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Geburtsbericht - Montagsblogserie

01_Montag_Geburtsbericht_VorlageMit gemischten Gefühlen machten wir uns nach dem letzten Frühstück zu zweit auf den Weg ins Krankenhaus. Ich kann gar nicht richtig in Worte fassen, welches Gefühl sich in den Vordergrund drängte. 

Die Erleichterung, wegen der Einweisung ins Krankenhaus zur Einleitung, der Aufregung wann es denn so weit sein würde oder wegen der Vorfreude zu wissen, dass man bald zu dritt sein wird und sein ganz persönliches Wunder in den Armen halten darf. 

Im Krankenhaus angekommen wurden wir über die genauen Abläufe der anstehenden Einleitung genau informiert. Man teilte uns auch mit, dass sich eine Einleitung auch über mehrere Tage hinziehen kann und man schnell frustriert ist, weil sich quasi nichts tut. 

Da der Befund bei der Untersuchung jedoch „Muttermund leicht geöffnet“ lautete, war die Hoffnung recht groß, dass es mit der Geburt bald losgehen würde. Man muss dazu sagen, dass ich wegen der Wassereinlagerungen noch vor dem eigentlichen Entbindungstermin, in der 39. Woche, ins Krankenhaus eingewiesen wurde. 

Der Tagesablauf war immer der gleiche. Mehrmals am Tag CTG, frische Luft und ein wenig Bewegung. Ab und an der ein oder andere Zwischensnack, den mir mein Mann mitbrachte.

Nach drei Tagen des Wartens, tat sich nach wie vor nichts. Wir beschlossen, im Gespräch mit der mich betreuenden Ärztin einen gemeinsamen Plan zu vereinbaren, wie es jetzt weitergehen sollte.

Vielleicht sollte ich erwähnen, dass es bereits der 21.12. war und niemand gerne über die Weihnachtstage im Krankenhaus liegt. 

Um nicht ganz alleine warten zu müssen, bis das Gespräch stattfand, bekam ich überraschend Besuch von meiner Mama. Da es bereits 17:30 Uhr war und das nächste CTG anstand, begleitete sie mich in den Kreissaal. An diesem Abend lag ich länger am CTG als die anderen Male. Schon den ganzen Tag war es verdächtig ruhig im Bauch. Das war sehr ungewöhnlich, denn ich hatte einen mehr als lebhaften Bauchbewohner. Die Hebammen versicherten mir, dass sich mein kleiner Schatz auf die Geburt vorbereitet und das es normal sei, wenn es dann etwas ruhiger wird im Bauch. Das CTG zeigte immer wieder abfallende Herztöne für einen kurzen Zeitraum. 

Während wir gemeinsam auf meinen Mann warteten, kam die Ärztin um das weitere Vorgehen zu besprechen. Ich bat sie, in 20 Minuten nochmals zu kommen, da dann auch mein Mann da sein würde. 

Zum Glück war das kein Problem und sie verließ das Zimmer. Ungefähr 10 Minuten später kam sie wieder, erklärte ich, ich solle meinen Mann anrufen, wenn er bei der Geburt seines Kindes dabei sein wolle, weil sie jetzt direkt einen Kaiserschnitt machen müssen.

Völlig geschockt und unerwartet traf mich diese Information. Es überrannte mich einfach total. Schnell nahm ich mein Handy und bei meinem Mann anzurufen. Als ich seine Stimme hörte, flossen nur noch die Tränen und meine Mama übernahm alles Weitere für mich.

Ich bekam den Aufklärungsbogen zum Unterschreiben und diese schicke OP-Kleidung. Alles ging einfach an mir vorbei, so geschockt war ich. Mein Mann kam auch in der Zwischenzeit und hielt einfach nur meine Hand. Wohl wissend, dass ich genau das brauchte. Auch er bekam einen Bogen den er unterschreiben musste. Übertrieben gesagt stimmte er zu, im Falle einer Ohnmacht erst nach der OP vom Boden aufgelesen zu werden.

