Beiträge zum Thema: Kaiserschnitt

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

Geburtsberichte_Montagsblog

 

Mittwoch, 1. März 2017 gab es zu hohe Herztöne - bis 190 - auf dem CTG beim Frauenarzt. Sie wies mich sofort in die Klinik ein, da es ihr nicht geheuer war. In der Klinik angekommen, bezog ich mein Zimmer und alle CTG's waren unauffällig normal. Trotzdem musste ich zur Überwachung bis Freitag den 3. März 2017 bleiben. Immer hatte ich die Hoffnung, dass wenn ich schon mal im Krankenhaus bin, die Geburt vielleicht losginge. Es passiert leider bis zur Entlassung nichts und auch die Untersuchung ergab keinen geburtsreifen Befund. Die Ärztin sagte, dass wir Montag, den 6. März 2017 nach Befund entscheiden würden, ob eingeleitet wird. Somit musste ich die Klinik ohne Baby verlassen und am Wochenende jedoch zur CTG Kontrolle erscheinen. Samstag gab es keine Unauffälligkeit, Sonntag jedoch war das CTG wieder nicht optimal. 

 

Aufgrund des schlechten CTG am Sonntag, durfte ich wieder in der Klinik bleiben - und Montag, den 06.03.2017 wird eingeleitet. Der Tag auf den wir so lange gewartet haben - unser Engel soll geboren werden. Am besagten Montag war ich 8.45 Uhr mit meinem Gatten im Kreißsaal. Gleich wurde ich ans CTG angeschlossen, welches unauffällig war. Anschließend bekam ich meinen Einlauf, danach wurde die Fruchtblase geöffnet und ab 10.00 Uhr war ich am Wehentropf. Ganz sanft fingen die Wehen an - ich merkte wie der Bauch sich leicht zusammen zieht, aber ich konnte noch lachen und Spaß machen. Gegen 14.00 Uhr bekam ich ein leichtes Mittel gegen die Schmerzen - sie waren noch aushaltbar, aber stetig ansteigend.

 

Nach dem leichten Mittel gegen die immer stärker werdenden Schmerzen, ging es mir erstmal wieder besser. Gegen 16.00 Uhr wollte ich mich bewegen und durfte im Kreißsaal auf und ab gehen. Immer wieder blieb ich stehen oder hockte mich hin, um die Wehen zu veratmen. Jedoch hat mein Kreislauf nicht mitgespielt und ich musste mich wieder hinlegen. Natürlich wieder an das CTG geschlossen, und das bewegen tat dem Baby wohl nicht gut - die Herztöne wurden wieder schlechter. Eine Ärztin wurde gerufen, um zu schauen ob es dem Baby gut geht - soweit war alles in Ordnung. Gegen 18.00 Uhr ging alles ziemlich schnell. Meine Harnblase wurde geleert, in der Hoffnung, dass die Wehen noch stärker wurden. Ja, sie wurden stärker und meine Stimme deutlich lauter. Ich habe sehr oft mitgedrückt und nun leicht an meine Grenzen gekommen - wenn ich gewusst hätte, was in der letzten Stunde noch passiert.

 

Plötzlich wurden die Herztöne wieder schlechter und auf einmal wurden es im Kreißsaal immer mehr Menschen. Eine Hebamme, eine Hebammenhelferin und drei Ärzte in weißem Kittel waren anwesend. Ich wusste nicht wie mir geschieht, ich dachte, sie schneiden mich jede Minute auf. Der Arzt sagte, dass es dem Baby nicht gut geht und sie nun schnell handeln müssen. Meine Beine wurden fest geschnallt und ein grünes Tuch wurde darüber gelegt. Schlussendlich setzen sie die Saugglocke ein - ich musste mehrmals mitdrücken, ein anderer Arzt drückte von oben auf meinem Bauch um das Kind zum Ausgang zu schieben. Und plötzlich kam um 19.04 Uhr mein Baby aus mir heraus und hatte die Nabelschnur zweifach um den Hals, war blau und der Kopf sehr mitgenommen durch die Saugglocke. Aber Felix schrie und erholte sich schnell. Ich wurde geschnitten, bin gerissen und wurde schlecht genäht. 

 

Alle Schmerzen haben sich gelohnt, unser Baby, unser Felix, hat mit 3680 g und 53 cm am 6'märz 2017 das Licht der Welt erblickt und uns sprachlos und überglücklich gemacht.

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

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Als ich die 40. Schwangerschaftswoche erreicht hatte, wurde mir bewusst, dass es ab jetzt jeden Augenblick losgehen könnte. Hinter mir lag eine traumhafte Schwangerschaft, ohne morgendliche Übelkeit, ohne Stimmungsschwankungen und ohne Heißhungerattacken - eine wundersame und sorglose Zeit. 

Seit einigen Tagen jedoch machte sich still und heimlich ein Kribbeln im Bauch bemerkbar. Dieses Kribbeln im Bauch, das dem Schmetterlingsgefühl ziemlich ähnlich ist. Es ist die Aufregung vor dem Unbekannten. Davor wie letztendlich unser Baby das Licht der Welt erblickt. Denn wir haben uns zwar für die spontane Entbindung entschieden, aber wir wussten auch, dass dafür alle Voraussetzungen erfüllt sein müssen und unter Umständen eine Sectio unumgänglich ist. 

Meine Gedanken kreisten immer und immer wieder um die Frage nach dem WIE. Wie wird mein Körper mir zeigen, mich ‚as soon as possible‘ in die Geburtsklinik zu begeben. Wie unterscheide ich einen Fehlalarm vom Ernstfall? Wie kommt mein Körper mit den Strapazen einer Geburt klar? Wie reagiere und gehe ich mit den Wehen um und bin ich stark genug, sie ggf. lange zu ertragen?

Es war der zweite Sonntag im März dieses Jahres, als ich gegen 8 Uhr aufstand, um dringend das Badezimmer aufzusuchen. Ich hatte die Toilette noch nicht ganz erreicht, platschten wenige und kleine Tröpfchen auf die Fliesen der Keramikabteilung. Ich blieb verwundert stehen und überlegte kurz, ob ich gerade auf den Boden unseres Badezimmers uriniert hatte. Dann musste ich darüber lachen. Darauf folgte dann aber schnell die Frage, ob es womöglich doch schon Fruchtwasser sein könnte. Ich erinnerte mich an den Vorbereitungskurs. „Ein Blasensprung ist keine hollywoodreife Vorstellung“, sagte die Hebamme. Ich rief mir die Informationen aus dem Kurs ins Gedächtnis, die ich jetzt benötigte, um die Lage zu beurteilen und entsprechend zu handeln. Aber eins hatte ich in der gesamten Zeit bis zum Kreißsaal nicht - Panik! Ganz im Gegenteil. Ich ging zu meinem Ehemann und brachte ihm ganz schonend bei, dass wir wahrscheinlich im Laufe des Tages einen Ausflug in die Klinik unserer Wahl machen würden. Er war genauso gelassen wie ich. Aber das waren wir wahrscheinlich nur, weil ich noch keine Wehen verspürte. Wir beschlossen abzuwarten und zu beobachten, ob sich noch was tut. Die nächsten Anzeichen ließen etwas auf sich warten und wieder war es das Fruchtwasser. Diesmal aber schon ein kleines bisschen mehr. Aus dem wahrscheinlichen Besuch wurde in unseren Gedanken schnell ein definitiver Besuch, denn beim Verlust des Fruchtwassers steigt bekanntlich das Infektionsrisiko. Mein Mann wartete auf mein Startsignal. Wir informierten kurz die werdenden Großeltern, unsere Geschwister und enge Freunde.

