Beiträge zum Thema: Fruchtblase

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Geburtsbericht - Montagsblogserie

01_Montag_Geburtsbericht_VorlageMein Name ist Maike und ich bin 29 Jahre alt. Direkt, als mein Partner und ich erfuhren, dass ich schwanger war, hatten wir den kleinen Krümel in meinem Bauch in unser Herz geschlossen. Die Schwangerschaft verlief bis auf die üblichen Wehwehchen, wie hier mal ein Morgen mit Übelkeit und da mal etwas Rückenschmerzen, sehr ruhig und schön und mit jedem Mal Baby-TV bei der Frauenärztin, wurde unsere Vorfreude größer und größer. 

Der Krümel entwickelte sich auch super und war schon ziemlich schnell zum Brötchen geworden.

Weil er allerdings so groß geschätzt wurde, bekam ich einen Termin im Klinikum, bei dem geschaut werden sollte, ob eingeleitet wird, damit das Krümelchen nicht zu groß für eine natürliche Geburt wurde. Immerhin war er mein erstes Kind.

In der Nacht vor dem Termin (der 4 Tage vor dem errechneten Entbindungstermin lag) hatte ich dann allerdings auch schon leichte Wehen und im Klinikum wurde festgestellt, dass ich auch schon etwas Fruchtwasser verloren hatte, weshalb dann direkt eingeleitet wurde. Das kam für meinen Partner (der mich morgens spontan begleitet hat) und mich dann zwar ziemlich plötzlich, aber irgendwie war man auch erleichtert, dass es endlich losging. 

Um 11 Uhr wurde mir dann das Zäpfchen gelegt und gegen 15 Uhr hatte ich die ersten deutlichen Wehen.

Da wir allerdings gerade erst umgezogen waren, musste mein Partner nochmal weg, da die Wohnungsübergabe anstand. Also hielt ich die ersten Wehen ohne Hand zum Festklammern aus und musste regelmäßig zum CTG-schreiben. Die Wehen kamen, wurden schnell stärker und pünktlich zum Platzen der Fruchtblase gegen 17:30 Uhr kam mein Partner dann endlich zurück. Da ich zu dem Zeitpunkt schon auf meinem Zimmer lag und natürlich, wie das dann immer so ist, die beiden Zimmernachbarinnen gerade Besuch hatten, rief er eine Schwester, die mich samt Bett direkt in den Kreißsaal schob. Es sollte also losgehen.

Es ging dann auch tatsächlich alles ganz schnell, was laut Hebamme wohl eher ungewöhnlich war für eine Erstgeburt. Der Muttermund öffnete sich recht zügig und auch die Presswehen meldeten sich rasch an. Genau die machten uns dann aber Probleme. Als ich das erste Mal pressen durfte, meldete sich das CTG mit einem fiesen Piepen. Die Herztöne des Krümels waren gefährlich abgesackt und mit einem Mal ging alles ganz schnell. Während mein Partner mich beruhigte, standen auf einmal statt der einen Hebamme noch 3 weitere und zwei Ärzte im Kreißsaal und ich wurde für einen Notkaiserschnitt umgezogen. So wirklich realisiert habe ich allerdings nicht, was passierte, weil ich nur Sorge um mein Krümelchen hatte. Nachdem sich die Herztöne noch einmal beruhigt hatten und es dann bei der nächsten Presswehe aber doch wieder kritisch wurde, wurde ich in den OP gebracht. Leider durfte mein Partner nicht mitkommen, da alles so schnell gehen musste. In der Hektik und da ich noch Schmerzen durch die Wehen hatte und schlecht stillhalten konnte, war das Setzen der Betäubung schwierig, klappte dann aber irgendwann zum Glück doch, sodass ich zumindest keine Vollnarkose bekommen musste.

Dann ging alles ziemlich schnell. Ein sehr netter Pfleger saß die ganze Zeit an meinem Kopf und redete mit mir. Irgendwann konnte ich dann endlich einen Schrei hören und wusste der Krümel ist da. Nachdem er untersucht wurde, durfte ich ihn dann auch endlich kurz sehen und ich kann euch sagen: Noch nie in meinem Leben war ich so glücklich. Er war gesund und munter. Die Herztöne waren mit jeder Presswehe abgesackt, weil sich seine Nabelschnur um seinen Hals gelegt hatte, aber das hatte der kleine Superheld gut überstanden.