Im OP bekam ich noch die Spinalanästhesie. Leider musste der Arzt drei Mal stechen, bis der Schlauch richtig lag. Bis dahin war ich dann wirklich völlig fertig. Als es dann losging, war auch mein Mann wieder an meinem Kopf, wie man das aus Filmen kennt. Zwischen meiner Unterschrift und der Geburt vergingen genau 40 Minuten. Zwischen der Nachricht, dass unser Kind auf der Welt sei und dem ersten Schrei, verging eine Ewigkeit. Weil das Fruchtwasser schon grün und unser kleiner Engel leichte Anpassungsschwierigkeiten hatte, wurde er direkt auf die Intensivstation gebracht. Ein weiterer Schock für mich. Ohne lange zu überlegen, schickte ich meinen Mann direkt hinterher. 

Dann lag ich da auf diesem OP Tisch und wurde „aufgeräumt“. Immer im Hinterkopf, wie es meinem Kind wohl geht, wann ich es endlich sehen kann und viele weitere Fragen, die in meinem Kopf umher schwirrten. Als ich versorgt und endlich im Aufwachraum des Kreissaals lag, fragte ich sofort nach meinem Mann. Dieser kam nach ein paar Minuten und zeigte mir stolz die ersten Bilder und Videos von unserem kleinen Engel. 

Dank der Narkose konnte ich bald einschlafen und wartete am nächsten Tag ungeduldig, bis mein Mann endlich ins Krankenhaus kam, um mit mir auf die Intensivstation zu fahren.

Der unbedingte Wille mein Kind zu sehen, ließ mich fast die brennenden Schmerzen an der OP Narbe vergessen. 

Es war unbeschreiblich. Es gibt kein Wort um zu beschreiben, wie glücklich ich war, als ich mein Kind zum ersten Mal im Arm hielt. Es ganz fest an mich drückte, küsste und dabei einiges an Freudentränen vergoss. Diesen wundervollen und magischen Augenblick werde ich nie vergessen.

Nach drei Tagen durften wir beide nach Hause. Ganz heimlich schlich sich mein Bruder aus dem Haus, um uns beide zusammen mit meinem Mann abzuholen. Wer jetzt mitgerechnet hat, weiß, dass dieser Donnerstag an dem wir nach Hause gefahren sind, kein ganz normaler Donnerstag war. 

Es war Heilig Abend. 

Das war wohl das Beste Weihnachtsgeschenk, was je unter unserem Baum lag. Es ist unsere ganz persönliche Weihnachtsgeschichte, bei der ich immer wieder Tränen in die Augen bekomme, wenn ich daran denke oder es erzähle. 

 