Gegen 16 Uhr wurden wir im Kreißsaal vorstellig. Die diensthabende Hebamme untersuchte mich und es war ganz eindeutig Fruchtwasser. „Herzlichen Glückwunsch! Sie gehen nicht mehr ohne Baby nach Hause.“ Puh! Keinen Frühstart hingelegt. Wir bleiben! Und ich bleibe vor allem liegen. Denn unser kleiner Schatz ist noch nicht ganz in der Startposition. Ich muss liegend transportiert werden. Oha! Gerade bin ich noch quer über den ganzen Besucherparkplatz gelaufen und jetzt darf ich nicht mal mehr alleine von der Untersuchungsliege bis zu unserem Familienzimmer gehen. Aber gesagt, getan. Nun hieß es die weiteren Entwicklungen abzuwarten. Bis dato hatte ich aber immer noch gar keine Wehentätigkeit und der Muttermund war noch fest verschlossen. Eine Hebamme, die gegen 21:30 Uhr das letzte CTG an diesem Tag machte, verabschiedete sich mit den Worten: „Schlafen Sie sich aus für morgen. Wir werden dann die Geburt einleiten.“

Als hätte mein Körper keine Lust auf äußerliche Einwirkung, kamen die ersten Vorwehen, die aber noch so leicht waren, dass ich sie nicht besonders veratmen musste. Dann wurden die Wehen zunehmend heftiger. Gegen Mitternacht hatte ich dann schon mit starken Wehen zu kämpfen. Mein Mann und ich machten uns auf den kurzen Weg in den Kreißsaal. Ich bat um Schmerzlindernde Mittel und bekam ein Zäpfchen, das aber unter Umständen nichts mehr brachte. Wow! Das sind ja rosige Aussichten. Und tatsächlich half das Mittel überhaupt nicht. 

Im Familienzimmer angekommen, wurden meine Wehen so heftig, dass ich dachte, mein Kreislauf versagt. Zumal ich leider zwischen den Wehen gar keine Abstände mehr hatte. Als ich gerade hoffte, die eine Wehe ebbt gerade ab und ich kann Kraft sammeln für die nächste, war die nächste bereits da und drängte sich mir auf. Hat man uns im Kurs nicht versprochen, dass man zwischen den Wehen kleine Erholungsphasen hat? Wo zum Teufel sind dann meine? 

Um 1 Uhr standen wir wieder im Kreißsaal auf der Matte. Ich habe meine Situation so gut es ging geschildert. Die Hebamme schloss mich ans CTG und untersuchte anschließend meinen Muttermund. 2 Zentimeter. „Da muss sich noch einiges tun. Das wird noch dauern.“ Das kann nicht sein. „Ich habe keine Pausen zwischen den Wehen und sie sind so stark“, wiederholte ich das, was ich eingangs gesagt hatte. Das schaffe ich nicht mehr lange, dachte ich mir. Bin ich so schmerzempfindlich? Eigentlich kann ich Schmerz gut verkraften. Ich muss doch noch mehr in dieser Nacht aushalten. Wieso bin ich jetzt schon so erschöpft und am Ende meiner Kräfte? Dann folgte das, wovor ich gewarnt hatte. Mir war während der Wehen so schlecht geworden, dass ich mich vielfach übergeben musste. Als sich mein Magen komplett geleert hatte, untersuchte die Hebamme meinen Muttermund abermals. Es war 2 Uhr morgens. Innerhalb der letzten 60 Minuten um weitere 6 Zentimeter geöffnet. Das verschlug selbst der Hebamme den Atem. Denn damit hatte sie nicht gerechnet. Vorhin waren es gerade mal 2 Zentimeter. Jetzt schon 8. Endlich hatte sie wie auch wir begriffen, was da vor sich ging. Ich war nicht wehleidig. Auch wenn es meine erste Geburt war, schien unser Baby es plötzlich ganz eilig zu haben. Die Ärztin wurde dazu geholt. Sie besprachen kurz die Lage und wendeten sich anschließend mir zu. Ich bat, mir eine PDA zu geben. Die beiden Frauen sahen sich kurz verwundert an. Dann hörte ich die Ärztin reden: „Wir können Ihnen keine PDA geben. Wir würden nicht einmal mehr schaffen, den Zugang rechtzeitig zu legen, geschweige denn, das Mittel zu verabreichen, so dass es wirkt, bevor das Kind auf der Welt ist.“ 

Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Mein erster Gedanke war, ich bekomme keine PDA. Ich muss noch viel mehr als bisher ohne PDA ertragen. Bitte nicht. Dann schoss mir aber ein zweiter Gedanke durch den Kopf. Moment mal, das Baby ist der nächsten Viertelstunde auf der Welt, schätzte die Ärztin. Das gab mir so viel positive Energie und ich war überwältigt von dem Gedanken, gleich unser Baby das erste Mal in meinen Armen zu halten. Mittlerweile hatten die Presswehen eingesetzt. Ein weiterer Arzt kam hinzu, der mir mit knappen Worten erklärte wie ich die Presswehen nutzen sollte, um dem Kind auf die Welt zu helfen. Vier Presswehen weiter sagte mein Mann zu mir, das Köpfchen wäre schon da. Von da an wusste ich, wir haben es geschafft. Und so war es auch. Mit der nächsten Wehe wurden wir Eltern eines zauberhaften Mädchens. Die Hebamme sagte die Uhrzeit an: 2:42 Uhr. Vom Einsetzen der Wehen bis zur Geburt waren knapp drei Stunden vergangen.

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

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Glück und Angst waren meine ständigen Begleiter...

 

Eigentlich hatte ich die ganze Schwangerschaft Angst um dich, denn wir hatten so lange auf dich gewartet und eigentlich schon aufgegeben, nach deinem großen Bruder ein zweites Wunder erleben zu dürfen.

 

Als es nun am 1.2.2018 soweit war und wir zum geplanten Kaiserschnitt ins Krankenhaus kamen, ging alles drunter und drüber; die Hebamme wusste gar nicht, dass wir kommen und fragte, weshalb wir schon da wären. Bei unserem Anruf einen Tag zuvor wurde uns gesagt, deine Geburt wäre der erste Kaiserschnitt an diesem Tag. Wir wurden vertröstet und sollten uns im Café aufhalten...

 

Erfüllt von Angst entschied Papa, vor dem OP auf uns zu warten - meine Gefühle fuhren Achterbahn! Ich war so unbeschreiblich aufgeregt und da war sie dann auch wieder ... meine Angst!

Deine heutige Patentante kam herbeigeeilt und schaffte es gerade noch rechtzeitig, sodass sie mich ab der OP-Vorbereitung begleiten konnte.

 

Dann ging es los - auf zum OP. Unter Tränen öffnete sich die Tür und ich musste Papas Hand loslassen. Mein Herz raste! Nach der Einleitung der Rückenmarksbetäubung durfte dann deine Tante, die zuvor noch etwas in einem gesonderten Raum warten musste, wieder zu mir. Meine Hand ganz fest in ihrer fingen die Ärzte an ... hinter dem blauen OP-Tuch ruckelte es an mir - die ganzen Geräusche machten mir solche Angst! Dazu die Gefühle, die sowieso schon Achterbahn fuhren. Wird alles gut? Bist du gesund? Wir wirst du wohl aussehen?

 

Dann, um 10.35 Uhr erklang ein kurzer, schwacher Schrei - dein Schrei! Ich war so benebelt von einer ganzen Menge Medikamente, aber ich wusste sofort, dass etwas nicht stimmt! Ich war so glücklich auf der einen Seite - ENDLICH ! Mein Baby. Ich hab vor Glück geweint - so tut es denke ich jede Mutter - ein unbeschreibliches Gefühl.Die Tränen des Glücks wird schnell durch Tränen der Angst abgelöst! Die Hebamme zeigte dich kurz, dann nahm sie dich mit - eine Menge Ärzte kamen sofort angerannt, ebenso Schwestern und Hebammen. ICH bekam nur eine Karte mit einem Foto von dir!

 

Was war los? 