Während er dann schon zum Papa gebracht wurde, der die ganze Zeit wartend im Kreißsaal verbracht hatte und schon ziemlich nervös war, wurde meine Bauchdecke noch wieder zugenäht und ich musste noch eine Weile im Aufwachraum überwacht werden.

Als ich dann endlich zu meinen zwei Liebsten durfte, war das ehrlich gesagt ziemlich komisch. Da lag mein Freund auf dem Bett und auf seiner Brust ein kleines Wesen. Mein erster Gedanke war: Das ist mein Baby? 

Als er mir dann auf dem Bauch gelegt wurde, brauchte ich tatsächlich noch einen Moment, um zu verstehen, dass er tatsächlich das Krümelchen ist, das 9 Monate in meinem Bauch war. Irgendwie fehlte mir dieser Moment, ihn direkt nach der Geburt bei mir gehabt zu haben. 

Ich stillte den Kleinen das erste Mal und genoss die Zeit dann immer mehr mit ihm. Ehrlich gesagt, so richtig verstanden, dass er mein Kind ist, habe ich in der Nacht noch nicht. Das brauchte tatsächlich seine Zeit und die ersten Tage waren etwas schwer. Aber mit jeder Minute wurde meine Liebe zu dem Krümel immer größer und langsam wurde mir auch bewusster, dass ich Mama bin; endlich. Und es gibt nichts Schöneres als dieses Gefühl. Wenn der Kleine mich heute, 3 Monate später anlacht, könnte ich Purzelbäume schlagen vor Freude. Auch wenn seine Geburt ziemlich aufregend war, gab es für mich keinen schöneren Tag in meinem Leben.

 
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Geburtsbericht - Montagsblogserie

01_Montag_Geburtsbericht_26-08Ich kam am Freitag den 06.05.2017 mit Wehen ins Krankenhaus. In der 35+5 Woche wurde ich sofort an den CTG angeschlossen und es waren nur minimale Wehen zu sehen. Ich musste zur Überwachung da bleiben, weil ich keinen Gebärmutterhals hatte. Der Kleine hatte schon mit dem Kopf gedrückt, es hieß warten, warten, warten; entlassen würden die mich sowieso nicht, weil es viel zu riskant wäre, dachte ich. Ich bekam Magnesium, um alles etwas zu stoppen. Samstag verging sehr gut und ich hatte kaum Schmerzen. Sonntag auch. Am Sonntagnachmittag kam meine Hebamme und sagte, heute wird Magnesium abgenommen, wenn er kommen will, kommt er; wenn nicht, warten wir. Ich dachte mir, okay, dann noch schnell essen was das Zeug hält und ich hatte unfassbare Lust auf Schokolade. In der Zeit habe ich noch mit meinen Mädels in der Gruppe geschrieben. Es war alles super. Abends musste ich nochmal zur Untersuchung, um zu schauen, wie weit der Muttermund eröffnet ist. Er war bei 6 cm. Ich musste spazieren gehen. Treppe rauf, Treppe runter. In der Zeit bekam ich leichte Wehen, die ich eigentlich gar nicht bemerkt hatte. Aber das CTG Gerät schon - es war kurz nach Mitternacht, dann habe ich mich etwas hingelegt - meine Mama auch. Ich war die ganze Zeit mit meinen Mädels am Schreiben. Alle haben schon gewartet und kurz vor 6 platzte meine Fruchtblase. Ich dachte mir nur so, „Was war das?“. Meine Mama wurde wach, weil das ganze Wasser auf den Boden lief. Dann kam wieder eine Hebamme, um das CTG Gerät anzuschließen. Dann kam meine Mama mit dem Satz „In 30 min kommen die Wehen“. Aha, die kamen schon nach zwei Minuten – auf einen Schlag, sodass ich mich erstmal übergeben musste. Nein ich habe nicht vor Schmerzen geschrien, ich habe nur noch gesagt, „Meine arme Schokolade, die war doch so gut“. Nach all dem musste ich im Zimmer etwas rumgehen, damit der Muttermund mehr aufging. Das machte ich fünf Minuten, bis ich zu meiner Mama sagte, ich müsse auf Toilette. Meine Mama: „Nein, mein Schatz, du musst nicht, unser Emil macht sich auf den Weg“. 20 Sekunden später stand eine Hebamme im Zimmer, um zu fragen, was los ist. Bis ich wieder sagte, ich müsse auf Toilette. Beide entgegneten im gleichen Ton: „Nein du musst nicht“. Dann ging es in den Kreißsaal. 

