schlecht stillhalten konnte, war das setzen der Betäubung schwierig, klappte dann aber irgendwann zum Glück doch, sodass ich zumindest keine Vollnarkose bekommen musste.

Dann ging alles ziemlich schnell. Ein sehr netter Pfleger saß die ganze Zeit an meinem Kopf und redete mit mir. Irgendwann konnte ich dann endlich einen Schrei hören und wusste der Krümel ist da. Nachdem er untersucht wurde durfte ich ihn dann auch endlich kurz sehen und ich kann euch sagen: Noch nie in meinem Leben war ich so glücklich...Er war gesund und munter...Die Herztöne waren mit jeder Presswehe abgesackt, weil sich seine Nabelschnur um seinen Hals gelegt hatte, aber das hatte der kleine Superheld gut überstanden.

Während er dann schon zum Papa gebracht wurde, der die ganze Zeit wartend im Kreißsaal verbracht hatte und schon ziemlich nervös war, wurde meine Bauchdecke noch wieder zugenäht und ich musste noch eine Weile im Aufwachraum überwacht werden.

Als ich dann endlich zu meinen zwei liebsten durfte, war das ehrlich gesagt ziemlich komisch. Da lag mein Freund auf dem Bett und auf seiner Brust ein kleines Wesen. Mein erster Gedanke war: Das ist mein Baby? 

Als er mir dann auf dem Bauch gelegt wurde brauchte ich tatsächlich noch einen Moment um zu verstehen dass er tatsächlich das Krümelchen ist, das 9 Monate in meinem Bauch war. Irgendwie fehlte mir dieser Moment ihn direkt nach der Geburt bei mir gehabt zu haben. 

Ich stillte den kleinen das erste Mal und genoss die Zeit dann immer mehr mit ihm. Ehrlich gesagt...So richtig verstanden dass er mein Kind ist, habe ich in der Nacht noch nicht...Das brauchte tatsächlich seine Zeit und die ersten Tage waren etwas schwer. Aber mit jeder Minute wurde meine Liebe zu dem Krümel immer größer und langsam wurde mir auch bewusster, dass ich Mama bin...Endlich. Und es gibt nichts Schöneres als dieses Gefühl. Wenn der Kleine mich heute, 3 Monate später anlacht, könnte ich Purzelbäume schlagen vor Freude. Und auch wenn seine Geburt ziemlich aufregend war, gab es für mich keinen schöneren Tag in meinem Leben.

 
 
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10 Tipps - um Wehen zu fördern

10_Tipps_Dienstag_VorlageDie letzten Wochen/Tage einer Schwangerschaft sind die kräftezehrendsten, das wissen auch wir... Viele Schwangere wünschen sich daher, gerade dann wenn es über den Entbindungstermin geht ein paar Kniffe und Tricks um die Geburt schneller herbeizuführen.

 

Doch vorab: Alle unsere Tipps können nur funktionieren wenn das Baby bereit für die Geburt ist und selbst dann können wir keine Garantie auf die erfolgreiche Wirkung geben.

Wir haben hier 10 Tipps zum "Ansporn" für euch.

1. Das "heiße" Bad


Wenn ihr die Möglichkeit einer Badewanne habt und euer Kreislauf noch fit genug ist, kann auf diese Weise Wehen ausgelöst werden. Macht das aber besser nicht wenn ihr allein Zuhause seid, denn der Kreislauf ist am Schluss der Schwangerschaft nicht mehr ganz so fit und es ist auch nicht mehr so einfach alleine aus der rutschigen Wanne zu steigen. Macht das Wasser nicht zu heiß, auch Badezusätze sind, bei noch geschlossenem Muttermund gerne erlaubt. Generell ist diese Methode eher unbedenklich, kann entspannend wirken und ein schnelles Ergebnis hervorrufen.

2. Massage


Diese Methode eignet sich am besten nach Methode 1, dem warmen Bad, denn so kann das Öl besser einziehen.
Ein bekanntes Rezept ist hierfür: 10ml Mandelöl mit jeweils zwei Teelöffeln Nelkenöl, Zimtöl, Eisenwurzöl und Ingweröl. Alles vermischt ergibt dies eine wohlriechende Massagebasis, welche sanft auf deinem Bauch einmassiert werden kann. Übt hier nicht zu viel Druck aus, nur so viel dass es für euch angenehm ist und ihr euch gut entspannen könnt. 
Nelken, Zimt, Ingwer und Eisenwurz sind bekannt für ihre Stimulationswirkung auf die Muskulatur und wirken daher wehenfördernd. Diese Methode ist nicht bedenklich und trägt auch noch zur Entspannung in den eh schon stressigen Tagen bei.

3. Heublumensitzbad


Neben dem eben erwähnten heißen Bad ist auch ein Sitzbad über Heublumenextrakt ein sehr hilfreiches und angenehmes Mittel. Ein bis zweimal die Woche kann man den in der Apotheke gekauften Zusatz anwenden. Wie folgt könnt ihr dabei vorgehen: Sucht euch entweder eine Schüssel die ihr in die Toilette stellen könnt oder nutzt ein Bidet und füllt dieses mit heißem, kochenden Wasser sowie einer Kappe vom Heublumenextrakt. Setzt euch nun für 10 Minuten darüber, nicht hinein! Hier besteht sonst Verbrühungsgefahr! Sollte es euch unangenehm sein oder zu heiß werden, brecht den Vorgang kurzzeitig ab und wartet ein paar Minuten bis das Wasser sich ein wenig abgekühlt hat.

Diese Methode hat gleich 2 Vorteile: Zum einen wird der Beckenboden durch ein Heublumenbad gelockert, was wiederum Wehen fördern kann, zum anderen kann man den Damm dadurch auf die Geburt vorbereiten. 

4. Brustwarzenstimulation


Diese weitere Methode kann gut und gerne zusammen mit dem Partner eingesetzt werden. Bei der Stimulation der Brustwarze wird das Wehenhormon Oxytocin freigesetzt, allerdings nur bei längerer Stimulation durch Massage.
Aber Achtung! Wenn die Gebärmutter bereit ist, setzen die Wehen normalerweise innerhalb einer Stunde ein. 

5. Sex


Ja, knallhart ausgesprochen. (Die Redaktion lacht sich grade wie 13 jährige kaputt über den Zusammenhang von Sex und knallhart, bitte entschuldigt dies...)

Zurück zum Thema: Auch Geschlechtsverkehr kann rund um den Geburtstermin Wehen auslösen. Denn, das Wehenhormon Oxytocin wird durch sexuelle Erregung hervorgerufen. Dazu kommt noch, dass Sperma Prostaglandine, das sind Gewebehormone, enthält. Gleiche Hormone werden auch bei der medikamentösen Einleitung verwendet. Diese machen den Muttermund weich und helfen dem Gebärmutterhals dabei, sich zu verlängern. Weiterhin kann auch der Orgasmus der Frau förderlich sein, denn dabei zieht sich die Gebärmutter zusammen und kann Wehentätigkeit auslösen.