 

Die Ärztin sagte, du hast Probleme beim Atmen - sie müsste dich nun mitnehmen auf Station, dort wirst du beobachtet. Während ich noch auf dem OP-Tisch lag, wurdest du von mir in einem riesigen Wärmebett weggefahren. Papa, der ohne jegliche Ahnung, was zuvor geschah, erwartungsvoll vor der Tür wartete, wurde von dieser Situation überrascht - er lief dem Bettchen einfach nur hinterher und wollte bei dir sein. Als die OP beendet war, wurde ich wieder in den Kreißsaal gebracht - ohne mein Baby, nur mit einem Bild von dir! Keiner konnte mir sagen, was nun los ist. Siehe da... da war sie wieder, die Angst! Später dann durfte ich endlich zu dir und du durftest sogar zu mir. Du wurdest mir auf die Brust gelegt, fast nackig - diese kleinen Finger und Zehen, die kleine Nase, die weiche, schrumpelige Haut - so wunderschön!! 

 

Ich weinte und weinte und weinte... eine Mischung aus Glück und Angst.

 

Später zeigte sich, dass du starke Bauchschmerzen hast- eine Untersuchung durch eine Kinderärztin bestätigt ... dein Darm ist verschlossen! Einen Wimpernschlag später lagst du, angeschlossen an Monitoren, auf der Intensivstation! Die Ärzte müssen dich operieren - JETZT! WAS? Operieren? Mein Baby? Ich fragte mich immer wieder, warum ausgerechnet uns so was passieren musste-wieso musste ausgerechnet dein Start ins Leben so "bescheiden" verlaufen? Wir mussten dich den Ärzten überlassen, wir durften dich noch kurz knuddeln und dann, ca. 30 Minuten später, wurdest du, bereits künstlich beatmet, an uns vorbei zum OP gefahren. 

 

2 Stunden sollte alles dauern. 2 Stunden, die unerträglich werden würden. Das wusste ich! Aus 2 Stunden wurden 4. Hallo Angst, Schlaf ruhig noch heftiger zu... Zurück aus dem OP auf der Intensivstation... Da lagst du nun in deinem Intensiv-Bettchen. Immer noch künstlich beatmet; um dich herum piepte alles Mögliche, über einen Monitor wurdest du überwacht. Ich habe gezittert vor Angst! Aber ich wollte einfach nur bei dir sein! Die Schmerzen, die ich wegen des Kaiserschnittes hatte, waren absolut nebensächlich. Die Tränen liefen mir nur so aus den Augen - beruhigen konnte ich mich nicht! Mein Baby ... so hilflos und vollkommen ausgeliefert - mit einem künstlichen Darmausgang! Künstlicher Darmausgang? Wie bitte? Bleibt der nun für immer? Wie soll ich das schaffen? Normalerweise wechselt man einem Baby die Windel und nun war da dieser Beutel an deinem Bauch...Die Schwestern erklärten mir, dass sie mir in den nächsten Tagen die Pflege des Darmausgangs und den Wechsel der Beutel zeigen würden - ich solle keine Angst haben.

 

Keine Angst? Hallo! "Die haben leicht Reden" dachte ich. Mein Baby, gerade ein Paar Stunden alt, liegt im Tiefschlaf und künstlich beatmet mit einem künstlichen Darmausgang und einer Sonde in der Nase auf einer Intensivstation und nicht in einem Bettchen bei mir auf dem Zimmer - so wie es sein sollte. Ich konnte nicht kuscheln! Mein Baby wurde mir in einer unerklärlichen Art durch die ganzen Geräte und Zugänge in seinem Körper fremd! Ich hatte Angst, dich zu berühren, denn das alles machte dich so zerbrechlich für mich!

 

Der Tag deiner Geburt wird mir ein Leben lang in zweierlei Hinsicht in Erinnerung bleiben. Und auch, wenn mittlerweile der Darmausgang wieder weg ist... diese kleinen Narben an deinem süßen, dicken Bäuchlein werden mich immer wieder an all das erinnern, was ich sah!

 

Und auch, wenn Glück durch Angst abgelöst wurde... Deine Geburt war einer der schönsten Tage in meinem Leben !

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

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Mein Geburtsbericht beginnt tatsächlich 12 Stunden vor der Geburt.

 

Es ist Mittwoch der 21.02.2018. Ein Tag vor dem errechneten Geburtstermin. Heute habe ich einen Termin beim Frauenarzt und frage mich, wie oft ich wohl noch mit großer Kugel hier auftauchen werde. Kaum am CTG angeschlossen, schlägt der Kleine nochmal Purzelbäume und genießt wohl nochmal die letzten Stunden in Mamas Bauch. Der Ärztin gefiel das allerdings gar nicht. Der Kleine ist zu aktiv und wir sollten das nochmal im Krankenhaus checken lassen.

Also sind wir erstmal nach Hause, haben die Kliniktasche geholt und sind dann sofort weiter ins Krankenhaus gefahren. Für mich stand fest, wenn ich heute da bleiben muss, werde ich das Krankenhaus nicht mehr ohne Baby verlassen. Deswegen habe ich mir geschworen, wenn ich nur zur Beobachtung in der Klinik bleiben soll, fahre ich wieder nach Hause. Somit haben wir die Tasche erstmal im Auto gelassen und sind dann in den Kreissaal gegangen. Kaum angekommen, kam ich auch sofort dran, weil meine Ärztin mich schon angekündigt hat. Auch hier wurde ich wieder ans CTG angeschlossen und tatsächlich habe ich dann die ersten Wehen gespürt. Es war ein sehr leichtes ziehen und noch sehr unregelmäßig, aber bis zu diesem Moment konnte ich mir unter Wehen noch gar nichts vorstellen. Nun, da waren sie. Ganz leicht, ein bisschen unangenehm aber nicht schmerzhaft. Auf dem CTG-Streifen wurden sie ebenfalls erkannt und die Herztöne waren auch hier wieder sehr unregelmäßig. Nach einer kurzen Ultraschalluntersuchung sagte die Ärztin mir dann genau das, was ich nicht hören wollte. SIE MÜSSEN ZUR BEOBACHTUNG HIER BLEIBEN.

 

Aber nicht mit mir! Ich Sturkopf habe mich dann auf meine Verantwortung hin, selber entlassen.

 

Mein Mann war natürlich stinksauer. Denn für ihn hieß es, seine Frau heute Nacht mit einem unguten Gefühl alleine zulassen, weil er um 18 Uhr die Nachtschicht antreten muss.

Wir sind also gemeinsam wieder nach Hause gefahren und wenige Minuten später ging es für ihn zur Arbeit. Kaum war er aus dem Haus, hatte ich doch ein mulmiges Gefühl. War es richtig wieder nach Hause zu fahren? Was ist wenn jetzt was passiert?

Aber was ein Zufall, stand wenige Minuten später meine Mama vor der Tür. Sie wollte doch nur mal kurz vorbeischauen. Ja. Ein Mama-Herz weiß genau wann es gebraucht wird. Die Ablenkung war Balsam für die Seele. Gegen 21 Uhr hat sie mich dann wieder alleine gelassen und ich konnte mir noch in Ruhe mein Mittwoch-Abend-Programm ansehen. Im TV liefen zu der Zeit immer Geburtssendungen, die ich mit großer Freude geschaut habe. Um ca. 22.30 Uhr ging ich ins Bett und schlief auch recht zügig ein.

 

Um 23.30 Uhr wurde ich wach. Ich merkte, wie das Bett und meine Beine nass wurden. Vor Schock traute ich mich nicht zu bewegen, aber ich merkte, dass es immer mehr Wasser wurde. Also bin ich schnell ins Bad gestürmt und habe mich erstmal ein paar Minuten aufs Klo gesetzt. Als es allmählich besser wurde, ging ich zurück ins Schlafzimmer und rief meinen Mann an.