Nach ein paar pressenden Wehen kam mein kleiner Sonnenschein in der 36. Schwangerschaftswoche mit stolzen 3500 Gramm zur Welt. Es war wirklich eine Traumgeburt und ich hatte es mir viel schlimmer vorgestellt. 

 

 

Eure Olga

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

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Glück und Angst waren meine ständigen Begleiter...

 

Eigentlich hatte ich die ganze Schwangerschaft Angst um dich, denn wir hatten so lange auf dich gewartet und eigentlich schon aufgegeben, nach deinem großen Bruder ein zweites Wunder erleben zu dürfen.

 

Als es nun am 1.2.2018 soweit war und wir zum geplanten Kaiserschnitt ins Krankenhaus kamen, ging alles drunter und drüber; die Hebamme wusste gar nicht, dass wir kommen und fragte, weshalb wir schon da wären. Bei unserem Anruf einen Tag zuvor wurde uns gesagt, deine Geburt wäre der erste Kaiserschnitt an diesem Tag. Wir wurden vertröstet und sollten uns im Café aufhalten...

 

Erfüllt von Angst entschied Papa, vor dem OP auf uns zu warten - meine Gefühle fuhren Achterbahn! Ich war so unbeschreiblich aufgeregt und da war sie dann auch wieder ... meine Angst!

Deine heutige Patentante kam herbeigeeilt und schaffte es gerade noch rechtzeitig, sodass sie mich ab der OP-Vorbereitung begleiten konnte.

 

Dann ging es los - auf zum OP. Unter Tränen öffnete sich die Tür und ich musste Papas Hand loslassen. Mein Herz raste! Nach der Einleitung der Rückenmarksbetäubung durfte dann deine Tante, die zuvor noch etwas in einem gesonderten Raum warten musste, wieder zu mir. Meine Hand ganz fest in ihrer fingen die Ärzte an ... hinter dem blauen OP-Tuch ruckelte es an mir - die ganzen Geräusche machten mir solche Angst! Dazu die Gefühle, die sowieso schon Achterbahn fuhren. Wird alles gut? Bist du gesund? Wir wirst du wohl aussehen?

 

Dann, um 10.35 Uhr erklang ein kurzer, schwacher Schrei - dein Schrei! Ich war so benebelt von einer ganzen Menge Medikamente, aber ich wusste sofort, dass etwas nicht stimmt! Ich war so glücklich auf der einen Seite - ENDLICH ! Mein Baby. Ich hab vor Glück geweint - so tut es denke ich jede Mutter - ein unbeschreibliches Gefühl.Die Tränen des Glücks wird schnell durch Tränen der Angst abgelöst! Die Hebamme zeigte dich kurz, dann nahm sie dich mit - eine Menge Ärzte kamen sofort angerannt, ebenso Schwestern und Hebammen. ICH bekam nur eine Karte mit einem Foto von dir!

 

Was war los? 

 

Die Ärztin sagte, du hast Probleme beim Atmen - sie müsste dich nun mitnehmen auf Station, dort wirst du beobachtet. Während ich noch auf dem OP-Tisch lag, wurdest du von mir in einem riesigen Wärmebett weggefahren. Papa, der ohne jegliche Ahnung, was zuvor geschah, erwartungsvoll vor der Tür wartete, wurde von dieser Situation überrascht - er lief dem Bettchen einfach nur hinterher und wollte bei dir sein. Als die OP beendet war, wurde ich wieder in den Kreißsaal gebracht - ohne mein Baby, nur mit einem Bild von dir! Keiner konnte mir sagen, was nun los ist. Siehe da... da war sie wieder, die Angst! Später dann durfte ich endlich zu dir und du durftest sogar zu mir. Du wurdest mir auf die Brust gelegt, fast nackig - diese kleinen Finger und Zehen, die kleine Nase, die weiche, schrumpelige Haut - so wunderschön!! 

 

Ich weinte und weinte und weinte... eine Mischung aus Glück und Angst.

 

Später zeigte sich, dass du starke Bauchschmerzen hast- eine Untersuchung durch eine Kinderärztin bestätigt ... dein Darm ist verschlossen! Einen Wimpernschlag später lagst du, angeschlossen an Monitoren, auf der Intensivstation! Die Ärzte müssen dich operieren - JETZT! WAS? Operieren? Mein Baby? Ich fragte mich immer wieder, warum ausgerechnet uns so was passieren musste-wieso musste ausgerechnet dein Start ins Leben so "bescheiden" verlaufen? Wir mussten dich den Ärzten überlassen, wir durften dich noch kurz knuddeln und dann, ca. 30 Minuten später, wurdest du, bereits künstlich beatmet, an uns vorbei zum OP gefahren. 