 

6. nicht zu viel Faulenzen


Zwar sollten anstrengende Arbeiten und Tätigkeiten vor der Geburt vermieden werden - man braucht die Kräfte noch früh genug - jedoch leichte körperliche Aktivitäten können Wehen fördern. Spazieren gehen ist z.B. eine davon. Das Baby rutscht dadurch tiefer ins Becken und drückt dabei immer wieder auf den Gebärmutterhals. Auch kreisende Bewegungen auf dem Gymnastikball oder ein Bauchtanzkurz machen sich gut in dieser Situation. Treppensteigen, wie es allgemein verrufen ist, zählt allerdings nicht zu leichten Aktivitäten und zehrt wertvolle Kräfte die bei der Geburt noch benötigt werden, verzichtet darauf also lieber.

7. Alternative Methoden


Schon mal etwas von Akupunktur gehört? Oder vielleicht von einer Fussreflexzonenmassage? Hilfreich kann auch Homöopathie sein. Lasst diese Methoden jedoch nur und ausschliesslich von erfahrenen Personen durchführen! Wo genau es solche Alternativangebote bei euch gibt, wer diese anbietet oder ausführen kann bringt ihr am besten durch Suchmaschinen in Erfahrung. Auch wer an solche Mittel nicht "glaubt": ausprobieren schadet nicht.

8. Tee trinken


Verschiedene wehenfördernde Tees gibt es beispielsweise in der Apotheke, aber auch selbst machen ist möglich. Wir haben hier ein Rezept für euch:
1 Stange Zimt, 10 Gewürznelken, 1 kleine Ingwerwurzel und 1 EL Eisenkraut vermischen und mit 1 L kochendem Wasser übergießen. Lasst den Tee anschließend circa 10 Minuten ziehen und trinkt diesen lauwarm über den ganzen Tag verteilt in kleinen Schlucken. Ein weiterer, hilfreicher Tee ist auch der Himbeerblättertee, von dem bis zu 3 bis 4 Tassen am Tag getrunken werden können. Diesem wird nachgesagt er mache den Muttermund weich und lockere die Muskulatur der Gebärmutter.

9. Entspannung


Das klingt jetzt vielleicht in manchen Ohren wie Hohn, denn wie soll man sich denn jetzt noch entspannen, aber genau das ist eben wichtig. Stress ist ein fast garantierter Blocker für Wehen! Wer sich also mal zurück lehnt, die Füße hochlegt, die Gedanken sortiert und sich nicht mehr unter Druck setzt, der hat eine wesentlich höhere Wahrscheinlichkeit um Wehen zu bekommen. Das Stresshormon Cortisol ist auch nicht gut für euer Baby, versucht euch daher wirklich zu entspannen, soweit noch irgendwie möglich...

10. Wehencocktails, Nelkentampons, Rizinusöl, Abführmittel, Alkohol...


Bitte lasst die Finger davon! Wehencocktails, Nelkentampons und Rizinusöl sollten wenn überhaupt nur von und mit einer Hebamme angewandt werden, NIEMALS alleine und in Eigenregie! Sprecht das in jedem Falle mit eurer Hebamme oder dem Frauenarzt ab. 
Und zum Thema Alkohol... Jeder von uns weiß ja eigentlich dass man auf Alkohol in der Schwangerschaft zu 100% verzichten sollte, macht es daher bitte auch nicht aus Verzweiflung weil die Geburt noch nicht startet, keiner von euch möchte vermutlich vernebelt die Geburt seines Kindes erleben, außerdem kann dies zu Komplikationen bei einer Anästhesie oder einer PDA führen. Somit - Finger weg!

Alles in allem bleibt jedoch die Frage: Ist es wirklich notwendig Wehen auszulösen? Euer Baby wird noch früh genug groß, um so länger es also bei euch im Bauch bleibt, desto später wird es auch 18 Jahre alt ;) Denkt mal drüber nach...

Wir wünschen euch alles Gute bei eurer anstehenden Geburt!

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

Geburtsbericht_Montag_VorlageMeine Schwangerschaft war von Anfang an eine Risiko Schwangerschaft. Es war schon seit der 13ssw. Klar dass mein Mäuschen nur per Kaiserschnitt zur Welt kommen durfte.

Der ET war der 29.5.2018, für die Ssw. 38+0 war der KS geplant...

 

Doch wie so oft im Leben lief auch hier nichts wie geplant...

In der Ssw. 38+6 stellte meine FÄ einen verkürzten Gebärmutterhals fest, es waren nur noch 2,0 cm... Sie hatte mir Magnesiumtabletten verordnet und ich sollte mich so gut es geht schonen und liegen. Gesagt getan.

Bei 29+3 machte meine FÄ nochmal eine Kontrolle - da war der Gebärmutterhals schon nur noch 1,5 cm lang. Auf direktem Weg ging es für mich in die Klinik. Hier wurde dann gleich eine Lungenreife durchgeführt und ich hatte gelockerte Bettruhe.

Bei 30+6 und 31+6 wurde jeweils noch mal kontrolliert und ein Frühgeburtlichkeitstest gemacht. Mein Gbmh war dann mittlerweile schon nur noch 7mm lang und beide Male war der Test Positiv. Da aber meine Situation Stabil war und sich bei 32+6 noch nichts geändert hatte wurde ich nach Hause entlassen unter der Voraussetzung, dass ich 2x die Woche meine FÄ besuche zur Kontrolle und CTG. 

Gesagt getan. Mein erster Kontrolltermin bei meiner FÄ war dann bei 33+3, alles super, keine Änderung, keine Anzeichen dafür, dass die kleine demnächst kommen möchte, meine FÄ war zuversichtlich dass wir es bis 38+0 schaffen... 

 

Einen Tag später 33+4... morgens um 8:00 aufgestanden, alles ganz normal, angezogen, ins Wohnzimmer gegangen, mit meinem Freund darüber unterhalten demnächst zu frühstücken, wollte mich aber noch mal kurz ausruhen... 

Auf dem Sofa sitzend wollte ich mich zur Seite legen - Plötzlich innerhalb einer Sekunde bekomme ich einen Boxhieb meiner Tochter, es macht PLOP und es strömte nur so aus mir heraus... die Fruchtblase war geplatzt! Bei jeder Bewegung kam immer mehr und mehr heraus gelaufen. 

Aus diesem Grund entschied mein Partner sich dafür den Krankentransport zu alarmieren, das Krankenhaus in dem ich Gebären musste war auch ca. 30 Minuten entfernt... 

