Beiträge zum Thema: Krankenhaus

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

01_Montag_Geburtsbericht_26-08Ich kam am Freitag den 06.05.2017 mit Wehen ins Krankenhaus. In der 35+5 Woche wurde ich sofort an den CTG angeschlossen und es waren nur minimale Wehen zu sehen. Ich musste zur Überwachung da bleiben, weil ich keinen Gebärmutterhals hatte. Der Kleine hatte schon mit dem Kopf gedrückt, es hieß warten, warten, warten; entlassen würden die mich sowieso nicht, weil es viel zu riskant wäre, dachte ich. Ich bekam Magnesium, um alles etwas zu stoppen. Samstag verging sehr gut und ich hatte kaum Schmerzen. Sonntag auch. Am Sonntagnachmittag kam meine Hebamme und sagte, heute wird Magnesium abgenommen, wenn er kommen will, kommt er; wenn nicht, warten wir. Ich dachte mir, okay, dann noch schnell essen was das Zeug hält und ich hatte unfassbare Lust auf Schokolade. In der Zeit habe ich noch mit meinen Mädels in der Gruppe geschrieben. Es war alles super. Abends musste ich nochmal zur Untersuchung, um zu schauen, wie weit der Muttermund eröffnet ist. Er war bei 6 cm. Ich musste spazieren gehen. Treppe rauf, Treppe runter. In der Zeit bekam ich leichte Wehen, die ich eigentlich gar nicht bemerkt hatte. Aber das CTG Gerät schon - es war kurz nach Mitternacht, dann habe ich mich etwas hingelegt - meine Mama auch. Ich war die ganze Zeit mit meinen Mädels am Schreiben. Alle haben schon gewartet und kurz vor 6 platzte meine Fruchtblase. Ich dachte mir nur so, „Was war das?“. Meine Mama wurde wach, weil das ganze Wasser auf den Boden lief. Dann kam wieder eine Hebamme, um das CTG Gerät anzuschließen. Dann kam meine Mama mit dem Satz „In 30 min kommen die Wehen“. Aha, die kamen schon nach zwei Minuten – auf einen Schlag, sodass ich mich erstmal übergeben musste. Nein ich habe nicht vor Schmerzen geschrien, ich habe nur noch gesagt, „Meine arme Schokolade, die war doch so gut“. Nach all dem musste ich im Zimmer etwas rumgehen, damit der Muttermund mehr aufging. Das machte ich fünf Minuten, bis ich zu meiner Mama sagte, ich müsse auf Toilette. Meine Mama: „Nein, mein Schatz, du musst nicht, unser Emil macht sich auf den Weg“. 20 Sekunden später stand eine Hebamme im Zimmer, um zu fragen, was los ist. Bis ich wieder sagte, ich müsse auf Toilette. Beide entgegneten im gleichen Ton: „Nein du musst nicht“. Dann ging es in den Kreißsaal. 

Nach ein paar pressenden Wehen kam mein kleiner Sonnenschein in der 36. Schwangerschaftswoche mit stolzen 3500 Gramm zur Welt. Es war wirklich eine Traumgeburt und ich hatte es mir viel schlimmer vorgestellt. 

 

 

Eure Olga

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10 Mütter im Interview - Wie habt ihr entbunden?

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„Beide Male zum Glück natürlich ohne PDA wie gewünscht. Beim zweiten Mal gerade in die Badewanne geschafft“. (Noreen E.)

 

„Meine Tochter war eine Spontangeburt 4 Tage nach ET und mein Sohn ein Notkaiserschnitt nach missglückter Einleitung 10 Tage nach ET. Beide im Krankenhaus.“ (Anja Z.)

 

„Ich habe in der 40ssw ( 39+6) spontan entbunden." (Katharina L.)

 

„Beide Male natürlich. Die erste Geburt wurde jedoch eingeleitet, weil ich keine Geduld mehr hatte zu warten :).“ (Marion F.)

 

„Aufgrund einer Vorerkrankung (Steißbeinbruch) musste ein Kaiserschnitt gemacht werden.“ (Verena A.)

 

„Bei mir war es ein Kaiserschnitt, ich hätte gerne normal entbunden, aber da das alles etwas anderes gelaufen ist und der Kleine sonst zu schwach gewesen wäre, wurde es ein Kaiserschnitt.“ (Denise B.)

 

„Mit Einleitung und per Saugglocke“. (Lisa K.)

 

„Ich habe mich vor der Geburt stark mit der selbstbestimmten Geburt und Hypnobirthing beschäftigt. Entbunden habe ich in einem Krankenhaus mit Hebammengeleiteten Kreißsaal, ohne Arzt. Es war eine Spontangeburt ohne Schmerzmittel oder PDA, sehr entspannt und wunderschön.“ (Lisa L.)

 

„Per Kaiserschnitt. Erst eigentlich als geplanter, dann doch etwas früher als erwartet unplanmäßig.“ (Anja W.)

 

„Ich habe beide Kinder natürlich entbunden. Leider hatte ich beide Male eine Sturzgeburt, dennoch finde ich das noch besser als einen geplanten Kaiserschnitt (bei nicht Notwendigkeit).“ (Janine G.)

 

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

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02.01.2014, 13:30 Uhr: Termin beim Frauenarzt, es sollte mein letzter dort sein, aber dazu später mehr. Ich hatte starke Schmerzen im Nierenbereich, also wurde ein Ultraschall gemacht und dabei wurde festgestellt, dass ich einen Nierenstau hatte da die kleine Maus mir regelrecht alles abgequetscht hatte. Zu allem Unnütz kam dann noch eine Harnwegsinfektion dazu. Meine Frauenärtzin verwies mich direkt ins Krankenhaus, gesagt - getan. 

 

Dort angekommen wurde mir direkt ein Zugang gelegt und eine Antibiotikabehandlung verordnet, zwischenzeitlich wurden die Schmerzen größer, Fieber kam hinzu und grauenhafter Schüttelfrost machte mir zu schaffen. 

 

Die Nacht war dementsprechend nicht besonders berauschend. Geplagt von Schmerzen, schlechtem Schlaf, ständiges Wechseln der Zugänge weil diese immer wieder dicht gemacht haben. 

 

03.01.2014, 6:50 Uhr: Meine Blase war zum Bersten gefüllt, da ich durch die Harnwegsinkfektion ungern auf die Toilette ging - ich weiß das ist eine selten dämliche Idee, aber nun gut. Ich schlurfte als ins Badezimmer, setzte mich auf den Porzellanthron und FLATSCH! Ganz viel Flüssigkeit auf einmal kam aus mir. Ich in Panik, da der Entbindungstermin eigentlich erst auf den 31.01.2014 angesetzt wurde. Dass es ein paar Tage +/- gibt das war mir bewusst, aber das waren halt nicht nur ein paar Tage.

 

Also Schwester gerufen "ohhh ich denke meine Fruchtblase ist geplatzt" - was soll ich sagen? Sie ist tatsächlich geplatzt. Wehen? Noch keine spürbar. Ich wurde ans CTG geschlossen und siehe da, da wurden leichte Wehen sichtbar. Gespürt habe ich jedoch davon absolut gar nichts, meine Nieren haben ziemlich ablenkt, schmerzten diese noch immer ziemlich stark.

 

9:30 Uhr: Was ich an Wehen bis dahin nicht spürte kam jetzt volle Breitseite, zum Glück war mein Partner schon unterwegs, da ab da alles sehr schnell ging. Eine Hebamme brachte mich in den Kreißsaal. 10 Minuten später war auch schon mein Partner und bald werdender Vater an meiner Seite. Er saß links neben mir bewaffnet mit einem kühlen Waschlappen, ich mit 40 Grad Fieber, pressend. 

 

10:40 Uhr: Ich presste ein letztes Mal, waren meine Kräfte doch am Ende, und da geschah es schon. Unser kleines Mädchen erblickte das Licht der Welt. Klein, schrumpelig und einem dicken Auge. In diesem Moment war sie das schönste Wesen welches ich jemals gesehen habe. Ich hatte immer noch Fieber und eigentlich auch noch Schmerzen, aber diese waren in genau diesen Augenblick weg. Ich spürte nur eines: Liebe. Wir haben ein Wunder vollbracht, ein neues Leben in die Welt gebracht. Uns eine neue, aufregende Aufgabe gegeben. Uns einen Sinn gegeben. Da lag sie - unser Herz, liegend in meinen Armen. 