 

2 Stunden sollte alles dauern. 2 Stunden, die unerträglich werden würden. Das wusste ich! Aus 2 Stunden wurden 4. Hallo Angst, Schlaf ruhig noch heftiger zu... Zurück aus dem OP auf der Intensivstation... Da lagst du nun in deinem Intensiv-Bettchen. Immer noch künstlich beatmet; um dich herum piepte alles Mögliche, über einen Monitor wurdest du überwacht. Ich habe gezittert vor Angst! Aber ich wollte einfach nur bei dir sein! Die Schmerzen, die ich wegen des Kaiserschnittes hatte, waren absolut nebensächlich. Die Tränen liefen mir nur so aus den Augen - beruhigen konnte ich mich nicht! Mein Baby ... so hilflos und vollkommen ausgeliefert - mit einem künstlichen Darmausgang! Künstlicher Darmausgang? Wie bitte? Bleibt der nun für immer? Wie soll ich das schaffen? Normalerweise wechselt man einem Baby die Windel und nun war da dieser Beutel an deinem Bauch...Die Schwestern erklärten mir, dass sie mir in den nächsten Tagen die Pflege des Darmausgangs und den Wechsel der Beutel zeigen würden - ich solle keine Angst haben.

 

Keine Angst? Hallo! "Die haben leicht Reden" dachte ich. Mein Baby, gerade ein Paar Stunden alt, liegt im Tiefschlaf und künstlich beatmet mit einem künstlichen Darmausgang und einer Sonde in der Nase auf einer Intensivstation und nicht in einem Bettchen bei mir auf dem Zimmer - so wie es sein sollte. Ich konnte nicht kuscheln! Mein Baby wurde mir in einer unerklärlichen Art durch die ganzen Geräte und Zugänge in seinem Körper fremd! Ich hatte Angst, dich zu berühren, denn das alles machte dich so zerbrechlich für mich!

 

Der Tag deiner Geburt wird mir ein Leben lang in zweierlei Hinsicht in Erinnerung bleiben. Und auch, wenn mittlerweile der Darmausgang wieder weg ist... diese kleinen Narben an deinem süßen, dicken Bäuchlein werden mich immer wieder an all das erinnern, was ich sah!

 

Und auch, wenn Glück durch Angst abgelöst wurde... Deine Geburt war einer der schönsten Tage in meinem Leben !

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

Briefe_an_mein_Kind_Freitagsserie

 

...es war ein kalter Herbsttag. Deine Oma fragte einige Tage vorher, ob ich Zeit und Lust hätte, mit ihr einen gemütlichen Frauenabend zu machen. 

Ich wählte einen Freitag, an dem dein Papa auf einer Weihnachtsfeier war. 

Ich bereitet ein tolles Essen vor und besorgte einen schönen Wein. 

Wir machten es uns gemütlich, aßen und tranken und lachten dabei. 

Nach einer Weile, sagte deine Oma zu mir, sie müsste mit mir sprechen. Ich war erschrocken, denn aus dem lachenden Gesicht wurde eine ernste Miene. Sie holte ein Foto aus ihrer Tasche. Dort war ein Mann zu sehen, der mich als Baby auf seinem Schoß hielt. Ich fragte sie, wer das sei. 

Sie musste schlucken und fing an zu weinen. Sie erzählte mir, dass dieses mein Erzeuger sei. Mehr konnte sie nicht sagen, sie war bitterlich am Weinen. Ich schaute sie mit großen Augen an und hielt das Bild in meiner Hand. Sie versuchte mir zu erklären, wie es so kam. Warum ich jetzt erst nach 27 Jahren davon erfahren würde. Zum Schluss sagte sie nur, dass es ihr unendlich Leid tut und sie verstehen könne, wenn ich nichts mehr mit ihr zu tun haben möchte. Ich schaute sie weiterhin nur an, ohne groß etwas sagen zu können. Sie weinte weiter. Ich bat sie darum, nach Hause zu gehen. Weiterhin war ich Emotionslos. Sie nahm mich in den Arm und entschuldigte sich. Kurze Zeit später, rief dein Opa mich an. Er weinte ebenfalls. Es sagte mir, dass er mich unendlich lieben würde. Ich wäre seine Tochter, und da würde sich nie etwas dran ändern. Er weinte und weinte. Ich war weiterhin sprachlos und bat darum, mit Zeit zu geben. 