Im Krankenhaus angekommen ging es gleich in den Kreißsaal, dort wurde mir das CTG angehängt und eine Ärztin machte Ultraschall... meine Maus lag komplett trocken... 

Nach Langem hin und her entschieden sich die Ärzte noch mal eine Lungenreife durch zu führen und die Kleine erst bei 33+6 zu hohlen. 

Ich kam in einen Überwachungsraum, 2x pro Tag CTG und zur Vorsorge Wehen Hemmer. 

Wehen hatte ich aber die ganze Zeit über nicht.

 

Montag 16.04.2018 ssw. 33+6 

Um 10:00 Uhr ging es in den Op. Ich wurde vorbereitet, bekam die Spritze in den Rücken. Vor meinem Kopf wurde ein Tuch aufgehängt und mein Partner saß neben mir. Es wurde an mir rum gezubbelt und geruckelt, der Anästhesist erkundigte sich immer wieder nach meinem Befinden und um 10:39 Uhr hörten wir die ersten schreie unserer Tochter.

Die allerdings sofort in ärztliche Obhut kam und auf die Intensiv Station der angrenzenden Kinderklinik transportiert wurde.

So langsam wurde meine Anästhesie auch schon weniger, ich wurde noch zugenäht und kam wieder in mein Zimmer im Kreißsaal. 

Mein Partner durfte eine Stunde später schon zur Kleinen... Ich musste mich noch bis 16 Uhr gedulden.

Aber das Warten hatte sich gelohnt, auch wenn ich sie erst nur mit den Händen durch den Inkubator berühren durfte... 

 

Jasmin L.

 
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Geburtsbericht - Montagsblogserie

Geburtsbericht_22-07„Wir müssen Sie ab dem 10. überschrittenen Tag nach Entbindungstermin einleiten.“ - und genauso beginnt die Geschichte eines neuen Lebens. Wie sehr habe ich gehofft, dass du keine weiteren 10 Tage in mir verweilen möchtest. Aber du kleiner Dickkopf wolltest mich schon von Beginn an eines Besseren belehren. 

Es kam also wie es kommen musste und ich wurde mit einer Tablette am Muttermund eingeleitet. Auf eigene Gefahr bin ich sogar noch mit meinem Mann nach Hause, um die letzten Dinge zu erledigen. Dort bemerkte ich diesen immer wiederkehrenden Schmerz im Rücken und Unterbauch. Nach 2 Stunden sagte ich meinem Mann es sei vielleicht besser wieder ins Krankenhaus zurück zu kehren. Dort wurde zunächst mal wieder mein Muttermund abgecheckt (wie sehr ich diese Fummelei da unten innerlich verflucht habe). Die Schwester meinte es seien 2cm und es sei super für die erste Geburt. Ich grinste, aber innerlich hätte ich gern schon die 10cm geknackt, denn die Schmerzen wurden stärker. Sie schloss mich (wieder einmal) ans CTG an. Die Herztöne meines Zwerges schlugen ganz schnell und dies machte mich noch nervöser. Neben mir saß eine Frau mit demselben Schicksal der Einleitung, doch bei ihr wurde plötzlich alles abgebrochen, denn die Herztöne ihrer Kleinen seien sehr schlecht. Sie musste also zu einem Not-Kaiserschnitt. Nach einer gefühlten Stunde sah ich wie sie an meinem Raum in ihrem Bett mit ihrem Baby im Arm vorbeigeschoben wurde und ich beneidete sie. Ich beneidete sie dafür, dass sie „fertig“ war und es hinter sich hatte. Es war fast so als hätte ich geahnt, was auf mich noch alles zukommen würde. 

Meine Wehen fingen um 14 Uhr an, inzwischen hatten wir 18 Uhr und mein Muttermund war bei 6cm. Die Schwester nahm mich dann bereits mit in den Kreissaal und versprach mir, dass wir beide das Kind heute noch kriegen würden. Um 20 Uhr habe ich dann die lang ersehnten 10cm erreicht und ich dachte mir „klasse, also kann es doch losgehen!“. Falsch gedacht! Die Oberärztin kam und checkte alles und meinte, dass mein Kleiner sich noch nicht richtig ins Becken gedreht hätte. Und nebenbei bemerkt, mein Kleiner hatte dazu noch einen überdurchschnittlich großen Kopf. Na wenn das mal keine Challenge war. Also musste ich weiterhin diese verdammt starken Schmerzen ertragen. Ich schrie wie eine wildgewordene Furie und stellte mich auf die Zehenspitzen bei jeder einzelnen Wehe. Um 22 Uhr verabschiedete sich plötzlich die Hebamme, die doch das Kind mit mir kriegen wollte und ich wollte einfach nur noch aufgeben. Ich war mit meinen Kräften am Ende und diese Schmerzen nahmen mir jegliche Angst vor dem Tod. Ich weinte so sehr, jedoch nicht wegen der Schmerzen, sondern wegen meiner eigenen Mutter. Ich bereute jeden Streit, jedes böse Wort, jede Undankbarkeit und jeden Streit mit ihr.

Die nächste Hebamme empfahl mir doch ein Bad zu nehmen, doch dies hat genauso wenig geholfen wie auf dem Hüpfball rumzukreisen. Um 22 Uhr wurden die Schmerzen so heftig, dass ich das Gefühl hatte, jeden Moment den kompletten Kreißsaal vollbrechen zu müssen. Die Hebamme schickte deshalb meinen Mann los, er solle mir was Süßes besorgen, denn meine Energie ließe nach. Er kam mit einer Cola und Kinder Riegeln zurück und ich wollte weder das eine noch das andere, aber ich trank die Cola schnell und schrie weiterhin wie eine Verrückte. 

Um 23 Uhr kam dann die Oberärztin und meinte, dass mein Kleiner sich leider noch immer nicht richtig hineingedreht hätte, es fehle aber nicht mehr viel. Sie ordnete um 00 Uhr dann die PDA an mit der Bemerkung „wenn es nach der PDA nicht mehr klappt, müssen wir einen Kaiserschnitt machen“. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Einerseits wäre den Schmerzen ein Ende gesetzt, aber andererseits hätte ich also 10 Stunden Höllenqualen „umsonst“ ausgehalten??? Ich war psychisch und physisch am Ende. 

Doch dann kam die PDA und ich fühlte mich als würde ich vom Licht am Ende des Tunnels zurückgeführt und auf eine Wolke gesetzt worden sein. Ich meckerte sofort, weshalb man mir dieses Zeug nicht schon viel früher gegeben hätte. Die Begründung war, dass ich doch so tapfer durchgehalten habe und man es ganz ohne machen wollte. Hach, wie viele Mittelfinger in diesem Moment in meinem Kopf umherschwirrten. Unzählbar. 

