Veröffentlicht am von

Geburtbericht - Montagsblogserie

01_Montag_Geburtsbericht_23122019Hallo ich heiße Pia, bin knackige 31 Jahre jung und am 19.03.2018 kam unsere Tochter auf die Welt. Es ist unser erstes Kind und ich war natürlich total aufgeregt und gespannt, was mich bei der Geburt erwartet. Ich durfte in der 8. Schwangerschaftswoche ins Beschäftigungsverbot und konnte so die Schwangerschaft in vollen Zügen genießen. Bis auf hin und wieder Übelkeit und Kreislaufprobleme, ging es mir sehr gut. Zugenommen habe ich 9kg und war ganz stolz auf meinen Bauch.

Ich war fünf Tage über dem errechneten Termin, als es endlich losging. Samstagabend verspürte ich schon ein leichtes Ziehen: da waren sie, die ersten Wehen. Komisches Gefühl. Die Intensität nahm in der Nacht zu und die Abstände verkürzten sich auf alle 5-10min. Ich konnte die Wehen aber gut aushalten und noch ein wenig schlafen. Sonntagmorgen sagte ich zu meinem Mann ich glaube wir müssen mal ins Krankenhaus, aber lass mich vorher noch duschen und frühstücken. Gesagt getan! Kaum saßen wir am Frühstückstisch, waren die Wehen auch schon verschwunden. Na super, dachte ich. Wir sind aber dann doch ins Krankenhaus, da ich eh zur Kontrolle musste. Dort angekommen, waren nur sehr leichte Wehen zu erkennen, daher verabschiedeten wir uns wieder und ich war froh wieder nach Hause zu können. Zuhause ging es dann wieder mit Wehen los, aber weiterhin gut ertragbar. Also ab auf die Couch und Fernseher an. Bekocht wurden wir dann abends von den Schwiegereltern, die unter uns wohnen. Gemütlich, Sauerkraut und Bratwurst essend, saßen wir auf der Couch und guckten Schwiegertochter gesucht. Plötzlich war alles anders. Die Wehen waren stark, schmerzhaft und ich konnte dabei nicht mehr sprechen. Es war 19:45 Uhr. Jetzt spürte ich, es geht los. Die Wehen waren anders als vorher. Mein Mann, völlig aufgeregt, packte mich und die Taschen ins Auto und los ging es. Im Krankenhaus angekommen ging es erstmal zur Untersuchung. Muttermund 1 cm geöffnet. Was? Erst 1cm? Fühlt sich an wie mindestens 5 cm. Also rüber zum CTG und abwarten was passiert. Während des CTGs ging es rund. Eine Wehe nach der anderen und sie waren schmerzhaft. Ich habe versucht ruhig zu atmen und mich auf meinen Mann zu konzentrieren. Er war für mich da und hat mich motiviert. Ich lag jetzt schon eine Stunde am CTG und die Wehen wurden immer heftiger. Ich bat meinen Mann die Hebamme zu holen, ich bräuchte was gegen die Schmerzen. Er kam ohne Hebamme wieder. Schichtwechsel, ich sollte noch kurz warten. Kurz darauf kam die Hebamme und ich wurde erst noch einmal untersucht. Sie war ganz erstaunt. „Sie haben schon 5cm“. Wow, dachte ich, wenn das so weitergeht, bin ich bald Mama. Ganz überwältigt ging es dann direkt in den Kreißsaal und ab auf den Pezziball. Gegen die Schmerzen habe ich Lachgas ausprobiert, was für mich nichts war, da ich mir vorkam, als hätte ich einen Schwips und wäre fast vom Pezziball gekullert. Also leicht beschwipst rüber ins Bett und weiter ging es mit einer Infusion gegen die Schmerzen. Die Wehen waren da, stark und in kurzen Abständen. Ich hatte eine wundervolle Hebamme. Ich tat genau das, was sie mir sagte. Ich hab ihr immer wieder gesagt, wie toll sie das macht und ich froh bin, dass sie da ist. Bei der letzten Untersuchung waren es schon 9cm und währenddessen brachte die Hebamme die Fruchtblase zum Platzen. Komisches Gefühl. Mein Mann drehte sich genau in dem Moment wieder zu mir, um mir ein Glas Wasser zu reichen. Er war kurz erstarrt und ein wenig blass. Dann ging es los. Jetzt musste ich nicht mehr lange warten, bis ich unsere Tochter in den Armen halten durfte. Ich durfte pressen. Die Presswehen waren noch mal eine Schippe heftiger. Die Pausen zwischen den Wehen taten gut. Ich konnte Kraft für die Nächste sammeln und immer an meiner Seite: mein Mann. Bei der nächsten Wehe machte die Hebamme einen Dammschnitt. Plötzlich ging alles ganz schnell: der Kopf war schon draußen und der größte Schmerz war vorbei. Noch einmal pressen und dann war sie da. Unsere Tochter unser Sonnenschein. Es war 0:09 Uhr. „Sportliche Leistung und das fürs erste Kind“ sagte die Hebamme noch und legte mir unsere Tochter auf die Brust, nachdem mein Mann die Nabelschnur durchtrennt hatte. Ich habe in meinem Leben noch nie ein schöneres und erfüllenderes Gefühl erlebt, wie in diesem Moment. Sie schaute zu mir auf, mit ihren Kulleraugen, also würde sie sagen „Hallo Mama, da bin ich“.

Während mein Mann weinte wie ein Schlosshund war ich so überwältigt, dass nicht eine Träne lief. Eine Geburt ist kein Spaziergang und ich kann auch nicht sagen, dass die Schmerzen sofort vergessen waren, aber dieses Gefühl, sein Kind in den Armen zu halten, ist einfach unbeschreiblich.

 
Kommentare: 0

Das Schreiben von Kommentaren ist nur für registrierte Benutzer möglich.
Anmelden und Kommentar schreiben Jetzt registrieren