 

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

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In der Nacht vom 15.01.2018 auf den 16.01.2018 wurde ich nachts gegen 4.00 Uhr wach, da ich dachte ich verliere ein wenig Flüssigkeit. Jetzt stellte ich mir die Frage, ob dies von der Fruchtblase kommt oder ob ich Inkontinenz bin. Nach einem Gang ins Badezimmer verlor ich immer mal wieder tröpfchenweise weiter Flüssigkeit, sodass ich mich gut auspolsterte und mich dennoch nochmal schlafen legte. Als ich aufstand und nochmal einen Schwall Flüssigkeit kam, besprach ich mich mit deinem Papa. Wir entschlossen uns mal beim Arzt anzurufen. Die Arzthelferin bat uns lieber einmal vorbeizukommen und dies abklären zu lassen. Da es Mittwoch war, fuhren wir direkt gegen 9.00 Uhr los zum Arzt.

 

Dort wurde ein Test gemacht, ob es sich tatsächlich um Fruchtwasser handelte. Dieser war negativ, sodass ich anscheinend also Inkontinenz sein sollte bzw. wurde mir erklärt, dass auch ein Riss in der Fruchtblase vorhanden sein kann, aber dieser Riss durch dein Köpfchen verschlossen wurde. Wir fuhren wieder nachhause und ich und dein Papa scherzten noch ein wenig rum. Dein Papa entschloss sich diesen Tag durchzumachen, damit er sich abends mit mir schlafen legen konnte. An diesem Tag hatte ich das Bedürfnis die Wohnung noch einmal gründlich zu putzen und die drei Gassirunden mit dem Hund durchzuführen. Am Abend lag ich schon auf dem Sofa und wollte noch eine Serie zu Ende schauen und mich dann schlafen legen.

 

Plötzlich merkte ich nur wie ein Schwall Wasser meine Beine entlang lief. Hier dachte ich mir schon, dass dies eigentlich die Fruchtblase gewesen sein muss. Ich ging also ins Bad und wechselte meine Klamotten und stattete das Sofa mit einer Wickelunterlage aus. Kaum lag ich auch schon wieder, schon kam wieder ein Schwall Fruchtwasser aus mir heraus. Wir entschieden uns ins Krankenhaus zu fahren und dies erneut abklären zu lassen. Bevor es losging ins Krankenhaus wollte ich aber unbedingt noch Duschen und die Kliniktasche für mich sowie für unsere kleine Mia packen. Mia so heißt unser Mädchen übrigens. Dein Papa fand dies zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr lustig. Gegen 22.00 Uhr kamen wir im Krankenhaus an. Dort wurde von einer netten Hebamme erneut ein Test auf Fruchtwasser durchgeführt. Aber auch dieser war wieder negativ. Dann erfolgte die Untersuchung durch die Hebamme und diese teilte mir mit, dass es sich eindeutig um einen Blasensprung handelt und der Muttermund schon 1cm auf sei.

Hiernach durfte ich es mir in einem Kreissaal gemütlich machen. Dein Papa immer an meiner Seite. Ich wurde bestimmt eine Stunde ans CTG angeschlossen und mir wurden 1.5 Liter Wasser hingestellt. Nachdem CTG erklärte uns ein Arzt, dass du binnen der nächsten 12 Stunden die Geburt auslösen musst oder wir sonst nicht um eine Einleitung herum kommen. Da jetzt aber schon leichte Wehen anfingen wurden wir gebeten im Krankenhaus spazieren zu gehen. Wir bezogen kurz unser Zimmer und spazierten dann ums Krankenhaus herum. Jetzt informierten wir auch meine Mama und die Schwester deines Papas, da diese bei der Geburt dabei sein sollten. Insgesamt spazierten wir ca. 2 Stunden bei eisiger Kälte ums Krankenhaus. Dann holte ich mir ein Schmerzzäpfchen ab und sollte gegen 3.00 Uhr wieder vorbeischauen.

 

In der zwischen Zeit wurden die Wehen immer schmerzhafter und das Zäpfchen half leider nicht. Als es dann um 3.00 Uhr zur Kontrolle ging, schloss mich eine Hebamme ans CTG an. Aber durch die stärkeren Wehen konnte ich einfach nicht ruhig liegen bleiben, sodass nicht viel aufgezeichnet wurde. Als mich nach einer Stunde erneut eine Hebamme untersuchte wurde uns mitgeteilt, dass der Muttermund erst auf 3cm auf sei. Jetzt dachte ich mir nur, dass die Geburt auf jeden Fall kein Zuckerschlecken wird. Da ich um ein Schmerzmittel bat, durfte ich direkt einen Kreissaal beziehen und nicht mehr zurück aufs Zimmer. Mit der Hebamme besprach ich die möglichen Schmerzmittel. Für mich stand fest, dass ich dann die PDA nehmen würde. Allerdings gibt’s die PDA in diesem Krankenhaus erst nach einem Schmerztropf. Da ich mich und meinen Körper kenne, teilte ich der Hebamme mit, dass ich leider immer mit dem genauen Gegenteil auf solche Medikamente reagiere. Sie meinte wir sollen es ausprobieren. Inzwischen wartete ich mit meiner Mama und der Schwester meines Freundes auf die Wirkung des Schmerztropfes. Lediglich meine Vorahnung wurde war, sodass ich mich erst mal mehrmals übergeben musste. Daraufhin wurde der Wehentropf direkt wieder abgemacht. Nach einer kurzen Pause erhielt ich die von mir gewünschte PDA. Leider traf die Narkoseärztin erst nach dem dritten Stechen eine geeignete Stelle. Nachdem die PDA dann wirkte, konnten wir ca. 3 Stunden schlafen bzw. dösen. Da wir inzwischen ca. 8.00 Uhr hatten, lernte ich nun meine Hebamme sowie die Hebammenschülerin kennen die mich nun begleiten. Die Hebamme an sich war in Ordnung aber mit der Hebammenschülerin verstand ich mich auf Anhieb. Diese verbrachte dann auch einige Minuten damit meinen Rücken zu massieren. 

 

Um ca. 10.00 Uhr war der Muttermund komplett geöffnet. Jetzt wurde mir ein Wehenmittel verabreicht und es durfte nicht mehr über die PDA nachspritzt werden. Um ca. 10.30 verspürte ich einen leichten Druck nach unten. Wir riefen also nach der Hebammenschülerin diese kam auch direkt und überprüfte mein Gefühl, dass du mein Schatz dich auf den Weg gemacht hast. Sie konnte bereits deine Haare sehen und rief nach der Hebamme, da diese bei der Geburt anwesend sein muss. Dann erblicktest du um 10.44 Uhr das Licht der Welt. Hier machtest du mich zur glücklichsten Frau auf der Welt und gleichzeitig auch zur Mama. 

 

Die Nachgeburt verlief an sich komplikationslos. Lediglich mein hoher Blutverlust machte den Ärzten ein wenig zu schaffen. Mein Kreislauf sackte zwischenzeitlich immer mehr ab und ich konnte nicht mehr genug um die kümmern mein Schatz. Plötzlich versammelte sich erneut die Ärztin und Hebammen und meinem Bett und schallten meinen Bauch ab. Jetzt hieß es nur noch, dass ich sofort in den OP müsste zu einer Routineausschabung. Dein Papa war in dieser Zeit kurz eine Rauchen, wo er wieder im Raum war wurdest du ihm auf den Arm gedrückt und mich brachte man unverzüglich in den OP. Dort angekommen war ich mit der Hebamme erst einmal alleine. Es war nämlich gerade Mittagspause für die meisten im Krankenhaus. Nun wurde mir unter Vollnarkose eine zweite Plazenta entfernt. Die Ärzte können uns bis heute nicht sagen, ob es dich zweimal geben sollte oder ob es einfach ein Rätsel der Natur bleibt. Verbunden mit dir war diese Plazenta nämlich nicht. Die OP sollte an sich nur 30 Minuten dauern. Allerdings kehrte ich erst nach gut 2 Stunden zurück zu dir und deinem Papa. Dieser war zwischenzeitlich total fertig mit den Nerven, da man ihm nie genaue Informationen über mich geben konnte. Zudem war mein Anblick nach der Geburt nicht sonderlich toll, da ich genauso blass war wie das Bettlacken und ich inzwischen über vier Zugänge verfügte.