Die Schmerzen waren weg und ich wäre am liebsten eingeschlafen. Doch es musste irgendwie weitergehen. Die Schmerzen, und mit ihnen die Wehen, waren weg und das war nicht gut. Also bekam ich einen Wehentropf und sollte und durfte ab da an (endlich!!!!) bei jeder Wehe pressen. Ich presste so fest ich konnte, doch nach mehr als 12 Stunden besaß ich nicht mehr viel Energie hierzu. Die Oberärztin und die Anästhesistin haben sich abwechselnd auf meinen Bauch mit ihren Unterarmen gelegt und so fest gedrückt wie sie konnten. Ich habe aus Angst um mein Kind jedoch automatisch gegen sie gehalten und so meinte die Hebamme, sie sollen das besser lassen. Denn ohne würde ich besser pressen können. Es war absolut kein schönes Gefühl, zu wissen, dass von außen mit solch einer Kraft gedrückt wird, um mein Kind rauszuquetschen. Scheinbar tat sich was und alle 3 (Oberärztin, Hebamme und Anästhesistin) verlangten von mir, ich solle so weiteratmen und pressen wie bisher. Ich freute mich, doch dann tuschelten Oberärztin und Anästhesistin wieder untereinander. Alsdann kam die Oberärztin und meinte zu mir „wir helfen Ihnen jetzt ein bisschen“. Die eine fuhr ein Gerät herein und die andere besorgte sich etwas, was ich nicht sehen konnte. 

Das Gerät wurde eingeschaltet und erinnerte mich an einen alten Staubsauger. Es schlürfte regelrecht und ich dachte mir nichts dabei. Nun denn wurde ich unten „erweitert“ und die Saugglocke (das war also das mir bis dahin unbekannte Gerät) machte ihren Job. 

Auf einmal war mein Kleiner einfach da, aber ich spürte es nicht, weil ich seit der PDA dort unten nix mehr spürte. Ich war glücklich, kaputt, verwirrt, zerstreut, traumatisiert und vor allem war ich einfach nur müde. Mein Kleiner trug eine leichte Verformung auf dem Kopf dank der Saugglocke, doch das war nicht schlimm. 

Man legte ihn mir auf die Brust und er sog sofort daran, als hätte er nie was anderes getan. Ich lachte während mein „Garagentor“ unten wieder „geflickt“ wurde und dachte mir nur „du bleibst ein Einzelkind“. Das dachte ich wirklich, aber der Mensch ist vergesslich und so wird es wohl nicht mehr lang dauern bis Mama nochmal Bock auf Schmerzen hat.

Die Geburt war der Anfang einer niemals endenden Liebesgeschichte und öffnete mir die Augen in Bezug auf das gesamte Leben. 

Ohne dich - kein mich - ohne mich - kein dich. In Liebe deine Mama. 

 
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Geburtsbericht - Montagsblogserie

Geburtsbericht_15-0702.01.2014, 13:30 Uhr: Termin beim Frauenarzt, es sollte mein letzter dort sein, aber dazu später mehr. Ich hatte starke Schmerzen im Nierenbereich, also wurde ein Ultraschall gemacht und dabei wurde festgestellt, dass ich einen Nierenstau hatte da die kleine Maus mir regelrecht alles abgequetscht hatte. Zu allem Unnütz kam dann noch eine Harnwegsinfektion dazu. Meine Frauenärtzin verwies mich direkt ins Krankenhaus, gesagt - getan. 

Dort angekommen wurde mir direkt ein Zugang gelegt und eine Antibiotikabehandlung verordnet, zwischenzeitlich wurden die Schmerzen größer, Fieber kam hinzu und grauenhafter Schüttelfrost machte mir zu schaffen. 

Die Nacht war dementsprechend nicht besonders berauschend. Geplagt von Schmerzen, schlechtem Schlaf, ständiges Wechseln der Zugänge weil diese immer wieder dicht gemacht haben. 

03.01.2014, 6:50 Uhr: Meine Blase war zum Bersten gefüllt, da ich durch die Harnwegsinkfektion ungern auf die Toilette ging - ich weiß das ist eine selten dämliche Idee, aber nun gut. Ich schlurfte als ins Badezimmer, setzte mich auf den Porzellanthron und FLATSCH! Ganz viel Flüssigkeit auf einmal kam aus mir. Ich in Panik, da der Entbindungstermin eigentlich erst auf den 31.01.2014 angesetzt wurde. Dass es ein paar Tage +/- gibt das war mir bewusst, aber das waren halt nicht nur ein paar Tage.

Also Schwester gerufen "ohhh ich denke meine Fruchtblase ist geplatzt" - was soll ich sagen? Sie ist tatsächlich geplatzt. Wehen? Noch keine spürbar. Ich wurde ans CTG geschlossen und siehe da, da wurden leichte Wehen sichtbar. Gespürt habe ich jedoch davon absolut gar nichts, meine Nieren haben ziemlich ablenkt, schmerzten diese noch immer ziemlich stark.

9:30 Uhr: Was ich an Wehen bis dahin nicht spürte kam jetzt volle Breitseite, zum Glück war mein Partner schon unterwegs, da ab da alles sehr schnell ging. Eine Hebamme brachte mich in den Kreißsaal. 10 Minuten später war auch schon mein Partner und bald werdender Vater an meiner Seite. Er saß links neben mir bewaffnet mit einem kühlen Waschlappen, ich mit 40 Grad Fieber, pressend. 

10:40 Uhr: Ich presste ein letztes Mal, waren meine Kräfte doch am Ende, und da geschah es schon. Unser kleines Mädchen erblickte das Licht der Welt. Klein, schrumpelig und einem dicken Auge. In diesem Moment war sie das schönste Wesen welches ich jemals gesehen habe. Ich hatte immer noch Fieber und eigentlich auch noch Schmerzen, aber diese waren in genau diesen Augenblick weg. Ich spürte nur eines: Liebe. Wir haben ein Wunder vollbracht, ein neues Leben in die Welt gebracht. Uns eine neue, aufregende Aufgabe gegeben. Uns einen Sinn gegeben. Da lag sie - unser Herz, liegend in meinen Armen. 

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10 Mütter im Interview - Wie habt ihr entbunden?

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„Beide Male zum Glück natürlich ohne PDA wie gewünscht. Beim zweiten Mal gerade in die Badewanne geschafft“. (Noreen E.)

 

„Meine Tochter war eine Spontangeburt 4 Tage nach ET und mein Sohn ein Notkaiserschnitt nach missglückter Einleitung 10 Tage nach ET. Beide im Krankenhaus.“ (Anja Z.)