Ann-Sophie

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

01_Montag_Geburtsbericht_25-11Es war früh am Morgen, ich wartete auf meinen Termin im Kreissaal, ich war aufgeregt und konnte kaum was essen. Dann machten wir uns endlich auf den Weg ins Krankenhaus, 30 Minuten Fahrt zogen sich plötzlich wie Kaugummi, doch das war inzwischen nichts neues, schließlich wartete ich bereits 9 Tage darauf, dass sich der Kleine auf den Weg macht. In der Klinik angekommen wurde zunächst ein CTG gemacht und ich wurde untersucht. Die Ärztin entschied sich dafür ein Gel zur Einleitung vor den Muttermund zu legen, danach musste ich 2 Stunden im Kreissaal liegen und mal wieder warten. Da wartet man 9 Monate, da sollten ein paar Stunden mehr doch eine Kleinigkeit sein? Weit gefehlt. Es dauerte und dauerte. Mein Freund kam dann auch in die Klinik und um 11 Uhr durfte ich dann wieder aufstehen. Die Hebamme schickte uns los, wir sollten noch etwas essen, es würde ja noch dauern. Die Wehen waren allerdings schon kaum zu verachten und dann was essen? Naja, sie wird schon wissen was sie sagt. Wir machten uns also auf den Weg zum nächstgelegenen Bäcker und holten uns belegte Brötchen, die Verkäuferin war sichtlich perplex, dass ich vor der Theke stand und atmete als hätte ich einen Marathon hinter mir, aber 500 Meter mit Wehen sind eben keine Kleinigkeit. Wir aßen in Ruhe und machten uns auf den Weg zurück in die Klinik. Wir gingen auf mein Zimmer und warteten auf die Hebamme. Inzwischen war es ca. 12.30 Uhr und die Wehen waren ordentlich zu spüren. Gegen 13 Uhr kamen wir wieder in den Kreissaal, die Hebamme untersuchte mich, 3 cm Muttermund, wir sollten noch etwas laufen gehen und abwarten (natürlich, was auch sonst). Also sind wir losmarschiert, die Gänge auf und ab. Die Wehen waren zwischenzeitlich sehr stark geworden und ich musste oft stehen bleiben und veratmen. Die Abstände waren schon sehr kurz und plötzlich verging die halbe Stunde schneller als erwartet. Zurück im Kreissaal die erneute Untersuchung. 4 cm geöffnet, wir sollten weiter laufen, dagegen habe ich mich vehement gewehrt. Ich hatte nur sehr kurze Abstände und dachte die Schmerzen könnten nicht schlimmer werden. Da die Fruchtblase noch nicht geplatzt war, öffnete die Hebamme sie, aber es kam kaum Fruchtwasser. Nach ca. 30 Minuten liegen, schickte die Hebamme meinen Freund los, er solle einen Kaffee trinken, wir hätten ja noch Zeit und ich durfte in die Wanne. Die Hebamme half mir mich auszuziehen und brachte mich in die Wanne. Ich habe so viel gelesen, wie entspannend und schmerzhemmend das warme Wasser wäre. Ich habe bei jeder Wehe das gesamte Stockwerk lautstark über meine Wehe informiert. Ich lag in der Wanne und die Wehen wurden stärker und stärker. Die Hebamme fragte, ob ich Druck verspüren würde, meine Schreie klängen nach Presswehen. Wie soll das gehen? Ich lag gerade mal 5 Minuten in der Wanne - Muttermund war bei 4 cm - das geht doch nicht? Die Wanne half mir ja leider sowieso nicht, also wieder raus, die Hebamme trocknete mich ab, zog mir mein T-Shirt wieder an und brachte mich zurück in den Kreissaal. Während sie mich erneut untersuchte, flehte ich nach einer PDA (die ich vorher mehrfach ausgeschlagen hatte), diese Worte werde ich nie vergessen „Entschuldigung, aber dafür ist es mehr als zu spät, 10 cm geöffnet. Leg dich hin du kannst versuchen zu pressen!“ ähm, nein? Mein Freund ist noch Kaffee trinken! Also begann das Warten wieder, nicht auf das Baby, die Wehen oder schöneres Wetter. Warten auf den Vater meines Sohnes der Kaffee trinken war! Auf wen war ich sauer? Die Hebamme die ihn überhaupt erst los geschickt hat oder er, der 15 Minuten für einen Kaffee braucht? Warten. Flehen. Schreien. Atmen. Dann, die erlösenden Worte „Schatz ich bin da, wir können los legen!“ Wir? Alles klar. Die erste Wehe in der ich endlich pressen durfte, war eine solche Erleichterung. Endlich konnte ich etwas gegen dieses Gefühl tun. Mir wurde schwindelig, ich hatte kaum noch Kraft. Die Ärztin wies meinen Freund darauf hin, mir nach jeder Wehe die Sauerstoffmaske aufzusetzen. Das machte er fleißig, auch wenn ich mehrfach versuchte sie in die nächste Ecke zu schmeißen. Die Hebamme hielt ein Bein, die Ärztin eins. Dann kamen 2 Schwesternschülerinnen rein und stellten sich in die Ecke (habe es kaum realisiert, ich wurde aber vorher gefragt ob es für mich ok wäre, da sie gerne mal eine Geburt sehen würden). Wehen waren genug da, gepresst habe ich wie verrückt, doch er ist immer wieder zurück gerutscht. Die Hebamme versuchte ihn zu greifen, doch wieder war er weg, als würde er nicht raus wollen. Warum auch? In Mamas Bauch ist es warm, ruhig und man wird den halben Tag hin und her geschaukelt. Aber keine Chance, er muss da raus, ich will nicht mehr länger warten. Wehe für Wehe gab ich mein Bestes und endlich bekam sie ihn zugreifen und er rutschte nicht zurück, nächste Wehe, wieder pressen und endlich war er da. 15.26 Uhr, nach 30 Minuten pressen und unzähligen Presswehen. Die Hebamme konnte ihn mir nur auf den Bauch legen, denn die Nabelschnur war zu kurz, deshalb rutschte er auch jedes Mal wieder zurück. Mein Freund durchtrennte sie und dann wurde mir dieses kleine zerbrechliche Wesen auf die Brust gelegt. Ich hattee ihn zu diesem Zeitpunkt noch kein einziges Mal angesehen, ich war am Ende meiner Kräfte. Als ich merkte, wie er mich zur Begrüßung erstmal vollgepullert hat, sah ich ihn an, schockverliebt. Die Ärztin begann sofort meine Wunden zu nähen, ich streichelte meinen Sohn und meine ersten Worte waren „Du bleibst Einzelkind“. Ich gab ihm einen Kuss, sah zu meinem Freund der weinte, als wäre er am Zwiebeln schneiden. Wir waren überglücklich. Einzelkind, ja so war es geplant. Was soll ich sagen? Heute ist mein Sohn 13 Monate alt und wir erwarten Wunder Nummer Zwei.