SCHATZ, DIE FRUCHTBLASE IST GEPLATZT. Während er sich auf den Weg machte, bin ich nochmal schnell unter die Dusche. Wer weiß, wann ich das nächste Mal dazu kommen werde. Ich trocknete mich gerade ab, da stürmte schon mein Mann ins Bad. So schnell war er noch nie Zuhause. Er schnappte sich die Taschen und schützte den Beifahrersitz mit Handtüchern und Wickelauflagen.

Um ca. 00.00 Uhr machten wir uns dann auf den Weg. Auf der Fahrt rief mein Mann dann unsere Eltern an und kündigte dem Kreissaal mit, das wir unterwegs sind. Die Hebamme sagte nur. IST ES DAS ERSTE KIND? LASSEN SIE SICH ZEIT. WIR HABEN HIER NOCH GUT ZU TUN.

Oh je. Ist es da so brechend voll?! Bitte nicht! Im Auto hatte ich nur eine Wehe, die aber schon ordentlich zu spüren war. Also kein Vergleich zu denen am Mittag.

Am Krankenhaus angekommen, ging es mir noch super. Ich spürte nur einen seltsamen Schmerz im Rücken. Mein Mann wollte extra auf dem Storchenparkplatz direkt am Einfang parken, aber ich sagte ihm er soll doch lieber auf dem normalen Parkplatz, weil er bei dem anderen nur ein paar Stunden stehen darf und ich die paar Schritte schon schaffen würde. Doch wer hätte es gedacht. Kaum ausgestiegen, kam eine Wehe nach der anderen. Alle 20 Meter musste ich Pause machen und die Wehen veratmen. Wir haben tatsächlich 20 Minuten bis zur Kreissaaltür gebraucht. Wir klingelten an der Tür. BITTE WARTEN SIE NOCH EINEN MOMENT.

Die Minuten vor der Tür waren für mich die Hölle. Ich hatte nur eine Wehenpause von einer Minute und dieser fiese Schmerz im Rücken wurde immer stärker. Mein Mann musste mich regelmäßig ans Veratmen erinnern. So oft geübt Zuhause und trotzdem wieder vergessen. Ab diesem Punkt habe ich auch die Zeit aus den Augen verloren. Ich glaube wir standen so eine gute Stunde vor der Tür aber für mich fühlte es sich an wie eine Ewigkeit. Ich wusste nicht, was für mich gerade am besten ist. Erst bin ich vor der Tür hin und her gelaufen, dann habe ich mich an den Tresen gelehnt und zum Schluss habe ich mich auf die Bank gelegt. Dort habe ich dann einen starken Druck nach unten gespürt. Für mich war es sehr schwierig zu deuten. Muss ich jetzt aufs Klo oder ist das schon dieser berühmte Druck nach unten? Ich erklärte es meinem Mann und er klingelte nochmal. Dann kam auch endlich die Hebamme. Wir durften rein. Im selben Raum, in dem ich schon vor ca. 9 Stunden am CTG angeschlossen wurde. Für mich der perfekte Raum. Denn hier war die Badewanne. Ich habe immer von einer Wassergeburt geträumt.

Auch jetzt wurde ich wieder an den Wehenschreiber angeschlossen. Ich fragte sofort nach einer PDA aber die Hebamme sagte, dass das CTG erstmal eine halbe Stunde laufen soll. Ich dachte nur. BITTE NICHT! Dann musste mein Mann mich erstmal verlassen, weil er mich noch am Empfang anmelden sollte. (Entschuldigung, aber kann man sowas nicht nach der Geburt klären?!)

Die Hebamme hatte nebenbei noch 2 andere Geburten und ließ sich deswegen nur selten bei mir Blicken. Für mich war das schrecklich. Alleine mit der Situation und den Schmerzen klar zu kommen. Der Druck nach unten wurde immer stärker und ich konnte ihn nicht mehr aufhalten. Ich bekam leichte Panik und stöhnte extra etwas lauter vor mich hin, damit mal jemand nach mir sieht. Daraufhin kam auch die Ärztin. Ich sagte ihr, dass ich drücken muss, doch sie sagte ich soll es noch ein wenig aufhalten. Sie zog mir die Hose aus und untersuchte mich. OHHH. WIR HABEN SCHON 10cm! ABER ER LIEGT NOCH ZIEMLICH WEIT OBEN. ES DAUERT NOCH EIN BISSCHEN.

Ich dachte nur. Bitte lass meinen Mann schnell wieder hier sein!

Und dann kam er auch. Um 02.08 Uhr. Zeitgleich mit der Hebamme. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ab diesem Moment waren die Wehen nicht mehr schmerzhaft, sondern ich spürte nur diesen Druck nach unten und die Schmerzen im Rücken. Die Hebamme meinte, wir müssen jetzt noch den Kreissaal wechseln und ich sollte nochmal aufs Klo gehen, aber ich konnte wirklich keinen Schritt mehr gehen. Ich habe gespürt, es ist jetzt gleich soweit. Mein Sturkopf hat sich mal wieder durchgesetzt. Sie untersuchte mich nochmal und rief die Ärztin dazu.

Sie sagte ihr, dass wir nicht mehr wechseln können, da er sich jetzt auf den Weg macht.

Mein Mann stellte sich an mein Kopfende und die Ärztin und Hebamme machten sich bereit.

Ab hier sind meine Erinnerungen nur noch gestückelt. Ich durfte endlich dem Druck nachgeben und pressen. Erst war ein bisschen Angst dabei, dass man sich alles aufreißt aber ich drückte einmal mit voller Kraft und sollte dann eine kurze Pause machen und husten. Und Schwups. Da war er schon. Der Kopf. Es war gar nicht so schlimm. Bei der nächsten Wehe habe ich nochmal all meine Kraft zusammen genommen und dann war er da. Der erste Schrei. Mein Sohn. Mein Leben. Am 22.02.2018 um 02.38 Uhr. Nur 3 Stunden nachdem die Fruchtblase geplatzt ist.

Sie legten mir den Zwerg auf den Bauch und mein Mann durfte die Nabelschnur durchschneiden. Kaum zu glauben, aber man hat den Schmerz tatsächlich sofort vergessen. Es war der schönste Moment in meinem Leben!

 

Nach der Geburt haben sich Ärztin und Hebamme nochmal bei uns entschuldigt, dass sie uns so lange vor der Tür warten ließen. Sie haben niemals damit gerechnet, dass der kleine Mann es so eilig hat und in nur 3 Stunden das Licht der Welt erblickt. Für sie war es selbstverständlich, dass die Geburt des ersten Kindes immer länger dauert. Doch jede Geburt, jede Gebärende und jedes Kind sind anders! Ich hatte eine schöne Geburt, aber würde es nicht diesen Hebammenmangel geben, wäre sie wohl traumhaft schön gewesen.

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

Briefe_an_mein_Kind_Freitagsserie

 

...es war ein kalter Herbsttag. Deine Oma fragte einige Tage vorher, ob ich Zeit und Lust hätte, mit ihr einen gemütlichen Frauenabend zu machen. 

Ich wählte einen Freitag, an dem dein Papa auf einer Weihnachtsfeier war. 

Ich bereitet ein tolles Essen vor und besorgte einen schönen Wein. 

Wir machten es uns gemütlich, aßen und tranken und lachten dabei. 

Nach einer Weile, sagte deine Oma zu mir, sie müsste mit mir sprechen. Ich war erschrocken, denn aus dem lachenden Gesicht wurde eine ernste Miene. Sie holte ein Foto aus ihrer Tasche. Dort war ein Mann zu sehen, der mich als Baby auf seinem Schoß hielt. Ich fragte sie, wer das sei. 