 

„Ich habe in der 40ssw ( 39+6) spontan entbunden." (Katharina L.)

 

„Beide Male natürlich. Die erste Geburt wurde jedoch eingeleitet, weil ich keine Geduld mehr hatte zu warten :).“ (Marion F.)

 

„Aufgrund einer Vorerkrankung (Steißbeinbruch) musste ein Kaiserschnitt gemacht werden.“ (Verena A.)

 

„Bei mir war es ein Kaiserschnitt, ich hätte gerne normal entbunden, aber da das alles etwas anderes gelaufen ist und der Kleine sonst zu schwach gewesen wäre, wurde es ein Kaiserschnitt.“ (Denise B.)

 

„Mit Einleitung und per Saugglocke“. (Lisa K.)

 

„Ich habe mich vor der Geburt stark mit der selbstbestimmten Geburt und Hypnobirthing beschäftigt. Entbunden habe ich in einem Krankenhaus mit Hebammengeleiteten Kreißsaal, ohne Arzt. Es war eine Spontangeburt ohne Schmerzmittel oder PDA, sehr entspannt und wunderschön.“ (Lisa L.)

 

„Per Kaiserschnitt. Erst eigentlich als geplanter, dann doch etwas früher als erwartet unplanmäßig.“ (Anja W.)

 

„Ich habe beide Kinder natürlich entbunden. Leider hatte ich beide Male eine Sturzgeburt, dennoch finde ich das noch besser als einen geplanten Kaiserschnitt (bei nicht Notwendigkeit).“ (Janine G.)

 

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

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02.01.2014, 13:30 Uhr: Termin beim Frauenarzt, es sollte mein letzter dort sein, aber dazu später mehr. Ich hatte starke Schmerzen im Nierenbereich, also wurde ein Ultraschall gemacht und dabei wurde festgestellt, dass ich einen Nierenstau hatte da die kleine Maus mir regelrecht alles abgequetscht hatte. Zu allem Unnütz kam dann noch eine Harnwegsinfektion dazu. Meine Frauenärtzin verwies mich direkt ins Krankenhaus, gesagt - getan. 

 

Dort angekommen wurde mir direkt ein Zugang gelegt und eine Antibiotikabehandlung verordnet, zwischenzeitlich wurden die Schmerzen größer, Fieber kam hinzu und grauenhafter Schüttelfrost machte mir zu schaffen. 

 

Die Nacht war dementsprechend nicht besonders berauschend. Geplagt von Schmerzen, schlechtem Schlaf, ständiges Wechseln der Zugänge weil diese immer wieder dicht gemacht haben. 

 

03.01.2014, 6:50 Uhr: Meine Blase war zum Bersten gefüllt, da ich durch die Harnwegsinkfektion ungern auf die Toilette ging - ich weiß das ist eine selten dämliche Idee, aber nun gut. Ich schlurfte als ins Badezimmer, setzte mich auf den Porzellanthron und FLATSCH! Ganz viel Flüssigkeit auf einmal kam aus mir. Ich in Panik, da der Entbindungstermin eigentlich erst auf den 31.01.2014 angesetzt wurde. Dass es ein paar Tage +/- gibt das war mir bewusst, aber das waren halt nicht nur ein paar Tage.

 

Also Schwester gerufen "ohhh ich denke meine Fruchtblase ist geplatzt" - was soll ich sagen? Sie ist tatsächlich geplatzt. Wehen? Noch keine spürbar. Ich wurde ans CTG geschlossen und siehe da, da wurden leichte Wehen sichtbar. Gespürt habe ich jedoch davon absolut gar nichts, meine Nieren haben ziemlich ablenkt, schmerzten diese noch immer ziemlich stark.

 

9:30 Uhr: Was ich an Wehen bis dahin nicht spürte kam jetzt volle Breitseite, zum Glück war mein Partner schon unterwegs, da ab da alles sehr schnell ging. Eine Hebamme brachte mich in den Kreißsaal. 10 Minuten später war auch schon mein Partner und bald werdender Vater an meiner Seite. Er saß links neben mir bewaffnet mit einem kühlen Waschlappen, ich mit 40 Grad Fieber, pressend. 

 

10:40 Uhr: Ich presste ein letztes Mal, waren meine Kräfte doch am Ende, und da geschah es schon. Unser kleines Mädchen erblickte das Licht der Welt. Klein, schrumpelig und einem dicken Auge. In diesem Moment war sie das schönste Wesen welches ich jemals gesehen habe. Ich hatte immer noch Fieber und eigentlich auch noch Schmerzen, aber diese waren in genau diesen Augenblick weg. Ich spürte nur eines: Liebe. Wir haben ein Wunder vollbracht, ein neues Leben in die Welt gebracht. Uns eine neue, aufregende Aufgabe gegeben. Uns einen Sinn gegeben. Da lag sie - unser Herz, liegend in meinen Armen. 

 

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

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In der Nacht vom 15.01.2018 auf den 16.01.2018 wurde ich nachts gegen 4.00 Uhr wach, da ich dachte ich verliere ein wenig Flüssigkeit. Jetzt stellte ich mir die Frage, ob dies von der Fruchtblase kommt oder ob ich Inkontinenz bin. Nach einem Gang ins Badezimmer verlor ich immer mal wieder tröpfchenweise weiter Flüssigkeit, sodass ich mich gut auspolsterte und mich dennoch nochmal schlafen legte. Als ich aufstand und nochmal einen Schwall Flüssigkeit kam, besprach ich mich mit deinem Papa. Wir entschlossen uns mal beim Arzt anzurufen. Die Arzthelferin bat uns lieber einmal vorbeizukommen und dies abklären zu lassen. Da es Mittwoch war, fuhren wir direkt gegen 9.00 Uhr los zum Arzt.

 

Dort wurde ein Test gemacht, ob es sich tatsächlich um Fruchtwasser handelte. Dieser war negativ, sodass ich anscheinend also Inkontinenz sein sollte bzw. wurde mir erklärt, dass auch ein Riss in der Fruchtblase vorhanden sein kann, aber dieser Riss durch dein Köpfchen verschlossen wurde. Wir fuhren wieder nachhause und ich und dein Papa scherzten noch ein wenig rum. Dein Papa entschloss sich diesen Tag durchzumachen, damit er sich abends mit mir schlafen legen konnte. An diesem Tag hatte ich das Bedürfnis die Wohnung noch einmal gründlich zu putzen und die drei Gassirunden mit dem Hund durchzuführen. Am Abend lag ich schon auf dem Sofa und wollte noch eine Serie zu Ende schauen und mich dann schlafen legen.