 

Lara


 
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Geburtsbericht_15-0702.01.2014, 13:30 Uhr: Termin beim Frauenarzt, es sollte mein letzter dort sein, aber dazu später mehr. Ich hatte starke Schmerzen im Nierenbereich, also wurde ein Ultraschall gemacht und dabei wurde festgestellt, dass ich einen Nierenstau hatte da die kleine Maus mir regelrecht alles abgequetscht hatte. Zu allem Unnütz kam dann noch eine Harnwegsinfektion dazu. Meine Frauenärtzin verwies mich direkt ins Krankenhaus, gesagt - getan. 

Dort angekommen wurde mir direkt ein Zugang gelegt und eine Antibiotikabehandlung verordnet, zwischenzeitlich wurden die Schmerzen größer, Fieber kam hinzu und grauenhafter Schüttelfrost machte mir zu schaffen. 

Die Nacht war dementsprechend nicht besonders berauschend. Geplagt von Schmerzen, schlechtem Schlaf, ständiges Wechseln der Zugänge weil diese immer wieder dicht gemacht haben. 

03.01.2014, 6:50 Uhr: Meine Blase war zum Bersten gefüllt, da ich durch die Harnwegsinkfektion ungern auf die Toilette ging - ich weiß das ist eine selten dämliche Idee, aber nun gut. Ich schlurfte als ins Badezimmer, setzte mich auf den Porzellanthron und FLATSCH! Ganz viel Flüssigkeit auf einmal kam aus mir. Ich in Panik, da der Entbindungstermin eigentlich erst auf den 31.01.2014 angesetzt wurde. Dass es ein paar Tage +/- gibt das war mir bewusst, aber das waren halt nicht nur ein paar Tage.

Also Schwester gerufen "ohhh ich denke meine Fruchtblase ist geplatzt" - was soll ich sagen? Sie ist tatsächlich geplatzt. Wehen? Noch keine spürbar. Ich wurde ans CTG geschlossen und siehe da, da wurden leichte Wehen sichtbar. Gespürt habe ich jedoch davon absolut gar nichts, meine Nieren haben ziemlich ablenkt, schmerzten diese noch immer ziemlich stark.

9:30 Uhr: Was ich an Wehen bis dahin nicht spürte kam jetzt volle Breitseite, zum Glück war mein Partner schon unterwegs, da ab da alles sehr schnell ging. Eine Hebamme brachte mich in den Kreißsaal. 10 Minuten später war auch schon mein Partner und bald werdender Vater an meiner Seite. Er saß links neben mir bewaffnet mit einem kühlen Waschlappen, ich mit 40 Grad Fieber, pressend. 

10:40 Uhr: Ich presste ein letztes Mal, waren meine Kräfte doch am Ende, und da geschah es schon. Unser kleines Mädchen erblickte das Licht der Welt. Klein, schrumpelig und einem dicken Auge. In diesem Moment war sie das schönste Wesen welches ich jemals gesehen habe. Ich hatte immer noch Fieber und eigentlich auch noch Schmerzen, aber diese waren in genau diesen Augenblick weg. Ich spürte nur eines: Liebe. Wir haben ein Wunder vollbracht, ein neues Leben in die Welt gebracht. Uns eine neue, aufregende Aufgabe gegeben. Uns einen Sinn gegeben. Da lag sie - unser Herz, liegend in meinen Armen. 