 

Hierrüber erhielt ich Flüssigkeit, Schmerzmittel und zweimal Blutkonserven. Aber ab jetzt waren wir wieder vereint. Dir ging es in der ganzen Zeit aber super und du hattest keinerlei Schwierigkeiten. Allerdings mussten wir beide mitsamt deiner Oma eine Nacht im Kreissaal zur Beobachtung schlafen. Und da ich nicht aufstehen durfte musste die Oma leider mit uns im Kreissaal schlafen. Aber am nächsten Tag ging es mir schon besser und wir wurden auf unser Zimmer verlegt. Und auch ich bekam so langsam wieder mehr von dir und unseren ersten Stunden/Tagen mit. Viele Dinge die ich hier niederschreibe weiß ich nur noch Bruchweise oder aus Erzählungen. Aber an sich war die Geburt von dir wunderschön und auch nicht schmerzhaft oder ähnliches. Wäre das ganze danach nicht gewesen wäre es in meinen Augen eine Traumgeburt gewesen.

 

 
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Geburtsbericht - Montagsblogserie

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Ich muss mit meiner Erzählung etwa 10 Monate vor der Geburt meines Sonnenscheins beginnen.

 

Nach 2 wunderbaren Kindern (16 und 10 Jahre) hatten mein Mann und ich das Gefühl, es fehlt irgendwie was in unserem Leben und uns wurde schnell klar, dass wir beide uns noch ein drittes Kind wünschten. Nach einer Brustkrebserkrankung nach der Geburt unserer großen Tochter, konnten wir uns den 2. Kinderwunsch erst später als geplant erfüllen. Dann kam Beruf und Karriere dazwischen, aber irgendwie war der bestehende Kinderwunsch immer wieder mal präsent. 

 

Also entschlossen wir uns im Mai 2017 , trotz des „fortgeschrittenen“ Alters (beide 41) und nach Absprache mit meiner Gynäkologin, es mit allen Konsequenzen noch einmal zu versuchen. Wir setzten uns ein „Limit“ bis Ende 2017 und sagten uns selbst, wenn es bis dahin nicht klappt, dann soll es nicht mehr sein. 

 

Ende September 2017 fühlte sich mein Körper anders an und ich wusste, ich bin tatsächlich schwanger. Aufgeregt wartete ich auf die Regelblutung, die dann tatsächlich ausblieb... der folgende Test war dann direkt positiv und wir waren überglücklich. 

 

Bei einer Vorsorgeuntersuchung in der 9. SSW erzählte ich meiner Gynäkologin, dass meine in 2003 erkrankte und operierte Brust so schmerzen würde. In der Schwangerschaft natürlich nicht unnormal. Aber für mich war es ungewöhnlich, da ich aus der Schwangerschaft meines mittleren Sohnes wusste, dass die operierte Brust sich eigentlich nicht verändert. 

 

Meine Gynäkologin war sehr aufmerksam und machte direkt einen Ultraschall. Da sie tatsächlich einen Knoten feststellte, bekam ich direkt am Nachmittag des gleichen Tages eine Biopsie. Zwei Tage später hatte ich es leider schwarz auf weiß...der Krebs hatte mich erneut befallen. 

 

Ein Karussell der Gefühle begann...wir brachen zusammen und wussten nicht wie es weitergehen soll...

 

Unser absolutes Wunschkind gehen lassen, kam für uns nicht in Frage und nach etlichen Tagen der Ungewissheit und vielen Arztbesuchen war klar, dass wir das auch nicht tun mussten. 

 

Bei einem Spaziergang alleine im Wald versprach ich dem kleinen Wesen in meinem Bauch, dass ich es nicht zulassen würde, dass ihm etwas passiert und ich alles dafür tun würde, es zu einem späteren Zeitpunkt im Arm halten zu können. 

 

In der 14.SSW unterzog ich mich einer Brustamputation unter Vollnarkose. Immer unter strengster und engmaschiger, ärztlicher Kontrolle war später klar: dem kleinen Zwerg in meinem Bauch geht es hervorragend und er entwickelte sich vorbildlich. 

 

Die nächste Entscheidung stand an. Das Baby früher holen, um mir einen früheren Therapiestart zu ermöglichen und um die nötigen weiteren Untersuchungen so schnell wie möglich durchführen zu können, oder den kleinen Mann (mittlerweile wussten wir, dass es ein kleiner Kämpfer ist) selbst entscheiden zu lassen, wann er ankommen möchte. 

 

Wir entschieden uns ihn selbst wählen zu lassen...auch wenn es im Nachhinein betrachtet für mich ziemlich nervenaufreibend war... 

 

Allerdings machte er keinerlei Anstalten am Termin (05.06) persönlich „Hallo“ zu sagen und da meine Gynäkologin mich aufgrund der ganzen Vorgeschichte nicht übertragen lassen wollte, wurde ich am 04.06. zur Einleitung ins KH geschickt. 

 

Meine Hebamme aus dem Vorbereitungskurs hatte Dienst und nach zwei Kindern war mir auch klar, dass ich die „Hausmittel“ zur Einleitung und stunden-/ oder tagelange Warterei nicht wollte...das machte ich unmissverständlich klar und so bekam ich noch am Nachmittag, gegen 16:00 Uhr einen wehenfördernden Tampon eingelegt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Herztöne des Kleinen nicht so gut und deshalb entschied man sich für das Tampon, um es im Notfall jederzeit entfernen zu können. 

 

Ca. 2 Stunden später bekam ich erste Wehen; leicht und aushaltbar. Am CTG erkennbar waren aber leider die Herztöne vom Kleinen immer noch nicht gut. So musste ich jede Stunde zum CTG...immer das gleiche Spiel...leichte Wehen, Herztöne nicht gut. 

 

Gegen 21:00 Uhr hatte ich dann keine Wehen mehr und die Herztöne waren in Ordnung. 

 

Mein Mann wurde nochmal nach Hause geschickt und ich auf mein Zimmer. Wir sollten versuchen zu schlafen. Es könnte noch lange dauern, bis sich was tut. Falls sich etwas verändert, sollte ich zurück zum Kreissaal kommen.

 

Gesagt, getan. Ich legte mich hin, schaute noch etwas fern und schlief dann tief und fest ein. Ich schlief die ganze Nacht wie ein Stein. So hatte ich wochenlang nicht mehr geschlafen. Gegen 04:30 Uhr würde ich plötzlich wach. Ein leicht schmerzhaftes Ziehen war der Grund. Ich dachte: „Oh. Das könnte eine Wehe gewesen sein.“ und schlief wieder ein. Um 04:50 Uhr stand ich dann plötzlich im Bett und musste veratmen. Und mir war schlagartig klar, dass sind definitiv Wehen und ich muss zum Kreissaal. Ich ging kurz ins Bad, kam zurück ins Zimmer, schloss die Schranktür und dachte es zerreißt mich. Ab diesem Moment hatte ich alle 2 Minuten Wehen, die sich gewaschen hatten. Ich lief noch selbst zum Kreissaal, immer wieder von Wehen geschüttelt. Die Nachtdienst-Hebamme nahm mich in Empfang, brachte mich in einen Kreissaal, schloss mich ans CTG an und untersuchte mich. Den Wehen nach zu urteilen, dachte ich der Muttermund sei fast komplett eröffnet. Wehen in diesem Stadium kannte ich bisher nicht, da ich bei den beiden anderen Kindern jeweils eine PDA hatte... 

 

Die Hebamme blickte mich mitleidig an und teilte mir mit, dass der Muttermund erst bei 2 cm läge. Sie entfernte sofort den Tampon und versorgte mich mit sämtlichen Schmerzmitteln die möglich waren, da ich mittlerweile jede Minute eine heftige Wehe hatte. Es war mittlerweile 05:45Uhr. Ich schrieb meinem Mann eine Nachricht, dass er sofort kommen müsste. Reden konnte ich nicht mehr. Gott sei Dank war er schon wach und hat die Nachricht gelesen. 