 

Plötzlich merkte ich nur wie ein Schwall Wasser meine Beine entlang lief. Hier dachte ich mir schon, dass dies eigentlich die Fruchtblase gewesen sein muss. Ich ging also ins Bad und wechselte meine Klamotten und stattete das Sofa mit einer Wickelunterlage aus. Kaum lag ich auch schon wieder, schon kam wieder ein Schwall Fruchtwasser aus mir heraus. Wir entschieden uns ins Krankenhaus zu fahren und dies erneut abklären zu lassen. Bevor es losging ins Krankenhaus wollte ich aber unbedingt noch Duschen und die Kliniktasche für mich sowie für unsere kleine Mia packen. Mia so heißt unser Mädchen übrigens. Dein Papa fand dies zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr lustig. Gegen 22.00 Uhr kamen wir im Krankenhaus an. Dort wurde von einer netten Hebamme erneut ein Test auf Fruchtwasser durchgeführt. Aber auch dieser war wieder negativ. Dann erfolgte die Untersuchung durch die Hebamme und diese teilte mir mit, dass es sich eindeutig um einen Blasensprung handelt und der Muttermund schon 1cm auf sei.

Hiernach durfte ich es mir in einem Kreissaal gemütlich machen. Dein Papa immer an meiner Seite. Ich wurde bestimmt eine Stunde ans CTG angeschlossen und mir wurden 1.5 Liter Wasser hingestellt. Nachdem CTG erklärte uns ein Arzt, dass du binnen der nächsten 12 Stunden die Geburt auslösen musst oder wir sonst nicht um eine Einleitung herum kommen. Da jetzt aber schon leichte Wehen anfingen wurden wir gebeten im Krankenhaus spazieren zu gehen. Wir bezogen kurz unser Zimmer und spazierten dann ums Krankenhaus herum. Jetzt informierten wir auch meine Mama und die Schwester deines Papas, da diese bei der Geburt dabei sein sollten. Insgesamt spazierten wir ca. 2 Stunden bei eisiger Kälte ums Krankenhaus. Dann holte ich mir ein Schmerzzäpfchen ab und sollte gegen 3.00 Uhr wieder vorbeischauen.

 

In der zwischen Zeit wurden die Wehen immer schmerzhafter und das Zäpfchen half leider nicht. Als es dann um 3.00 Uhr zur Kontrolle ging, schloss mich eine Hebamme ans CTG an. Aber durch die stärkeren Wehen konnte ich einfach nicht ruhig liegen bleiben, sodass nicht viel aufgezeichnet wurde. Als mich nach einer Stunde erneut eine Hebamme untersuchte wurde uns mitgeteilt, dass der Muttermund erst auf 3cm auf sei. Jetzt dachte ich mir nur, dass die Geburt auf jeden Fall kein Zuckerschlecken wird. Da ich um ein Schmerzmittel bat, durfte ich direkt einen Kreissaal beziehen und nicht mehr zurück aufs Zimmer. Mit der Hebamme besprach ich die möglichen Schmerzmittel. Für mich stand fest, dass ich dann die PDA nehmen würde. Allerdings gibt’s die PDA in diesem Krankenhaus erst nach einem Schmerztropf. Da ich mich und meinen Körper kenne, teilte ich der Hebamme mit, dass ich leider immer mit dem genauen Gegenteil auf solche Medikamente reagiere. Sie meinte wir sollen es ausprobieren. Inzwischen wartete ich mit meiner Mama und der Schwester meines Freundes auf die Wirkung des Schmerztropfes. Lediglich meine Vorahnung wurde war, sodass ich mich erst mal mehrmals übergeben musste. Daraufhin wurde der Wehentropf direkt wieder abgemacht. Nach einer kurzen Pause erhielt ich die von mir gewünschte PDA. Leider traf die Narkoseärztin erst nach dem dritten Stechen eine geeignete Stelle. Nachdem die PDA dann wirkte, konnten wir ca. 3 Stunden schlafen bzw. dösen. Da wir inzwischen ca. 8.00 Uhr hatten, lernte ich nun meine Hebamme sowie die Hebammenschülerin kennen die mich nun begleiten. Die Hebamme an sich war in Ordnung aber mit der Hebammenschülerin verstand ich mich auf Anhieb. Diese verbrachte dann auch einige Minuten damit meinen Rücken zu massieren. 

 

Um ca. 10.00 Uhr war der Muttermund komplett geöffnet. Jetzt wurde mir ein Wehenmittel verabreicht und es durfte nicht mehr über die PDA nachspritzt werden. Um ca. 10.30 verspürte ich einen leichten Druck nach unten. Wir riefen also nach der Hebammenschülerin diese kam auch direkt und überprüfte mein Gefühl, dass du mein Schatz dich auf den Weg gemacht hast. Sie konnte bereits deine Haare sehen und rief nach der Hebamme, da diese bei der Geburt anwesend sein muss. Dann erblicktest du um 10.44 Uhr das Licht der Welt. Hier machtest du mich zur glücklichsten Frau auf der Welt und gleichzeitig auch zur Mama. 

 

Die Nachgeburt verlief an sich komplikationslos. Lediglich mein hoher Blutverlust machte den Ärzten ein wenig zu schaffen. Mein Kreislauf sackte zwischenzeitlich immer mehr ab und ich konnte nicht mehr genug um die kümmern mein Schatz. Plötzlich versammelte sich erneut die Ärztin und Hebammen und meinem Bett und schallten meinen Bauch ab. Jetzt hieß es nur noch, dass ich sofort in den OP müsste zu einer Routineausschabung. Dein Papa war in dieser Zeit kurz eine Rauchen, wo er wieder im Raum war wurdest du ihm auf den Arm gedrückt und mich brachte man unverzüglich in den OP. Dort angekommen war ich mit der Hebamme erst einmal alleine. Es war nämlich gerade Mittagspause für die meisten im Krankenhaus. Nun wurde mir unter Vollnarkose eine zweite Plazenta entfernt. Die Ärzte können uns bis heute nicht sagen, ob es dich zweimal geben sollte oder ob es einfach ein Rätsel der Natur bleibt. Verbunden mit dir war diese Plazenta nämlich nicht. Die OP sollte an sich nur 30 Minuten dauern. Allerdings kehrte ich erst nach gut 2 Stunden zurück zu dir und deinem Papa. Dieser war zwischenzeitlich total fertig mit den Nerven, da man ihm nie genaue Informationen über mich geben konnte. Zudem war mein Anblick nach der Geburt nicht sonderlich toll, da ich genauso blass war wie das Bettlacken und ich inzwischen über vier Zugänge verfügte.