 

Ich habe mir zwei Tage Zeit gelassen- habe nachgedacht. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass mich diese Erkenntnis in keiner Art und Weise beeinflusst, deinen Opa, meinen Papa, weniger zu lieben, als vor dem Gespräch. Auch deiner Oma machte ich keinerlei Vorwürfe. Klar hätte man früher mit mir sprechen können, aber sowas bespricht man auch nicht eben mal beim Abendbrot. Ich liebe deine Oma und deinen Opa, meine Eltern. Und dein Opa ist mein Papa, kein anderer Mensch könnte dieses jemals sein. 

 

Damit möchte ich Dir sagen:

,,Hör immer auf dein Herz, das betrügt dich nicht. Liebe wen du lieben magst und lass dich bin keinem beirren“ 

Deine Mama, die Tochter deines Opas und deiner Oma

 

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

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...es war ein kalter Herbsttag. Deine Oma fragte einige Tage vorher, ob ich Zeit und Lust hätte, mit ihr einen gemütlichen Frauenabend zu machen. 

Ich wählte einen Freitag, an dem dein Papa auf einer Weihnachtsfeier war. 

Ich bereitet ein tolles Essen vor und besorgte einen schönen Wein. 

Wir machten es uns gemütlich, aßen und tranken und lachten dabei. 

Nach einer Weile, sagte deine Oma zu mir, sie müsste mit mir sprechen. Ich war erschrocken, denn aus dem lachenden Gesicht wurde eine ernste Miene. Sie holte ein Foto aus ihrer Tasche. Dort war ein Mann zu sehen, der mich als Baby auf seinem Schoß hielt. Ich fragte sie, wer das sei. 

Sie musste schlucken und fing an zu weinen. Sie erzählte mir, dass dieses mein Erzeuger sei. Mehr konnte sie nicht sagen, sie war bitterlich am Weinen. Ich schaute sie mit großen Augen an und hielt das Bild in meiner Hand. Sie versuchte mir zu erklären, wie es so kam. Warum ich jetzt erst nach 27 Jahren davon erfahren würde. Zum Schluss sagte sie nur, dass es ihr unendlich Leid tut und sie verstehen könne, wenn ich nichts mehr mit ihr zu tun haben möchte. Ich schaute sie weiterhin nur an, ohne groß etwas sagen zu können. Sie weinte weiter. Ich bat sie darum, nach Hause zu gehen. Weiterhin war ich Emotionslos. Sie nahm mich in den Arm und entschuldigte sich. Kurze Zeit später, rief dein Opa mich an. Er weinte ebenfalls. Es sagte mir, dass er mich unendlich lieben würde. Ich wäre seine Tochter, und da würde sich nie etwas dran ändern. Er weinte und weinte. Ich war weiterhin sprachlos und bat darum, mit Zeit zu geben. 

 

Ich habe mir zwei Tage Zeit gelassen- habe nachgedacht. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass mich diese Erkenntnis in keiner Art und Weise beeinflusst, deinen Opa, meinen Papa, weniger zu lieben, als vor dem Gespräch. Auch deiner Oma machte ich keinerlei Vorwürfe. Klar hätte man früher mit mir sprechen können, aber sowas bespricht man auch nicht eben mal beim Abendbrot. Ich liebe deine Oma und deinen Opa, meine Eltern. Und dein Opa ist mein Papa, kein anderer Mensch könnte dieses jemals sein. 

 

Damit möchte ich Dir sagen:

,,Hör immer auf dein Herz, das betrügt dich nicht. Liebe wen du lieben magst und lass dich bin keinem beirren“ 

Deine Mama, die Tochter deines Opas und deiner Oma

 

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

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Die Welt, die ich dir hinterlassen möchte...

 

Hallo mein Schatz,

noch bist du zu klein um diesen Brief zu lesen, noch ihn zu verstehen wenn ich ihn dir vorlese...

doch heute möchte ich dir die Welt zeigen, die ich dir hinterlassen möchte...

Diese Welt soll gut zu dir sein...

Diese Welt soll dir das geben was du brauchst...

Diese Welt soll dir Essen, Trinken; Kleidung; Bildung geben...

Diese Welt soll nicht so grausam und traurig sein, wie sie jetzt leider ist...

Diese Welt und die Menschen auf ihr sollen dich beschützen und für dich da sein...

Diese Welt soll dich glücklich machen und dich jeden Tag zum Lachen bringen...