 

Um 05:50 Uhr ging die Kreissaaltür auf und meine Hebi aus dem Vorbereitungskurs kam wieder zum Frühdienst. Ich war so glücklich, denn ich hatte mir so gewünscht, dass sie bei der Entbindung dabei ist. Jahrelange Erfahrung hatte sie. Und Sie war mit vom ersten Augenblick an so ans Herz gewachsen. Sie gab mir homöopathische Mittelchen, half mir zu veratmen und zu kreisen und kontrollierte mit ernster Miene das CTG. Die Herztöne vom Kleinen waren schlecht. Ich hing mit dem Oberkörper auf dem Kreisbett, um im nächsten Moment wieder zu stehen. Es war kaum auszuhalten. In keiner einzigen Position. 

 

Um 06:20 Uhr stürmte mein Mann in den Kreissaal und ich brach in seinem Arm zusammen. Ich hatte durchgehende Wehen. Es war eigentlich nicht auszuhalten. Bis heute weiß ich nicht, wie ich das geschafft habe. Ich wimmerte nach einer PDA, wo alle anwesenden Personen sofort mit einverstanden waren. Die Anästhesistin wurde gerufen. Eine Ärztin untersuchte mich noch im Liegen. Muttermund bei 4cm. PDA problemlos möglich. Die Schmerzen wurden immer unerträglicher. Ich hatte keine einzige Wehenpause. Um 06:35 Uhr hörte ich die Anästhesistin und fieberte der PDA entgegen. Plötzlich spürte ich einen wahnsinnigen Druck nach unten. Ich stand zu diesem Zeitpunkt wieder mit dem Oberkörper auf das Kreisbett gestützt. Als ich den Druck erwähnte, wurde ich wieder hingelegt und die Ärztin kam wieder zur Untersuchung. Währenddessen nahm ich so halb wahr, wie meine Hebamme die Wärmelampe über dem Wickeltisch anmachte und alle nötigen Behältnisse zur Entbindung fertig machte. Ich dachte noch, wieso sie das tut?! Und dann wurde mir klar...das mit der PDA wird nix mehr. Die Fruchtblase platze auf dem Kreisbett, die Ärztin sagte 10 cm und die Anästhesistin verließ den Kreissaal um 6:45 Uhr unverrichteter Dinge. 

 

Die Herztöne sackten weiter ab. Das alles nahm ich nur am Rande war...ich hatte das Gefühl, ich muss pressen...Meine Nachsorge-Hebamme, die bereits meinen mittleren Sohn zur Welt geholt hatte, war auch mittlerweile da. Und ich ließ mich einfach nur noch „fallen“, weil ich sooo erleichtert war, dass um mich herum vertraute Menschen waren. 

 

Dann hörte ich nur noch die Anweisung: „Du tust jetzt nur noch das, was ich dir sage!“ und ich musste im Vierfüssler aufs Kreisbett. Im nächsten Moment presste ich, als wenn es kein Morgen mehr geben würde... 3-4 Mal...und dann hieß es um Punkt 07:00 Uhr: Da ist er....diese Erleichterung, die durch meinen Körper schoss, kann ich überhaupt nicht beschreiben. Aber ich hörte nichts...und vor allem konnte ich nichts sehen, weil er ja hinter mir lag...dann endlich...nach einer gefühlten Ewigkeit hörte ich das erste, leise Protestschreien meines kleinen Kämpfers und die Tränen flossen...man reichte ihn mir zwischen meinen Beinen durch, ich kniete mich hin und hielt ihn einfach nur noch an mich gepresst in meinen Armen. Mein Mann und ich heulten um die Wette, hielten uns alle im Arm und waren einfach nur glücklich. Mein kleiner Schutzengel war geboren und ich hatte mein Versprechen eingelöst. 

 

Mein kleiner Schatz sah aus wie ein Schlumpf. Da er zweimal die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatte, war sein Gesicht ganz blau gestaucht...das war auch der Grund für die schlechten Herztöne...aber er war da und er war kerngesund. Er hat sich wahrlich auf die Welt katapultiert. Es begann eine lange, intensive und wunderschöne Bondingphase. Mein Mann nabelte ihn irgendwann ab, während ich ihn festhielt. Die Ärztin kam zu meiner Untersuchung und konnte unverrichteter Dinge gehen. Es war alles in Ordnung. Während wir auf dem Kreisbett kuschelten, nahm die restliche „Geburt“ ihren Lauf und wir konnten dann endlich ins richtige Bett. Haut an Haut gekuschelt blieben wir im Kreissaal. Dann nahm die Hebamme Matts und meinen Mann mit zum Wickeltisch zum Wiegen und Messen. Mein Mann zog ihn dann an und ich konnte mich in der Zwischenzeit im Kreissaal abduschen und waschen. Danach gingen wir wieder ins Bett und kuschelten weiter. Der grosse Bruder und die große Schwester durften dann ausnahmsweise den kleinen Bruder noch im Kreissaal begrüßen. Sie weinten sogar vor Freude und platzten fast vor Stolz, als sie ihn in den Armen hielten....

 

Da mein Traum vom Stillen leider ein paar Monate zuvor platzte, musste ich schweren Herzens direkt eine Abstilltablette schlucken. Danach wurden wir dann auf unser Zimmer gebracht. 

 

Sechs Wochen nach der Entbindung konnte ich meine Anti-Hormontherapie beginnen und mittlerweile sind auch alle Untersuchungen gelaufen. Der Krebs ist verbannt. Metastasen haben sich in der langen Zeit des Wartens nicht niedergelassen. Ich bin wieder gesund und wenn ich meinen kleinen Sonnenschein heute anschaue, platze ich vor Glück ins weiß genau, dass ich alles genau richtig gemacht habe. 

 

 
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Ich muss mit meiner Erzählung etwa 10 Monate vor der Geburt meines Sonnenscheins beginnen.

 

Nach 2 wunderbaren Kindern (16 und 10 Jahre) hatten mein Mann und ich das Gefühl, es fehlt irgendwie was in unserem Leben und uns wurde schnell klar, dass wir beide uns noch ein drittes Kind wünschten. Nach einer Brustkrebserkrankung nach der Geburt unserer großen Tochter, konnten wir uns den 2. Kinderwunsch erst später als geplant erfüllen. Dann kam Beruf und Karriere dazwischen, aber irgendwie war der bestehende Kinderwunsch immer wieder mal präsent. 

 

Also entschlossen wir uns im Mai 2017 , trotz des „fortgeschrittenen“ Alters (beide 41) und nach Absprache mit meiner Gynäkologin, es mit allen Konsequenzen noch einmal zu versuchen. Wir setzten uns ein „Limit“ bis Ende 2017 und sagten uns selbst, wenn es bis dahin nicht klappt, dann soll es nicht mehr sein. 

 

Ende September 2017 fühlte sich mein Körper anders an und ich wusste, ich bin tatsächlich schwanger. Aufgeregt wartete ich auf die Regelblutung, die dann tatsächlich ausblieb... der folgende Test war dann direkt positiv und wir waren überglücklich. 

 

Bei einer Vorsorgeuntersuchung in der 9. SSW erzählte ich meiner Gynäkologin, dass meine in 2003 erkrankte und operierte Brust so schmerzen würde. In der Schwangerschaft natürlich nicht unnormal. Aber für mich war es ungewöhnlich, da ich aus der Schwangerschaft meines mittleren Sohnes wusste, dass die operierte Brust sich eigentlich nicht verändert. 

 

Meine Gynäkologin war sehr aufmerksam und machte direkt einen Ultraschall. Da sie tatsächlich einen Knoten feststellte, bekam ich direkt am Nachmittag des gleichen Tages eine Biopsie. Zwei Tage später hatte ich es leider schwarz auf weiß...der Krebs hatte mich erneut befallen. 

 

Ein Karussell der Gefühle begann...wir brachen zusammen und wussten nicht wie es weitergehen soll...

 

Unser absolutes Wunschkind gehen lassen, kam für uns nicht in Frage und nach etlichen Tagen der Ungewissheit und vielen Arztbesuchen war klar, dass wir das auch nicht tun mussten. 

 

Bei einem Spaziergang alleine im Wald versprach ich dem kleinen Wesen in meinem Bauch, dass ich es nicht zulassen würde, dass ihm etwas passiert und ich alles dafür tun würde, es zu einem späteren Zeitpunkt im Arm halten zu können. 

 

In der 14.SSW unterzog ich mich einer Brustamputation unter Vollnarkose. Immer unter strengster und engmaschiger, ärztlicher Kontrolle war später klar: dem kleinen Zwerg in meinem Bauch geht es hervorragend und er entwickelte sich vorbildlich. 

