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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

05_Freitag_Briefe_amKMein geliebtes Kind,

der Tag an dem du geboren wurdest, war regnerisch, grau und wild, aber für mich war es der perfekte Tag. 

Du hast mich zur Mama gemacht, für mich hat die Sonne gestrahlt. 

Unser Start war alles andere als perfekt und ich wusste nicht wie ich Dich alleine so wundervoll groß ziehen soll. Deine Mama trennte sich noch in der Schwangerschaft von Deinem Papa... wobei kann man ihn wirklich Papa nennen? Er hat nie Interesse gezeigt, seit du auf der Welt bist, habt ihr euch niemals gesehen. Ich habe immer gedacht, Dir würde vielleicht etwas fehlen, aber wie soll Dir etwas fehlen, das du nie kanntest? Wir haben die ersten anderthalb Jahre deines Lebens unfassbar gut gemeistert, bis unser liebster Mann in unser Leben trat. Er hat sofort die Rolle für Dich als Papa übernommen, als er merkte das es für dich in Ordnung war, er ging mit Dir in den Kindergarten zum Laterne basteln, er hat Deine Geburtstagsfeiern mit organisiert, Deine Weihnachtsgeschenke verpackt, aber viel wichtiger: er hat Dich liebevoll ins Bett gebracht, Dich getröstet wenn Du geweint hast, Dir gezeigt wie man Fussball spielt, oder die Borussia Raute malt.

Nie habe ich gedacht, einen Mann zu finden der so perfekt zu uns, und zu Dir passt. Du hast mein Leben großartig gemacht, Du hast mich verzaubert, Du hast mich stark und mutig gemacht, Du hast mir gezeigt wie wundervoll die Liebe ist. 

 

Ich wünsche Dir, dass Dein Leben schön ist, dass Du großartiges erreichst, dass Du dir Deine Träume erfüllen kannst. 

Mein Schatz, sei mutig, sei wild.

Spring durch die Wiesen, hüpf in die Pfützen, bau Sandkuchen. 

Du musst noch früh genug erwachsen werden, genieß die Welt mit Kinderaugen.

Wir werden jeden Weg mit Dir gehen, egal wie holprig es auch werden wird, lass Dir niemals einreden dass du falsch bist, du bist vollkommen, mein Schatz. 

 

Ich werde dir immer beistehen, ob du nun vier oder 40 Jahre alt bist, ich bin Deine Mama, Du hast mich zur Mama gemacht und ich danke Dir dafür von Herzen. 

Ich liebe Dich mein Schatz, aus tiefstem Grund meines Herzens.

 

Für immer und ewig,

deine Mama. (Jaqueline)

 
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Happy baby - no alcohol - Alleinerziehend. Lebensumstände suboptimal. Aber glücklich.

04_Donnerstag_Happy_Baby_22-08Nein, unglücklich ist Johanna* nicht. Den Gedanken weist sie ohne weiteres Nachdenken entschieden zurück. „Ich könnte wohl allen Grund dazu haben“, gibt die 43jährige zu, lacht aber sogleich ansteckend und aus vollem Halse. Die Pflegemutter weiß, dass es eine gehörige Portion Humor braucht, um dem Leben die Stirn zu bieten.

Johanna lebt alleine mit ihrer Tochter Emily* von Hartz4 und Pflegegeld in einer Zwei-Zimmer-Wohnung im Ruhrpott – ein Zimmer für die sechs Jahre alte Emily, das andere ist Wohn-, Schlaf- und Esszimmer in einem, noch eine kleine Küche, ein Bad, das war’s. „Suboptimal“, nennt Johanna das. Sie träumt von einer größeren Wohnung mit Garten. „Allein für Emily, sie hat’s verdient“, sagt die Mama lächelnd. Arbeiten gehen kann die Kinderpflegerin nicht mehr, seit sie Mama von Emily ist. Das Mädchen hat das Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS). 

Emily war viel krank, machte viele Probleme, Arzt- und Klinikbesuche gehören seit jeher zum täglichen Brot. Das Mädchen in fremde Hände geben? – keine Chance. Selbst wenn Emily dann mal in der Nachmittagsbetreuung der Förderschule ist (was möglicherweise beendet wird, weil das Kind so anstrengend und unangepasst sei), wird von der Mutter verlangt, dass sie auf stand by ist. „Wie soll ich denn da arbeiten gehen?“, fragt sie. Dabei würde sie das so schrecklich gerne. Und das nicht nur, um Geld zu verdienen.