 

Hierrüber erhielt ich Flüssigkeit, Schmerzmittel und zweimal Blutkonserven. Aber ab jetzt waren wir wieder vereint. Dir ging es in der ganzen Zeit aber super und du hattest keinerlei Schwierigkeiten. Allerdings mussten wir beide mitsamt deiner Oma eine Nacht im Kreissaal zur Beobachtung schlafen. Und da ich nicht aufstehen durfte musste die Oma leider mit uns im Kreissaal schlafen. Aber am nächsten Tag ging es mir schon besser und wir wurden auf unser Zimmer verlegt. Und auch ich bekam so langsam wieder mehr von dir und unseren ersten Stunden/Tagen mit. Viele Dinge die ich hier niederschreibe weiß ich nur noch Bruchweise oder aus Erzählungen. Aber an sich war die Geburt von dir wunderschön und auch nicht schmerzhaft oder ähnliches. Wäre das ganze danach nicht gewesen wäre es in meinen Augen eine Traumgeburt gewesen.

 

 
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Geburtsbericht - Montagsblogserie

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Ich muss mit meiner Erzählung etwa 10 Monate vor der Geburt meines Sonnenscheins beginnen.

 

Nach 2 wunderbaren Kindern (16 und 10 Jahre) hatten mein Mann und ich das Gefühl, es fehlt irgendwie was in unserem Leben und uns wurde schnell klar, dass wir beide uns noch ein drittes Kind wünschten. Nach einer Brustkrebserkrankung nach der Geburt unserer großen Tochter, konnten wir uns den 2. Kinderwunsch erst später als geplant erfüllen. Dann kam Beruf und Karriere dazwischen, aber irgendwie war der bestehende Kinderwunsch immer wieder mal präsent. 

 

Also entschlossen wir uns im Mai 2017 , trotz des „fortgeschrittenen“ Alters (beide 41) und nach Absprache mit meiner Gynäkologin, es mit allen Konsequenzen noch einmal zu versuchen. Wir setzten uns ein „Limit“ bis Ende 2017 und sagten uns selbst, wenn es bis dahin nicht klappt, dann soll es nicht mehr sein. 

 

Ende September 2017 fühlte sich mein Körper anders an und ich wusste, ich bin tatsächlich schwanger. Aufgeregt wartete ich auf die Regelblutung, die dann tatsächlich ausblieb... der folgende Test war dann direkt positiv und wir waren überglücklich. 

 

Bei einer Vorsorgeuntersuchung in der 9. SSW erzählte ich meiner Gynäkologin, dass meine in 2003 erkrankte und operierte Brust so schmerzen würde. In der Schwangerschaft natürlich nicht unnormal. Aber für mich war es ungewöhnlich, da ich aus der Schwangerschaft meines mittleren Sohnes wusste, dass die operierte Brust sich eigentlich nicht verändert. 

 

Meine Gynäkologin war sehr aufmerksam und machte direkt einen Ultraschall. Da sie tatsächlich einen Knoten feststellte, bekam ich direkt am Nachmittag des gleichen Tages eine Biopsie. Zwei Tage später hatte ich es leider schwarz auf weiß...der Krebs hatte mich erneut befallen. 

 

Ein Karussell der Gefühle begann...wir brachen zusammen und wussten nicht wie es weitergehen soll...

 

Unser absolutes Wunschkind gehen lassen, kam für uns nicht in Frage und nach etlichen Tagen der Ungewissheit und vielen Arztbesuchen war klar, dass wir das auch nicht tun mussten. 

 

Bei einem Spaziergang alleine im Wald versprach ich dem kleinen Wesen in meinem Bauch, dass ich es nicht zulassen würde, dass ihm etwas passiert und ich alles dafür tun würde, es zu einem späteren Zeitpunkt im Arm halten zu können. 

 

In der 14.SSW unterzog ich mich einer Brustamputation unter Vollnarkose. Immer unter strengster und engmaschiger, ärztlicher Kontrolle war später klar: dem kleinen Zwerg in meinem Bauch geht es hervorragend und er entwickelte sich vorbildlich. 

 

Die nächste Entscheidung stand an. Das Baby früher holen, um mir einen früheren Therapiestart zu ermöglichen und um die nötigen weiteren Untersuchungen so schnell wie möglich durchführen zu können, oder den kleinen Mann (mittlerweile wussten wir, dass es ein kleiner Kämpfer ist) selbst entscheiden zu lassen, wann er ankommen möchte. 

 

Wir entschieden uns ihn selbst wählen zu lassen...auch wenn es im Nachhinein betrachtet für mich ziemlich nervenaufreibend war... 

 

Allerdings machte er keinerlei Anstalten am Termin (05.06) persönlich „Hallo“ zu sagen und da meine Gynäkologin mich aufgrund der ganzen Vorgeschichte nicht übertragen lassen wollte, wurde ich am 04.06. zur Einleitung ins KH geschickt. 

 

Meine Hebamme aus dem Vorbereitungskurs hatte Dienst und nach zwei Kindern war mir auch klar, dass ich die „Hausmittel“ zur Einleitung und stunden-/ oder tagelange Warterei nicht wollte...das machte ich unmissverständlich klar und so bekam ich noch am Nachmittag, gegen 16:00 Uhr einen wehenfördernden Tampon eingelegt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Herztöne des Kleinen nicht so gut und deshalb entschied man sich für das Tampon, um es im Notfall jederzeit entfernen zu können. 

 

Ca. 2 Stunden später bekam ich erste Wehen; leicht und aushaltbar. Am CTG erkennbar waren aber leider die Herztöne vom Kleinen immer noch nicht gut. So musste ich jede Stunde zum CTG...immer das gleiche Spiel...leichte Wehen, Herztöne nicht gut. 

 

Gegen 21:00 Uhr hatte ich dann keine Wehen mehr und die Herztöne waren in Ordnung. 

 

Mein Mann wurde nochmal nach Hause geschickt und ich auf mein Zimmer. Wir sollten versuchen zu schlafen. Es könnte noch lange dauern, bis sich was tut. Falls sich etwas verändert, sollte ich zurück zum Kreissaal kommen.

 

Gesagt, getan. Ich legte mich hin, schaute noch etwas fern und schlief dann tief und fest ein. Ich schlief die ganze Nacht wie ein Stein. So hatte ich wochenlang nicht mehr geschlafen. Gegen 04:30 Uhr würde ich plötzlich wach. Ein leicht schmerzhaftes Ziehen war der Grund. Ich dachte: „Oh. Das könnte eine Wehe gewesen sein.“ und schlief wieder ein. Um 04:50 Uhr stand ich dann plötzlich im Bett und musste veratmen. Und mir war schlagartig klar, dass sind definitiv Wehen und ich muss zum Kreissaal. Ich ging kurz ins Bad, kam zurück ins Zimmer, schloss die Schranktür und dachte es zerreißt mich. Ab diesem Moment hatte ich alle 2 Minuten Wehen, die sich gewaschen hatten. Ich lief noch selbst zum Kreissaal, immer wieder von Wehen geschüttelt. Die Nachtdienst-Hebamme nahm mich in Empfang, brachte mich in einen Kreissaal, schloss mich ans CTG an und untersuchte mich. Den Wehen nach zu urteilen, dachte ich der Muttermund sei fast komplett eröffnet. Wehen in diesem Stadium kannte ich bisher nicht, da ich bei den beiden anderen Kindern jeweils eine PDA hatte... 