 

Die nächste Entscheidung stand an. Das Baby früher holen, um mir einen früheren Therapiestart zu ermöglichen und um die nötigen weiteren Untersuchungen so schnell wie möglich durchführen zu können, oder den kleinen Mann (mittlerweile wussten wir, dass es ein kleiner Kämpfer ist) selbst entscheiden zu lassen, wann er ankommen möchte. 

 

Wir entschieden uns ihn selbst wählen zu lassen...auch wenn es im Nachhinein betrachtet für mich ziemlich nervenaufreibend war... 

 

Allerdings machte er keinerlei Anstalten am Termin (05.06) persönlich „Hallo“ zu sagen und da meine Gynäkologin mich aufgrund der ganzen Vorgeschichte nicht übertragen lassen wollte, wurde ich am 04.06. zur Einleitung ins KH geschickt. 

 

Meine Hebamme aus dem Vorbereitungskurs hatte Dienst und nach zwei Kindern war mir auch klar, dass ich die „Hausmittel“ zur Einleitung und stunden-/ oder tagelange Warterei nicht wollte...das machte ich unmissverständlich klar und so bekam ich noch am Nachmittag, gegen 16:00 Uhr einen wehenfördernden Tampon eingelegt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Herztöne des Kleinen nicht so gut und deshalb entschied man sich für das Tampon, um es im Notfall jederzeit entfernen zu können. 

 

Ca. 2 Stunden später bekam ich erste Wehen; leicht und aushaltbar. Am CTG erkennbar waren aber leider die Herztöne vom Kleinen immer noch nicht gut. So musste ich jede Stunde zum CTG...immer das gleiche Spiel...leichte Wehen, Herztöne nicht gut. 

 

Gegen 21:00 Uhr hatte ich dann keine Wehen mehr und die Herztöne waren in Ordnung. 

 

Mein Mann wurde nochmal nach Hause geschickt und ich auf mein Zimmer. Wir sollten versuchen zu schlafen. Es könnte noch lange dauern, bis sich was tut. Falls sich etwas verändert, sollte ich zurück zum Kreissaal kommen.

 

Gesagt, getan. Ich legte mich hin, schaute noch etwas fern und schlief dann tief und fest ein. Ich schlief die ganze Nacht wie ein Stein. So hatte ich wochenlang nicht mehr geschlafen. Gegen 04:30 Uhr würde ich plötzlich wach. Ein leicht schmerzhaftes Ziehen war der Grund. Ich dachte: „Oh. Das könnte eine Wehe gewesen sein.“ und schlief wieder ein. Um 04:50 Uhr stand ich dann plötzlich im Bett und musste veratmen. Und mir war schlagartig klar, dass sind definitiv Wehen und ich muss zum Kreissaal. Ich ging kurz ins Bad, kam zurück ins Zimmer, schloss die Schranktür und dachte es zerreißt mich. Ab diesem Moment hatte ich alle 2 Minuten Wehen, die sich gewaschen hatten. Ich lief noch selbst zum Kreissaal, immer wieder von Wehen geschüttelt. Die Nachtdienst-Hebamme nahm mich in Empfang, brachte mich in einen Kreissaal, schloss mich ans CTG an und untersuchte mich. Den Wehen nach zu urteilen, dachte ich der Muttermund sei fast komplett eröffnet. Wehen in diesem Stadium kannte ich bisher nicht, da ich bei den beiden anderen Kindern jeweils eine PDA hatte... 

 

Die Hebamme blickte mich mitleidig an und teilte mir mit, dass der Muttermund erst bei 2 cm läge. Sie entfernte sofort den Tampon und versorgte mich mit sämtlichen Schmerzmitteln die möglich waren, da ich mittlerweile jede Minute eine heftige Wehe hatte. Es war mittlerweile 05:45Uhr. Ich schrieb meinem Mann eine Nachricht, dass er sofort kommen müsste. Reden konnte ich nicht mehr. Gott sei Dank war er schon wach und hat die Nachricht gelesen. 

 

Um 05:50 Uhr ging die Kreissaaltür auf und meine Hebi aus dem Vorbereitungskurs kam wieder zum Frühdienst. Ich war so glücklich, denn ich hatte mir so gewünscht, dass sie bei der Entbindung dabei ist. Jahrelange Erfahrung hatte sie. Und Sie war mit vom ersten Augenblick an so ans Herz gewachsen. Sie gab mir homöopathische Mittelchen, half mir zu veratmen und zu kreisen und kontrollierte mit ernster Miene das CTG. Die Herztöne vom Kleinen waren schlecht. Ich hing mit dem Oberkörper auf dem Kreisbett, um im nächsten Moment wieder zu stehen. Es war kaum auszuhalten. In keiner einzigen Position. 

 

Um 06:20 Uhr stürmte mein Mann in den Kreissaal und ich brach in seinem Arm zusammen. Ich hatte durchgehende Wehen. Es war eigentlich nicht auszuhalten. Bis heute weiß ich nicht, wie ich das geschafft habe. Ich wimmerte nach einer PDA, wo alle anwesenden Personen sofort mit einverstanden waren. Die Anästhesistin wurde gerufen. Eine Ärztin untersuchte mich noch im Liegen. Muttermund bei 4cm. PDA problemlos möglich. Die Schmerzen wurden immer unerträglicher. Ich hatte keine einzige Wehenpause. Um 06:35 Uhr hörte ich die Anästhesistin und fieberte der PDA entgegen. Plötzlich spürte ich einen wahnsinnigen Druck nach unten. Ich stand zu diesem Zeitpunkt wieder mit dem Oberkörper auf das Kreisbett gestützt. Als ich den Druck erwähnte, wurde ich wieder hingelegt und die Ärztin kam wieder zur Untersuchung. Währenddessen nahm ich so halb wahr, wie meine Hebamme die Wärmelampe über dem Wickeltisch anmachte und alle nötigen Behältnisse zur Entbindung fertig machte. Ich dachte noch, wieso sie das tut?! Und dann wurde mir klar...das mit der PDA wird nix mehr. Die Fruchtblase platze auf dem Kreisbett, die Ärztin sagte 10 cm und die Anästhesistin verließ den Kreissaal um 6:45 Uhr unverrichteter Dinge. 

 

Die Herztöne sackten weiter ab. Das alles nahm ich nur am Rande war...ich hatte das Gefühl, ich muss pressen...Meine Nachsorge-Hebamme, die bereits meinen mittleren Sohn zur Welt geholt hatte, war auch mittlerweile da. Und ich ließ mich einfach nur noch „fallen“, weil ich sooo erleichtert war, dass um mich herum vertraute Menschen waren. 

 

Dann hörte ich nur noch die Anweisung: „Du tust jetzt nur noch das, was ich dir sage!“ und ich musste im Vierfüssler aufs Kreisbett. Im nächsten Moment presste ich, als wenn es kein Morgen mehr geben würde... 3-4 Mal...und dann hieß es um Punkt 07:00 Uhr: Da ist er....diese Erleichterung, die durch meinen Körper schoss, kann ich überhaupt nicht beschreiben. Aber ich hörte nichts...und vor allem konnte ich nichts sehen, weil er ja hinter mir lag...dann endlich...nach einer gefühlten Ewigkeit hörte ich das erste, leise Protestschreien meines kleinen Kämpfers und die Tränen flossen...man reichte ihn mir zwischen meinen Beinen durch, ich kniete mich hin und hielt ihn einfach nur noch an mich gepresst in meinen Armen. Mein Mann und ich heulten um die Wette, hielten uns alle im Arm und waren einfach nur glücklich. Mein kleiner Schutzengel war geboren und ich hatte mein Versprechen eingelöst. 

 

Mein kleiner Schatz sah aus wie ein Schlumpf. Da er zweimal die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatte, war sein Gesicht ganz blau gestaucht...das war auch der Grund für die schlechten Herztöne...aber er war da und er war kerngesund. Er hat sich wahrlich auf die Welt katapultiert. Es begann eine lange, intensive und wunderschöne Bondingphase. Mein Mann nabelte ihn irgendwann ab, während ich ihn festhielt. Die Ärztin kam zu meiner Untersuchung und konnte unverrichteter Dinge gehen. Es war alles in Ordnung. Während wir auf dem Kreisbett kuschelten, nahm die restliche „Geburt“ ihren Lauf und wir konnten dann endlich ins richtige Bett. Haut an Haut gekuschelt blieben wir im Kreissaal. Dann nahm die Hebamme Matts und meinen Mann mit zum Wickeltisch zum Wiegen und Messen. Mein Mann zog ihn dann an und ich konnte mich in der Zwischenzeit im Kreissaal abduschen und waschen. Danach gingen wir wieder ins Bett und kuschelten weiter. Der grosse Bruder und die große Schwester durften dann ausnahmsweise den kleinen Bruder noch im Kreissaal begrüßen. Sie weinten sogar vor Freude und platzten fast vor Stolz, als sie ihn in den Armen hielten....