„Ich habe keinerlei sozialen Kontakte mehr“, erzählt die 43jährige, „uns lädt niemand ein.“ Die kleine Emily sei schon im Kindergarten nie eingeladen worden zum Spielen oder auf Geburtstage. Und jetzt in der Förderschule auch nicht. Also eröffneten sich auch darüber keine Gelegenheiten. „In meinem Umfeld hat jeder mit sich selbst zu tun und hat dann nicht auch noch ein Ohr für meine Probleme“, hat Johanna die Erfahrung gemacht. FAS kennt keiner, interessiert keinen. So dauerte es nicht lange, dass sie einer Selbsthilfegruppe für Kinder mit anderen Behinderungen, ausgerichtet von der Lebenshilfe, alsbald wieder den Rücken kehrte. 

Früher hat Johanna immer mal wieder durchatmen können, wenn ihre Mutter oder der Bruder die Kleine genommen haben. Der Bruder schafft es aus beruflichen Gründen nicht mehr und seit die Mutter 2016 plötzlich gestorben ist, geht gar nichts mehr. Das ist auch deshalb schmerzlich, weil die Oma die erste „Mama“ für die kleine Emily gewesen war. „Meine Mutter hat immer Bereitschaftspflegekinder aufgenommen“, erzählt Johanna. Eines Tages wurde Baby Emily gebracht und Johanna verliebte sich in die Kleine. „Und ich hätte es nicht übers Herz gebracht, dass sie aus unserer Familie weg muss“, gesteht Johanna. Deshalb bewarb sie sich als Pflegemutter und hatte Glück: Am 23. Mai 2014 kam der Anruf: Sie werden Mutter.

Laut Jugendamt sei mit Emily ein “gesundes Kind” vermittelt worden. Sie war allerdings verhaltensauffällig. “Sie war ein totales Schrei-Kind und krümmte sich, als hätte sie Schmerzen”, berichtet die Kinderpflegerin.Und weiter: “Meine Mutter hat viel unternommen, aber niemand konnte die Ursache feststellen.” Jahre später realisierten sie – das war der Alkoholentzug. Im Laufe der Zeit kamen weitere Auffälligkeiten hinzu: Entwicklungsverzögerung, Laufen lernen mit erst 26 Monaten, spätes Sprechen, spätes trocken werden (mit fünf Jahren tagsüber, seit 2018 endlich auch nachts), geringe Frustrationstoleranz, schnelle Aggressivität, geringe Konzentration, Schlafstörungen, extremer Bewegungsdrang, getrübte Gefahrenerkennung, großes Aufmerksamkeitsbedürfnis. 

“Irgendwann war ich am absoluten Tiefpunkt, ich wusste nicht mehr vor und nicht mehr zurück”, erinnert sich Johanna. Ob im Kindergarten oder Zuhause – es herrschte nur noch high life. Man habe gar nichts mehr mit dem Kind machen können.

“Vom Fetalen Alkoholsyndrom hatten weder meine Mutter, noch ich je etwas gehört”, gesteht die 43jährige. Eine Bemerkung am Rande bei einem Kinderarzt brachte sie auf die Idee. Recherchen im Internet folgten, daraufhin eine Ärzte-Odyssee, die bei Professor Ludwig Spohr in der Berliner Charité endete – dargelegt in einem 12seitigen Gutachten.

Nun durfte das nächste Kapitel aufgeschlagen werden: Der Kampf um Anerkennung der Diagnose Fetales Alkoholsyndrom und Unterstützung. “Der dauert bis heute an”, klagt Johanna. Es geht um die Anpassung des Schwerbehindertengrades, um die Erhöhung des Pflegegrades, angemessenes Pflegegeld, besondere Therapien wie beispielsweise eine Reittherapie, Schulbegleitung, Termine bei einem Psychologen, von entlastungsfreien Stunden für die Mutter gar nicht zu reden.