Diese Welt soll dir irgendwann deine eigene kleine Familie schenken so wie unsere...

Diese Welt, die ich dir hinterlassen möchte, soll frei von Hass, Wut, Waffen, Angst und all den anderen schlechten und bösen Dingen sein...

Ich weiß das es diese Welt, so wie ich sie dir hinterlassen möchte nie geben wird wahrscheinlich, doch ich hoffe sehr, dass du trotzdem zufrieden und glücklich leben darfst...

 

In Liebe deine Mama... 

 

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

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Liebe Maria-Eleni,

 

heute möchte ich dir eine besondere Geschichte unserer Familie erzählen. Genau in diesem Moment bist du 14 Monate alt, stehst vor mir und strahlst mich mit deinen meerblauen Augen an. Es kommt mir vor als hätte ich schon einmal in solch tolle blauen Augen geschaut. Es ist draußen stürmisch und kalt, ein typischer Novembertag. Genau wie vor 8 Jahren, als unsere Familie im November lernen musste mit Trauer umzugehen. Weißt du Maria-Eleni, bevor du geboren wurdest lebte noch ein Kind bei Omi. Es war dein Onkel und mein Bruder Keanu. Er war wunderschön, hatte wuscheliges blondes Haar, tolle blaue Augen wie du, war 12 Jahre alt, spielte unheimlich gern mit Lego und da war dieser Roller mit dem er stundenlang durch die Gegend düste und die Freiheit liebte. Er liebte das Meer und hat jeden Urlaub den wir in Kroatien machten in vollen Zügen genossen. Keanu war ein toller Kerl. Er war immer fröhlich und ein total freundlicher und hilfsbereiter Mensch. Doch an einem stürmischen, kalten Tag im November wie heute hat Keanu die Erde verlassen und ist über die Regenbogenbrücke in den Himmel gegangen. Der liebe Gott hat beschlossen, dass dein Onkel in den Himmel kommen soll und uns als Schutzengel zu beschützen. Leider konntest du ihn nicht mehr kennenlernen, aber ich bin mir sicher wenn ich in deine blauen Augen schaue, dass du von ihm geschickt wurdest. Ich möchte dass du weißt, dass du immer noch einen Onkel haben wirst, dein Schutzengel Keanu der über dich wacht und Dir den richtigen Weg zeigt. Außerdem möchte ich dir auf deinen Weg mitgeben, lebe jeden Tag als wär es dein letzter, Träume so viel du willst, genieße in vollen Zügen, sei wütend, lach über dich selbst, schätze was du hast, sei neugierig, hör auf dein Herz und hab keine Angst vor der Dunkelheit. Denn dort kannst du in den Himmel schauen und wenn du Glück hast leuchtet irgendwo im Himmel ein kleiner Stern nur für dich! 

 

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

 

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Mein Schniefchen, 

 

Züge, die an dir besonders sind, sind dein absolut soziales Wesen, deine unglaubliche Geduld und deine Gabe aus jedem noch so schweren und negativem Moment etwas Gutes zu machen, in dem du einfach jeden mit deinem Lächeln verzauberst! Und all das, obwohl du von Anfang an keinen leichten Weg gegangen bist. Viel zu früh musstest du deine Wärme Höhle verlassen und das grelle Licht der Welt erblicken. Viel zu klein solltest du fortan um dein Leben kämpfen und stark sein! Dein Herzchen hat es dir dabei nicht immer leicht gemacht! Und doch warst du wie ein Löwe, hast so viele Hürden gemeistert und dich durchgebissen! Und wir standen immer an deiner Seite! Keine Sekunde haben wir an dir gezweifelt und mit dir gekämpft. Nie haben wir geglaubt, zu was man als Eltern fähig sein muss, was man aushalten kann, wie oft man an seine Grenzen gerät, wie emotional man plötzlich ist und wie verdammt sich dieser Kampf trotzdem lohnt. Wenn ich dich heute anschaue, sehe ich nicht das kranke Kind, sondern einen kleinen frechen Jungen, den man einfach nur Lieben kann! Du bereicherst unser Leben so ungemein, für nichts auf der Welt möchte ich unsere Geschichte tauschen! Und auch wenn wir heute noch Hürden zu meistern haben, weiß ich, dass wir diese schaffen werden, dass wir als Eltern dir alles ermöglichen werden, dass du in einer schönen, annähernd unbeschwerten Kindheit aufwachsen kannst, dass du frei bist, wild und ungehalten, frech und abenteuerlustig und weiter unser wahrer Sonnenschein! Und wir werden da sein, wir werden all deine Wege mitgehen und dich unterstützen, wir werden dich lieben, wie wir es jetzt schon tun und wir werden nie aufgeben! 