Sie musste schlucken und fing an zu weinen. Sie erzählte mir, dass dieses mein Erzeuger sei. Mehr konnte sie nicht sagen, sie war bitterlich am Weinen. Ich schaute sie mit großen Augen an und hielt das Bild in meiner Hand. Sie versuchte mir zu erklären, wie es so kam. Warum ich jetzt erst nach 27 Jahren davon erfahren würde. Zum Schluss sagte sie nur, dass es ihr unendlich Leid tut und sie verstehen könne, wenn ich nichts mehr mit ihr zu tun haben möchte. Ich schaute sie weiterhin nur an, ohne groß etwas sagen zu können. Sie weinte weiter. Ich bat sie darum, nach Hause zu gehen. Weiterhin war ich Emotionslos. Sie nahm mich in den Arm und entschuldigte sich. Kurze Zeit später, rief dein Opa mich an. Er weinte ebenfalls. Es sagte mir, dass er mich unendlich lieben würde. Ich wäre seine Tochter, und da würde sich nie etwas dran ändern. Er weinte und weinte. Ich war weiterhin sprachlos und bat darum, mit Zeit zu geben. 

 

Ich habe mir zwei Tage Zeit gelassen- habe nachgedacht. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass mich diese Erkenntnis in keiner Art und Weise beeinflusst, deinen Opa, meinen Papa, weniger zu lieben, als vor dem Gespräch. Auch deiner Oma machte ich keinerlei Vorwürfe. Klar hätte man früher mit mir sprechen können, aber sowas bespricht man auch nicht eben mal beim Abendbrot. Ich liebe deine Oma und deinen Opa, meine Eltern. Und dein Opa ist mein Papa, kein anderer Mensch könnte dieses jemals sein. 

 

Damit möchte ich Dir sagen:

,,Hör immer auf dein Herz, das betrügt dich nicht. Liebe wen du lieben magst und lass dich bin keinem beirren“ 

Deine Mama, die Tochter deines Opas und deiner Oma

 

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

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...es war ein kalter Herbsttag. Deine Oma fragte einige Tage vorher, ob ich Zeit und Lust hätte, mit ihr einen gemütlichen Frauenabend zu machen. 

Ich wählte einen Freitag, an dem dein Papa auf einer Weihnachtsfeier war. 

Ich bereitet ein tolles Essen vor und besorgte einen schönen Wein. 

Wir machten es uns gemütlich, aßen und tranken und lachten dabei. 

Nach einer Weile, sagte deine Oma zu mir, sie müsste mit mir sprechen. Ich war erschrocken, denn aus dem lachenden Gesicht wurde eine ernste Miene. Sie holte ein Foto aus ihrer Tasche. Dort war ein Mann zu sehen, der mich als Baby auf seinem Schoß hielt. Ich fragte sie, wer das sei. 

Sie musste schlucken und fing an zu weinen. Sie erzählte mir, dass dieses mein Erzeuger sei. Mehr konnte sie nicht sagen, sie war bitterlich am Weinen. Ich schaute sie mit großen Augen an und hielt das Bild in meiner Hand. Sie versuchte mir zu erklären, wie es so kam. Warum ich jetzt erst nach 27 Jahren davon erfahren würde. Zum Schluss sagte sie nur, dass es ihr unendlich Leid tut und sie verstehen könne, wenn ich nichts mehr mit ihr zu tun haben möchte. Ich schaute sie weiterhin nur an, ohne groß etwas sagen zu können. Sie weinte weiter. Ich bat sie darum, nach Hause zu gehen. Weiterhin war ich Emotionslos. Sie nahm mich in den Arm und entschuldigte sich. Kurze Zeit später, rief dein Opa mich an. Er weinte ebenfalls. Es sagte mir, dass er mich unendlich lieben würde. Ich wäre seine Tochter, und da würde sich nie etwas dran ändern. Er weinte und weinte. Ich war weiterhin sprachlos und bat darum, mit Zeit zu geben. 

 

Ich habe mir zwei Tage Zeit gelassen- habe nachgedacht. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass mich diese Erkenntnis in keiner Art und Weise beeinflusst, deinen Opa, meinen Papa, weniger zu lieben, als vor dem Gespräch. Auch deiner Oma machte ich keinerlei Vorwürfe. Klar hätte man früher mit mir sprechen können, aber sowas bespricht man auch nicht eben mal beim Abendbrot. Ich liebe deine Oma und deinen Opa, meine Eltern. Und dein Opa ist mein Papa, kein anderer Mensch könnte dieses jemals sein. 

 

Damit möchte ich Dir sagen:

,,Hör immer auf dein Herz, das betrügt dich nicht. Liebe wen du lieben magst und lass dich bin keinem beirren“ 

Deine Mama, die Tochter deines Opas und deiner Oma

 

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

Geburtsberichte_Montagsblog

 

Am 10.10.2017 schlief ich, wie gewöhnlich, am Mittag. Ich war immer so furchtbar Müde. Ich war alleine zu Hause, denn mein Mann konnte leider in der Woche vom E.T. (12.10.2017) nicht, wie geplant, zu Hause bleiben. Ich lag mit meiner Hündin auf der Couch. Wie immer machte sie sich unglaublich dick, so wachte ich auf und wollte mir Platz schaffen. Plötzlich bemerkte ich, dass meine Hose nass war. Noch im Halb-Schlaf war ich leicht verwirrt und ging zur Toilette. Da das Laufen nicht aufhörte, wurde mir klar, dass meine Fruchtblase gerissen war. Ich schnappte mir mein Handy und rief meinen Mann an. Dieser war völlig aufgelöst, da er so weit weg war, und versuchte seine Mutter zu erreichen. Allerdings hatte sie noch Kinder im Auto die sie nach Hause bringen musste. Er rief dann also seinen Vater an. Dieser wohnt nur 20 Min. weg von uns und ist dann auch sofort losgefahren. Lustiger Weise ist mein Mann wohl wie ein Blitz nach Hause gefahren, denn er kam Zeitgleich mit seinem Vater an, obwohl er eigentlich über eine Stunde gebraucht hätte. Ich schnappte mir meine Tasche und so fuhren wir ins Krankenhaus.

 

Wir kamen im Krankenhaus an und ich wurde gleich am CTG angeschlossen. Die Wehen waren deutlich zu sehen, allerdings spürte ich keine. Die Schwester gab mir eine dieser netten Einlagen, kontrollierte meinen Muttermund und verwies uns ins Wartezimmer, damit ein Arzt sich das alles nochmal anschaut. Und dort saßen wir nun ... volle 2 Stunden! In diesen 2 Stunden bekam ich spürbare Wehen. Ich lief den Gang auf und ab, bis der Arzt dann endlich kam. Er untersuchte mich kurz, gab mir ohne weitere Erläuterung eine Tablette mit den Worten das mein Entzündungswert zu hoch sei und verwies uns wieder zur Schwester die nochmal nach meinem Muttermund schauen sollte. 2cm ... wir waren nun schon seit 3 Stunden dort und ich wusste, das wird noch länger dauern. Mein Mann und ich gingen draußen spazieren und nach gefühlten 5 Stunden wieder zurück zum Kreißsaal. Dort bot man mir ein Bett und ein Zimmer an. So kam ein netter Herr und fuhr mich aufs Zimmer. Während der Fahrt nach oben wurde mir plötzlich schlecht und ich bekam einen Spuckbeutel, den ich auch sofort benutzen musste. Auf der Station wurde ich von der Schwester mit den Worten: "Sie sehen aber gar nicht gut aus" begrüßt. Die Schwester brachte uns in unser Zimmer, erklärte uns alles und schon brauchte ich einen zweiten Spuckbeutel. Sofort rief die Schwester im Kreißsaal an und ließ mich wieder nach unten bringen. Unsere Sachen können wir im Zimmer lassen, sagte sie.