 

Die Hebamme blickte mich mitleidig an und teilte mir mit, dass der Muttermund erst bei 2 cm läge. Sie entfernte sofort den Tampon und versorgte mich mit sämtlichen Schmerzmitteln die möglich waren, da ich mittlerweile jede Minute eine heftige Wehe hatte. Es war mittlerweile 05:45Uhr. Ich schrieb meinem Mann eine Nachricht, dass er sofort kommen müsste. Reden konnte ich nicht mehr. Gott sei Dank war er schon wach und hat die Nachricht gelesen. 

 

Um 05:50 Uhr ging die Kreissaaltür auf und meine Hebi aus dem Vorbereitungskurs kam wieder zum Frühdienst. Ich war so glücklich, denn ich hatte mir so gewünscht, dass sie bei der Entbindung dabei ist. Jahrelange Erfahrung hatte sie. Und Sie war mit vom ersten Augenblick an so ans Herz gewachsen. Sie gab mir homöopathische Mittelchen, half mir zu veratmen und zu kreisen und kontrollierte mit ernster Miene das CTG. Die Herztöne vom Kleinen waren schlecht. Ich hing mit dem Oberkörper auf dem Kreisbett, um im nächsten Moment wieder zu stehen. Es war kaum auszuhalten. In keiner einzigen Position. 

 

Um 06:20 Uhr stürmte mein Mann in den Kreissaal und ich brach in seinem Arm zusammen. Ich hatte durchgehende Wehen. Es war eigentlich nicht auszuhalten. Bis heute weiß ich nicht, wie ich das geschafft habe. Ich wimmerte nach einer PDA, wo alle anwesenden Personen sofort mit einverstanden waren. Die Anästhesistin wurde gerufen. Eine Ärztin untersuchte mich noch im Liegen. Muttermund bei 4cm. PDA problemlos möglich. Die Schmerzen wurden immer unerträglicher. Ich hatte keine einzige Wehenpause. Um 06:35 Uhr hörte ich die Anästhesistin und fieberte der PDA entgegen. Plötzlich spürte ich einen wahnsinnigen Druck nach unten. Ich stand zu diesem Zeitpunkt wieder mit dem Oberkörper auf das Kreisbett gestützt. Als ich den Druck erwähnte, wurde ich wieder hingelegt und die Ärztin kam wieder zur Untersuchung. Währenddessen nahm ich so halb wahr, wie meine Hebamme die Wärmelampe über dem Wickeltisch anmachte und alle nötigen Behältnisse zur Entbindung fertig machte. Ich dachte noch, wieso sie das tut?! Und dann wurde mir klar...das mit der PDA wird nix mehr. Die Fruchtblase platze auf dem Kreisbett, die Ärztin sagte 10 cm und die Anästhesistin verließ den Kreissaal um 6:45 Uhr unverrichteter Dinge. 

 

Die Herztöne sackten weiter ab. Das alles nahm ich nur am Rande war...ich hatte das Gefühl, ich muss pressen...Meine Nachsorge-Hebamme, die bereits meinen mittleren Sohn zur Welt geholt hatte, war auch mittlerweile da. Und ich ließ mich einfach nur noch „fallen“, weil ich sooo erleichtert war, dass um mich herum vertraute Menschen waren. 

 

Dann hörte ich nur noch die Anweisung: „Du tust jetzt nur noch das, was ich dir sage!“ und ich musste im Vierfüssler aufs Kreisbett. Im nächsten Moment presste ich, als wenn es kein Morgen mehr geben würde... 3-4 Mal...und dann hieß es um Punkt 07:00 Uhr: Da ist er....diese Erleichterung, die durch meinen Körper schoss, kann ich überhaupt nicht beschreiben. Aber ich hörte nichts...und vor allem konnte ich nichts sehen, weil er ja hinter mir lag...dann endlich...nach einer gefühlten Ewigkeit hörte ich das erste, leise Protestschreien meines kleinen Kämpfers und die Tränen flossen...man reichte ihn mir zwischen meinen Beinen durch, ich kniete mich hin und hielt ihn einfach nur noch an mich gepresst in meinen Armen. Mein Mann und ich heulten um die Wette, hielten uns alle im Arm und waren einfach nur glücklich. Mein kleiner Schutzengel war geboren und ich hatte mein Versprechen eingelöst. 

 

Mein kleiner Schatz sah aus wie ein Schlumpf. Da er zweimal die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatte, war sein Gesicht ganz blau gestaucht...das war auch der Grund für die schlechten Herztöne...aber er war da und er war kerngesund. Er hat sich wahrlich auf die Welt katapultiert. Es begann eine lange, intensive und wunderschöne Bondingphase. Mein Mann nabelte ihn irgendwann ab, während ich ihn festhielt. Die Ärztin kam zu meiner Untersuchung und konnte unverrichteter Dinge gehen. Es war alles in Ordnung. Während wir auf dem Kreisbett kuschelten, nahm die restliche „Geburt“ ihren Lauf und wir konnten dann endlich ins richtige Bett. Haut an Haut gekuschelt blieben wir im Kreissaal. Dann nahm die Hebamme Matts und meinen Mann mit zum Wickeltisch zum Wiegen und Messen. Mein Mann zog ihn dann an und ich konnte mich in der Zwischenzeit im Kreissaal abduschen und waschen. Danach gingen wir wieder ins Bett und kuschelten weiter. Der grosse Bruder und die große Schwester durften dann ausnahmsweise den kleinen Bruder noch im Kreissaal begrüßen. Sie weinten sogar vor Freude und platzten fast vor Stolz, als sie ihn in den Armen hielten....

 

Da mein Traum vom Stillen leider ein paar Monate zuvor platzte, musste ich schweren Herzens direkt eine Abstilltablette schlucken. Danach wurden wir dann auf unser Zimmer gebracht. 

 

Sechs Wochen nach der Entbindung konnte ich meine Anti-Hormontherapie beginnen und mittlerweile sind auch alle Untersuchungen gelaufen. Der Krebs ist verbannt. Metastasen haben sich in der langen Zeit des Wartens nicht niedergelassen. Ich bin wieder gesund und wenn ich meinen kleinen Sonnenschein heute anschaue, platze ich vor Glück ins weiß genau, dass ich alles genau richtig gemacht habe. 

 

 
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