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Auf die Plätze, fertig - los geht es

Mein kleiner aber fixer Geburtsbericht. Meine Tochter ist jetzt bereits  3 Jahre alt. Und auch wenn die Schmerzen der Geburt schon nach wenigen Minuten vergessen waren, das Erlebnis hat sich fest in meine Gedanken gebrannt - und das ist auch gut so. Am Tag der Geburt meiner Tochter hätte ich nämlich im Leben nicht damit gerechnet, sie noch am selben Tag in meinen Armen halten zu können.

 

Auf die Plätze, fertig - los geht es

Der Morgen war ein ganz gewöhnlicher Morgen. Ich schlief aus, ich ging eine kleine Runde mit dem Hund spazieren und machte mich ein wenig zurecht. Meine Hebamme kam zu einem ganz normalen Vorsorgetermin vorbei. Nichts besonderes also. Bis zur Geburt waren noch gut 14 Tage Zeit, ich war also die Ruhe in Person. Ich kochte Kaffee und Tee und deckte den Tisch für den Besuch. 

Als meine Hebamme bei uns ankam, quatschen wir zunächst ein wenig über mein Wohlbefinden. Später legte ich mich zur Untersuchung auf die Couch, alles bereits reine Routine. Während ich also gemütlich mit frei liegendem Bauch auf der Couch lümmelte, wusch sich meine Hebamme die Hände. Sie trat zu mir ins Wohnzimmer und hielt plötzlich mitten im Satz inne. Mit der Untersuchung hatte sie noch gar nicht begonnen, sie stand noch einige Meter entfernt von der Couch. "Nimm deine Kliniktasche und fahr ins Krankenhaus", war alles was sie sagte. Ich war zunächst irgendwie leicht verwirrt. Es stellte sich heraus, dass sie auch aus einigen Metern Entfernung sehen konnte, dass mein Bauch eckig wurde. Laut ihrer Aussage hatte ich verdammt starke Wehen. "Merkst du denn gar nichts?" war die Frage. Naja ich hatte ein wenig Rückenschmerzen, aber an sich nichts neues. Die Fruchtblase war nicht geplatzt. 

Nachdem ich 20 Minuten erstmal meinen Mutterpass gesucht hatte - ja, ich hatte ihn scheinbar verlegt, ging es dann auch los ins Krankenhaus. Wir kamen auch ziemlich schnell an die Reihe. Es wurde einiges getestet, ich durfte ans CTG (in meiner Schwangerschaft bereits gefühlt das 100. mal) und es wurde geprüft, ob ich Fruchtwasser verliere. Allerdings war bei mir alles im grünen Bereich. Ich verlor kein Fruchtwasser und auch meine Wehen hatten sich wieder gelegt. Das könnte noch dauern hieß es.

Da bleiben sollte ich dennoch. Ich war mit meinen 21 Jahren wohl (laut Aussage der Hebammen) ziemlich jung, außerdem sei es mein erstes Kind. Im Krankenhaus bleiben kann also nicht schaden. Sollte sich über Nacht nichts ändern könnte ich auch nochmal nach Hause fahren. Super, ich kuschelte mich also ins Krankenhausbett und begann fröhlich zu lesen.

Währenddessen forderte ich Essen an - verdammt ich hatte Hunger! Mein Frühstück  bzw. Mittagessen musste schließlich etwas unsanft abgebrochen werden. Und so saß ich einige Stunden im Krankenhaus und aß so vor mich hin. Bis ich auf die Toilette musste. Als ich aufstand sammelte sich unter mir eine riesige Pfütze Blut. Also rief ich die Schwester. - Und man glaubt es kaum, ich durfte wundervolle 30 Minuten wieder am CTG liegen. Auch die stärkeren Wehen waren zurückgekehrt. Es war zwar nicht schmerzhaft aber so langsam wurde es wirklich unangenehm. Als die dortigen Hebammen auf das VTG schauten gaben sie allerdings wieder Entwarnung, aber man wolle mal nach meinem Blutverlust schauen.