 

Und da waren wir wieder. Wir warteten vor dem Wehenzimmer und kamen dann recht fix in ein Zimmer, wo ich an ein CTG angeschlossen wurde. Und auch dort verbrachten wir sehr viel Zeit. Die Wehen bekamen spürbar kürzere Abstände und die Schwester bot mir Schmerzmittel über den Tropf an. Leider hatten diese keine große Wirkung. Gegen 21 Uhr wurde mein Muttermund noch einmal kontrolliert ... 5cm ... und Schwupps wurden wir in den Kreißsaal geführt. Mittlerweile waren wir schon 6 Stunden im Krankenhaus. Dort bekam ich dann dieses durchaus modische Kittelchen und wurde wieder an sämtliche Geräte angeschlossen. Die Zeit dort verging so unglaublich langsam. Die Schwester teilte mir mit, dass mein Kind mit dem Gesicht nach oben liegt und wir jetzt versuchen werden ihn zu animieren sich zu drehen. Ich musste auf allen Vieren auf meinem Bett Knien. Das war unter den Umständen, als die Wehen mit nur noch 1 Minute Abstand kamen gar nicht so einfach. Alles versucht, nichts hat geholfen, also wieder in Rückenlage. Da ich unerträgliche Schmerzen hatte wurde mir Lachgas angeboten. Damit kam ich überhaupt nicht klar. So gegen Mitternacht und nach 100 Positionswechseln (es stellte sich später heraus das diese mehr als unnötig waren) bekam ich eine PDA. Ab diesem Moment war alles wie auf Wolken, vielleicht war es aber auch die Mischung aus den ganzen Schmerzmitteln? Egal dachte ich mir und versuchte mich auszuruhen. Ich schlummerte zwei Stunden vor mich hin. Eine Schwester kam zu mir mit den Nachrichten, dass meine Wehen aufgehört haben und ich nun einen Wehentropf bekomme. Völlig benebelt nickte ich mit dem Kopf und wurde an den Tropf angeschlossen.

 

Am Wehentropf angeschlossen ging es dann flott voran. Allerdings hörte ich dann, wie die Schwestern sich unterhielten und festegestellt haben, dass dieses blöde CTG Gerät nicht richtig funktioniert. Da wären wir dann bei den unnötigen Positionswechseln, denn geändert hat es am defekten CTG auch nichts. Eine Schwester kam mit einer riesen Nadel auf mich zu und erklärte das sie meinem Baby Blut über den Kopf abnehmen müssten da es ihm nicht gut geht. Der erste Versuch scheiterte doch der zweite klappte dann. Nach kurzer Zeit bekam ich die Aussage zu hören, dass mein Fruchtwasser umgeschlagen ist. Auf meine Frage wieso dies so ist, war die knappe Antwort der Schwester: " Ihr Kind ist sehr gestresst und hat in das Fruchtwasser gemacht". Keinerlei weitere Informationen. Ständig hörte ich die Schwestern tuscheln und langsam wurde mir etwas mulmig. Eine weitere unnötige Information war das ein Kaiserschnitt nun nicht mehr möglich ist. Super dachte ich mir. WARUM genau teilt ihr mir das dann mit? Ich war so erschöpft, hatte Kopfschmerzen und stand mittlerweile völlig neben mir. Gegen 4 Uhr und weiteren unerträglichen Wehen kamen endlich die erlösenden Worte. SIE DÜRFEN JETZT PRESSEN! Nach 45 min dann die Enttäuschung, wir würden es nicht alleine schaffen. Die Saugglocke kam zum Einsatz und um 04.59 Uhr erblickte unser kleiner Prinz das Licht der Welt. Sofort kam der Arzt reingestürmt und nahm das Kind mit. Ich hatte keine Chance, ihn überhaupt zu sehen. Mein Mann, der die ganze Zeit leise und brav in der Ecke saß war sehr blass, sagte kein Wort. Es kam eine Ärztin, die mich nun dank der Saugglocke nähen musste. Mein Mann verließ dabei den Raum und kam auch sehr lange nicht wieder. Nach 40 min waren wir endlich fertig und die Schwester sagte zu mir, ich solle mich doch bitte anziehen. Mit einer PDA ist das alleine fast unmöglich also übernahm mein Mann das, sagte aber immer noch keinen Ton.

Von unserem Kind bis jetzt immer noch keine Spur.

 

Plötzlich kam der Arzt in den Raum - ohne unser Kind. Er erklärte uns kurz, dass er eine Infektion hat, kurz beatmet werden musste und nun auf der Neo liegt. Wir waren vollkommen geschockt. Mit der Information, dass dies halt manchmal vorkommt und dass wir gleich zu ihm gebracht werden, wurden wir in ein Zimmer gebracht. Meinem Mann schossen die Tränen in die Augen. Ich fragte ihn mehrmals was los sei, bis er mir endlich eine Antwort gab. Unser Kind war komplett grün gewesen und hatte die Nabelschnur um den Hals. Die Ungewissheit, wo er ist und wie es ihm geht machte meinen Mann wahnsinnig. Mittlerweile war es 06.30 Uhr und wir waren immer noch im dem Zimmer. Mein Mann ging immer wieder zu den Schwestern und fragte, wann wir unser Kind nun endlich sehen dürfen. Die unverschämteste Antwort die wir bekamen war: " Sie müssen noch warten wir haben gerade Schichtwechsel" BITTE? Na und? Was zur Hölle soll das alles? Dieses Krankenhaus ist furchtbar, was sich im Laufe unseres Aufenthaltes mehrmals bestätigte. Um 7.00 Uhr endlich, nach 2 verdammt langen Stunden wurden wir zu unserem Kind gebracht. 

Dort lag er ruhig in seinem Kasten auf der Neointensiv, angeschlossen an tausend Kabeln. Ich sah ihn zum ersten Mal und das war kein schöner Anblick... Ich fing an zu weinen, eine Schwester holte ihn aus seinem Kasten und legte ihn mir auf die Brust. Es war das schönste Gefühl der Welt doch gleichzeitig war ich einfach unglaublich traurig.

Aber er war da... er war endlich da! Und wir waren nun Mama und Papa.

 

 

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

Briefe_an_mein_Kind_Freitagsserie

 

Die Welt, die ich dir hinterlassen möchte...

 

Hallo mein Schatz,

noch bist du zu klein um diesen Brief zu lesen, noch ihn zu verstehen wenn ich ihn dir vorlese...

doch heute möchte ich dir die Welt zeigen, die ich dir hinterlassen möchte...

Diese Welt soll gut zu dir sein...

Diese Welt soll dir das geben was du brauchst...

Diese Welt soll dir Essen, Trinken; Kleidung; Bildung geben...

Diese Welt soll nicht so grausam und traurig sein, wie sie jetzt leider ist...

Diese Welt und die Menschen auf ihr sollen dich beschützen und für dich da sein...

Diese Welt soll dich glücklich machen und dich jeden Tag zum Lachen bringen...

Diese Welt soll dir irgendwann deine eigene kleine Familie schenken so wie unsere...

Diese Welt, die ich dir hinterlassen möchte, soll frei von Hass, Wut, Waffen, Angst und all den anderen schlechten und bösen Dingen sein...

Ich weiß das es diese Welt, so wie ich sie dir hinterlassen möchte nie geben wird wahrscheinlich, doch ich hoffe sehr, dass du trotzdem zufrieden und glücklich leben darfst...

 

In Liebe deine Mama... 

 

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

Geburtsberichte_Montagsblog

 

Ich hatte irgendwie eine Vorahnung...

 

Ich konnte bereits Nächte lang nicht schlafen... 

Aber erstaunlicherweise konnte ich dann am 22. auf den 23. Dezember 2017 wieder so gut schlafen, das war wirklich so schön.

