Geburtsbericht - Montagsblogserie

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1111Marlon - unser Sternengucker

Als hätten wir es geahnt oder als hätte unser Krümel es gehört, war am Abend des 26.4.2017 zu Hause alles fertig! 

Am nächsten Morgen verabschiedete sich mein Mann bei mir um zur Arbeit zu fahren und ich blieb noch im Bett und döste weiter! Irgendwann merkte ich, dass ich untenrum nass war und dachte, ich hätte mir in die Hose gemacht. Auf der Toilette bestätigte sich aber, dass meine Fruchtblase geplatzt war. Also rief ich zuerst meinen Mann an und dann im Krankenhaus! Da ich vom letzten Ultraschall zwei Tage zuvor wusste, das der Kopf unseres Krümels schön tief im Becken lag, machten wir uns in Ruhe zu Hause nochmal frisch, packten noch ein paar Sachen in die Kliniktasche und gingen dann zu Fuß ins Krankenhaus, welches die Straße runter lag. Im Krankenhaus wurden wir in einem Kreißsaal aufgenommen, es wurde ein CTG gemacht und ich wurde untersucht. Der Muttermund war aber trotz der geplatzten Fruchtblase noch nicht geöffnet und ich hatte keine Wehen!

Da sich nach einer Stunde nichts tat, wurden wir in ein Zimmer umquartiert. Am Nachmittag kamen leichte und unregelmäßige Wehen. Auch die Nacht war ruhig, es wurde immer mal wieder ein CTG gemacht, die unregelmäßigen Wehen blieben und ich konnte zwar nicht wirklich schlafen, aber wir konnten uns etwas ausruhen.

Um 7:00 Uhr am nächsten Morgen ging es wieder in den Kreißsaal und die Einleitung begann. Zuerst bekam ich eine Tablette, die aber nicht anschlug. Um 10 Uhr wurde ich an den Wehentropf angeschlossen, der direkt seine Wirkung entfaltete. Nun kamen alle 3-4 Minuten starke Wehen. Um mich davon abzulenken und die Nerven meines Mannes zu beruhigen, schauten wir uns auf unserem Tablet eine Komödie an. Ich hatte die große Hoffnung, dass es bald geschafft war, wurde aber enttäuscht als die Hebamme uns um 13 Uhr mitteilte das der Muttermund erst 3 cm geöffnet sei. Ich muss zugeben ich wurde etwas ungeduldig, denn auch die Wehen wurden immer schwieriger zu ertragen! 

Eine Dreiviertelstunde später hielt ich es nicht mehr aus und bekam eine PDA. Ich konnte nochmal etwas durchatmen und entspannte, denn der Muttermund war nach einer guten Stunde in der PDA bei 7 cm Öffnung. 

Noch eine Stunde später ging es dann in die heiße Phase. Die Hebamme stellt fest, dass unser Krümel, der 3 Tage zuvor noch genau richtig im Becken gelegen hatte, sich um die eigene Achse gedreht hatte und nun falsch herum lag. Mit homöopathischen Mitteln und einigen Positionswechseln versuchten wir, ihn dazu zu bewegen sich erneut zu drehen, was er aber nicht tat. 

So kam unser Marlon um Punkt 20:00 Uhr, mit etwas Unterstützung in Form einer Ärztin, die von oben auf meinen Bauch drückte, als Sternengucker auf die Welt. 

Jessi Lenarduzzi

 

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