Als du geboren wurdest, hat man uns gesagt, Kinder wie du suchen sich ihre Eltern aus, denn nicht alle Eltern sind dazu fähig so einen Weg zu gehen! Heute wissen wir, du bist eine Bereicherung für unser Leben, uns hätte nichts Besseres passieren können, wir sind an dir gewachsen, wir haben durch dich als Familie noch enger zusammen gefunden und dafür sind wir dir so unendlich dankbar! 

Wir lieben dich! 

 

Mama und Papa

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

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Was ich dir zu deinem 18. Geburtstag wünsche ........

 

Du bist doch gerade erst geboren. so klein. so hilflos. so niedlich und zerbrechlich. Kerngesund. und trotzdem hat Mama plötzlich so viel Angst , wie sie noch nie zuvor hatte. 

Ich wusste nicht, dass man für einen Menschen so viel Liebe empfinden kann . 

 

Und plötzlich rückt er immer näher. Dein 1.Geburtstag.

 

Am Abend zuvor weinte ich.

Viele Stunden überlegte ich, wo die Zeit geblieben ist und wie ich es schaffe, die Zeit anzuhalten, die eingefangen Momente noch einmal abzurufen. 

All die Erinnerungen an schöne Momente, der erste Schrei, deine panische Angst vorm Badewasser und den Geruch, deiner noch so empfindlichen Babyhaut . 

Nun kommen schon die ersten Zähnchen und laufen kannst du auch bald. 

Schritt für Schritt eroberst du unsere Wohnung und Opas Garten. 

Wie sehr du Kater Louis liebst und wie sehr er dich .obwohl du ihn ständig am Schwanz ziehst und er einen großen Bogen um dich macht. 

Die tollen Erfahrungen mit Opa, der dir so viele schöne Geschichten erzählt und mit dir die Welt entdeckt . 

Deine lieben Omas , die alles für dich tun würden und dich mit Liebe überschütten . 

Ja -da fallen mir 100 Sachen eine ... 1000...

 

Doch du und auch wir .... wir alle werden uns irgendwann nicht mehr an die Erlebnisse nicht erinnern.

 

Es gibt so viele Menschen, die dich lieben , dir nur das Beste wünschen und irgendwann , plötzlich und einfach so aus deinem Leben verschwinden werden . 

Aber noch bist du zu klein um dies zu verstehen.

 

Also kam mir eine Idee ..

 

Ich beauftragte jeden Gast deiner Geburtstagsfeier einen Brief zu schreiben.  

Einen Brief über dich. 

Über dich und was sie über dich denken.  

Ihre Gefühle und Gedanken, wenn du ihnen in den Sinn kommst oder wenn sie dich sehen .  

Die Erlebnisse mit dir. ob schön, ob traurig. 

Das Gefühl ,als sie dich zum ersten Mal gesehen haben.

 

Du sollst sehen - wie sie dich sehen. 

Beilegen sollen sie auserdem ein Foto von sich. 

 

Und tatsächlich kamen alle meinem Wunsch nach.

 

Diese Briefe bewahre ich seit deinem ersten Geburtstag auf. 

An deinem 18. Geburtstag werde ich sie zur Post bringen und an dich senden.

 

Ich wünsche mir, dass du sie an deinem 18. Geburtstag öffnest, dass du jeden Brief öffnest. Ihn liest. Und vielleicht erinnerst du dich an jeden einzelnen Menschen. 

Vielleicht fallen dir all die schönen Momente wieder ein. Vielleicht erinnerst du dich dann wieder an deinen Uropa, der damals schon 90 Jahre alt war, bei dem du immer auf dem Schoß gesessen oder ihm seinen Gehstock gemopst hast.

 

Ich wünsche dir, dass du Glücklich darüber bist, wie sehr du geliebt wurdest und wirst . 

Ich wünsche dir dass du erkennst, wie wichtig es ist , Menschen im Leben zu haben , die für einen da sind und die dich brauchen .  

Ich wünsche dir die schönsten Gefühle und Gedanken.

Die schönsten Erlebnisse und tollsten Eroberungen.

 

Ich wünsche dir zum 18. Geburtstag, dass du nicht vergisst wer du bist, dass du dir selbst treu bleibst und dass du dein Kind in dir nie verlierst .. 