Aber das Kämpfen lohnt sich. Emily habe die wunderbare Gabe “wie ein Engel” sein zu können und habe viel Potential, schwärmt ihre Mutter. Und sie entwickle sich immer besser. “Es hätte viel erleichtert, wenn wir die Diagnose von Anfang an gewusst hätten. Wir hätten schneller für die kleine Maus handeln können”, stellt Johanna klar. Wenn sie anfängt darüber und die Sprüche ihrer Widersacher nachzudenken, dann platzt der couragierten Pflegemutter doch so richtig der Kragen: “Emily ist das Beste, was mir passieren konnte. Sie passt zu mir wie der Deckel zum Topf und ich werde immer für sie da sein, mit und bei mir, und allen Reden der auf FAS geschulten Psychologin und des Jugendamtes widersprechend, dass ich sie mit 13 Jahren in eine Wohngruppe geben muss, weil sie dann nicht mehr tragbar sein werde. Sie ist doch kein Gegenstand, den man abgeben kann, wenn er verbraucht ist. Sie ist meine Tochter! Leiblichen Eltern wird so etwas ja auch nicht gesagt. Das Kind habe nur ein Bett, Essen und ‘irgendeine’ persönliche Beziehung…!? NEIN, sie hat mich und ich habe sie, und wir gehören zusammen!”

 

Was wünschst Du Dir zur Verbesserung des Lebens mit einem FAS-Kind, was muss am Hilfesystem geändert werden?

Johanna: “Für mich persönlich als alleinerziehende Mutter wünsche ich mir die Möglichkeit, mal Auszeiten vor allem abends nehmen zu können. Das Jugendamt sagt, dass ich dafür das Pflegegeld habe. Aber wenn ich mir eine Betreuung leiste, bleibt für mich und Emily viel weniger. Ich würde mir wünschen, dass das Jugendamt mehr Verständnis für das Leben mit einem FAS-Kind hätte. Dafür ist natürlich Voraussetzung, dass die Mitarbeiter des Jugendamtes entsprechend geschult würden. 

Es fehlen Freizeitangebote für Kinder wie meines, denn die Angebote im üblichen Rahmen sind für Emily überfordernd. Genauso fehlen Gruppen, in deren Rahmen man sich miteinander austauschen und vernetzen könnte.

Und vor allem ist meiner Ansicht nach ganz viel Aufklärung notwendig. Das Unwissen ist generell groß. Da bilden nicht einmal Förderschulen eine Ausnahme. Und auch in der Öffentlichkeit wird man allzu gern komisch angesehen, weil Emilys Verhalten auffällt und meine Art damit umzugehen. Es ist schlicht und ergreifend notwendig, die Erziehung dem Verhalten des Kindes anzupassen. Dafür hat niemand Verständnis. Weil sie FAS nicht kennen.”

*Namen sind zum Schutz der Familie geändert


 

Autorin: Dagmar Elsen

 

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10 Fragen im Interview: Mutter in der Trennungsphase

COLOURBOX125731361. Was macht man eigentlich wenn man beschließt sich zu trennen?

Man hat ein Ziel vor Augen und muss nur noch den Weg dahin finden. Und dann loslaufen und nicht stehen bleiben. 

 

2. Was ist das Schlimmste in dieser Situation?

Zu wissen das es riesen große Steine auf dem weg zum Ziel geben wird und das man diese aus dem weg schaffen muss. Und das dir jeder reinreden will mit "versucht es doch nochmal". Am meisten die die keine Ahnung haben wieso weshalb und warum.

 

3. Was machst du um das alles durchzustehen?

Tanzen. Meine beste Freundin an meiner Seite haben. Wissen das es jeden Tag ein Stück weiter geht.

 

4. Was würdest du dir wünschen, besser zu machen? 

Garnix. Ich denke es ist gut und genau richtig wie ich es mache.

 

5. Hast du Tipps zur für andere in deiner Situation?

Wenn ihr den Entschluss gefasst Habt. Lasst euch nicht abbringen. Auch wenn ihr wisst das es schwer wird. Auch aus Steinen kann man Brücken bauen. Nur nicht aufgeben. Der Scherbenhaufen ist zwar groß aber man kann auch was neues daraus bauen.

 

6. Was hast du schon 100x gesagt und würdest es hier gern noch mal los werden?

Ja ich weiß es ist meine Entscheidung gewesen. Und ich wollte das so. Und auch wenn es vielleicht erstmal beschissen ist wird es auf jedenfall besser. Und ja ich bin glücklich mit meiner Entscheidung!