Am 23. Dezember 2017 habe ich schon zu meinem Mann gesagt, dass es die Ruhe vor dem Sturm ist. Wir haben, als wir zu meinen Eltern sind und noch shoppen waren, die Tasche mit im Auto gehabt. Vom 23. auf dem 24. Dezember hab ich ebenfalls so gut geschlafen Heiligabend haben wir bei meinen Schwiegereltern verbracht, da war ziemliche Randale im Bauch und ich wusste irgendwie nicht wohin mit mir, konnte nicht stehen, nicht sitzen oder liegen. War schon seltsam. Wir sind nachts dann um ca. 1:30 Uhr Zuhause gewesen. Als wir im Bett lagen, konnte ich überhaupt nicht schlafen, ich war hellwach, bin dann bei ca. 4:00 Uhr auf’s Sofa ins Wohnzimmer gewandert, da mein Mann am Schnarchen war und ich ihn auch nicht mit dem Fernseher wecken wollte. Was sehr unnormal war, mein Mann kam um 4:40 Uhr runter und hat nach mir geschaut, normalerweise wird er nie wach. Dass ich dieses Mal aber nicht im Bett war, war irgendwie auch für ihn seltsam, er ist dann wieder hoch,  weil er dachte ich kann unten im Wohnzimmer noch in Ruhe schlafen.

 

Da ich hellwach war, dachte ich, geh ich wieder ins Bett und guck da Fernsehen, störte meinen Mann ja eh nicht. Bin die Treppe hoch und merkte irgendwie wurde es feucht. Decke und Handy in die Ecke geschmissen. ab auf Toilette, da lief es auch schon wie ein Wasserfall; hab mein Mann gerufen und mich hingestellt, um zu gucken, ob es wirklich läuft ohne es halten zu können. Hat mir die Hebamme gesagt, dass man es so für sich prüfen kann. 

 

Da kam leicht die Freude und irgendwie auch Panik in mir auf. Der Gedanke, nun geht es los, unsere Tochter möchte nun kommen, aber auch die Angst vor der Geburt. Wird es schnell gehen, tut es sehr weh...

 

Ich hab mich etwas gewaschen, umgezogen und bin noch etliche Male zur Toilette, da immer wieder Fruchtwasser nach lief. Alle Sachen geschnappt und dann ging es auch schon los zum Krankenhaus.

 

Als wir ankamen war es ca. 5:30 Uhr, es lief immer noch Fruchtwasser, meine Leggings war völlig durchnässt. Die Anmeldung aus dem Notdienst rief im Kreißsaal an und gab Bescheid. Dann habe ich die Aufkleber für die stationäre Aufnahme bekommen und wir sind hoch in Richtung Kreißsaal. Von Wehen war noch nichts zu bemerken. Am Kreißsaal angekommen, klingelten wir. 

 

Dann mussten wir noch warten, da viel zu tun war. Nach 30 Minuten kam endlich die Hebamme und brachte uns zum CTG. Leider nur kleine Wehen zusehen gewesen. Dann kam die Ärztin um mir eine Kanüle zu legen und Blut abzunehmen. CTG lief dann auch schon fast eine Stunde und dann hieß es Ultraschall. Da ich keine Hose hatte und nur im Krankenhaus Schlüppi war, hab ich ein Bettlaken bekommen. Ultraschall war soweit ok, der kleinen ging es super, es war auch noch etwas Fruchtwasser zu sehen, danach wurden wir auf Station gebracht und mussten alle 2 Std wieder zum CTG. 

Wir sind mehrere Male durch das KH spaziert und draußen, sofern es vom Wetter her ging, aber Wehen wurden nicht stärker. Fruchtwasser lief bis zur Geburt auch immer wieder total viel nach. Ich war schon total genervt, jedes Mal CTG und nichts hat sich getan, dann hieß es zum letzten Mal um 21:00 Uhr zum CTG. Ok. Ich musste auch direkt nach 12 Std also um 17 Uhr schon den ersten Antibiotika Tropf bekommen und danach dann alle 8 Stunden. 

 

Ich war also direkt schon mit Medikamenten zu geknallt. Immer wieder Blutdruck und Fieber messen und und und – war alles schon echt nervenaufreibend. Nachts ging es dann los mit Wehen, die schon schmerzhafter wurden, aber wieder nicht ausreichend und es tat sich vom Muttermund her überhaupt nichts! Nachts 1:00 Uhr kam die Schwester rein für den nächsten Tropf. Ich sollte mich ausruhen und endlich versuchen zu schlafen, konnte ich aber nicht, hab auf der Bettkante gesessen und bin immer mal weggenickt, hielt aufgrund der Schmerzen nicht lange an, Ich war dann bereits über 24 Stunden wach. Am nächsten Morgen 26. Dezember 2017 so bei 5:30 Uhr bin ich in den Kreißsaal. Weil mir nicht so gut war und ich das Gefühl hatte es stimmt was nicht, da wurde ich wieder an das CTG gesetzt.

Stärkere Wehen waren dann auch endlich zusehen. Mein Mann war auch wieder auf den Weg ins Krankenhaus, danach war ich wieder auf Station und bekam um 8:00 Uhr wieder den Antibiotika Tropf und wieder ging es alle paar Stunden in den Kreißsaal, aber heute sollte dann auch etwas getan werden um einzuleiten.

 10:30 Uhr wieder Kreißsaal. Da bekam ich ein Gel, damit der Muttermund sich nach vorne schiebt, da er leider nach hinten gekippt war, dann hieß es in 6 Stunden soll ich wieder kommen. Das Gel brannte so extrem - widerliches Gefühl. Hat auch direkt wieder dafür gesorgt, dass mir ein Riesen Schwall Fruchtwasser lief und ich mich wieder komplett umziehen konnte. Da steht man im Zimmer und fühlt sich, als wäre man geplatzt.

 

Um 16:00 Uhr gab es erneut den Antibiotika-Tropf. Meine Bettnachbarin war mit Ihrem Mann aus dem Zimmer und mein Mann ging auch kurz eine Zigarette rauchen. Als meine Bettnachbarin wieder rein kam, ging es mir so schlecht, der Kreislauf war im Keller, ich hab Sterne und dann nur schwarz gesehen, der Blutdruck auch zu niedrig, direkt kam die Schwester und der Pfleger, Anruf im Kreißsaal und direkt ging es im Rollstuhl schon rüber. Mein Mann wollte mir erst noch das Handy in die Hand geben, falls was ist, hab gesagt Quatsch alles gut - und dann sowas. Er kam auch gerade wieder als es rüber ging.

 

Ich wurde untersucht und direkt schon etwas angepflaumt weil es mir sichtlich wehtat, wie die Hebamme mich untersuchte, dann lief sie los um Schmerzmittel zu holen. Ich dachte so cool endlich. Aber im Gegenteil - ich fühlte mich wie auf Drogen, völlig benommen und die Schmerzen spürte ich immer noch, wir wurden dann mit dem Tropf zurück auf Station geschickt, damit ich nochmal etwas schlafen kann. Vom Schmerzmittel musste ich ziemlich oft und viel Spucken. Kreislauf war nicht besser, im Gegenteil. 

 

Die Assistenzärztin kam nochmal ins Zimmer und sagte uns, dass sie mit dem Oberarzt spricht, was nun gemacht wird. Kurz darauf kam die Schwester rein, wir sollen bitte wieder in den Kreißsaal kommen. Die Assistenzärztin wusste auch schon nicht mehr was sie tun sollte und wartete auf Feedback vom Chefarzt. 

 

Ein weiteres Mal bekam ich dieses Gel nicht. Sie war dann auch der Meinung, dass es die ganze Zeit vielleicht kein Fruchtwasser war und wollte es nochmal testen - ich dachte echt die verarscht mich, aber Test positiv, es ist Fruchtwasser - was auch sonst!

 

Sie untersuchte mich nochmal um zu gucken wie weit der Muttermund nun war. Danach kam eine andere Hebamme um auch nochmal zu schauen, da die Assistenzärztin sich nicht sicher war. Sie nahm das Schmerzmittel ab und gab mir einen Tropf mit Wasser. Die Hebamme empfahl mir dann auch die PDA und ging los um das zu besprechen. Irgendwann hieß es PDA, da war es so ca. 18:45 Uhr, hab mich vorher nie damit befasst und wusste nicht, wie genau das abläuft. Dann kamen die Anästhesisten und erklärten mir alles in Ruhe. 

