Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

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Briefe an mein Kind - Freitagsblogserie

05_Freitag_Briefe_amK_27-09„Ich will nur, dass du weißt was du mir bedeutest.“

Meine Hände zitterten, mein Herz bebte und meine Augen warteten. 

Gerade erst legte ich den Schwangerschaftstest auf den Rand unserer Badewanne ab, als ein paar Minuten später unmissverständlich das Wort „schwanger“ aufblinkte. 

Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so aufgeregt, so glücklich, so voller Vorfreude wie an diesem Tag, als ich erfuhr, dass du in mir heranwachsen würdest. Bis zu diesem Tag wusste ich nicht, was es heißt sich um jemanden zu sorgen und vor allen Dingen wusste ich nicht was es bedeutete, jemanden aufrichtig und bedingungslos zu lieben. 

Ich konnte es kaum erwarten, dass mein Bauch endlich zu wachsen begann.

Weißt du mein Schatz? In diesen 9 Monaten trug ich dich in mir und malte mir schon aus wie du vielleicht aussehen würdest und wem du ähneln würdest. In allen Geschäften rannte ich schnurstracks in die Babyabteilungen. Mein Smartphone war voll mit Apps über Schwangerschaften und mit Links von Babymöbeln und co. Der große Tag rückte immer näher und ich platzte vor Freude, aber gleichzeitig suchten mich Ängste und Sorgen heim. Würdest Du gesund auf die Welt kommen? Würde ich Dir eine gute Mutter sein? Würde ich dich vor allem und jedem Schlechten in dieser Welt beschützen können? Würde ich Dich gut genug erziehen können? Würde ich Dir alles geben können, was Du dir wünschst? 

Ich hatte keine Antworten auf diese Fragen bis zu jenem Moment als ich dein Schreien im Kreißsaal wahrnahm. 

Die Antworten auf all diese Fragen und Sorgen sind gleichgültig, denn ich wusste nur eines: Ich würde Dich lieben, bedingungslos lieben und für Dich kämpfen solange ich lebe. Als du das erste Mal auf meine Brust gelegt wurdest, da sah ich wie von nun an mein Herz außerhalb meines Körpers lebt. Du warst schöner als es meine Vorstellungskraft je hätte erahnen können. Wenn du schläfst, betrachte ich Dich und frage mich womit ich solch ein Geschenk verdient habe. Ich streichle deine zarte Haut, als sei sie aus Seide, Deinen Atem inhaliere ich als würde ich ohne ihn nicht mehr überleben. 

Du warst und bist das Schönste was mir je passiert ist und was mir je passieren wird. Kein einziges Wort und kein Roman können meine Gefühle Dir gegenüber beschreiben. 

Du bist schon als etwas Besonderes auf die Welt gekommen und du wurdest von Tag zu Tag wundervoller. Du bist nicht irgendjemand, du bist meine Sonne im kältesten Winter, du bist der Sommerregen in der dürrsten Wüste. 

Ich würde lügen, würde ich sagen, dass ich vor deiner Geburt gelebt habe. Mein Leben begann erst mit Dir. Ohne dich existierte ich vorher nicht. Ich war lediglich ein Schatten meiner Selbst und du hast mir Leben eingehaucht. 

Ich bin Deine Mutter und Du mein Kind. Dies ist die stärkste Verbindung auf Erden. Absolut nichts steht dem entgegen. 

Wir sind eins und zwei zugleich und nichts ist uns beiden gleich. 

Ich liebe Dich. 

Deine Mama

Saida A.


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