 

Deine Mama

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

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An dem Tag, an dem du geboren wurdest, lag ich sehr lange morgens im Bett, nichts ahnend dass du am Abend mein Leben komplett verändern würdest. Es war 2 Wochen vor Termin, ich stand um 12Uhr auf, kontrollierte nochmals, wie fast jeden Tag, ob wir alles für dich haben, putzte nochmals die Wohnung durch und packte meine Kliniktasche erneut um. Papa fragte mich schon ob alles gut sei, da ich anders als die anderen Tage war. Ich fühlte mich super, nur der Papa hatte eine Vorahnung dass es bald losgehen würde. Dann wurde es Abend, 18Uhr, plötzlich eine starke Wehe. Dann ein Schwall Fruchtwasser! Ich fragte mich was das gerade war aber schnell wusste ich dass es nun ernst wird. Ich rief deinen Papa, lachend, glücklich aber sichtlich verunsichert sagte Er:,,Ich wusste es, so komisch wie du heute warst, war mir das schon klar, dass es bald losgeht!" Also, Kliniktasche schnappen und ab in die Klinik zur Abklärung. 

 

Im Kreissaal angekommen bekam ich einen Ultraschall. Dann der Schock. Beckenendlage. Ich sagte der Ärztin, das schaffe ich, ich möchte keinen Kaiserschnitt! Darauf erfolgt ein entsetzter Blick der Ärztin, sie sagte: ,,Wenn Sie denn das Risiko eingehen möchten, dass ihre Tochter stecken bleibt und schwerbehindert wird?" Darauf gefolgt klärte sie mich sowohl über eine normale Geburt in Beckenendlage als auch über einen Kaiserschnitt auf. Meinem Gefühl nach wollte sie gerne einen Kaiserschnitt machen lassen. Ich ließ mir einiges durch den Kopf gehen und entschied mich schweren Herzens für einen Kaiserschnitt, da mir deine Gesundheit am Wichtigsten war! Schnell wurde ich für den Kaiserschnitt vorbereitet da dein Fruchtwasser minütlich weniger wurde. Nun schob man mich in den OP Saal, während sich dein Papa Umzog um mit dabei zu sein. Mir wurde die Spinalanästhesie gelegt und als alles fertig verkabelt war, kam dein Papa in schicken OP-Klamotten in den Saal. Ohne Papa hätte ich das nicht geschafft! Er war meine Stütze!

 

Dann ging es los, der erste Schnitt, später dann das ruckeln und drücken auf meinem Bauch und dann war es endlich soweit! 21:37Uhr, dein erster Schrei, so wundervoll! Ich und Papa fingen an zu weinen, dann sagte der Arzt: ,,schauen sie gleich mal nach links!" Sekunden später wurdest du uns zum ersten Mal gezeigt, ein Unglaublicher Anblick! Da bist du! Du kleines Wesen, was ich 10 Monate in meinem Bauch hatte, das was mich täglich tritt, das Wesen worauf man so lange gewartet hat und wo man sich monatelang darauf vorbereitet hat! Endlich bist du da! Du wurdest untersucht, du warst komplett fit und reif! Dann kamst du wieder zu uns, ich durfte dich zum ersten Mal Berühren, so unglaublich weich deine kleinen Hamsterbäckchen! Dann ging die Hebamme mit Papa und dir in die OP Schleuse wo schon dein Bettchen stand. Papa ging sich schnell umziehen und war sofort wieder bei dir, während ich zugenäht und versorgt wurde. Schließlich war ich nun auch fertig versorgt und kam zurück in die Schleuse wo ihr beide mit der Hebamme gewartet habt.

 

Papa erzählte mir sofort, wie süß du an deiner Hand lutscht und wie friedlich du bist. Dann ging es zurück in den Kreissaal, die Hebamme schob mich, Papa schob dich. Im Kreissaal angekommen, wurdest du gewogen und vermessen. 3760 Gramm, 53cm Länge und 37cm Kopfumfang. Eine kleine proppere Prinzessin! Unsere Prinzessin! Dann das erste Kuscheln und stillen im Überwachungsraum. Unglaublich schön! Später ging es aufs Zimmer, Papa und ich sichtlich fertig. Nun ging es schlafen, es war mittlerweile 1Uhr Mitternacht. Du schliefst die ganze Nacht auf meiner Brust, da ich dich nicht loslassen wollte und mein Glück nicht fassen konnte. 

Ich liebe dich mein Kind!

Mama

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