Also lief ich, das erste mal in meinem Leben, in einen Kreißsaal. " BVB oder Schalke Fan?" wurde ich gefragt. Wie bitte!?! Die Hebamme lachte: "Wir haben einen blauen und einen gelben Kreissaal, irgendeinen Wunsch?". Lachend wanderten wir in den gelben Kreissaal. Dort sollte ich erstmal stehen bleiben, damit das Kind auch schön im Becken liegt, und man schauen kann was los ist. Als stand ich nun im Kreissaal herum. Trank ein wenig Wasser und schaute aus dem Fenster. Irgendwann wurde es dann doch verdammt unangenehm und ich musste mich hinsetzen. Da kam auch schon eine Hebamme um nachzuschauen. Nach einem kurzen Blick auf die untere Gegend sagte sie humorvoll "also ich hab gleich Feierabend, aber das schaffen wir noch, ihr Baby kommt - jetzt". Super dachte ich mir. Und gleich darauf ging es auch wirklich heftig los. Ich glaube, die Frauen in den anderen Kreißsälen konnten mich fluchen hören. Irgendwann dachte ich mir nur noch "ich muss jetzt pressen". Auch wenn die Hebammen anderer Meinung waren, ich wollte pressen! Also hieß es los pressen, und tatsächlich - ich lag schon in den Presswehen. Trotz anderer Aussage der Hebammen. Teilweise habe ich so viel gepresst, dass ich tatsächlich Sternchen gesehen habe. Ich hatte keine Schmerzmittel oder anderes, also ja ich habe die volle Geburt mitbekommen und gefühlt, wie mein Engel die Welt betrat. Und es war wunderschön. Knappe 10 Minuten habe ich gepresst. Dann war sie da, meine pure Liebe.  Während ich genäht wurde, lag sie auf meinem Bauch. Ich bin froh, dass ich nur "einige Macken" davon getragen habe. 

Wie lange ich im Kreissaal war? Eigentlich dürfte ich das wohl gar nicht sagen, weil Mamis, die eine lange Geburt und lange Wehen "ertragen" haben, mich jetzt wohl böse anschauen werden. Ich bin in den Kreissaal alleine hineingelaufen - und wurde eine Stunde später mit Baby wieder hinausgeschoben. 

 

Die ersten Stunden nach der Geburt

Nach der Geburt habe ich mich einfach wie auf Wolke sieben gefühlt, nachdem meine kleine Tochter geboren war, waren meine ersten Worte "Gib' sie mir". Ich musste allerdings warten, bis die Nabelschnur durchtrennt war. Doch dieses Glücksgefühl war nicht das einzige, was ich gefühlt habe.

Als meine Kleine weinte, wusste ich nicht, was sie eigentlich wollte. Ich legte sie an die Brust an und mein Schatz fing an zu trinken. Man sollte meinen, ich war total stolz, aber eigentlich hatte ich die ganze Zeit Angst, etwas falsch zu machen. Drei mal rief ich die Schwester in mein Zimmer, damit sie sich anschauen kann, ob meine Tochter auch richtig an der Brust liegt. Ich war verkrampft und hatte Angst, sie würde an der Brust ersticken weil vielleicht ihre Nase nicht frei war. Also machte ich ihr immer genug Platz zum Atmen. Schon bald taten mir meine Brust, meine Arme und mein Rücken weh. Vor allem, da ich wahrscheinlich am Anfang vollkommen falsch saß und verkrampft war. Als mein Baby schlief, betrachtete ich sie voller Glück. Doch ja, ich legte sie in ihr Beistellbettchen. Man glaubt es kaum, aber so eine Geburt ist anstrengend. Ich rief ebenfalls die Nachtschwester, damit sie die Kleine für ein paar Stunden mitnimmt. Das ist einer der Vorteile von den Tagen im Krankenhaus. Ich wollte irgendwann einfach nur noch schlafen. Auch wenn "meine" Geburt ziemlich schnell vorbei war, ich war vollkommen erschöpft. In der ersten Nacht rief ich zwei mal nach der Nachtschwester, ich brauchte Schmerztabletten für die Nachwehen - niemals hätte ich damit gerechnet, dass die so weh tun würden. Sie brachten mich um den Verstand, beinahe mehr als die richtigen Wehen bei der Geburt.

 

Ich persönlich empfand die Geburt als etwas so unglaublich wundervolles. Die Zeit seit meine Tochter geboren wurde, ist unersetzlich. Wunderschön und emotional, ja auch noch jetzt, 3 Jahre später.

 

Carina

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