 

Da mein Traum vom Stillen leider ein paar Monate zuvor platzte, musste ich schweren Herzens direkt eine Abstilltablette schlucken. Danach wurden wir dann auf unser Zimmer gebracht. 

 

Sechs Wochen nach der Entbindung konnte ich meine Anti-Hormontherapie beginnen und mittlerweile sind auch alle Untersuchungen gelaufen. Der Krebs ist verbannt. Metastasen haben sich in der langen Zeit des Wartens nicht niedergelassen. Ich bin wieder gesund und wenn ich meinen kleinen Sonnenschein heute anschaue, platze ich vor Glück ins weiß genau, dass ich alles genau richtig gemacht habe. 

 

 
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Anfang des Jahres 2016, irgendwann im März, stand ich im (geplanten) Kinderzimmer und hab aus dem Fenster geschaut. Kaum zu glauben, aber in diesem Moment ist ein Storch vorbei geflogen. Naja, was soll ich sagen, er hat wohl beim Vorbeifliegen gesehen, dass ich in einem leeren Zimmer stehe… Jedenfalls, kurz darauf sollte ich erfahren, dass wir ab Dezember zu dritt sind! 

 

Wir mussten 3 Jahre warten, bis sich unser kleines Wunder zu uns auf den Weg gemacht hat. Wir waren ab dem positiven Schwangerschaftstest die glücklichsten Menschen auf der ganzen Welt.

 

Der errechnete Geburtstermin war der 24. Dezember. Letztendlich ist Lenny an einem Donnerstag geboren, um 23.24 Uhr. 

 

Wir freuten uns, dass er erst einige Tage nach dem 24. Dezember zu uns gekommen ist, allerdings war es eine sehr lange und nervenaufreibende Zeit für uns. Wir waren am 24. und 25. und 26. Dezember täglich gegen 8.00 Uhr morgens im Krankenhaus, um per Ultraschall checken zu lassen, ob es ihm gut geht. Am dritten Tag, also am 26. Dezember hat uns die Ärztin gesagt, dass die Geburt nun eingeleitet wird. Ich bekam ein Zimmer, viele Stunden des langen Wartens standen nun vor uns. Die ganze Familie und sehr viele Freunde haben mitgefiebert und sich immer wieder nach uns erkundigt. Ganze 4 Tage mussten wir ihnen immer wieder sagen, dass er sich noch nicht auf den Weg macht.

 

Auch mit meiner Hebamme war ich in dieser Zeit ständig in Kontakt. Ihr Rat war: raus aus dem Bett und stramm marschieren. Das hab ich dann auch gemacht. Ich bin raus und in den nahegelegenen Wald gelaufen. Als ich plötzlich pinkeln musste, bin ich schnell zwischen die Bäume. Was soll ich sagen, soviel Pech kann man eigentlich nicht haben, aber ich bin dann zu allem Übel auch noch in einen riesen Haufen Hunde-Kacka gelaufen. Es war so schlimm, dass ich die Schuhe wegwerfen musste! 

 

Am 29. Dezember sind wir dann endlich gegen 18.30 Uhr 

in den  Kreissaal eingezogen. Ich war so glücklich, dass es endlich losging, obwohl ich natürlich wusste, dass der schwierigste Teil noch auf mich zukommen würde.

Ich lag fast 4 Stunden in den Wehen, doch leider wollte der Muttermund sich einfach nicht mehr als 2cm öffnen. Uns wurde dann gegen 

 

22. 15 Uhr mitgeteilt, dass unser Sohn wahrscheinlich per Kaiserschnitt geholt werden  muss. So ist es dann leider auch eingetroffen: um 23.24 Uhr hat unser kleiner Schatz endlich das Licht der Welt erblickt. Er durfte zuerst seinen Papa  kennen lernen, worüber er sehr, sehr stolz war. Ungefähr 30 Minuten später durfte auch ich ihn endlich in meine Arme  schließen. 

 

Der Kaiserschnitt war das Schlimmste und zugleich das Beste, was mir je passieren konnte. 

Seitdem sind wir die glücklichsten Menschen auf der ganzen Welt und er zaubert uns täglich mehrere Male ein Lächeln ins Gesicht.

 

Lenny ist mittlerweile 20 Monate alt. Wie wir vor kurzem erfahren haben, hätte ich aufgrund meiner Hormon-Werte gar nicht schwanger werden können. 

Es war wirklich ein Wunder – deswegen sicher auch der errechnete Geburts-Termin am 24. Dezember!

 

Achja, schnell noch was Lustiges:

 

wir haben beide ganz schön Sauerei gemacht. Er hat das Handtuch, in das er gewickelt wurde, total vollgekackert und ich hab die Narkose nicht vertragen und hab ziemlich viel gebrochen.

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Mittwoch, 1. März 2017 gab es zu hohe Herztöne - bis 190 - auf dem CTG beim Frauenarzt. Sie wies mich sofort in die Klinik ein, da es ihr nicht geheuer war. In der Klinik angekommen, bezog ich mein Zimmer und alle CTG's waren unauffällig normal. Trotzdem musste ich zur Überwachung bis Freitag den 3. März 2017 bleiben. Immer hatte ich die Hoffnung, dass wenn ich schon mal im Krankenhaus bin, die Geburt vielleicht losginge. Es passiert leider bis zur Entlassung nichts und auch die Untersuchung ergab keinen geburtsreifen Befund. Die Ärztin sagte, dass wir Montag, den 6. März 2017 nach Befund entscheiden würden, ob eingeleitet wird. Somit musste ich die Klinik ohne Baby verlassen und am Wochenende jedoch zur CTG Kontrolle erscheinen. Samstag gab es keine Unauffälligkeit, Sonntag jedoch war das CTG wieder nicht optimal. 

 

Aufgrund des schlechten CTG am Sonntag, durfte ich wieder in der Klinik bleiben - und Montag, den 06.03.2017 wird eingeleitet. Der Tag auf den wir so lange gewartet haben - unser Engel soll geboren werden. Am besagten Montag war ich 8.45 Uhr mit meinem Gatten im Kreißsaal. Gleich wurde ich ans CTG angeschlossen, welches unauffällig war. Anschließend bekam ich meinen Einlauf, danach wurde die Fruchtblase geöffnet und ab 10.00 Uhr war ich am Wehentropf. Ganz sanft fingen die Wehen an - ich merkte wie der Bauch sich leicht zusammen zieht, aber ich konnte noch lachen und Spaß machen. Gegen 14.00 Uhr bekam ich ein leichtes Mittel gegen die Schmerzen - sie waren noch aushaltbar, aber stetig ansteigend.

 

Nach dem leichten Mittel gegen die immer stärker werdenden Schmerzen, ging es mir erstmal wieder besser. Gegen 16.00 Uhr wollte ich mich bewegen und durfte im Kreißsaal auf und ab gehen. Immer wieder blieb ich stehen oder hockte mich hin, um die Wehen zu veratmen. Jedoch hat mein Kreislauf nicht mitgespielt und ich musste mich wieder hinlegen. Natürlich wieder an das CTG geschlossen, und das bewegen tat dem Baby wohl nicht gut - die Herztöne wurden wieder schlechter. Eine Ärztin wurde gerufen, um zu schauen ob es dem Baby gut geht - soweit war alles in Ordnung. Gegen 18.00 Uhr ging alles ziemlich schnell. Meine Harnblase wurde geleert, in der Hoffnung, dass die Wehen noch stärker wurden. Ja, sie wurden stärker und meine Stimme deutlich lauter. Ich habe sehr oft mitgedrückt und nun leicht an meine Grenzen gekommen - wenn ich gewusst hätte, was in der letzten Stunde noch passiert.