 

An der Bettkante genuckelt sitzend, ging es los, Rücken würde eingeschmiert, vor mir ein netter Herr, der mich beruhigte, vorsichtig und erklärend hat er die PDA gesetzt, bei jeder Wehe musste ich Bescheid sagen und es wurde kurz pausiert. Als die PDA dann saß ging es mir schon viel besser. Ich hatte dann auch einen Katheter bekommen, bei dem die Hebamme mich schon überreden musste. Ich hab da so ein Theater gemacht, dass ich sowas nicht möchte und mein Mann fing auch an mich damit zu nerven, sodass ich noch sagte, lass du dir doch ein Katheter geben. Naja gut, Katheter wurde dann gesetzt - gruselig!

 

Der Muttermund war inzwischen auch schon 5 cm geöffnet. Um 22:00 Uhr war Schichtwechsel und die Hebamme die unsere Emma später auf die Welt brachte kam zu uns in den Kreißsaal. In der Zeit bekam ich auch noch einen Wehentropf um die Wehen mehr in Gang zu bringen. Dann kamen die Wehen auch schon in kürzeren Abständen. Ich sollte mich aufrichten und mich gekniet am Bett abstützen und ein Bein anwinkeln um die kleine weiter ins Becken zu bekommen. Lange hielt ich es nicht aus. Da ich meine Beine kaum spürte und wie Wackelpudding waren. So sollte ich mich dann wieder hinlegen und dann ging es alle 4 Wehen im Wechsel linke Seite - rechte Seite. Bein angewinkelt. 

 

Unsere Hebamme sagte mir, dass ich auch schon mit pressen dürfe. Als die kleine tiefer lag und sie nochmal schaute, hat sie schon ihre Haare sehen können! Sie sagte plötzlich, sie sieht schon ganz viele, ganz dunkle Haare! Ich fragte noch: „Echt jetzt?“ und sie fragte ob ich mal anfassen möchte, aber ich wollte nicht, ich hatte für mich das Gefühl, ich kann das Bett nicht loslassen, ich muss noch festhalten. 

 

Unserer Emma wurde dann am Kopf Blut entnommen um zu gucken, ob sie vom Sauerstoff her noch gut versorgt ist. Die Wehen kamen nun in ganz kurzen Abständen.Ich durfte dann auch schon kurz darauf pressen und war verwundert, wir hatten keine weiteren Infos aber dachten, nun scheint es loszugehen - ich darf pressen. Mein Mann saß mir immer an der Seite und ich war so froh, dass er da war. Er konnte mir zwar nicht helfen. Aber da sein hat für mich gereicht. Es war so ein komisches Gefühl, die PDA Betäubung durfte ich nicht weiter nach drücken, um zu spüren wann ich pressen muss. Ich hatte immer das Gefühl, als müsse ich auf Toilette, aber Gott sei Dank ist nichts passiert. 

Die Hebamme rief mir immer zu weiter, weiter, aber ich konnte nicht und musste erstmal durchatmen, so ging es paar Male, dann ging es wieder weiter und dann war das Köpfchen da! Das war vom Gefühl her das Schlimmste! Danach war es eine große Erleichterung! Ich musste etwas schräger liegen, bei der nächsten Wehe kam sie komplett. So ein wunderschönes Mädchen. Unsere Tochter. In ein Handtuch gewickelt, bekam ich sie direkt auf die Brust. Mein Mann durfte die Nabelschnur durchschneiden. 

 

Danach gab es noch ein Medikament, damit sich die Plazenta löste. Und noch einmal pressen und sie war da. Wir haben Sie uns zeigen und erklären lassen. Hätte nicht gedacht, dass wir uns die ansehen würden. Nun war unser Glück perfekt und die Horror 44 Stunden waren endlich vorbei! Dachte ich, bis die Hebamme wieder rein kam und uns sagte, dass die Plazenta eine Nebenplazenta hat und ein Stück fehlt - was bedeutet, dass eine Operation dann nun auch noch nötig war. Ich war entsetzt, fertig, traurig und konnte nicht glauben, warum ich damit nicht verschont blieb. 

 

Mein Mann ging mit der Kleinen in den anderen Kreißsaal Zimmer, um mich herum die zwei Anästhesisten, die Hebamme, die Assistenzärztin und der Chefarzt. Die PDA wurde verstärkt. Hat auch etwas gedauert, weil ich immer noch etwas gespürt habe. Hätte ich nicht zur Geburt die PDA gehabt. Hätte ich eine Narkose bekommen. Tja nun musste ich die ganze Prozedur noch Live miterleben. Abgedeckt würde nicht viel, ich starrte die ganze Zeit Nacht rechts, auf das Bild an der Wand. Die Anästhesistin war die ganze Zeit an meiner Seite und beruhigte mich. Zudem wurde ich direkt auch noch genäht.

 

Für mich war es wie ein Alptraum. Endlich hat man seine Tochter im Arm und dann noch sowas! Unsere Tochter kam um 1:00 Uhr auf die Welt. Um 4:00 Uhr ca. war der ganze Spuk endlich vorbei. Ich wurde zu meinem Mann gebracht, bekam dort noch einen Tropf mit Wasser. Da ich zudem einen sehr starken Blutverlust hatte. Um 7:30 Uhr waren wir dann endlich auf Station in unserem Familienzimmer. 

44 Stunden Blasensprung, 45 Minuten dauerte es nachdem die Wehen vernünftig waren, bis die Kleine da war. 

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

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Liebe Maria-Eleni,

 

heute möchte ich dir eine besondere Geschichte unserer Familie erzählen. Genau in diesem Moment bist du 14 Monate alt, stehst vor mir und strahlst mich mit deinen meerblauen Augen an. Es kommt mir vor als hätte ich schon einmal in solch tolle blauen Augen geschaut. Es ist draußen stürmisch und kalt, ein typischer Novembertag. Genau wie vor 8 Jahren, als unsere Familie im November lernen musste mit Trauer umzugehen. Weißt du Maria-Eleni, bevor du geboren wurdest lebte noch ein Kind bei Omi. Es war dein Onkel und mein Bruder Keanu. Er war wunderschön, hatte wuscheliges blondes Haar, tolle blaue Augen wie du, war 12 Jahre alt, spielte unheimlich gern mit Lego und da war dieser Roller mit dem er stundenlang durch die Gegend düste und die Freiheit liebte. Er liebte das Meer und hat jeden Urlaub den wir in Kroatien machten in vollen Zügen genossen. Keanu war ein toller Kerl. Er war immer fröhlich und ein total freundlicher und hilfsbereiter Mensch. Doch an einem stürmischen, kalten Tag im November wie heute hat Keanu die Erde verlassen und ist über die Regenbogenbrücke in den Himmel gegangen. Der liebe Gott hat beschlossen, dass dein Onkel in den Himmel kommen soll und uns als Schutzengel zu beschützen. Leider konntest du ihn nicht mehr kennenlernen, aber ich bin mir sicher wenn ich in deine blauen Augen schaue, dass du von ihm geschickt wurdest. Ich möchte dass du weißt, dass du immer noch einen Onkel haben wirst, dein Schutzengel Keanu der über dich wacht und Dir den richtigen Weg zeigt. Außerdem möchte ich dir auf deinen Weg mitgeben, lebe jeden Tag als wär es dein letzter, Träume so viel du willst, genieße in vollen Zügen, sei wütend, lach über dich selbst, schätze was du hast, sei neugierig, hör auf dein Herz und hab keine Angst vor der Dunkelheit. Denn dort kannst du in den Himmel schauen und wenn du Glück hast leuchtet irgendwo im Himmel ein kleiner Stern nur für dich! 

 

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