 

7. Warum gerade diese endgültige Entscheidung?

Weil ich gegen Windmühlen geredet habe. Und irgendwann hört man damit auf und stellt fest das man allein besser dran ist.

 

8. Was machen in deinen Augen viele Eltern während der Trennung falsch?

Das ganze auf dem Rücken der Kinder auszutragen und diese zu manipulieren. Vor allem von dem der verlassen wird.

 

9. Kannst du daheim gut abschalten?

Jetzt wo ich in meinen eigenen 4 Wänden mit meinen Kindern lebe und alles an seinem Platz ist ja. 

 

10. Wie lässt sich deine Entscheidung mit dem Familienleben vereinbaren?

Sehr gut. Ich finde man merkt auch den Kindern an das die Situation besser als vorher ist auch wenn der Papa unter der Woche nicht greifbar ist. Ich bin wieder fröhlich und die Kinder sind es auch.

 

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10 Fragen im Interview: Alleinerziehend im 3 Generationshaus

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1. Was macht man eigentlich als allein erziehende Mutter anders?

 
Ich kann ja nur von mir sprechen, aber ich denke man ist durchgeplanter. 
Ich plane zum Teil sogar das Duschen.
Ich betreue meinen 3,5 jährigen Sohn Zuhause und pflege meinen 86 jährigen Vater. Da ist Planung alles.
 

2. Was ist das Beste an einem 3-Generationen-Haushalt?

 
Bei uns ist immer Leben in der Bude. 
Was ich sehr schätze, ist die Zeit die mein Sohn mit meinem Vater verbringt. Da der Kontakt zum leiblichen Vater sehr gering ist, hat er in seinem Opa seine männliche Bezugsperson gefunden. 
 

3. Was magst du gar nicht?

 
Das ich so wenig spontan sein kann! 
 

4. Was sollte der Staat zur Unterstützung Alleinerziehender besser machen? 

 
Schwierige Frage. Was sich wohl viele Alleinerziehende wünschen ist mehr finanzielle Unterstützung.
Vor allem auch bessere Berechnungen für die Rente später.  Da ich aber meinen Vater pflege, und er eine Pflegestufe hat, ist das finanzielle bei uns besser gesichert. 
 

5. Hast du Tipps für andere Alleinerziehende?

 
Nehmt euch soviel Zeit für euch wie es nur geht. Ich mache das oft selbst zu wenig und merke es dann gesundheitlich oder auch seelisch. 
 

6. Was hast du schon 100x gesagt und würdest es hier gern noch mal los werden?

 
Das ich meinen vollen Respekt gegenüber jedem Alleinerziehenden habe, egal ob Mutter oder Vater. Man ist einfach so oft auf sich allein gestellt, auch mit seinen Nöten und Ängsten. 
 

7. Warum hast du dich für diesen Weg entschieden?

 
Als ich 20 Jahre alt war, starb meine Mutter völlig unerwartet. Ich lebte noch zuhause. Mein Vater war zu diesem Zeitpunkt 79 Jahre alt. Da war es für mich klar, dass wir zusammen leben bleiben. Von dem Vater meines Sohnes trennte ich mich, als mein Sohn 15 Monate war. Ich bereue es nicht einen Tag. 
 

8. Was machen in deinen Augen viele Eltern falsch?

 
Viele wollen zu perfekt sein. Wohnung top ordentlich, Klamotten und Makeup sollen sitzen. So ein Verhalten habe ich schon lange abgelegt.
 

9. Kannst du trotz dieser Situation auch mal abschalten?

 
Selten, weil mein Sohn sehr anhänglich ist. Abends wenn er dann schläft habe ich meine zwei Stunden Feierabend. In diesen Stunden mache ich manchmal Sport, lackiere meine Nägel, lese ein Buch oder schaue Serien. Diese Zeit genieße ich dann sehr. 
 

10. Wie lässt sich ein eventueller Beruf mit diesem Familienleben vereinbaren?

 
In meiner Situation momentan sehr schwer. Ab Sommer wird mein Sohn in einen heilpädagogischen Kindergarten gehen, da er leichter Asperger Autist ist. 
Ich hoffe, dass ich dann wenigstens Halbzeit arbeiten gehen kann.  Man muss ja wenigstens ein bisschen für die Rente vorsorgen...
 
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