 

Plötzlich wurden die Herztöne wieder schlechter und auf einmal wurden es im Kreißsaal immer mehr Menschen. Eine Hebamme, eine Hebammenhelferin und drei Ärzte in weißem Kittel waren anwesend. Ich wusste nicht wie mir geschieht, ich dachte, sie schneiden mich jede Minute auf. Der Arzt sagte, dass es dem Baby nicht gut geht und sie nun schnell handeln müssen. Meine Beine wurden fest geschnallt und ein grünes Tuch wurde darüber gelegt. Schlussendlich setzen sie die Saugglocke ein - ich musste mehrmals mitdrücken, ein anderer Arzt drückte von oben auf meinem Bauch um das Kind zum Ausgang zu schieben. Und plötzlich kam um 19.04 Uhr mein Baby aus mir heraus und hatte die Nabelschnur zweifach um den Hals, war blau und der Kopf sehr mitgenommen durch die Saugglocke. Aber Felix schrie und erholte sich schnell. Ich wurde geschnitten, bin gerissen und wurde schlecht genäht. 

 

Alle Schmerzen haben sich gelohnt, unser Baby, unser Felix, hat mit 3680 g und 53 cm am 6'märz 2017 das Licht der Welt erblickt und uns sprachlos und überglücklich gemacht.

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Als ich die 40. Schwangerschaftswoche erreicht hatte, wurde mir bewusst, dass es ab jetzt jeden Augenblick losgehen könnte. Hinter mir lag eine traumhafte Schwangerschaft, ohne morgendliche Übelkeit, ohne Stimmungsschwankungen und ohne Heißhungerattacken - eine wundersame und sorglose Zeit. 

Seit einigen Tagen jedoch machte sich still und heimlich ein Kribbeln im Bauch bemerkbar. Dieses Kribbeln im Bauch, das dem Schmetterlingsgefühl ziemlich ähnlich ist. Es ist die Aufregung vor dem Unbekannten. Davor wie letztendlich unser Baby das Licht der Welt erblickt. Denn wir haben uns zwar für die spontane Entbindung entschieden, aber wir wussten auch, dass dafür alle Voraussetzungen erfüllt sein müssen und unter Umständen eine Sectio unumgänglich ist. 

Meine Gedanken kreisten immer und immer wieder um die Frage nach dem WIE. Wie wird mein Körper mir zeigen, mich ‚as soon as possible‘ in die Geburtsklinik zu begeben. Wie unterscheide ich einen Fehlalarm vom Ernstfall? Wie kommt mein Körper mit den Strapazen einer Geburt klar? Wie reagiere und gehe ich mit den Wehen um und bin ich stark genug, sie ggf. lange zu ertragen?

Es war der zweite Sonntag im März dieses Jahres, als ich gegen 8 Uhr aufstand, um dringend das Badezimmer aufzusuchen. Ich hatte die Toilette noch nicht ganz erreicht, platschten wenige und kleine Tröpfchen auf die Fliesen der Keramikabteilung. Ich blieb verwundert stehen und überlegte kurz, ob ich gerade auf den Boden unseres Badezimmers uriniert hatte. Dann musste ich darüber lachen. Darauf folgte dann aber schnell die Frage, ob es womöglich doch schon Fruchtwasser sein könnte. Ich erinnerte mich an den Vorbereitungskurs. „Ein Blasensprung ist keine hollywoodreife Vorstellung“, sagte die Hebamme. Ich rief mir die Informationen aus dem Kurs ins Gedächtnis, die ich jetzt benötigte, um die Lage zu beurteilen und entsprechend zu handeln. Aber eins hatte ich in der gesamten Zeit bis zum Kreißsaal nicht - Panik! Ganz im Gegenteil. Ich ging zu meinem Ehemann und brachte ihm ganz schonend bei, dass wir wahrscheinlich im Laufe des Tages einen Ausflug in die Klinik unserer Wahl machen würden. Er war genauso gelassen wie ich. Aber das waren wir wahrscheinlich nur, weil ich noch keine Wehen verspürte. Wir beschlossen abzuwarten und zu beobachten, ob sich noch was tut. Die nächsten Anzeichen ließen etwas auf sich warten und wieder war es das Fruchtwasser. Diesmal aber schon ein kleines bisschen mehr. Aus dem wahrscheinlichen Besuch wurde in unseren Gedanken schnell ein definitiver Besuch, denn beim Verlust des Fruchtwassers steigt bekanntlich das Infektionsrisiko. Mein Mann wartete auf mein Startsignal. Wir informierten kurz die werdenden Großeltern, unsere Geschwister und enge Freunde.

Gegen 16 Uhr wurden wir im Kreißsaal vorstellig. Die diensthabende Hebamme untersuchte mich und es war ganz eindeutig Fruchtwasser. „Herzlichen Glückwunsch! Sie gehen nicht mehr ohne Baby nach Hause.“ Puh! Keinen Frühstart hingelegt. Wir bleiben! Und ich bleibe vor allem liegen. Denn unser kleiner Schatz ist noch nicht ganz in der Startposition. Ich muss liegend transportiert werden. Oha! Gerade bin ich noch quer über den ganzen Besucherparkplatz gelaufen und jetzt darf ich nicht mal mehr alleine von der Untersuchungsliege bis zu unserem Familienzimmer gehen. Aber gesagt, getan. Nun hieß es die weiteren Entwicklungen abzuwarten. Bis dato hatte ich aber immer noch gar keine Wehentätigkeit und der Muttermund war noch fest verschlossen. Eine Hebamme, die gegen 21:30 Uhr das letzte CTG an diesem Tag machte, verabschiedete sich mit den Worten: „Schlafen Sie sich aus für morgen. Wir werden dann die Geburt einleiten.“

Als hätte mein Körper keine Lust auf äußerliche Einwirkung, kamen die ersten Vorwehen, die aber noch so leicht waren, dass ich sie nicht besonders veratmen musste. Dann wurden die Wehen zunehmend heftiger. Gegen Mitternacht hatte ich dann schon mit starken Wehen zu kämpfen. Mein Mann und ich machten uns auf den kurzen Weg in den Kreißsaal. Ich bat um Schmerzlindernde Mittel und bekam ein Zäpfchen, das aber unter Umständen nichts mehr brachte. Wow! Das sind ja rosige Aussichten. Und tatsächlich half das Mittel überhaupt nicht. 

Im Familienzimmer angekommen, wurden meine Wehen so heftig, dass ich dachte, mein Kreislauf versagt. Zumal ich leider zwischen den Wehen gar keine Abstände mehr hatte. Als ich gerade hoffte, die eine Wehe ebbt gerade ab und ich kann Kraft sammeln für die nächste, war die nächste bereits da und drängte sich mir auf. Hat man uns im Kurs nicht versprochen, dass man zwischen den Wehen kleine Erholungsphasen hat? Wo zum Teufel sind dann meine? 

Um 1 Uhr standen wir wieder im Kreißsaal auf der Matte. Ich habe meine Situation so gut es ging geschildert. Die Hebamme schloss mich ans CTG und untersuchte anschließend meinen Muttermund. 2 Zentimeter. „Da muss sich noch einiges tun. Das wird noch dauern.“ Das kann nicht sein. „Ich habe keine Pausen zwischen den Wehen und sie sind so stark“, wiederholte ich das, was ich eingangs gesagt hatte. Das schaffe ich nicht mehr lange, dachte ich mir. Bin ich so schmerzempfindlich? Eigentlich kann ich Schmerz gut verkraften. Ich muss doch noch mehr in dieser Nacht aushalten. Wieso bin ich jetzt schon so erschöpft und am Ende meiner Kräfte? Dann folgte das, wovor ich gewarnt hatte. Mir war während der Wehen so schlecht geworden, dass ich mich vielfach übergeben musste. Als sich mein Magen komplett geleert hatte, untersuchte die Hebamme meinen Muttermund abermals. Es war 2 Uhr morgens. Innerhalb der letzten 60 Minuten um weitere 6 Zentimeter geöffnet. Das verschlug selbst der Hebamme den Atem. Denn damit hatte sie nicht gerechnet. Vorhin waren es gerade mal 2 Zentimeter. Jetzt schon 8. Endlich hatte sie wie auch wir begriffen, was da vor sich ging. Ich war nicht wehleidig. Auch wenn es meine erste Geburt war, schien unser Baby es plötzlich ganz eilig zu haben. Die Ärztin wurde dazu geholt. Sie besprachen kurz die Lage und wendeten sich anschließend mir zu. Ich bat, mir eine PDA zu geben. Die beiden Frauen sahen sich kurz verwundert an. Dann hörte ich die Ärztin reden: „Wir können Ihnen keine PDA geben. Wir würden nicht einmal mehr schaffen, den Zugang rechtzeitig zu legen, geschweige denn, das Mittel zu verabreichen, so dass es wirkt, bevor das Kind auf der Welt ist.“ 

Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Mein erster Gedanke war, ich bekomme keine PDA. Ich muss noch viel mehr als bisher ohne PDA ertragen. Bitte nicht. Dann schoss mir aber ein zweiter Gedanke durch den Kopf. Moment mal, das Baby ist der nächsten Viertelstunde auf der Welt, schätzte die Ärztin. Das gab mir so viel positive Energie und ich war überwältigt von dem Gedanken, gleich unser Baby das erste Mal in meinen Armen zu halten. Mittlerweile hatten die Presswehen eingesetzt. Ein weiterer Arzt kam hinzu, der mir mit knappen Worten erklärte wie ich die Presswehen nutzen sollte, um dem Kind auf die Welt zu helfen. Vier Presswehen weiter sagte mein Mann zu mir, das Köpfchen wäre schon da. Von da an wusste ich, wir haben es geschafft. Und so war es auch. Mit der nächsten Wehe wurden wir Eltern eines zauberhaften Mädchens. Die Hebamme sagte die Uhrzeit an: 2:42 Uhr. Vom Einsetzen der Wehen bis zur Geburt waren knapp drei Stunden vergangen.

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

Briefe_an_mein_Kind_Freitagsserie

 

Glück und Angst waren meine ständigen Begleiter...

 

Eigentlich hatte ich die ganze Schwangerschaft Angst um dich, denn wir hatten so lange auf dich gewartet und eigentlich schon aufgegeben, nach deinem großen Bruder ein zweites Wunder erleben zu dürfen.

 

Als es nun am 1.2.2018 soweit war und wir zum geplanten Kaiserschnitt ins Krankenhaus kamen, ging alles drunter und drüber; die Hebamme wusste gar nicht, dass wir kommen und fragte, weshalb wir schon da wären. Bei unserem Anruf einen Tag zuvor wurde uns gesagt, deine Geburt wäre der erste Kaiserschnitt an diesem Tag. Wir wurden vertröstet und sollten uns im Café aufhalten...

 

Erfüllt von Angst entschied Papa, vor dem OP auf uns zu warten - meine Gefühle fuhren Achterbahn! Ich war so unbeschreiblich aufgeregt und da war sie dann auch wieder ... meine Angst!

Deine heutige Patentante kam herbeigeeilt und schaffte es gerade noch rechtzeitig, sodass sie mich ab der OP-Vorbereitung begleiten konnte.

 

Dann ging es los - auf zum OP. Unter Tränen öffnete sich die Tür und ich musste Papas Hand loslassen. Mein Herz raste! Nach der Einleitung der Rückenmarksbetäubung durfte dann deine Tante, die zuvor noch etwas in einem gesonderten Raum warten musste, wieder zu mir. Meine Hand ganz fest in ihrer fingen die Ärzte an ... hinter dem blauen OP-Tuch ruckelte es an mir - die ganzen Geräusche machten mir solche Angst! Dazu die Gefühle, die sowieso schon Achterbahn fuhren. Wird alles gut? Bist du gesund? Wir wirst du wohl aussehen?

 

Dann, um 10.35 Uhr erklang ein kurzer, schwacher Schrei - dein Schrei! Ich war so benebelt von einer ganzen Menge Medikamente, aber ich wusste sofort, dass etwas nicht stimmt! Ich war so glücklich auf der einen Seite - ENDLICH ! Mein Baby. Ich hab vor Glück geweint - so tut es denke ich jede Mutter - ein unbeschreibliches Gefühl.Die Tränen des Glücks wird schnell durch Tränen der Angst abgelöst! Die Hebamme zeigte dich kurz, dann nahm sie dich mit - eine Menge Ärzte kamen sofort angerannt, ebenso Schwestern und Hebammen. ICH bekam nur eine Karte mit einem Foto von dir!

 

Was war los? 

 

Die Ärztin sagte, du hast Probleme beim Atmen - sie müsste dich nun mitnehmen auf Station, dort wirst du beobachtet. Während ich noch auf dem OP-Tisch lag, wurdest du von mir in einem riesigen Wärmebett weggefahren. Papa, der ohne jegliche Ahnung, was zuvor geschah, erwartungsvoll vor der Tür wartete, wurde von dieser Situation überrascht - er lief dem Bettchen einfach nur hinterher und wollte bei dir sein. Als die OP beendet war, wurde ich wieder in den Kreißsaal gebracht - ohne mein Baby, nur mit einem Bild von dir! Keiner konnte mir sagen, was nun los ist. Siehe da... da war sie wieder, die Angst! Später dann durfte ich endlich zu dir und du durftest sogar zu mir. Du wurdest mir auf die Brust gelegt, fast nackig - diese kleinen Finger und Zehen, die kleine Nase, die weiche, schrumpelige Haut - so wunderschön!! 

 

Ich weinte und weinte und weinte... eine Mischung aus Glück und Angst.

 

Später zeigte sich, dass du starke Bauchschmerzen hast- eine Untersuchung durch eine Kinderärztin bestätigt ... dein Darm ist verschlossen! Einen Wimpernschlag später lagst du, angeschlossen an Monitoren, auf der Intensivstation! Die Ärzte müssen dich operieren - JETZT! WAS? Operieren? Mein Baby? Ich fragte mich immer wieder, warum ausgerechnet uns so was passieren musste-wieso musste ausgerechnet dein Start ins Leben so "bescheiden" verlaufen? Wir mussten dich den Ärzten überlassen, wir durften dich noch kurz knuddeln und dann, ca. 30 Minuten später, wurdest du, bereits künstlich beatmet, an uns vorbei zum OP gefahren. 

 

2 Stunden sollte alles dauern. 2 Stunden, die unerträglich werden würden. Das wusste ich! Aus 2 Stunden wurden 4. Hallo Angst, Schlaf ruhig noch heftiger zu... Zurück aus dem OP auf der Intensivstation... Da lagst du nun in deinem Intensiv-Bettchen. Immer noch künstlich beatmet; um dich herum piepte alles Mögliche, über einen Monitor wurdest du überwacht. Ich habe gezittert vor Angst! Aber ich wollte einfach nur bei dir sein! Die Schmerzen, die ich wegen des Kaiserschnittes hatte, waren absolut nebensächlich. Die Tränen liefen mir nur so aus den Augen - beruhigen konnte ich mich nicht! Mein Baby ... so hilflos und vollkommen ausgeliefert - mit einem künstlichen Darmausgang! Künstlicher Darmausgang? Wie bitte? Bleibt der nun für immer? Wie soll ich das schaffen? Normalerweise wechselt man einem Baby die Windel und nun war da dieser Beutel an deinem Bauch...Die Schwestern erklärten mir, dass sie mir in den nächsten Tagen die Pflege des Darmausgangs und den Wechsel der Beutel zeigen würden - ich solle keine Angst haben.

 

Keine Angst? Hallo! "Die haben leicht Reden" dachte ich. Mein Baby, gerade ein Paar Stunden alt, liegt im Tiefschlaf und künstlich beatmet mit einem künstlichen Darmausgang und einer Sonde in der Nase auf einer Intensivstation und nicht in einem Bettchen bei mir auf dem Zimmer - so wie es sein sollte. Ich konnte nicht kuscheln! Mein Baby wurde mir in einer unerklärlichen Art durch die ganzen Geräte und Zugänge in seinem Körper fremd! Ich hatte Angst, dich zu berühren, denn das alles machte dich so zerbrechlich für mich!

 

Der Tag deiner Geburt wird mir ein Leben lang in zweierlei Hinsicht in Erinnerung bleiben. Und auch, wenn mittlerweile der Darmausgang wieder weg ist... diese kleinen Narben an deinem süßen, dicken Bäuchlein werden mich immer wieder an all das erinnern, was ich sah!

 

Und auch, wenn Glück durch Angst abgelöst wurde... Deine Geburt war einer der schönsten Tage in meinem Leben !

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